Matthias Hurst Im Spannungsfeld der Aufklärung Winter, Heidelberg (2001) ISBN 3825311759
Verschwörungstheorien erklärt …
In diesem Buch zu Rationalismus und Irrationalismus in Literatur, Film und Fernsehen (hier zu seiner Vorstellung im Blog) gibt es im Kapitel I.-Rationalismus und Irrationalismus-Sichtweisen der Moderne I ein Unterkapitel, dass es wert ist extra vorgestellt zu werden. Nicht unbedingt zum Themas Phantastik, sondern aufgrund der aktuellen Situation der allgemeinen Gesellschaft …
Im Grunde geht es im einleitenden Kapitel um das Thema Vernunft und Angst. Mit der beginnenden Aufklärung um 1700 herum lichtet der menschliche Geist in Europa und im Zuge der Aufklärung werden die Grundlagen der heutigen Geisteswelt gelegt. Damit verbunden wird die Angst vor dem Unbekannten und Unerklärbaren in das Innenleben des Menschen verschoben. Als Bewältigungstheorien bieten sich da sowohl die Schauerliteratur, als auch Verschwörungstheorien, an …
Zwei Bewältigungsstrategien der durch die zunehmenden Aufklärungsbemühungen induzierten Ängste lassen sich vorderhand feststellen: Zum einen die Thematisierung der Angst in der Literatur und zum anderen die radikale Rationalisierung, die in sämtliche Bereiche des Lebens mit unerschütterlichem Aufklärungswillen vordringt, auch wenn diese Strategie – betrachtet man die hauptsächliche Ursache der neu entstehenden Ängste, nämlich die Aufklärung selbst – fruchtlos, ja geradezu kontraproduktiv erscheinen muss. …
Auszug 'Bewältigungsstrategien: ...', Seite 53-79
Wenn man sich für die Entstehung und Wirkung von Verschwörungstheorien interessiert, dann ist das Unterkapitel 3.2-Verschwörungstheorien ein hervorragender Text, um sich damit auseinanderzusetzen. Mich hat es verblüfft, in einem Buch zur und über die Epoche der Aufklärung einen so fundierten Text zu Verschwörungstheorien zu finden. Entstanden 2001 ist dieser Text gerade heutzutage eine wertvolle Information. Man versteht dann so einiges (—***seuftz***—)…
Als Verschwörungstheorie wird im weitesten Sinne der Versuch bezeichnet, einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken einer meist kleinen Gruppe von Akteuren zu einem oftmals illegalen oder illegitimen Zweck.…
[Artikel] Verschwörungstheorien-Warum sind sie so verbreitet und was kann man dagegen tun? – auf lpb-bw.de
Wie funktionieren Verschwörungstheorien? Welche Rolle spielt das Internet bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien? Worin bestehen konkret die Gefahren von Verschwörungstheorien? Und wie können Verschwörungstheorien entkräftet werden? …
Die Schauerliteratur (englisch gothic fiction) bzw. der Schauerroman (englisch gothic novel) ist ein literarisches Genre der Phantastik, das Mitte des 18. Jahrhunderts in England entstand und seine Blüte am Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte. …
Chajim Bloch (geboren am 27. Juni 1881 in Nagybocskó, Österreich-Ungarn; gestorben am 23. Januar 1973 in New York) war ein bedeutender chassidischer und kabbalistischer Rabbiner, Publizist und Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Vermittler der jüdischen Mystik und Folklore im deutschsprachigen Raum des frühen 20. Jahrhunderts. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine literarischen Bearbeitungen osteuropäischer jüdischer Sagen – allen voran der Legende um den Golem von Prag. Mitten in den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er sein Werk „Der Prager Golem: Von seiner ‚Geburt‘ bis zu seinem ‚Tod‘“ in Wien. Bloch schuf damit kein rein fiktionales Werk, sondern sammelte, sichtete und systematisierte die verstreuten mündlichen und schriftlichen Sagen des Prager Ghettos. Dieses Essay analysiert die historische Entwicklung des Golem-Mythos, die spezifische Struktur von Blochs Erzählungen und dessen Bedeutung für das Verständnis moderner Schöpfungsmythen. …
Naja, zumindest teilweise zunächst. Nach einer längeren Pause, mit neuen Blogeinträgen, wird sich zukünftig in diesem Blog wieder mehr Bewegung zeigen. Grund: Ich habe lange nach einer Möglichkeit gesucht, die Metadaten meiner Bibliotheksinhalte öffentlich zugänglich zu machen. Meine Vorstellungen waren bislang jedoch technisch nicht umsetzbar. Der damit verbundene Aufwand (sowohl technisch als auch finanziell) wäre in keiner Weise zu rechtfertigen gewesen. Bis ich unlängst neuerlich auf eine Seite gestoßen bin, die mir schon vor zwei Jahren vielversprechend ausgesehen hatte. …
Tauchen wir tiefer in das literaturwissenschaftliche Herzstück des Orlando Furioso ein. Wir betrachten die beiden faszinierendsten Dimensionen, die Ariostos Werk zu einem so wegweisenden Vorläufer moderner Erzählformen machen: seine revolutionäre Erzählstruktur und seine erstaunliche Antizipation von Science-Fiction-Motiven.
Das Wort Entrelacement stammt aus dem Französischen und bedeutet „Verflechtung“ oder „Ineinanderweben“. Ariosto hat diese Technik nicht erfunden – sie hat ihre Wurzeln in den altfranzösischen Artusromanen des Mittelalters –, aber er hat sie auf ein orchestrales, bis dahin unerreichtes Niveau gehoben. …
Der Sammelband Heroen und Heroisierungen in der Renaissance, erschienen 2013 im renommierten Harrassowitz-Verlag. Er widmet sich einem Kernphänomen der Frühen Neuzeit: der Wiedergeburt, Umdeutung und Inszenierung des Helden. Ein zentraler Bezugspunkt für diese wissenschaftliche Untersuchung ist Ludovico Ariostos wegweisendes Epos Orlando Furioso (Der rasende Roland) aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Wenn wir heute an Fantasy-Literatur denken, wandern unsere Gedanken meist zu J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin oder modernen Rollenspielen. Wir sehen epische Schlachten, Zauberer, Fabelwesen und magische Artefakte vor uns. Doch das Fundament für diese Welten wurde nicht erst im 20. Jahrhundert in Oxford gelegt. Um die eigentlichen Wurzeln der Fantasy zu verstehen, müssen wir fünf Jahrhunderte zurückreisen – in die italienische Renaissance zu einem Dichter namens Ludovico Ariosto und seinem Monumentalwerk …
Zwei sehr interessante Bücher wurden in die Bibliothek aufgenommen. Zunächst das gestern besprochene Buch „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“. An sich eher als begleitende Literatur angekauft um das Thema „Helden“ zu beleuchten, fand sich ein höchst interessanter Essay zu Aristos „Orlando Furioso“ darin. Dieses Werk wird das nächste Thema in den Reflektionen sein. Das zweite Buch ist ein höchst interessantes Buch zum Thema Bibliotheken in der Literatur. Die sechs Essays welche die phantastische Literatur direkt betreffen findet ihr in der Folge aufgeführt. E. T. A. Hoffmann, J. L. Borges, Stanislaw Lem, Umberto Eco, Michel Rio, H. P. Lovecraft und Jasper Fforde werden im Thema beleuchtet …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.
Heiko Postma (Hrsg.) Kabinett der Phantasten (Verlagsreihe) JMB, Hannover (2010-lfd.)
Klassische Erzählungen der nicht geheuren Art…
Heute will ich erstmals eine ganze Verlagsreihe vorstellen, die meines Erachtens eine sehr interessante Möglichkeit darstellt, viele klassischen Erzählungen des Schauer/Horror-Genre kennenzulernen. …
Vielleicht ist sie für ausgeprägte Kenner des Genres nicht sonderlich interessant (was ich aber soo nicht unterschreiben würde). Für Neueinsteiger aber absolut zu empfehlen. Es handelt sich um kleine Bändchen, ja eigentlich Heftchen, deren Texte sorgfältig ediert und jeweils mit einem ausführlichen Nachwort ausgestattet sind. Diese und andere Zusatztexte sind auch die Rechtfertigung für die Aufnahme in diesen Blog über Sekundärliteratur. Als Beispiel seien 3 davon vorgestellt:
Daniel Defoe: Ein wahrer Bericht, wie eine Mrs. Veal am 8. Tag des September 1705, einen Tag nach ihrem Tod, einer Mrs. Bergrave zu Canterbury erschienen ist. – 1706 –
Daniel Defoe stürzt sich mit Eifer auf Berichte über eine Erscheinung einer soeben verstorbenen jungen Frau in Canterbury, um daraus seine erste große Erzählung zu formen – 13 Jahre vor seinem „Robinson Crusoe“…
Und damit scheint Daniel Defoe’s eigene Bewertung des Canterbury-Geschehens klar. Andererseits ist es Grund-Merkmal all seiner Schriften, auch der jeweiligen Gegenposition volle Gerechtigkeit zu zollen. Was er hier auf gleich doppelte Weise erledigt: Zum einen führt der Berichterstatter ja in der Tat alle wesentlichen Aspekte an, die Mrs. Bargrave’s Erzählung als pures Phantasiegebilde entlarven könnten. Zum anderen aber hat Defoe grad diesen erfundenen Berichterstatter, nicht ohne Ironie, so konzipiert, dass rechtschaffene Zweifel an dessen Zuverlässigkeit bleiben: …
Hier gibt es auch noch einen Anhang: Walter Scott – Über Daniel Defoe’s „Mrs. Veal“, 1827
Auszug 'Nachwort', Seite 20-27
Edgar Allan Poe: Der Fall des Hauses Usher – 1839 –
Der Klassiker von Edgar Allan Poe hier in einer Fassung, die in die Rocktasche passt und überall als Pausenfüller dienen kann. Im September 1839 das erste Mal erschienen, erfuhr der Text eine Vielzahl von Veröffentlichungen, die jedoch allesamt immer wieder von Poe bearbeitet und verändert wurden. Markant ist hier der Eingriff, den Poe beim ersten Auftreten von Lady Madeline Usher vornahm …
Nach dem „Fall des Hauses Usher“ blieben Edgar Allan Poe gerade noch zehn Jahre zu leben. Zehn Jahre, in denen er unermüdlich nach Finanziers für sein Zeitschriften-Projekt fahndete. Doch immer, wenn er kurz vor dem Durchbruch stand, kam etwas dazwischen – mal war’s eine Bankenkrise, mal seine Trunkenheit beim entscheidenden Gespräch, etwa in Washington, in der Suite des amerikanischen Präsidenten Tyler. …
Ein weiterer Klassiker, dieses Mal vom Großmeister Lovecraft. Mit diesem Text formuliert er den Mythos fertig aus und begründet damit eine lange Reihe von Veröffentlichungen (nicht nur von ihm), die diesen Mythos zu Thema haben. Außerdem tritt in diesem Text das außerirdische Wesen das einzige Mal in seinen Erzählungen auch wirklich auf. …
Mitte der 60er-Jahre zeigte sich dann auch Deutschland allmählich reif für Cthulhu und die Seinen: In der Insel-„Bibliothek des Hauses Usher“ und danach in der „Phantastischen Bibliothek“ des Hauses Suhrkamp war H. P. Lovecraft der meistgedruckte Autor. So war es vielleicht nicht völlig überraschend, als sich 1979, in seinem letzten – unvollendeten – Dialog-Roman „Julia, oder die Gemälde“, auch Arno Schmidt aufs intensivste mit H. P. Lovecraft beschäftigte. …
Auszug 'Nachwort', Seite 60-75
Da es bereits 94 Ausgaben in dieser Reihe gibt, bleibt diese Vorstellung von drei Werken natürlich nur ein sehr oberflächliches Unterfangen. Auf der Web-Site des Herausgebers oder auf der Site des Verlages (siehe weiterführende Links) kann man sich über die weiteren Werke informieren – und das sollte man auch wirklich nicht unterlassen.
(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)
alle angefügten Bände aus dem Englischen
Übersetzer: Heiko Postma
Band 1 mit Anhang
[Artikel] Heiko Postma in der WIKIPEDIA
Heiko Postma (* 26. Juli 1946 in Wesermünde, heute Bremerhaven), am Nachnamen kenntlich als Friese, ist ein deutscher Publizist, Schriftsteller und Übersetzer. …
Der JMB Verlag wurde 2008 in Hannover gegründet und entstand aus einer Verlagsauslieferung. Der Verlag ist wirtschaftlich unabhängig. Das Kürzel JMB steht für die Initialen des Verlagsgründers Jens M. Bolm …
[Bibliographie] Die Verlagsreihe „Kabinett der Phantasten“ in der Webpräsenz bei Heiko Postma
Daniel Defoe • Bram Stoker • H. Clauren • Friedrich Gerstäcker • Robert Louis Stevenson • E. T. A. Hoffmann • Lord Byron • John William Polidori • Washington Irving • Sheridan LeFanu • Théophile Gautier • Prosper Mérimée • Franz von Gaudy • Edward Bulwer-Lytton • Auguste Villiers de L’Isle-Adam • Joseph von Eichendorff • Edgar Allan Poe • Frederick Marryat • Montague James • Pierre Mille …
A]lfred Noe, widmet diesen Band der stilistischen Untersuchung französischer Prosa. Genauer gesagt französischer Horrorliteratur des 19. Jahrhunderts. …
Hier habe ich ein Werk, bei dessen Einordnung ich ein bisschen Schwierigkeiten hatte. Literarische Phantastik betreffen oder doch eher reiner Horror/Schauer? …
Tauchen wir tiefer in das literaturwissenschaftliche Herzstück des Orlando Furioso ein. Wir betrachten die beiden faszinierendsten Dimensionen, die Ariostos Werk zu einem so wegweisenden Vorläufer moderner Erzählformen machen: seine revolutionäre Erzählstruktur und seine erstaunliche Antizipation von Science-Fiction-Motiven.
Das Wort Entrelacement stammt aus dem Französischen und bedeutet „Verflechtung“ oder „Ineinanderweben“. Ariosto hat diese Technik nicht erfunden – sie hat ihre Wurzeln in den altfranzösischen Artusromanen des Mittelalters –, aber er hat sie auf ein orchestrales, bis dahin unerreichtes Niveau gehoben. …
Der Sammelband Heroen und Heroisierungen in der Renaissance, erschienen 2013 im renommierten Harrassowitz-Verlag. Er widmet sich einem Kernphänomen der Frühen Neuzeit: der Wiedergeburt, Umdeutung und Inszenierung des Helden. Ein zentraler Bezugspunkt für diese wissenschaftliche Untersuchung ist Ludovico Ariostos wegweisendes Epos Orlando Furioso (Der rasende Roland) aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Wenn wir heute an Fantasy-Literatur denken, wandern unsere Gedanken meist zu J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin oder modernen Rollenspielen. Wir sehen epische Schlachten, Zauberer, Fabelwesen und magische Artefakte vor uns. Doch das Fundament für diese Welten wurde nicht erst im 20. Jahrhundert in Oxford gelegt. Um die eigentlichen Wurzeln der Fantasy zu verstehen, müssen wir fünf Jahrhunderte zurückreisen – in die italienische Renaissance zu einem Dichter namens Ludovico Ariosto und seinem Monumentalwerk …
Zwei sehr interessante Bücher wurden in die Bibliothek aufgenommen. Zunächst das gestern besprochene Buch „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“. An sich eher als begleitende Literatur angekauft um das Thema „Helden“ zu beleuchten, fand sich ein höchst interessanter Essay zu Aristos „Orlando Furioso“ darin. Dieses Werk wird das nächste Thema in den Reflektionen sein. Das zweite Buch ist ein höchst interessantes Buch zum Thema Bibliotheken in der Literatur. Die sechs Essays welche die phantastische Literatur direkt betreffen findet ihr in der Folge aufgeführt. E. T. A. Hoffmann, J. L. Borges, Stanislaw Lem, Umberto Eco, Michel Rio, H. P. Lovecraft und Jasper Fforde werden im Thema beleuchtet …
Wer ist ein Held und wie wird man dazu? Was heute Marketingagenturen, soziale Medien und PR-Abteilungen übernehmen, war auch in der Frühen Neuzeit ein hochkomplexer Prozess. Der im Jahr 2013 im Harrassowitz Verlag erschienene Sammelband „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“, herausgegeben von Achim Aurnhammer und Manfred Pfister, widmet sich genau diesem Phänomen. Für interessierte Laien öffnet das Buch ein faszinierendes Fenster in eine Zeit, in der das moderne Verständnis von Ruhm, Individualität und Verehrung maßgeblich geprägt wurde. …
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Dieser weltberühmte erste Satz aus Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (1915) ist weit mehr als ein genialer Einstieg in eine tragische Familiengeschichte. Er markiert den präzisen historischen Wendepunkt, an dem die klassische Phantastik des 19. Jahrhunderts starb und die moderne Fantastik der Gegenwart geboren wurde. Der Literaturwissenschaftler Tzvetan Todorov stellte in seiner strukturalistischen Gattungstheorie fest, dass Kafka das traditionelle Prinzip der Phantastik grundlegend ausgehebelt hat. Doch wie genau funktionierte dieser fließende Übergang von der quälenden Unschlüssigkeit zur absurden Selbstverständlichkeit? …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.
Jochen Bärtle Grusel, Grüfte, Groschenhefte BoD, Norderstedt (2018) ISBN 9783752879957
Deutsche Grusel-Heftromane von 1968 bis heute – eine Chronik des „Dämonen-Booms“
Ein weiteres Buch aus der Serie GGG-Sachbuch. Dieses Mal die überarbeitete und erweiterte Neuausgabe der Ausgabe von 2008 zu 50 Jahre Grusel-Heftroman, 50 Jahre „Larrry Brent“ und 40 Jahre Heftserie „Geisterjäger John Sinclair“.…
Es gibt neue Informationen, Fehlerkorrekturen, Weiterentwicklungen der laufenden Heftserien und neue Serien wurden aufgenommen. Außerdem wurde das Thema „Heftroman-Hörspiel-Helden“ aufbereitet …
Statt eines auf das Wesentliche gekürzten Sachbuchs liegt nun ein um mehr als 140(!) Seiten erweitertes Werk vor: kaum eine Serie ohne neue Informationen! Und tatsächlich sind ja auch noch ein paar wirklich neue Serien hinzugekommen. Die Entscheidung, den Vertonungen von Heftromanserien mehr Platz einzuräumen, hat ein übriges getan. So sehr sich die Heftromanleser in den 1080er/1990er Jahren doch wenigstens einige wenige Vertonungen ihrer Lieblings-Heftserien gewünscht hatten, wurden sie in den letzten Jahren regelrecht damit überhäuft!…
Auszug 'Vorwort zur Neuausgabe', Seite 9-10
Man kann eigentlich von einem Standardwerk zum Thema „Grusel-Heftroman“ sprechen. Es ist für ein Sekundärwerk eigentlich sehr flüssig zu lesen und ist sehr interessant gearbeitet. Es jedem Neuling wärmstens empfohlen und selbst der versierte Gruselfan wird seine helle Freude an diesem Buch haben…
Bier übrigens ein Bilderkarussell der 1. Auflage von 2008:
[Rezension] Grusel, Grüfte, Groschenhefte, 1. Auflage – von Horst Hermann von Allwörden – auf zauberspiegel-online.de
Der deutsche Grusel-Heftroman von 1968 bis 2008. Eine Serienübersicht zum 40-jährigen Jubiläum besagt der Untertitel des Buches von Jochen Bärtle. Damit verspricht er nicht zu viel. Nachdem ich die 408 Seiten in aller Eile gelesen habe, möchte ich den Untertitel eigentlichen noch um das Wort: Das Standardwerk ergänzen. Was mich auch zu dieser Einschätzung bringt ist, dass der Autor sich all der potenziellen Fehler bewusst ist.…
Mehr als 50 Jahre sind vergangen, seit Larry Brent im Sommer 1968 im Silber Krimi Nr. 747 des Zauberkreis-Verlages seinen ersten mysteriösen Fall löste. Die deutsche Heftromanlandschaft hat seit dieser Zeit viele „schaurige“ Heftserien kommen und gehen sehen. Leider gab es immer wieder auch grottenschlechte Romane und Serien, die den Begriff der Schundliteratur unbestreitbar ausfüllten. Aber eben auch solche, die zu Recht(!) KULTstatus erlangt haben. Waren die Drehständer und Auslagen der Zeitschriftenläden und Kioske in den 1970er und 1980er Jahren noch gut gefüllt, fristen heute nur noch vergleichsweise wenige Serien des „gruseligen“ Heftroman-Genres ihr verstecktes Dasein in immer weniger Ladensortimenten. ‚GGG‘ blickt hier (ein wenig wehmütig) auf die wichtigsten Nachkriegs-Serien der Genres Abenteuer, Fantasy, Grusel und ScienceFiction – und neuerdings auch auf die Romantic Thrillers & Gothics – zurück. Das Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf den Presse-Grosso-Erzeugnissen. Und nun viel Spass … beim Stöbern über das Thema der vielgeschmähten GROSCHENHEFTE!…
Heftromane.info ist ein freies, nicht kommerzielles Projekt zur Erfassung und Dokumentation der Geschichte der Heftromane des Bastei-Verlages. Es wird in Form eines Wikis für alle Freunde und Fans der Groschenromane erstellt.
Neben den Titellisten findet man in diesem Wiki eine Vielzahl an Titelbildern und eine Fülle von Information zu den jewiligen Autoren und deren Pseudonymen. …
A]lfred Noe, widmet diesen Band der stilistischen Untersuchung französischer Prosa. Genauer gesagt französischer Horrorliteratur des 19. Jahrhunderts. …
Hier habe ich ein Werk, bei dessen Einordnung ich ein bisschen Schwierigkeiten hatte. Literarische Phantastik betreffen oder doch eher reiner Horror/Schauer? …
Tauchen wir tiefer in das literaturwissenschaftliche Herzstück des Orlando Furioso ein. Wir betrachten die beiden faszinierendsten Dimensionen, die Ariostos Werk zu einem so wegweisenden Vorläufer moderner Erzählformen machen: seine revolutionäre Erzählstruktur und seine erstaunliche Antizipation von Science-Fiction-Motiven.
Das Wort Entrelacement stammt aus dem Französischen und bedeutet „Verflechtung“ oder „Ineinanderweben“. Ariosto hat diese Technik nicht erfunden – sie hat ihre Wurzeln in den altfranzösischen Artusromanen des Mittelalters –, aber er hat sie auf ein orchestrales, bis dahin unerreichtes Niveau gehoben. …
Der Sammelband Heroen und Heroisierungen in der Renaissance, erschienen 2013 im renommierten Harrassowitz-Verlag. Er widmet sich einem Kernphänomen der Frühen Neuzeit: der Wiedergeburt, Umdeutung und Inszenierung des Helden. Ein zentraler Bezugspunkt für diese wissenschaftliche Untersuchung ist Ludovico Ariostos wegweisendes Epos Orlando Furioso (Der rasende Roland) aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Wenn wir heute an Fantasy-Literatur denken, wandern unsere Gedanken meist zu J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin oder modernen Rollenspielen. Wir sehen epische Schlachten, Zauberer, Fabelwesen und magische Artefakte vor uns. Doch das Fundament für diese Welten wurde nicht erst im 20. Jahrhundert in Oxford gelegt. Um die eigentlichen Wurzeln der Fantasy zu verstehen, müssen wir fünf Jahrhunderte zurückreisen – in die italienische Renaissance zu einem Dichter namens Ludovico Ariosto und seinem Monumentalwerk …
Zwei sehr interessante Bücher wurden in die Bibliothek aufgenommen. Zunächst das gestern besprochene Buch „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“. An sich eher als begleitende Literatur angekauft um das Thema „Helden“ zu beleuchten, fand sich ein höchst interessanter Essay zu Aristos „Orlando Furioso“ darin. Dieses Werk wird das nächste Thema in den Reflektionen sein. Das zweite Buch ist ein höchst interessantes Buch zum Thema Bibliotheken in der Literatur. Die sechs Essays welche die phantastische Literatur direkt betreffen findet ihr in der Folge aufgeführt. E. T. A. Hoffmann, J. L. Borges, Stanislaw Lem, Umberto Eco, Michel Rio, H. P. Lovecraft und Jasper Fforde werden im Thema beleuchtet …
Wer ist ein Held und wie wird man dazu? Was heute Marketingagenturen, soziale Medien und PR-Abteilungen übernehmen, war auch in der Frühen Neuzeit ein hochkomplexer Prozess. Der im Jahr 2013 im Harrassowitz Verlag erschienene Sammelband „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“, herausgegeben von Achim Aurnhammer und Manfred Pfister, widmet sich genau diesem Phänomen. Für interessierte Laien öffnet das Buch ein faszinierendes Fenster in eine Zeit, in der das moderne Verständnis von Ruhm, Individualität und Verehrung maßgeblich geprägt wurde. …
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Dieser weltberühmte erste Satz aus Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (1915) ist weit mehr als ein genialer Einstieg in eine tragische Familiengeschichte. Er markiert den präzisen historischen Wendepunkt, an dem die klassische Phantastik des 19. Jahrhunderts starb und die moderne Fantastik der Gegenwart geboren wurde. Der Literaturwissenschaftler Tzvetan Todorov stellte in seiner strukturalistischen Gattungstheorie fest, dass Kafka das traditionelle Prinzip der Phantastik grundlegend ausgehebelt hat. Doch wie genau funktionierte dieser fließende Übergang von der quälenden Unschlüssigkeit zur absurden Selbstverständlichkeit? …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.
Matthias Hurst Im Spannungsfeld der Aufklärung Winter, Heidelberg (2001) ISBN 3825311759
Von Schillers Geisterseher zur TV-Serie The X-FIles: Rationalismus und Irrationalismus in Literatur, Film und Fernsehen
In dieser Studie werden Werke wie Frankenstein, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Werke von Lovecraft und Clive Barker, Filme von David Lynch und Alfred Hitchcock neben Werken von Friedrich Schiller und E. T. A. Hoffmann und Franz Kafka gestellt und unterschiedslos als Ausdruck gesellschaftlicher Befindlichkeit und Sinnproduktion ernst genommen…
… um einen Beitrag zu leisten, die Formen populärer Unterhaltungskultur aus der sozialen Geringschätzigkeit zu befreien. Es findet jedoch keine ästhetische Nivellierung statt. Die so entstehende Perspektive macht deutlich, dass kulturelle Erzeugnisse jeglicher Provenienz Geltungsrecht besitzen …
Daher widmet sich dieses Buch in besonderem Maße der Untersuchung von Tendenzen und konkreten Einzelwerken in den narrativen Medien Literatur, Film und Fernsehen. […] Gemeint sind damit nicht die analytischen Schriften bedeutender Dichter und Denker, […], sondern die Produkte einer sogenannten Polarkultur (popular culture), die im Gegensatz zu den oben genannten Schriften nicht nur ein ausgewähltes (und immer kleiner werdendes) Publikum ansprechen, sondern breite Schichten und den Großteil der Bevölkerung der westlichen Zivilisation erreichen. …
Auszug 'Einleitung', Seite 8-16
Aufklärung und Gegenaufklärung zeigen sich in unauflösbarer Abhängigkeit in der Schauerliteratur und der Kriminalliteratur, im Horrorfilm und im Mystery-Thriller. Das bietet einen Garanten für interessante Betrachtungen und lehrreiche Lektüre …
Mit dem Begriff Irrationalismus (von irrational = „unvernünftig“) bezeichnet man eine Lehre oder Weltanschauung, die die Überzeugung ablehnt, dass die menschliche Vernunft (lateinisch ratio) eine hinreichende Erkenntnis der Welt erwerben kann.…
[Downlaod] Diplomarbeit: Schatten der Aufklärung. Schauerliteratur im späten 18. Jahrhundert – von Alexandra Zöchner – auf docplayer.org
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Schauerliteratur und deren Autoren gegen Ende des 18. Jahrhunderts in England, Frankreich und dem deutschen Sprachraum. Dazu dieser Zeit die Aufklärung noch die vorherrschende Strömung war, muss auf diese Epoche im Voraus genauer eingegangen werden. Dabei sollen nicht alle Details dieser ambivalenten und kontroversen Strömung behandelt werden – dies würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und ist auch nicht deren Thema. Stattdessen werden jene Aspekte angeschnitten, die mehr oder weniger unmittelbar mit der Thematik der Phantasie und der schauerlichen Literatur im Zusammenhang stehen (könnten). …
[Download] Angst: Lust und Schrecken in der Kinder- und Jugendliteratur – von Ute Dettmar – auf kids-media.uzh.ch
In keinem anderen Literaturbereich ist das Sortiment des Schauerlichem wohl vielfältiger als in der gegenwärtigen Kinder- und Jugendliteratur: vom Bilderbuch mit seinen unzähligen Monstern bis hin zur Fantasy, die sich seit Jahren als Aufmarschgebiet der Untoten, der Zombies, Werwölfe und Vampire etabliert hat. Die Dämonen sind allerdings nicht nur in der fantastischen Literatur in all ihren Spielarten gegenwärtig; die Macht, die Ängste über uns erhalten und die Fragen danach, wie wir ihnen begegnen (können), sind auch ein wiederkehrendes Thema in realistischen Texten für Kinder und Jugendliche. …
A]lfred Noe, widmet diesen Band der stilistischen Untersuchung französischer Prosa. Genauer gesagt französischer Horrorliteratur des 19. Jahrhunderts. …
Hier habe ich ein Werk, bei dessen Einordnung ich ein bisschen Schwierigkeiten hatte. Literarische Phantastik betreffen oder doch eher reiner Horror/Schauer? …
Tauchen wir tiefer in das literaturwissenschaftliche Herzstück des Orlando Furioso ein. Wir betrachten die beiden faszinierendsten Dimensionen, die Ariostos Werk zu einem so wegweisenden Vorläufer moderner Erzählformen machen: seine revolutionäre Erzählstruktur und seine erstaunliche Antizipation von Science-Fiction-Motiven.
Das Wort Entrelacement stammt aus dem Französischen und bedeutet „Verflechtung“ oder „Ineinanderweben“. Ariosto hat diese Technik nicht erfunden – sie hat ihre Wurzeln in den altfranzösischen Artusromanen des Mittelalters –, aber er hat sie auf ein orchestrales, bis dahin unerreichtes Niveau gehoben. …
Der Sammelband Heroen und Heroisierungen in der Renaissance, erschienen 2013 im renommierten Harrassowitz-Verlag. Er widmet sich einem Kernphänomen der Frühen Neuzeit: der Wiedergeburt, Umdeutung und Inszenierung des Helden. Ein zentraler Bezugspunkt für diese wissenschaftliche Untersuchung ist Ludovico Ariostos wegweisendes Epos Orlando Furioso (Der rasende Roland) aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Wenn wir heute an Fantasy-Literatur denken, wandern unsere Gedanken meist zu J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin oder modernen Rollenspielen. Wir sehen epische Schlachten, Zauberer, Fabelwesen und magische Artefakte vor uns. Doch das Fundament für diese Welten wurde nicht erst im 20. Jahrhundert in Oxford gelegt. Um die eigentlichen Wurzeln der Fantasy zu verstehen, müssen wir fünf Jahrhunderte zurückreisen – in die italienische Renaissance zu einem Dichter namens Ludovico Ariosto und seinem Monumentalwerk …
Zwei sehr interessante Bücher wurden in die Bibliothek aufgenommen. Zunächst das gestern besprochene Buch „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“. An sich eher als begleitende Literatur angekauft um das Thema „Helden“ zu beleuchten, fand sich ein höchst interessanter Essay zu Aristos „Orlando Furioso“ darin. Dieses Werk wird das nächste Thema in den Reflektionen sein. Das zweite Buch ist ein höchst interessantes Buch zum Thema Bibliotheken in der Literatur. Die sechs Essays welche die phantastische Literatur direkt betreffen findet ihr in der Folge aufgeführt. E. T. A. Hoffmann, J. L. Borges, Stanislaw Lem, Umberto Eco, Michel Rio, H. P. Lovecraft und Jasper Fforde werden im Thema beleuchtet …
Wer ist ein Held und wie wird man dazu? Was heute Marketingagenturen, soziale Medien und PR-Abteilungen übernehmen, war auch in der Frühen Neuzeit ein hochkomplexer Prozess. Der im Jahr 2013 im Harrassowitz Verlag erschienene Sammelband „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“, herausgegeben von Achim Aurnhammer und Manfred Pfister, widmet sich genau diesem Phänomen. Für interessierte Laien öffnet das Buch ein faszinierendes Fenster in eine Zeit, in der das moderne Verständnis von Ruhm, Individualität und Verehrung maßgeblich geprägt wurde. …
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Dieser weltberühmte erste Satz aus Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (1915) ist weit mehr als ein genialer Einstieg in eine tragische Familiengeschichte. Er markiert den präzisen historischen Wendepunkt, an dem die klassische Phantastik des 19. Jahrhunderts starb und die moderne Fantastik der Gegenwart geboren wurde. Der Literaturwissenschaftler Tzvetan Todorov stellte in seiner strukturalistischen Gattungstheorie fest, dass Kafka das traditionelle Prinzip der Phantastik grundlegend ausgehebelt hat. Doch wie genau funktionierte dieser fließende Übergang von der quälenden Unschlüssigkeit zur absurden Selbstverständlichkeit? …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.
Seine erste Geschichte erzählte Poe nach einer Mode des frühen 19. Jahrhunderts. …
von Jamal Tuschickauf freitag.de
Edgar Allan Poes erste öffentlich gemachte Geschichte – eine Parodie auf das German Gothic-Genre…
Seine nachweislich erste honorierte Geschichte erzählte Edgar Allan Poe nach einer Mode des frühen 19. Jahrhunderts. Er konkretisierte die Vorgabe: „A Tale in Imitation of the German“. Mit „Metzengerstein“ debütierte er 1832 im Saturday Courier. Den Titel verstand man kontemporär als Verballhornung europäischer Namensgrandiosität. […]
Tauchen wir tiefer in das literaturwissenschaftliche Herzstück des Orlando Furioso ein. Wir betrachten die beiden faszinierendsten Dimensionen, die Ariostos Werk zu einem so wegweisenden Vorläufer moderner Erzählformen machen: seine revolutionäre Erzählstruktur und seine erstaunliche Antizipation von Science-Fiction-Motiven.
Das Wort Entrelacement stammt aus dem Französischen und bedeutet „Verflechtung“ oder „Ineinanderweben“. Ariosto hat diese Technik nicht erfunden – sie hat ihre Wurzeln in den altfranzösischen Artusromanen des Mittelalters –, aber er hat sie auf ein orchestrales, bis dahin unerreichtes Niveau gehoben. …
Der Sammelband Heroen und Heroisierungen in der Renaissance, erschienen 2013 im renommierten Harrassowitz-Verlag. Er widmet sich einem Kernphänomen der Frühen Neuzeit: der Wiedergeburt, Umdeutung und Inszenierung des Helden. Ein zentraler Bezugspunkt für diese wissenschaftliche Untersuchung ist Ludovico Ariostos wegweisendes Epos Orlando Furioso (Der rasende Roland) aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Wenn wir heute an Fantasy-Literatur denken, wandern unsere Gedanken meist zu J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin oder modernen Rollenspielen. Wir sehen epische Schlachten, Zauberer, Fabelwesen und magische Artefakte vor uns. Doch das Fundament für diese Welten wurde nicht erst im 20. Jahrhundert in Oxford gelegt. Um die eigentlichen Wurzeln der Fantasy zu verstehen, müssen wir fünf Jahrhunderte zurückreisen – in die italienische Renaissance zu einem Dichter namens Ludovico Ariosto und seinem Monumentalwerk …
Zwei sehr interessante Bücher wurden in die Bibliothek aufgenommen. Zunächst das gestern besprochene Buch „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“. An sich eher als begleitende Literatur angekauft um das Thema „Helden“ zu beleuchten, fand sich ein höchst interessanter Essay zu Aristos „Orlando Furioso“ darin. Dieses Werk wird das nächste Thema in den Reflektionen sein. Das zweite Buch ist ein höchst interessantes Buch zum Thema Bibliotheken in der Literatur. Die sechs Essays welche die phantastische Literatur direkt betreffen findet ihr in der Folge aufgeführt. E. T. A. Hoffmann, J. L. Borges, Stanislaw Lem, Umberto Eco, Michel Rio, H. P. Lovecraft und Jasper Fforde werden im Thema beleuchtet …
Wer ist ein Held und wie wird man dazu? Was heute Marketingagenturen, soziale Medien und PR-Abteilungen übernehmen, war auch in der Frühen Neuzeit ein hochkomplexer Prozess. Der im Jahr 2013 im Harrassowitz Verlag erschienene Sammelband „Heroen und Heroisierungen in der Renaissance“, herausgegeben von Achim Aurnhammer und Manfred Pfister, widmet sich genau diesem Phänomen. Für interessierte Laien öffnet das Buch ein faszinierendes Fenster in eine Zeit, in der das moderne Verständnis von Ruhm, Individualität und Verehrung maßgeblich geprägt wurde. …
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Dieser weltberühmte erste Satz aus Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (1915) ist weit mehr als ein genialer Einstieg in eine tragische Familiengeschichte. Er markiert den präzisen historischen Wendepunkt, an dem die klassische Phantastik des 19. Jahrhunderts starb und die moderne Fantastik der Gegenwart geboren wurde. Der Literaturwissenschaftler Tzvetan Todorov stellte in seiner strukturalistischen Gattungstheorie fest, dass Kafka das traditionelle Prinzip der Phantastik grundlegend ausgehebelt hat. Doch wie genau funktionierte dieser fließende Übergang von der quälenden Unschlüssigkeit zur absurden Selbstverständlichkeit? …
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