Schlagwort: Literatur

Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #29 – Schrecken als ästhetische Ware: Kirde, Kalju – Führer durch die klassische Weird Fiction

Kirde, Kalju
Führer durch die klassische Weird Fiction
Lindenstruth, Giessen (2008)
ISBN 3934273882
 
Ein Meilenstein der unheimlichen Phantastik – Kalju Kirdes Wegweiser durch die Weird Fiction …
 
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Die unheimliche Phantastik ist heute aus der modernen Populärkultur nicht mehr wegzudenken. Doch das Fundament für das Verständnis dieses Genres im deutschsprachigen Raum wurde bereits vor Jahrzehnten gelegt. Mit dem „Führer durch die klassische Weird Fiction“ von Kalju Kirde, veröffentlicht im Lindenstruth Verlag im Jahr 2008, lag die erste umfassende Literaturgeschichte dieser Gattung in deutscher Sprache vor. Der Text bietet einen faszinierenden, historisch wertvollen Einblick in eine literarische Strömung, die lange Zeit im Verborgenen blühte. …

Der Autor: Ein Pionier des Unheimlichen

Um das Werk angemessen zu würdigen, ist ein Blick auf den Verfasser unerlässlich. Kalju Kirde erlangte bleibende Bedeutung als Herausgeber der legendären Reihe „Bibliothek des Hauses Usher“ im renommierten Insel Verlag. In dieser Funktion leistete er unschätzbare Pionierarbeit und brachte anspruchsvolle phantastische Literatur einem breiteren Publikum näher. Kirde war kein distanzierter Theoretiker, sondern ein leidenschaftlicher Kenner, dessen profundes Wissen und sicheres Gespür für literarische Qualität das Genre im Nachkriegsdeutschland maßgeblich prägten.

Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund

Besonders eindrucksvoll ist der zeitliche Kontext der Entstehung: Kalju Kirde verfasste diesen Leitfaden bereits im Jahr 1966. Die „Bemerkungen über Weird Fiction“ erschienen in den Nummern 8, 9 und 10 des Quarber Merkur von Franz Rottensteiner. Die historische Isolation spiegelt sich auch in der  Publikationsform wider: Der Text erschien nicht in einem etablierten Verlag, sondern in einem Amateur-Magazin. Er entsprang somit direkt der damaligen Fanzine-Kultur – einer engagierten Subkultur von Enthusiasten, die sich abseits des literarischen Mainstreams bewegten.
Zu jener Zeit war die literarische Landschaft in Deutschland bezüglich der angelsächsischen unheimlichen Phantastik weitgehend ein unbeschriebenes Blatt. Namen wie H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith oder William Hope Hodgson, die heute Kultstatus genießen, waren damals hierzulande nahezu gänzlich unbekannt.
Die zeitliche Entwicklung von der Veröffentlichung in einem Amateur-Magazin bis hin zur ersten geschlossenen Buchausgabe im Jahr 2008 verdeutlicht eindrucksvoll, wie sich die Weird Fiction von einer belächelten Nische zu einer anerkannten literarischen Strömung gewandelt hat.
 

Inhaltliche Analyse und literarischer Wert

Kirdes literaturgeschichtlicher Streifzug zeichnet sich vor allem durch seine Zugänglichkeit aus. Er erzählt anschaulich von der Entwicklung des Genres und stellt dabei sowohl die großen Wegweiser als auch weniger bedeutende Autoren und deren Werke detailliert vor. Dies geschieht völlig ohne akademischen Dünkel, ist jedoch höchst unterhaltsam und informativ gestaltet.
Dass diese Arbeit weit mehr als nur ein historisches Kuriosum ist, betont auch der bekannte Experte Franz Rottensteiner im Vorwort der vorliegenden Ausgabe. Er attestiert Kirdes Ausführungen eine bleibende Aktualität:
 
… Auch vom heutigen Stand der wissenschaftlichen Forschung gesehen findet man in diesen Ausführungen allerlei, das dank seiner klaren und eindeutigen Aussageweise und dem sicheren Urteilsvermögen als Richtschnur zur Lektüre und nützliche Anleitung zur näheren Beschäftigung mit der phantastischen Literatur dienen kann. …Franz Rottensteiner, Vorwort
 
Damit bietet das Werk gerade interessierten Laien eine verlässliche und klare Orientierungshilfe, um die historischen Verästelungen des Unheimlichen zu durchdringen.

Hochwertige Ausstattung der Neuausgabe

Die im Jahr 2008 vom Lindenstruth Verlag vorgelegte Erstausgabe in Buchform wertet Kirdes historischen Text durch eine wissenschaftlich und ästhetisch gelungene Ausstattung auf. Der Neuausgabe wurden Abbildungen seltener Buchumschläge beigegeben, die den Geist der damaligen Epoche visuell einfangen. Darüber hinaus machen eine präzise Bibliographie sowie ein umfassender Personenindex das schmale Werk zu einem vollwertigen, praktischen Nachschlagewerk für die eigene Bibliothek.

Fazit und Kernaussage

Für interessierte Laien bietet dieser Führer den perfekten roten Faden durch die klassische Weird Fiction. Die zentrale Kernaussage ist leicht verständlich: Die unheimliche Phantastik ist kein modernes Phänomen, sondern eine historisch tief verwurzelte Kunstform, deren Entdeckung im deutschsprachigen Raum Männern wie Kalju Kirde zu verdanken ist. Seine Mischung aus profundem Urteilsvermögen und lebendiger Erzählweise macht das Buch zu einer Pflichtlektüre für jeden Phantastik-Liebhaber …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Kirde, Kalju
  • Führer durch die klassische Weird Fiction
  • Lindenstruth, Giessen (2008)
  • Paperback
  • erweiterte Neuausgabe
  • 195 Seiten
  • Zusatz
  • ISBN 3934273882
Preisangaben Eurobuch (mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)
derzeit aber antiquarisch vergriffen
  • keine
  • Wikipedia: Eintrag Kalju Kirde

Onlinequelle …
Bedeutung: Zugang zu kurzer Lebensbeschreibung und Klarnamen (Kalju Frisch) …
Quelle: Wikipedia - Kalju Kirde

  • Buchquelle: Lexikon der phantastischen Literatur – Rein A. Zondergeld, Weibrecht, Stuttgart (1998), Eintrag Kalju Kirde, Seite 194
    Bedeutung: Lexikoneintrag zu Kalju Kirde …
    Sekundärliteratur …
    225090 {225090:RC42UMVH} 1 technische-universitat-dresden-medienwissenschaft-und-neuere-deutsche-literatur-note 50 default 1 1 1 1 45224 https://sebesta-seklit.net/wp-content/plugins/zotpress/
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    Rein A. Zondergeld, Holger E. Wiedenstried: Lexikon der phantastischen Literatur. Stuttgart/Wien/Bern: Weitbrecht Verlag in K. Thienemanns Verlag 1998. 1
    Quelle: Zotero-Webpage (t.sebesta's Library)

  • Sekundärquelle: Bibliothek des Hauses Usher – phantastik-literatur.de

Sekundärliteratur …
Bedeutung: Hintergrundinformationen zur verlegerischen Tätigkeit von Kalju Kirde im Insel Verlag. …Quelle: phantastik-literatur.de


siehe auch (Auszug):


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Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.

 

Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #28 – Schrecken als ästhetische Ware: Das Kabinett der Phantasten

Postma, Dr. Heiko (Hrsg.)
Kabinett der Phantasten
JMB, Hannover ( ab 2010)
 
Schattenrisse des Unheimlichen: Eine literaturwissenschaftliche Betrachtung der Buchreihe
 
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Die Wiederentdeckung und Bewahrung klassischer phantastischer Literatur stellt eine der faszinierendsten Nischen des modernen Publikationswesens dar. Ein herausragendes Beispiel für dieses editorische Engagement ist die im JMB Verlag erscheinende Reihe Das Kabinett der Phantasten. Geprägt durch das Zusammenspiel von Verleger Jens Bolm und dem Herausgeber, Literaturwissenschaftler sowie Übersetzer Dr. Heiko Postma, widmet sich dieses ambitionierte Projekt der systematischen Aufarbeitung von Meisterwerken der Schauerliteratur, der Phantastik und der unheimlichen Belletristik vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
Der folgende Essay analysiert das literarische und konzeptionelle Profil dieser Reihe, beleuchtet den historischen Hintergrund und untersucht die besondere Rolle der wissenschaftlichen Kommentierung für das Lesepublikum. …

 

Das konzeptionelle und visuelle Profil der Reihe

Wie in den Abbildungen exemplarisch zu sehen ist, zeichnet sich das Kabinett der Phantasten durch ein strenges, unverwechselbares Gestaltungsprinzip aus: Ein tiefschwarzer Hintergrund kontrastiert mit signalroten Textfeldern, während das Verlagslogo unten rechts in einem roten Blutstropfen platziert ist. Dieses visuelle Erkennungsmerkmal spiegelt den inhaltlichen roten Faden der Reihe wider: die Erkundung der dunklen, abgründigen Seiten der Weltliteratur.
Jedes Bändchen ist als handliches Softcover konzipiert und umfasst eine einzige, vollständige Erzählung oder Novelle. Ein zentrales Strukturprinzip der Reihe lautet dabei: Jeder Autor und jede Autorin ist im Gesamtkatalog nur ein einziges Mal vertreten. Durch diese selbstauferlegte Beschränkung entfaltet sich ein beispielloses, internationales Panorama des Phantastischen, das Monotonie konsequent vermeidet.
 
Sie können sich schon einmal darauf gefaßt machen, daß die Geisterstunden, die Sie im »Kabinett der Phantasten« verbringen, alles an Schauer und Grusel, Unheimlichem und Übersinnlichem, Magischem und Spukhaftem bieten werden, was man nur herbeiführen kann.…
 

Phantastik als literarischer Raum: Warum eine Reihe wie diese sinnvoll ist

Phantastische Literatur ist ein Sammelbegriff: Er umfasst Schauererzählungen, Gespenstergeschichten, okkulte und dämonologische Texte, Traum- und Wahnsinnserzählungen, Weird Fiction sowie Übergänge zur frühen Science-Fiction. Diese Texte arbeiten oft mit einem Kernverfahren: Sie erzeugen eine Irritation im Wirklichkeitsverständnis.
Für die Literaturwissenschaft ist das Phantastische nicht nur ein „Genre“, sondern eine ästhetische Strategie. Sie zeigt sich typischerweise in drei Konstellationen:
  1. Das Unheimliche im Vertrauten: Ein scheinbar alltäglicher Raum kippt in eine bedrohliche Mehrdeutigkeit.
  2. Grenzbereiche der Wahrnehmung: Traum, Halluzination, Krankheit, Trance oder Obsession werden erzählerisch ernst genommen.
  3. Konflikt zwischen Rationalität und Übersinnlichem: Erzählungen halten bewusst offen, ob eine übernatürliche Erklärung „wahr“ ist oder ob sich alles psychologisch deuten lässt.
Gerade in dieser Schwebe liegt die kulturelle Bedeutung des Feldes: Phantastik reagiert oft auf historische Spannungen – etwa auf den Konflikt zwischen Aufklärung und Religion, zwischen Wissenschaftsglauben und metaphysischem Bedürfnis, oder auf Krisenerfahrungen moderner Gesellschaften.
 

Historischer Hintergrund: Von der Romantik zur Moderne – und warum das 19. Jahrhundert nachwirkt

Viele Texte, die in Reihen wie „Das Kabinett der Phantasten“ erscheinen, sind ohne ihren historischen Resonanzraum nur halb zu verstehen.

3.1 Romantik und Schauer

Im frühen 19. Jahrhundert entsteht im deutschsprachigen Raum (und parallel in England und Frankreich) eine Literatur, die das Dunkle, Irrationale und Nachtseitige als Gegenpol zur aufklärerischen Vernunft betont. Die Romantik kultiviert die Idee, dass die Welt mehr ist als das Messbare: Rätsel, Symbol, Traum und Mythos werden zu legitimen Erkenntnisformen.

3.2 Industrialisierung, Urbanisierung, Moderne

Spätere Phantastik spiegelt dann die Erfahrung der Moderne: Großstadt, beschleunigter Alltag, technische Umwälzungen, neue medizinische und psychologische Wissensbestände. Das „Monströse“ kommt nun häufig nicht mehr aus Burgruinen, sondern aus dem Inneren: aus Zwangsvorstellungen, Sucht, Begehren, gesellschaftlichem Druck.

3.3 Fin de Siècle und Décadence

Um 1900 gewinnt eine Ästhetik an Bedeutung, die besonders gut zur Phantastik passt: Décadence und Symbolismus. Hier werden Grenzerfahrungen stilisiert, Künstlichkeit und Verfeinerung betont, gleichzeitig aber auch Verfall, Müdigkeit und moralische Ambivalenz. Viele klassische unheimliche Erzählungen – etwa über Vampire, Doppelgänger, gefährliche Artefakte oder verführerische Fremdheiten – werden in diesem Klima neu geprägt.
Die Reihenkonzeption des JMB Verlags ist (so lässt sich literaturhistorisch lesen) eine Antwort auf genau diese langen Traditionslinien: Sie macht sichtbar, dass „phantastische Literatur“ nicht erst mit modernen Popkulturen beginnt, sondern tief in der europäischen Literaturgeschichte verwurzelt ist.
 

Die zeitliche Entwicklung der Reihe

Seit dem Start des Projekts hat das Kabinett der Phantasten eine bemerkenswerte quantitative und qualitative Evolution vollzogen, die sich in Phasen unterteilen lässt:
  • Die Etablierungsphase (ab 2012): Die Reihe startete im JMB Verlag mit dem Ziel, eine bibliophile und zugleich erschwingliche Sammlung für Liebhaber klassischer Gruselliteratur aufzubauen. Die ersten Bände widmeten sich klassischen Eckpfeilern der Gattung.
  • Die Konsolidierung und das Jubiläum (bis ca. 2022): Die Verkaufszahlen und das öffentliche Interesse stiegen kontinuierlich. Mit dem Erreichen der magischen Grenze von Band 100 (Der gelüftete Schleier von George Eliot) festigte die Reihe ihren Status auf dem Buchmarkt. Die Gesamtauflage der Reihe bewegte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Marke von 20.000 Exemplaren zu. Zudem wurde die Reihe für den Sonderpreis des renommierten Vincent Preis nominiert.
  • Die Fortführung in die Gegenwart (2026): Mittlerweile umfasst der Katalog weit über 120 Bände. Die Reihe integriert zunehmend auch komplexere, psychologische Strömungen der Phantastik des frühen 20. Jahrhunderts (unter anderem mit Werken von Marjorie Bowen und Ellen Glasgow) und beweist damit eine anhaltende editorische Vitalität.

Der editorische Zugriff: Edition und Übersetzung

Herausgeber und Übersetzerteam (soweit öffentlich dokumentiert)

Nach öffentlich verfügbaren Angaben wird die Reihe von Heiko Postma herausgegeben. Er ist zugleich als Übersetzer tätig, insbesondere aus dem Englischen und Niederländischen. Weitere Übersetzungsarbeiten werden – je nach Ausgangssprache – von verschiedenen Personen übernommen (u. a. für französische, russische, serbische und norwegische Texte). Das Übersetzerteam besteht  neben Heiko Postma (ENG/NL)auch aus Ulrich Klappstein (FR), Joachim Britze (RUS/SRB), Gabriele Haefs, Dörte Giebel (beide NOR) und Kristina Bedijs (ITA). Für Leserinnen und Leser ist das nicht nebensächlich: In der Phantastik entscheidet die Übersetzung oft darüber, ob das Unheimliche als „stilistisch altbacken“ oder als präzise literarische Spannung erfahrbar wird.
Wichtig ist dabei eine Einschränkung: Ohne Einsicht in die einzelnen Vor- und Nachworte sowie die Editionsrichtlinien kann man nicht pauschal beurteilen, wie stark die Bände wissenschaftlich kommentiert sind. Sicher ist jedoch: Der Anspruch, Texte systematisch zu kuratieren und in neuer Übersetzung zugänglich zu machen, ist bereits eine wesentliche kulturvermittelnde Leistung.
 

Die fundamentale Bedeutung der Nachwörter

Für eine literaturwissenschaftliche Einordnung ist das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der Reihe am Ende der einzelnen Bände zu finden: die ausführlichen Nachwörter. Diese meist vom Herausgeber Dr. Heiko Postma verfassten Essays heben die Bändchen aus dem Status reiner Unterhaltungsliteratur heraus. Sie bieten interessierten Laien einen leicht verständlichen, aber wissenschaftlich fundierten Schlüssel zur Textanalyse.
Die Nachwörter erfüllen dabei drei wesentliche Funktionen:
  1. Biografischer Kontext: Sie beleuchten die oft exzentrischen oder tragischen Lebensumstände der Autoren und zeigen auf, wie persönliche Krisen in die unheimlichen Erzählungen einflossen.
  2. Epochengeschichtliche Verortung: Die Essays erklären die literarischen Strömungen der Entstehungszeit – vom viktorianischen Geisterglauben über die deutsche Romantik bis hin zum Fin de Siècle – und machen so die zeitgenössischen Ängste der Gesellschaft sichtbar.
  3. Motivgeschichtliche Analyse: Postma schlüsselt die verwendeten literarischen Motive (wie das Doppelgängertum, die lebende Untote oder den Einbruch des Übernatürlichen in den Alltag) auf und erklärt deren Funktion innerhalb der Erzählstruktur.

Literarische Bedeutung: Was Leserinnen und Leser daraus gewinnen können

Für interessierte Laien liegt der Wert der Reihe in drei Punkten:
  1. Zugang zu „vergessenen Klassikern“: Viele Texte der Phantastik sind kulturgeschichtlich prägend, aber nicht ständig im allgemeinen Sortiment präsent.
  2. Vergleichbarkeit und Leseweg: Eine Reihe schafft Orientierung. Wer Gefallen an einem Band findet, kann entlang des Programms weiterlesen, ohne jedes Mal neu „suchen“ zu müssen.
  3. Historische Tiefenschärfe: Die Texte zeigen, wie Gesellschaften Angst, Schuld, Begehren oder Fremdheit erzählen – und wie sich diese Erzählweisen wandeln.
Phantastik ist damit auch ein Spiegel: Sie verrät häufig weniger über „echte Gespenster“ als über menschliche und gesellschaftliche Konflikte. Gerade deshalb eignet sie sich ausgezeichnet, um Literatur nicht nur als Unterhaltung, sondern als kulturelles Gedächtnis zu verstehen.
 

Fazit: Kernaussage

„Das Kabinett der Phantasten“ ist als Reihe des JMB Verlags literaturgeschichtlich bedeutsam, weil sie klassische phantastische Texte systematisch sammelt, kuratiert und (oft) neu übersetzt. Sie macht sichtbar, dass Phantastik eine lange Tradition besitzt, die von romantischen Nachtseiten über die Moderne bis zu frühen Formen der Weird Fiction reicht. Indem die Reihe diese Texte in einer konsistenten Form zugänglich hält, leistet sie Kulturvermittlung: Sie bietet interessierten Leserinnen und Lesern einen geordneten, seriösen Einstieg in ein literarisches Feld, dessen Reiz gerade in der produktiven Verunsicherung der Wirklichkeit liegt.
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Postma, Dr. Heiko (Hrsg.)
  • Kabinett der Phantasten
  • derzeit 126 Ausgaben
  • JMB Verlag, Hannover (ab 2010)
  • Heft, kartoniert
  • variabel
  • ISBN vorhanden
im Verlagsshop pro Heft 9,00 Euro + Versandkosten

Innerhalb Deutschlands: 3,50 €
Innerhalb Europas: 5,00 €
weltweit: 10,00 €

  • Die Bände erscheinen unregelmäßig ca. 5-8x pro Jahr
  • veschiedenste Auflagen
  • JMB Verlag – Offizielle Website

Onlinequelle …

Bedeutung: Programm/Produktseiten zur Reihe „Kabinett der Phantasten“

Quelle: JMB Verlag


  • Wikipedia: „Kabinett der Phantasten“

Onlinequelle …

Bedeutung: Überblick zu Reihe, Herausgeber, Übersetzern, Gestaltung; als Sekundärquelle nützlich, aber mit Vorsicht zu prüfen

Quelle: Wikipedia


  • Dr. Heiko Postma – Offizielle Webseite des Herausgebers

Onlinequelle …

Bedeutung: Detailreiche Dokumentation aller erschienenen und in Vorbereitung befindlichen Bände (inklusive Inhaltsangaben und Editionsdetails zu den Folgebänden ab Band 121)

Quelle: Webpräsenz …


  • Schöne Bücher Netzwerk – Fachbericht: „99-mal Gänsehaut satt“

Onlinequelle …

Bedeutung: Wichtige Hintergrundquelle mit direkten Interviews von Verleger Jens Bolm zur Editionsgeschichte, zu Verkaufszahlen, zur Zielgruppenausrichtung und zur gezielten Auswahl der Autoren.

Quelle: Schöne Bücher Netzwerk


  • Schöne Bücher Netzwerk – Branchenmeldung zum Verlagsjubiläum

Onlinequelle …

Bedeutung: Dokumentation des Erreichens von Band 100 als historischer Meilenstein der Reihe und Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Herausgeber.

Quelle: Schöne Bücher Netzwerk


  • Robots & Dragons (Artikel/Rezension zur Reihe, z. B. Band 120)

Onlinequelle …

Bedeutung: sekundäre Einordnung; als Pressestimme brauchbar, aber nicht primärwissenschaftlich

Quelle: JMB Verlag



siehe auch (Auszug):


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Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #27 – Schrecken als ästhetische Ware: Der Prager Golem – Bloch, Chajim

Chajim Bloch
Der Prager Golem
Benjamin Harz, Berlin (1920)
2. Auflage
 
Der Golem von Prag: Chajim Blochs Beitrag zur Modernisierung eines jüdischen Mythos …
 
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Von der Gestaltlosigkeit zur Ikone der Popkultur: Kaum eine Figur des jüdischen Mystizismus hat den Sprung in das moderne kollektive Gedächtnis so nachhaltig geschafft wie der Golem. Während der Begriff in biblischen Zeiten noch eine „ungeformte Masse“ oder einen „Embryo“ (Psalm 139:16) beschrieb, wandelte sich das Motiv über Jahrhunderte hinweg zu einem künstlichen Menschen aus Lehm. Einen entscheidenden Wendepunkt in dieser Entwicklung markiert das Jahr 1919. Chajim Bloch (geboren am 27. Juni 1881 in Nagybocskó, Österreich-Ungarn; gestorben am 23. Januar 1973 in New York) war ein bedeutender chassidischer und kabbalistischer Rabbiner, Publizist und Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Vermittler der jüdischen Mystik und Folklore im deutschsprachigen Raum des frühen 20. Jahrhunderts. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine literarischen Bearbeitungen osteuropäischer jüdischer Sagen – allen voran der Legende um den Golem von Prag. Mitten in den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er sein Werk „Der Prager Golem: Von seiner ‚Geburt‘ bis zu seinem ‚Tod‘“ in Wien. Bloch schuf damit kein rein fiktionales Werk, sondern sammelte, sichtete und systematisierte die verstreuten mündlichen und schriftlichen Sagen des Prager Ghettos. Dieses Essay analysiert die historische Entwicklung des Golem-Mythos, die spezifische Struktur von Blochs Erzählungen und dessen Bedeutung für das Verständnis moderner Schöpfungsmythen. …


Die zeitliche Entwicklung: Vom Ritual zur Rettungsfigur

Die Transformation des Golems vollzog sich nicht abrupt, sondern in klar abgrenzbaren historischen Phasen. Um Chajim Blochs Werk in seiner Tragweite zu verstehen, muss diese Evolution chronologisch nachvollzogen werden: …

… In seinem bekannten Roman „Der Golem“ sagt Gustav Meyrink: „Ich kann freilich nicht wissen, worauf sich die Golemsage zurückführen läßt, daß aber irgend etwas, was nicht sterben kann, in diesem Stadtviertel sein Wesen treibt und damit zusammenhängt, dessen bin ich mir sicher …Auszug aus dem Vorwort

Die zeitliche Entwicklung: Vom Ritual zur Rettungsfigur

Die Transformation des Golems vollzog sich nicht abrupt, sondern in klar abgrenzbaren historischen Phasen. Um Chajim Blochs Werk in seiner Tragweite zu verstehen, muss diese Evolution chronologisch nachvollzogen werden:

Spätantike und Frühmittelalter, 200–500 n. Chr.

Im Babylonischen Talmud wird die Erschaffung eines künstlichen Wesens als rein mystische, meditative Erfahrung beschrieben. Gelehrte nutzten das „Sefer Jezira“ (Buch der Schöpfung), um Gott durch die Kombination hebräischer Buchstaben nachzueifern. Das Wesen war stumm und diente keinem praktischen Zweck; die Schöpfung war ein Beweis spiritueller Reife.

Frühe Neuzeit: Der Golem als Diener, 1674

Die Erzählung verlässt den rein innerjüdischen Kreis. Der christliche Dichter Christoph Arnold beschreibt erstmals das Motiv eines Golems, der von polnischen Juden als stummer Hausdiener aus Lehm erschaffen wird. Hier taucht auch die Aktivierung durch das hebräische Wort „Emet“ (Wahrheit) auf der Stirn auf. Das Wesen wächst unaufhaltsam und droht seinen Schöpfer zu erdrücken – ein frühes Motiv der Hybris.

Die Romantik und die Verortung in Prag, 1808–1847

Die Brüder Grimm (1808) und Achim von Arnim popularisieren den Stoff im deutschsprachigen Raum. Ab den 1830er Jahren und manifestiert durch Wolf Pascheles‘ Textsammlung „Sippurim“ (1847) wird die Legende fest mit dem historischen Rabbiner Juda Löw (dem „Maharal von Prag“, ca. 1525–1609) und der Altneu-Synagoge verknüpft. Das Motiv verschiebt sich: Der Golem wird vom bloßen Hausdiener zum Beschützer des Ghettos gegen Ritualmordlegenden.

Chajim Blochs Anthologie, 1919

Mitten in einer Phase des aufflammenden Nationalismus und Antisemitismus in Europa veröffentlicht Chajim Bloch „Der Prager Golem“. Er formt aus disparaten Sagenfragmenten eine zusammenhängende, chronologische Biografie der Kreatur – von der Tongrube an der Moldau bis zur Einmauerung der Reste auf dem Dachboden der Synagoge.

Der Sprung in die Moderne, Ab 1920

Blochs Strukturierung bildet das Fundament für die moderne Popkultur. Paul Wegeners berühmter Stummfilm „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) und Karel Čapeks Theaterstück „R.U.R.“ (1920, welches das Wort „Roboter“ prägte) führen die Traditionslinie direkt in die moderne Science-Fiction und die Debatte um Künstliche Intelligenz.

Struktur und Inhalt bei Chajim Bloch

Chajim Blochs Verdienst liegt in der redaktionellen und erzählerischen Konsolidierung. Er präsentiert den Golem primär als „Ghetto-Heandl“ und Retter in der Not. Das Werk gliedert sich im Kern in fünf miteinander verwobene Motive:

  1. Die Notwendigkeit der Schöpfung: Im Prag des späten 16. Jahrhunderts sieht sich die jüdische Gemeinde ständigen Anfeindungen und unbegründeten Anschuldigungen ausgesetzt. Rabbi Löw erschafft den Golem (genannt Yossele) nicht aus persönlicher Eitelkeit oder wissenschaftlicher Neugier, sondern als Akt der kollektiven Selbstverteidigung.
  2. Das Schöpfungsritual: Bloch beschreibt detailliert die kabbalistische Prozedur. Gemeinsam mit einem Leviten und einem Kohen (Priester) formt Rabbi Löw den Lehm im Schein von Fackeln. Die Erschaffung nutzt die vier Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft) und wird durch das Umschreiten des Körpers und das Rezitieren präziser Buchstabenkombinationen vollzogen.
  3. Die Natur des Wesens: Der Golem ist physisch übermenschlich stark, besitzt jedoch keine Seele (Neschama) und ist unfähig zu sprechen. Er gehorcht den Befehlen des Rabbiners wortwörtlich – was oft zu humorvollen oder gefährlichen Missverständnissen führt. Er patrouilliert nachts im Ghetto, um unbemerkt unterschobene Leichen (die für Ritualmord-Anschuldigungen genutzt werden sollten) abzufangen.
  4. Die Katastrophe und die Deaktivierung: Wie in fast allen Iterationen des Stoffes gerät die Schöpfung am Ende außer Kontrolle. Als Rabbi Löw an einem Freitagabend vergisst, dem Golem seinen täglichen Auftrag zu erteilen, läuft dieser Amok und verwüstet das Ghetto. Der Rabbiner muss den Golem stoppen, indem er den belebenden Namen Gottes (oder den ersten Buchstaben des Wortes Emet, sodass Met = „tot“ übrig bleibt) entfernt.
  5. Der Verbleib: Die leblose Lehmmasse wird auf dem Dachboden der Prager Altneu-Synagoge versteckt. Bloch schließt mit der bis heute faszinierenden Legende, dass die Reste des Golems dort überdauern und der Dachboden für die Öffentlichkeit strengstens gesperrt bleibt.

Die Kernaussage für die Gegenwart: Das Golem-Paradoxon

Für die heutige Leserschaft transportiert Blochs Werk eine zeitlose, hochaktuelle Meta-Ebene. Der Golem steht sinnbildlich für das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie.

Das Golem-Paradoxon: Der Mensch erschafft ein Werkzeug, um eine existenzielle Schwäche auszugleichen (beim Golem die physische Verwundbarkeit des Ghettos; in der Moderne die Limitierung des menschlichen Geistes oder der Arbeitskraft). Doch das Erschaffene entwickelt durch seine inhärente Seelenlosigkeit und die starre Befehlstreue eine Eigendynamik, die den Schöpfer letztlich bedroht.

Bloch zeigt auf, dass Technologie und künstliche Schöpfungen ohne ethisches Fundament und ohne ständige menschliche Kontrolle unweigerlich destruktiv werden. Damit schlägt „Der Prager Golem“ die Brücke von einer frühneuzeitlichen jüdischen Schutz-Erzählung zu den modernen Fragestellungen der Ethik von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. …

 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Bloch, Chajim
  • Der Prager Golem
  • Von seiner „Geburt“ bis zu seinem „Tod“
  • Dr. Blochs Wochenzeitschrift, Wien (1919)
  • gebundene Ausgabe
  • Originlausgabe
  • 152 Seiten
  • 2. Auflage, Harz, Berlin (1920), 232 Seiten
Preisangaben Eurobuch (mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • Mit Vorwort von Chajim Bloch und einem Geleitwort von Hans Ludwig Held
  • 2. Auflage enthält zusätuzlich ein „Vorwort zur 2. Auflage“ von Chajim Bloch vom 11. Juli 1920
  • [Bloch, Chajim] Der Prager Golem: Von seiner „Geburt“ bis zu seinem „Tod“. Nach einer Handschrift bearbeitet. Wien 1919 ->

Relevanz:
Die untersuchte Primärquelle, welche die modernen Einzellegenden erstmals zu einer Gesamterzählung bündelte.Quelle: Goethe Universität, Freimann-Sammlung

  • [Dekel, Edan / Gurley, David Gantt] How the Golem Came to Prague. In: Jewish Quarterly Review, Vol. 103, No. 2, 2013, S. 241–258.

Relevanz:
Zentrale wissenschaftliche Arbeit zur Genese des Golem-Mythos und dessen Verortung im Prag des 19. Jahrhunderts.Quelle: Digitalisat der Hebrew University

  • [Gelbin, Cathy S.] The Golem: From Enlightenment Monster to Artificial Intelligence. In: Bulletin of the German Historical Institute, No. 69, 2021/2022, S. 79–94.

Relevanz:
Hervorragende historische Kontextualisierung der Rezeption von Christoph Arnold (1674) bis hin zur Verknüpfung mit künstlichen Menschen.Quelle: Dokument des GHI Washington

  • [Fernández Urtasun, Rosa] From the golem to the robots: a visual evolution of a myth. In: Journal of Aesthetics & Culture, Vol. 16, 2024.

Relevanz:
Analysiert die visuelle und popkulturelle Weiterentwicklung des Stoffes nach Blochs Publikation (Wegener-Filme, Čapek).Quelle: Open-Access-Artikel bei Taylor & Francis

  • [Zdenek, Annie] Leo Perutz (1882-1957): Nachts unter der steinernen Brücke. In: Recherches germaniques, No. 41, 2011, S. 59–71.

Relevanz:
Sekundärliteratur zur Einbettung des Prager Golem-Stoffs in die Prager Literatur der Zwischenkriegszeit (u.a. Wolf Pascheles‘ „Sippurim“ von 1847).Quelle: Eintrag im OpenEdition Portal

siehe auch (Auszug):


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Bibliotheca Universitas Phantastica #64 – Neues aus der Bibliothek

Neuzugänge und Veränderungen

am 25. Februar 2026

MIch habe angefangen „Das Science Fiction Jahr 2025“ samt seiner Artikel aufzunehmen. Allerdings mit einer kleinen (nein, großen) Träne in meinem Auge. Diese 40. Ausgabe dieses Jahrbuchs ist die Letzte. Das Jubiläum ist gleichzeitig auch das Ende. Das Herausgeber-Team musste das Handtuch werfen, nachdem Verleger und Verlag Insolvenz anmelden mussten und das Team selbst auch nicht weiter bestehen bleiben konnte. Sie sahen weder in der Ausrichtung noch im Leserzuspruch genug Potenzial, um das Jahrbuch weiterhin zu produzieren. Somit geht eine Ära zu Ende und die Sekundärliteratur verliert das renommierteste Jahrbuch der Science Fiction im deutschen Sprachraum. Ad Astra …

(Quelle: Forum Phantastische Literatur vom 25.2.2026, Das Science Fiction Jahr (1986–heute), Post #22 von Katla)


Neuzugänge:

1.

M. Fersterer, J. Gebauer und E. Pissarskoi

Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 37–48

ISBN 978-3-98857-145-8

Abstract: Der Beitrag untersucht das Potenzial spekulativer Fiktion, durch die Entfesselung der Fantasie starre Denkmuster aufzubrechen und realen gesellschaftlichen Wandel zu fördern. Der Text wird als hoffnungsvoller, hochaktueller Beitrag bewertet, der eine Brücke zwischen Literaturtheorie und ökologisch-sozialem Aktivismus schlägt. …

Tags: Fiktion(s/en)->, Fiktion(s/en)->Spekulative, Science Fiction->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->, {04.2} Bestand/Papier+Digital

2.

Die Perfektion im Kleinen: Von Mikro- zu Makroutopien in der Literatur
Dr.M.-L. Meier

Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 13–22

ISBN 978-3-98857-145-8

Abstract: Dr. Marie-Luise Meier untersucht in ihrem Essay idealisierte Entwürfe, die auf individueller oder lokaler Ebene ansetzen [https://api.pageplace.de/preview/DT0400.9783988571472_A63800779/preview-9783988571472_A63800779.pdf]. Der Beitrag analysiert, wie diese Mikroutopien als Keimzellen für umfassende soziale Transformationen in der Science-Fiction dienen …

Tags: Science Fiction->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->, Utopie(n)->Makro-, Utopie(n)->Mikro-, {04.2} Bestand/Papier+Digital

3.

A. Mira

Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 23–36

ISBN 978-3-98857-145-8

Abstract: Der Beitrag befasst sich mit der Vision des menschlichen Körpers in einer idealisierten oder transformierten Zukunft: Es wird untersucht, wie Körper durch Technologie oder biologische Anpassung „utopisch“ werden können, um in neuen Umweltbedingungen (z.B. auf anderen Planeten oder in einer regenerierten Erde) zu bestehen. Der Text analysiert die Befreiung des Körpers von gegenwärtigen gesellschaftlichen Zwängen und Dystopien. Ein wesentlicher Aspekt ist die Wechselwirkung zwischen dem „utopischen Körper“ und einer geheilten oder sich wandelnden Biosphäre. In der Fachkritik und Fan-Community wird dieser Fokus wie folgt bewertet: Innovativ: Der Essay wird als „bereichert“ und „wichtig“ gelobt, da er über klassische „Space Opera“-Themen hinausgeht und moderne philosophische Fragen zur Identität stellt siehe: Instagram @jolrosenberg.autor.in. Theoretisch anspruchsvoll: Kritiker heben hervor, dass das Jahrbuch 2025 durch solche Beiträge seinen Ruf als anspruchsvolles Sachbuch festigt, das aktuelle akademische Diskurse (wie Posthumanismus) in die Science Fiction integriert. Aktualität: Die Verbindung von Utopie und Körperlichkeit wird als notwendiger Gegenpol zur derzeitigen Flut an dystopischen Erzählungen gesehen …

Tags: Geographie->, Geographie->Afrika->, Körper->, Körper->utopisch, Queer->, Science Fiction->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->, {04.2} Bestand/Papier+Digital

4.

Arbeit am Utopischen oder: Wie gehen wir heute mit kanonischen SF-Texten um?: Ein Werkstattbericht zur Andymonaden-Athologie
M. Wehren

Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 49–66

ISBN 978-3-98857-145-8

Abstract: Der Essay thematisiert die Renaissance der Utopie in der aktuellen Science Fiction. Der Beitrag fordert eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Zukunft, die technologischen Fortschritt mit ökologischer Notwendigkeit verbindet. Kritiken bewerten den Text als anspruchsvolle, theoretische Analyse, die als Weckruf für das Genre fungiert …

Tags: Science Fiction->, Science Fiction->Kanon, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Utopie(n)->, Werkstattbericht, {04.2} Bestand/Papier+Digital

 

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5.

Das Science Fiction Jahr 2025

Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost

ISBN 978-3-98857-145-8

Abstract: In der 40. Ausgabe von DAS SCIENCE FICTION JAHR stehen Utopie und Science Fiction im Vordergrund. Denn die Literatur hat das große Potenzial, Lebenswelten aufzuzeigen und mit Ideen aufzuwarten, etwas in unserem Denken und Handeln für die Zukunft zu bewegen. So beleuchten Autor:innen wie Judith C. Vogt, Matthias Fersterer, Lena Richter, Jol Rosenberg, Wolfgang Both u.a. Hopepunk als Hoffnungs­­aktivismus, die Wirkmächtigkeit sozialer Utopien und die konkrete Umsetzung utopischer Lebensweisen à la Le Guins »Für immer nach Hause«. Zudem wird im zweiten Schwerpunkt »Kosmische Visionen« ein ganz anderes Spektrum er SF beleuchtet: Es geht um Darstellungen im 21. Jahrhundert ebenso wie um das Zusam­men­spiel mit der Hard Science Fiction und den Beginn des planetaren Denkens. Natürlich dürfen in der Jubiläumsausgabe die Rückblicke auf die Entwicklungen der Science Fiction in Buch, Film, Game, Comic und Podcast nicht fehlen. Ein Überblick über die wichtigsten Genre-Preise sowie ein Nekrolog runden die Ausgabe ab. Das Science-Fiction-Jahr 2025 bietet sowohl eine umfassende literarische Rückschau als auch spannende neue Veröffentlichungen in Film und Fernsehen. …

Tags: Medien->, Medien->Medienart->, Medien->Medienart->Jahrbuch, Science Fiction->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->, {04.2} Bestand/Papier+Digital

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Bibliotheca Universitas Phantastica #63 – Neues aus der Bibliothek

Neuzugänge und Veränderungen

am 24. Februar 2026

DJetzt waren wieder einmal Einführung, Vor- und Nachwörter auf der To-Do-Liste. Eine Einführung von Roger Zelazny fand ich in Farmers „Lord der Sterne“, Knaur 1980. Da hätten wir bei Farmer auch in „Die Götter der Flußwelt“ zwei gleichlautende Vorwörter von Himself in Ausgaben von Heyne 1987 und Piper 2008, das Nachwort steht nur bei Heyne im Buch. Dazu die Einleitung für „Helden.Heroes.Heros: Faszinosum Antiheld“. „Metropolen“ ist als begleitende Literatur in die Bibliothek gerutscht – interessant! Die „Weltenentwürfe in Literatur und Medien“ war zwar schon länger im Bestand, wurde aber erst jetzt vollständig erfasst. /1I….’&

Übrigens: Einen Besuch in der Villa Phantastica in Wien – einen meiner Recherche-Hot-Spots kann ich nur empfehlen –

hier der online-Datenbank-Katalog der Villa


Neuzugänge:

1.

A.-C. Bolay und A. Schlüter

Helden.Heroes.Heros: Faszinosum Antiheld:E.Journal zu Kulturen des HeroischenSonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ 3.1 (2015) (2015), A.-C. Bolay, A. Schlüter (Hrsg.), Universität Freiburg: 5–8

Tags: Held(en)->, Held(en)->Anti-, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Fantasy, Sekundärliteratur->Phantastik, {04.1} Bestand/Digital

 

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2.

Die Götter der Flußwelt: 5. Band des Flußwelt-Zyklus: Science-Fiction-Roman
P.J. Farmer

Heyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 4256 (1987), Heyne

ISBN 978-3-453-31237-1

Abstract: Der Abenteurer Richard Burton und seine Gefährten sind am Ziel: Sie haben den Polturm erreicht, das ehemalige Machtzentrum der fremdartigen Ethiker. Von nun an regieren die Menschen über die Flusswelt. Aber dann fällt ihr Verbündeter, der sich von den unheimlichen Ethikern losgesagt hat, einem Attentat zum Opfer. Sind Burton und seine Gefährten doch nicht allein im Machtzentrum der Ethiker? Ziehen die Fremden noch immer die Fäden? Die Jagd nach einem gesichtslosen Killer in dem riesigen Turm entscheidet über das Schicksal der Flusswelt …

Tags: Gott/Götter->, Person->, Person->Farmer, Philip José, Primärliteratur->, Primärliteratur->Science Fiction, {00.2} Gesucht/Inhalt teilweise vorhanden

3.

Vorwort des Verfassers
P.J. Farmer

Die Götter der Flußwelt: 5. Ban des Flußwelt-Zyklus: Science-Fiction-RomanHeyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 4256 (1987), Heyne: 7–8

ISBN 978-3-453-31237-1

Abstract: Farmer erklärt, warum er einen fünften Band schrieb, obwohl der vierte Teil (Das magische Labyrinth) die Serie eigentlich abschließen sollte. Er geht auf die lange Entstehungszeit des Zyklus ein (das erste Manuskript entstand bereits 1953) und wie sich die Welt über Jahrzehnte in seinem Kopf geformt hat. Farmer thematisiert oft seine eigene Rolle als „Schöpfer“ dieser Welt, was gut zum Thema des Buches passt, in dem die Protagonisten selbst göttliche Macht über die Auferstehungsmaschine erhalten. In Fankreisen und Rezensionen wird das Vorwort (und oft auch das erklärende Nachwort) unterschiedlich aufgenommen: Positiv: Leser schätzen die Transparenz des Autors. Es hilft, die komplexe Historie der Buchreihe zu verstehen und ordnet die teils sprunghafte Handlung des fünften Bandes besser ein. Kritisch: Manche Kritiker sehen darin den Beleg, dass Farmer die Serie künstlich in die Länge gezogen hat. Die Erklärungen werden gelegentlich als notwendig empfunden, weil der Roman selbst viele logische Fragen offenlässt oder „Retcons“ (nachträgliche Änderungen der Fakten) vornimmt. …

Tags: Gott/Götter->, Person->, Person->Farmer, Philip José, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Vorwort, {04.1} Bestand/Digital

4.

Nachwort
P.J. Farmer

Die Götter der Flußwelt: 5. Band des Flußwelt-Zyklus: Science-Fiction-RomanHeyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 4256 (1987), Heyne: 394–399

ISBN 978-3-453-31237-1

Abstract: Das Nachwort (oder der abschließende Teil des Buches) von „Die Götter der Flusswelt“ dient als endgültiger Abschluss des Flusswelt-Zyklus. Es fasst die zentralen philosophischen und technischen Rätsel der Serie zusammen. Es wird endgültig geklärt, wer die „Ethischen“ (die Erbauer der Flusswelt) waren und was ihr wahres Ziel war: eine Art galaktische „Auslese“ zur spirituellen Vervollkommnung der Menschheit. Das Nachwort beschreibt, was aus Richard Francis Burton und den anderen Überlebenden wird, nachdem sie die Kontrolle über den Turm übernommen haben. Es wird enthüllt, dass die Reise in die Unsterblichkeit oder in eine höhere Daseinsform (das „Satori“) für jeden Einzelnen individuell verläuft. Farmer gibt letzte Details zur Funktionsweise der Wollaston-Maschinen und der Speicherung der Seelen (Sematas) preis. Die Reaktionen auf den Abschluss sind gespalten: Positiv: Viele Leser empfinden das Ende als befriedigend, da es die metaphysischen Fragen (Was kommt nach dem Tod? Können Menschen sich ändern?) konsequent zu Ende führt. Es bietet den dringend benötigten „Abschluss“, den der vierte Band schuldig blieb. Kritiker bemängeln oft, dass die Auflösung zu technokratisch oder trocken ausfällt. Die „Entzauberung“ des Mysteriums durch detaillierte Erklärungen im Nachwort nimmt der Serie für manche den ursprünglichen Reiz des Unbekannten. Da Farmer das Buch Jahre nach dem eigentlich geplanten Ende schrieb, wirkt das Nachwort manchmal wie eine nachträgliche Korrektur, um logische Lücken der Vorgängerbände zu schließen. …

Tags: Gott/Götter->, Nachwort, Person->, Person->Farmer, Philip José, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, {04.1} Bestand/Digital

 

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5.

Lord der Sterne: Fantasy-Roman
P.J. Farmer

(1980), Droemer-Knaur

ISBN 978-3-426-05723-0

Abstract: Wolff, auch Jadawin genannt, gehört zu der dekadenten Rasse der Lords, den Meistern der Dimensionen und Schöpfern von Universen. Den Großteil ihrer Zeit verbringen sie damit, einander zu bekriegen oder in Fallen zu locken. Wolff allerdings hat sich seit seiner Gefangenschaft auf der Erde geändert. Während ihn jedoch die Intrigenspiele seiner Verwandten beschäftigen, wird sein Universum von den Schwarzen Schellern angegriffen, jenen künstlichen Intelligenzen, die in der Lage sind, menschliche Körper anzunehmen. Das Schicksal der Welt der vielen Ebenen, letztlich also auch das Schicksal aller Menschen und aller Lords, ruht auf den Schultern von Wolffs Freund Kickaha. Der aber erkennt lange Zeit nicht das Ausmaß der Gefahr und wird zudem von seinen Feinden erbarmungslos gejagt. Als er in Wolffs Schwester Anana eine Verbündete findet und den Kampf aufnimmt, scheint es bereits zu spät zu sein… HUGO-Preisträger Philip Jose Farmer, 1918 in den USA geboren, gilt als Meister farbiger Science-Fiction-Abenteuer. Sein Roman »Die Liebenden« (Knaur Science Fiction Bd. 5703) ist sein bekanntestes Werk und gilt als Klassiker dieses Genres. »Lord der Sterne« ist nach »Meister der Dimensionen« (Knaur Science Fiction Fantasy Bd. 5715) und »Welten wie Sand« (Knaur Science Fiction Fantasy Bd. 5718) der dritte Roman seiner »World of Tiers«-Serie. Die Meinungen zu diesem Klassiker der Science-Fantasy gehen weit auseinander: Positiv: Fans loben das hohe Tempo und die schier endlose Fantasie Farmers bei der Gestaltung bizarrer Welten und Kreaturen. Er gilt als Meister der „ideenreichen Abenteuer-SF“. Negativ: Kritiker bemängeln den oft veralteten Schreibstil (Pulp-Stil der 60er/70er Jahre). Die Charaktere werden teils als eindimensional und die Rollenbilder als sexistisch empfunden. Zudem wird die Logik der Dimensionstore manchmal als inkonsistent kritisiert. …

Tags: Person->, Person->Farmer, Philip José, Primärliteratur->, Primärliteratur->Science Fiction, {00.2} Gesucht/Inhalt teilweise vorhanden

 

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6.

Der Flusswelt-Zyklus: 5. Die Götter der Flusswelt
P.J. Farmer

Piper Taschenbuch 6661 (2008), Piper

ISBN 978-3-492-26661-1

Abstract: Der Abenteurer Richard Burton und seine Gefährten sind am Ziel: Sie haben den Polturm erreicht, das ehemalige Machtzentrum der fremdartigen Ethiker. Von nun an regieren die Menschen über die Flusswelt. Aber dann fällt ihr Verbündeter, der sich von den unheimlichen Ethikern losgesagt hat, einem Attentat zum Opfer. Sind Burton und seine Gefährten doch nicht allein im Machtzentrum der Ethiker? Ziehen die Fremden noch immer die Fäden? Die Jagd nach einem gesichtslosen Killer in dem riesigen Turm entscheidet über das Schicksal der Flusswelt … Der Abschluss des großen Flusswelt-Zyklus, endlich vollständig neu überarbeitet und mit bislang unveröffentlichtem Bonusmaterial. …

 

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7.

Metropolen: die Weltgeschichte der Menschheit in den Städten
B. Wilson

(2022), Fischer

ISBN 978-3-10-397370-9

Abstract: Wie kommt es, dass heute die Hälfte der Menschheit in Städten lebt? Der Historiker Ben Wilson spannt einen faszinierenden Bogen von der Urzeit in die Zukunft, um diese Frage zu beantworten. Seine Reise beginnt 4.000 v. Chr. in Uruk, verläuft über die Zentren der antiken Welt Babylon, Athen und Rom, führt u.a. über Bagdad und Lübeck nach Paris, New York und Warschau und endet in Lagos. Jede Stadt steht für einen bestimmten Aspekt, Lübeck etwa für Handel, Warschau für Zerstörung durch Krieg, Lagos für die Megacity der Zukunft. Farbig und detailreich erzählt Wilson vom Alltag der Menschen in der Stadt, vom Glanz der Villen und Boulevards, aber auch von denen, die in Schmutz und Elend gestrandet sind. Bis heute verheißen die Städte Schutz und Wohlstand, Arbeit und Vergnügungen. Und so ziehen sie Milliarden Menschen an, trotz der Gefahr, im urbanen Strudel unterzugehen. Wilson wählt keinen rein chronologischen Ansatz, sondern nutzt einzelne Städte, um universelle Themen der Urbanisierung zu beleuchten. Das Buch spannt den Bogen von den ersten Siedlungen bis zu den Megastädten der Zukunft: Ursprünge: Beginnend mit Uruk (Mesopotamien) als Wiege der Zivilisation und der Indus-Kultur (z. B. Harappa), die bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. über fortschrittliche Sanitäranlagen verfügte. Antike & Mittelalter: Er untersucht Babylon als Sinnbild für Sündenfall und Pracht, das antike Rom als Prototyp der Massenmetropole und das mittelalterliche Bagdad als Zentrum des Wissens. Moderne & Industrialisierung: Städte wie London, Paris und New York werden als Motoren für Handel, Kunst und soziale Umbrüche analysiert. Gegenwart & Zukunft: Den Abschluss bilden moderne Giganten wie Lagos oder Karachi, wobei Wilson die Widerstandsfähigkeit von Städten gegenüber Krisen wie dem Klimawandel betont. Bewertung: Experten- und Pressestimmen Das Buch wird von der Kritik überwiegend als „fulminante Liebeserklärung“ an den urbanen Lebensraum gefeiert. Positive Kritik: Stil: Rezensenten der Süddeutschen Zeitung und der NZZ loben die lebendige, erzählerische Sprache, die weit über eine trockene Datensammlung hinausgeht. Perspektive: Laut Blinkist bietet das Buch faszinierende Einblicke in soziale und kulturelle Dynamiken, die das Stadtleben bis heute prägen. Anschaulichkeit: Spektrum der Wissenschaft hebt die opulente Ausstattung mit Bildteilen hervor, die die historischen Beschreibungen ergänzen. Kritische Anmerkungen: Struktur: Die FAZ merkt an, dass das Werk eher ein „urbanistisches Potpourri“ ohne eine einzige, alles verbindende leitende Idee sei. Lücken: Die New York Times kritisiert, dass indigene Städte (wie Tenochtitlan) oder koloniale Machtverhältnisse teilweise unterrepräsentiert bleiben. …

Tags: Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Stadt/Städte->, Stadt/Städte->Metropolen, {04.0} Bestand/Papier

8.

Einführung
R. Zelazny

Lord der Sterne: Fantasy-Roman (1980), Droemer-Knaur: 5–8

ISBN 978-3-426-05723-0

Tags: Person->, Person->Farmer, Philip José, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, {00.2} Gesucht/Inhalt teilweise vorhanden

Veränderungen (Korrekturen, Ergänzungen):

 

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1.

Weltentwürfe in Literatur und Medien Phantastische Wirklichkeiten – realistische Imaginationen; Festschrift fuer Marianne Wuensch

(2002), H. Krah, C.-M. Ort (Hrsg.), Ludwig

ISBN 978-3-933598-47-9

Abstract: Die Beiträge des vorliegenden Bandes beschäftigen sich einerseits mit realistischen oder phantastischen Weltentwürfen, beschreiben andererseits aber auch die Art ihrer jeweiligen Vermittlung. Dabei werden literatur-, später auch film- und mediengeschichtliche Entwicklungslinien von der Goethezeit bis zur Gegenwart nachvollzogen. Das Themenspektrum ist entsprechend weit gefasst: Dramen der Klassik finden ebenso Berücksichtigung wie die deutsche Phantastik des beginnenden 20. Jahrhunderts, jüngste amerikanische Filme wie The Blair Witch Project oder die Arbeiten von Steven Spielberg. Ein außergewöhnliches Buch zu außergewöhnlichen Themen. Untersuchung der Mechanismen, mit denen Texte, Filme und andere Medien „Welten“ entwerfen. Dabei wird die Grenze zwischen dem Realistischen und dem Phantastischen als fließend betrachtet. Wie Medien durch ihre spezifische Form (z. B. Film vs. Buch) unterschiedliche Weltentwürfe generieren. Analyse von Zeichenprozessen, die gesellschaftliche und fiktive Räume konstituieren. Beiträge zu spezifischen Genres wie der Phantastik, aber auch Analysen zu historischen Stoffen (z. B. Erster Weltkrieg) und deren medialer Aufarbeitung Es verbindet klassische Literaturwissenschaft mit moderner Medienanalyse und Kultursemiotik, was es zu einem Referenzwerk für Studierende der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft (NDL) macht. Die Herausgeber Krah und Ort sind bekannt für ihre präzisen Analysen auf Basis der Systemtheorie und Semiotik, was dem Band eine hohe wissenschaftliche Tiefe verleiht. Durch die Vielzahl an Einzelanalysen (z. B. zu Verfilmungen oder spezifischen Autoren) dient es als Werkzeugkasten für die praktische Text- und Medienanalyse. …

Tags: Literatur->, Medien->, Phantastik->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Phantastik, Welt(en)->, [08] Import BookCat, {04.0} Bestand/Papier

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