Hundley, Jessica (Hrsg.)
Geisterwelten Bibliothek der Esoterik
Taschen, Köln (2026)
ISBN 9783754405321
Zwischen Kunst, Kult und Jenseitssehnsucht: Eine Rezension zu Jessica Hundleys „Geisterwelten“…
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Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
Die Herausgeberin: Chronistin des Verborgenen
Jessica Hundley, die als Autorin, Filmemacherin und Journalistin in Los Angeles lebt, hat sich in den vergangenen Jahren als maßgebliche Kuratorin an der Schnittstelle von Popkultur, Kunst und Esoterik etabliert. Für ihre Arbeiten (unter anderem in Vogue und im Rolling Stone) bekannt, zeichnet sie sich als Chefherausgeberin der Library of Esoterica durch einen erfrischend unvoreingenommenen Blick aus.
Hundley nähert sich den „Geisterwelten“ nicht als Missionarin des Übersinnlichen, sondern als Kulturwissenschaftlerin. Ihr gelingt es, die Fäden aus Ästhetik, Psychologie und Historie so zu verknüpfen, dass das Übernatürliche als integraler Bestandteil der menschlichen Kreativität begreifbar wird.
Jessica Hundley wird in Händlerbiografien als Autorin, Filmemacherin und Journalistin beschrieben, die sich mit Kunst und Gegenkultur befasst und ein besonderes Interesse an metaphysischen, psychedelischen und „magischen“ Dimensionen kultureller Ausdrucksformen hat.
Für den Band ist diese Rolle entscheidend: Eine Herausgeberin entscheidet, welche Traditionen, Bilder und Stimmen als repräsentativ erscheinen – und wie sie gerahmt werden. Aus der Beschreibung spricht eine Neigung zur poetischen, bildintensiven Vermittlung: Geister sind nicht nur Gegenstand der Aufklärung (im Sinne von Entzauberung), sondern Thema einer ästhetischen und existenziellen Erkundung. Der Band positioniert sich damit eher in einer Linie des Verstehens und Vergleichens als in einer Linie der Widerlegung.
… In diesem sechsten Band der „Bibliothek der Esoterik“ erkunden wir diese geheimnisvolle Passage aus dem Mutterschoß, die Reise zwischen den Welten, den sanften Schritt über die Schwelle und das zarte Lüften der heiligsten Schleier … Auszug Vorwort
Historischer Hintergrund: Zeitliche Entwicklung des „Geisterhaften“
Die Buchbeschreibung betont „globale Mythologien“ und „Riten des Todes überall auf der Welt“. Um eine zeitliche Entwicklung sichtbar zu machen, lohnt es, das Geisterthema in großen historischen Linien zu betrachten.
Vormoderne: Geister als soziale und kosmische Ordnung
In vielen vormodernen Weltbildern sind Ahnen, Schutzwesen oder Dämonen keine Randerscheinung, sondern Teil einer Ordnung, die Alltag und Moral strukturiert. Geister markieren Bindungen (zu Vorfahren), Gefahren (Tabubrüche) oder Schutz (Haus- und Ortsgeister). Die zentrale Funktion ist häufig Integration: Gemeinschaften halten Erinnerung, Normen und Zugehörigkeit aufrecht, indem sie die Toten in Ritualen präsent halten.
Frühe Neuzeit: Kontrolle, Angst, Theologie – und der Kampf um Deutungshoheit
In Europa verschärfen sich zwischen 15. und 17. Jahrhundert Auseinandersetzungen um Dämonologie und Hexereivorstellungen; religiöse Konflikte und soziale Krisen verleihen dem Übernatürlichen politische Schärfe. Geister- und Dämonenglauben werden dabei oft zum Feld, auf dem Autorität, Abweichung und Angst verhandelt werden.
19. Jahrhundert: Spiritismus als Moderne des Jenseits
Im 19. Jahrhundert gewinnt der Spiritismus an Popularität. Charakteristisch ist die Nähe zu Medien und Technik: „Botschaften“ werden protokolliert, fotografische oder schriftliche Spuren sollen das Unsichtbare belegen. Hier zeigt sich eine neue Dynamik: Die Geisterwelt wird nicht nur geglaubt, sondern dokumentiert – oder zumindest in der Form dokumentarischer Praktiken inszeniert.
20. und 21. Jahrhundert: Geister als Sprache von Trauma, Erinnerung, Identität
In moderner Literatur, Film und Kunst erscheinen Geister oft als Metaphern für das Unabgeschlossene: für Trauer, historische Gewalt, verdrängte Schuld, koloniale Nachwirkungen. Das Geisterhafte ist dann weniger ein „Wesen“ als eine Form der Wiederkehr.
Geisterwelten scheint genau diese Breite anzusteuern: vom Dämonischen bis zum Engelhaften, von Ritualarchitektur („heilige Tempel“, „Denkmäler“) bis zu medialer Praxis (Séancen, Orakel) und visionärer Kunst.
Kernthema: Tod, Bindung, Gemeinschaft – die Geisterwelt als Beziehungsgeschehen
Die zweite Hälfte der Buchbeschreibung setzt einen starken Akzent: Geisterwelten „zelebrieren die Art und Weise, wie wir mit unseren Vorfahren und mit uns selbst verbunden sind“, indem wir Tote „anbeten, mythologisieren und ehren“.
Diese Perspektive ist literatur- und kulturwissenschaftlich zentral: Geister sind selten nur „Fremde“. Sie sind häufig Verwandte – oder zumindest Figuren der Nähe. Darin liegt eine anthropologische Grundfunktion: Rituale und Erzählungen über die Toten
ordnen Trauer (sie geben dem Verlust Form),
stiften Kontinuität (die Gemeinschaft endet nicht mit dem Tod),
verhandeln Schuld und Versöhnung (was bleibt unerledigt?),
erzeugen Identität (wer sind „wir“, wenn wir Herkunft erzählen?).
Wenn die Beschreibung von Altären, Gemeinschaften und geteiltem Schmerz spricht, wird die Geisterwelt als sozialer Raum sichtbar: Nicht nur „jenseits“, sondern zwischen Menschen – dort, wo Erinnerung als Praxis gelebt wird.
Rituale und Medien: Séance, Orakel, Wahrsagung als kulturelle Kommunikationsformen
Die Buchbeschreibung nennt „spirituelle Medien und Propheten“, „kunstvolle Séancen“, „Orakel und Wahrsager“, „Kristallkugeln“. Für eine sachliche Einordnung ist wichtig: Solche Praktiken lassen sich unabhängig davon, ob man ihren Wahrheitsanspruch teilt, als kulturelle Kommunikationsformen beschreiben.
Sie versprechen, dass Sinn nicht endet, wenn die empirische Erklärung aufhört. Gerade in Übergangssituationen (Tod, Krise, Angst) entsteht ein Bedarf nach Sprache, die mehr leisten will als Fakten. Die Geisterkommunikation erfüllt dann Funktionen wie:
Sinnstiftung: Warum ist etwas geschehen?
Handlungsorientierung: Was ist zu tun?
Entlastung: Wer trägt die Schuld?
Bindungsarbeit: Wie bleibt Beziehung möglich?
Damit wird verständlich, warum Geisterwelten das Thema ausdrücklich über Rituale erschließt: Rituale sind die Stelle, an der Weltbilder praktisch werden.
Kunst als Erkenntnisform: „Visionäre Kunst“ und die Ästhetik des Unsichtbaren
Die Ankündigung „mehr als 400 Werke visionärer Kunst“ verspricht, dass die Bildwelt nicht bloß begleitet, sondern argumentiert. Kunst kann im Feld des Geisterhaften eine besondere Aufgabe übernehmen: Sie macht etwas erfahrbar, das sich begrifflich entzieht.
Typische ästhetische Verfahren solcher Darstellungen sind (kulturübergreifend) Schwellenmotive, Licht/Schatten-Dramaturgien, Transparenzen, Spiegelungen, Verzerrungen, Ekstasebilder oder die Auflösung klarer Körpergrenzen. Nicht weil „Geister so aussehen“, sondern weil Kunst eine Sprache für Ambivalenz bereitstellt: zugleich anwesend und abwesend, zugleich vertraut und fremd.
Wenn Geisterwelten zudem den Bogen von „Dämonen“ zu „Engeln“ spannt, berührt es ein weiteres, historisch tiefes Prinzip: Geistwesen sind moralisch und emotional oft doppeldeutig. Das Übernatürliche kann bedrohen oder trösten, verführen oder schützen. Gerade diese Doppelstruktur erklärt, warum das Thema kulturgeschichtlich so zählebig bleibt.
Fazit
Aus Buchbeschreibung und bibliografischem Rahmen ergibt sich ein klares Profil: Geisterwelten will die Geisterwelt nicht als Kuriosum behandeln, sondern als großen Kulturraum, in dem Menschen seit Jahrhunderten (und über Kontinente hinweg) Fragen nach Tod, Wiedergeburt, Auferstehung, Erinnerung und Kontakt verhandeln.
Das Erkenntnisinteresse ist dabei weniger „Gibt es Geister?“ als vielmehr: Was tun Menschen, wenn sie mit dem Tod leben müssen – und welche Bilder, Räume, Rituale und Geschichten erfinden sie, um Beziehung über die Grenze hinweg zu denken?
In dieser Perspektive ist die Geisterwelt kein Ausflug ins Irrationale, sondern ein Spiegel kultureller Grundfragen. Der Band verspricht, diesen Spiegel nicht nur erklärend (Essay), nicht nur erzählend (Interview), sondern vor allem anschaulich (Kunst) zu entfalten – und dadurch eine verständliche, zugleich ernsthafte Annäherung an ein Thema zu ermöglichen, das so alt ist wie die Menschheit und doch in jeder Epoche neu Gestalt annimmt.
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Verlagskatalog und Editionsrichtlinien des Taschen Verlags (Köln, 2026):
Buch:
Mit Essays, Interviews und mehr als 400 Bildern, von Höhlenmalereien bis hin zu zeitgenössischen Werken der Channeled Art, öffnet Spirit Worlds verschlossene Türen und führt uns durch Labyrinthe ins Mysteriöse, in jenseitige Reiche und in Dimensionen, die direkt hinter unserer eigenen liegen. …
Jessica Hundley ist eine Geschichtenerzählerin. In ihren Texten, ihrer journalistischen Arbeit, ihren Filmen und ihrer Tätigkeit als Kreativdirektorin beschäftigt sie sich intensiv mit Erzählkunst, Musik, Gegenkultur, Magie und Psychedelia. …
Esoterik: Sammelbegriff für Lehren und Praktiken, die „verborgenes“ oder nur Eingeweihten zugängliches Wissen beanspruchen. In der Kulturgeschichte umfasst das sehr unterschiedliche Felder (von religiösen Traditionen bis zu modernen Sinn- und Selbsttechniken). Der Begriff wird je nach Kontext wertneutral beschreibend oder kritisch gebraucht.
Mythologie: Bestand an Erzählungen, Bildern und Symbolen, durch die Gemeinschaften Ursprung, Ordnung und Grenzerfahrungen (z. B. Tod, Schuld, Schicksal) deuten. „Globale Mythologien“ meint hier: unterschiedliche kulturelle Traditionen, die jeweils eigene Jenseits- und Geistvorstellungen ausbilden.
Ahnenkult / Ahnenverehrung: Rituale, in denen Verstorbene als weiterhin wirkmächtige Mitglieder einer Gemeinschaft verstanden werden. Dazu gehören Gedenkpraktiken, Opfergaben, Altäre, Feste oder bestimmte Regeln des Umgangs mit Namen, Bildern und Grabstätten.
Ritual: Wiederholte, symbolisch aufgeladene Handlung (z. B. Trauer- und Bestattungsriten), die soziale Bindung stiftet, Übergänge markiert und Sinn ordnet. Rituale „tun“ etwas: Sie strukturieren Zeit, Gemeinschaft und Emotion.
Séance: (meist spiritistische) Sitzung, in der Teilnehmende versuchen, mit Verstorbenen oder Geistwesen zu kommunizieren. Unabhängig vom Wahrheitsanspruch ist die Séance kulturwissenschaftlich interessant als soziale und mediale Inszenierung von Kontakt.
Spiritistisches Medium: Person, die behauptet, Botschaften aus einer nicht-sichtbaren Sphäre (z. B. von Verstorbenen) empfangen und übermitteln zu können. In der Geschichte des Spiritismus sind Medien zentrale Figuren, weil sie „Übersetzung“ zwischen den Sphären versprechen.
Orakel / Wahrsagung: Praktiken, die Zukunft oder verborgene Zusammenhänge deuten sollen (z. B. durch Karten, Symbole, Trance, Objekte wie Kristallkugeln). Kulturgeschichtlich dienen Orakel häufig der Entscheidungsfindung und Sinnstiftung in unsicheren Lagen.
Jenseitsvorstellung: Kulturelle Modelle davon, was nach dem Tod geschieht (Weiterleben, Wiedergeburt, Auferstehung, Auflösung, Ahnenexistenz usw.). Solche Vorstellungen sind eng mit Ethik, Gemeinschaft und Trauerarbeit verbunden.
Visionäre Kunst: Kunst, die innere Bilder, Trance-, Traum- oder Offenbarungserfahrungen thematisiert und häufig das Unsichtbare (Geister, Engel, Dämonen, Zwischenreiche) darzustellen versucht. „Visionär“ beschreibt dabei primär eine ästhetische Haltung – nicht den Beweis eines metaphysischen Sachverhalts.
Schwelle / Liminalität: Begriff aus der Ritual- und Kulturtheorie für Übergangszonen („dazwischen“), in denen alte Ordnungen aufgehoben und neue möglich werden. In Geistererzählungen ist die Schwelle ein Leitmotiv: zwischen Leben und Tod, Mensch und Geist, Diesseits und Jenseits.
Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
„Die Geschichte der Prophezeiungen: Orakel, Utopien, Prognosen“ (französischer Originaltitel: Histoire de l’avenir: Des prophètes à la prospective, 1996) ist ein umfassendes kulturhistorisches Werk. Georges Minois untersucht darin ein urmenschliches Bedürfnis: das Verlangen, einen Blick in das Kommende zu werfen, und die Methoden, die Gesellschaften dafür im Laufe der Jahrtausende entwickelt haben.Hier ist eine detaillierte Übersicht zum Autor, dem Inhalt des Buches und einer kritischen Bewertung: …
Es kam ziemlich protzig daher. 2,5 kg schwer und in einer Größe, dass normale Regale es nicht schlucken. 34,5 x 23,8 x 4 cm groß. Auch der Titel zeugt nicht gerade von Bescheidenheit: „The Book“ …
Für „Geisterwelten“ – siehe gestrige Buchvorstellung – wurde der relevanteste Artikel aufgenommen. Ein Star-Wars-Archiv für die Episoden I-VI aus dem Taschen Verlag ist angekommen und das Gleiche gilt für ein „Blade Runner“-Werk aus der Feder von Julian Wangler. Dann ist mir noch eine Arbeit von Jim Taylor aufgefallen. Die Übersetzung zu „Hume über Wunder“ ist daher ebenfalls aufgenommen. So, jetzt ist das „Kabinett der Phantasten“ in der Bearbeitungsschlange. Zehn Ausgaben kommen in Kürze …
Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
Wer an phantastische Geschichten denkt, hat meist sofort epische Schlachten mit Drachen, intergalaktische Raumschiffe oder schaurige Spukhäuser vor Augen. Doch diese Phänomene sind keineswegs isolierte Inseln der Popkultur. In der modernen Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft werden sie unter einem gemeinsamen, mächtigen Dach zusammengefasst: dem Metagenre der Fantastik (in der akademischen Tradition oft auch Phantastik geschrieben).
Ein Metagenre – auch als Makrogattung bezeichnet – beschreibt eine übergeordnete Strukturebene. Sie vereint verschiedene Einzelgenres, weil diese eine fundamentale, erzählerische Gemeinsamkeit teilen. Im Fall der Fantastik ist dies der bewusste, strukturelle Bruch mit den Gesetzen unserer empirischen, alltäglichen Wirklichkeit. …
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Chajim Bloch
Der Prager Golem
Benjamin Harz, Berlin (1920)
2. Auflage
Der Golem von Prag: Chajim Blochs Beitrag zur Modernisierung eines jüdischen Mythos …
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Von der Gestaltlosigkeit zur Ikone der Popkultur: Kaum eine Figur des jüdischen Mystizismus hat den Sprung in das moderne kollektive Gedächtnis so nachhaltig geschafft wie der Golem. Während der Begriff in biblischen Zeiten noch eine „ungeformte Masse“ oder einen „Embryo“ (Psalm 139:16) beschrieb, wandelte sich das Motiv über Jahrhunderte hinweg zu einem künstlichen Menschen aus Lehm. Einen entscheidenden Wendepunkt in dieser Entwicklung markiert das Jahr 1919. Chajim Bloch (geboren am 27. Juni 1881 in Nagybocskó, Österreich-Ungarn; gestorben am 23. Januar 1973 in New York) war ein bedeutender chassidischer und kabbalistischer Rabbiner, Publizist und Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Vermittler der jüdischen Mystik und Folklore im deutschsprachigen Raum des frühen 20. Jahrhunderts. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine literarischen Bearbeitungen osteuropäischer jüdischer Sagen – allen voran der Legende um den Golem von Prag. Mitten in den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er sein Werk „Der Prager Golem: Von seiner ‚Geburt‘ bis zu seinem ‚Tod‘“ in Wien. Bloch schuf damit kein rein fiktionales Werk, sondern sammelte, sichtete und systematisierte die verstreuten mündlichen und schriftlichen Sagen des Prager Ghettos. Dieses Essay analysiert die historische Entwicklung des Golem-Mythos, die spezifische Struktur von Blochs Erzählungen und dessen Bedeutung für das Verständnis moderner Schöpfungsmythen. …
Die zeitliche Entwicklung: Vom Ritual zur Rettungsfigur
Die Transformation des Golems vollzog sich nicht abrupt, sondern in klar abgrenzbaren historischen Phasen. Um Chajim Blochs Werk in seiner Tragweite zu verstehen, muss diese Evolution chronologisch nachvollzogen werden: …
… In seinem bekannten Roman „Der Golem“ sagt Gustav Meyrink: „Ich kann freilich nicht wissen, worauf sich die Golemsage zurückführen läßt, daß aber irgend etwas, was nicht sterben kann, in diesem Stadtviertel sein Wesen treibt und damit zusammenhängt, dessen bin ich mir sicher …Auszug aus dem Vorwort
Die zeitliche Entwicklung: Vom Ritual zur Rettungsfigur
Die Transformation des Golems vollzog sich nicht abrupt, sondern in klar abgrenzbaren historischen Phasen. Um Chajim Blochs Werk in seiner Tragweite zu verstehen, muss diese Evolution chronologisch nachvollzogen werden:
Spätantike und Frühmittelalter, 200–500 n. Chr.
Im Babylonischen Talmud wird die Erschaffung eines künstlichen Wesens als rein mystische, meditative Erfahrung beschrieben. Gelehrte nutzten das „Sefer Jezira“ (Buch der Schöpfung), um Gott durch die Kombination hebräischer Buchstaben nachzueifern. Das Wesen war stumm und diente keinem praktischen Zweck; die Schöpfung war ein Beweis spiritueller Reife.
Frühe Neuzeit: Der Golem als Diener, 1674
Die Erzählung verlässt den rein innerjüdischen Kreis. Der christliche Dichter Christoph Arnold beschreibt erstmals das Motiv eines Golems, der von polnischen Juden als stummer Hausdiener aus Lehm erschaffen wird. Hier taucht auch die Aktivierung durch das hebräische Wort „Emet“ (Wahrheit) auf der Stirn auf. Das Wesen wächst unaufhaltsam und droht seinen Schöpfer zu erdrücken – ein frühes Motiv der Hybris.
Die Romantik und die Verortung in Prag, 1808–1847
Die Brüder Grimm (1808) und Achim von Arnim popularisieren den Stoff im deutschsprachigen Raum. Ab den 1830er Jahren und manifestiert durch Wolf Pascheles‘ Textsammlung „Sippurim“ (1847) wird die Legende fest mit dem historischen Rabbiner Juda Löw (dem „Maharal von Prag“, ca. 1525–1609) und der Altneu-Synagoge verknüpft. Das Motiv verschiebt sich: Der Golem wird vom bloßen Hausdiener zum Beschützer des Ghettos gegen Ritualmordlegenden.
Chajim Blochs Anthologie, 1919
Mitten in einer Phase des aufflammenden Nationalismus und Antisemitismus in Europa veröffentlicht Chajim Bloch „Der Prager Golem“. Er formt aus disparaten Sagenfragmenten eine zusammenhängende, chronologische Biografie der Kreatur – von der Tongrube an der Moldau bis zur Einmauerung der Reste auf dem Dachboden der Synagoge.
Der Sprung in die Moderne, Ab 1920
Blochs Strukturierung bildet das Fundament für die moderne Popkultur. Paul Wegeners berühmter Stummfilm „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) und Karel Čapeks Theaterstück „R.U.R.“ (1920, welches das Wort „Roboter“ prägte) führen die Traditionslinie direkt in die moderne Science-Fiction und die Debatte um Künstliche Intelligenz.
Struktur und Inhalt bei Chajim Bloch
Chajim Blochs Verdienst liegt in der redaktionellen und erzählerischen Konsolidierung. Er präsentiert den Golem primär als „Ghetto-Heandl“ und Retter in der Not. Das Werk gliedert sich im Kern in fünf miteinander verwobene Motive:
Die Notwendigkeit der Schöpfung: Im Prag des späten 16. Jahrhunderts sieht sich die jüdische Gemeinde ständigen Anfeindungen und unbegründeten Anschuldigungen ausgesetzt. Rabbi Löw erschafft den Golem (genannt Yossele) nicht aus persönlicher Eitelkeit oder wissenschaftlicher Neugier, sondern als Akt der kollektiven Selbstverteidigung.
Das Schöpfungsritual: Bloch beschreibt detailliert die kabbalistische Prozedur. Gemeinsam mit einem Leviten und einem Kohen (Priester) formt Rabbi Löw den Lehm im Schein von Fackeln. Die Erschaffung nutzt die vier Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft) und wird durch das Umschreiten des Körpers und das Rezitieren präziser Buchstabenkombinationen vollzogen.
Die Natur des Wesens: Der Golem ist physisch übermenschlich stark, besitzt jedoch keine Seele (Neschama) und ist unfähig zu sprechen. Er gehorcht den Befehlen des Rabbiners wortwörtlich – was oft zu humorvollen oder gefährlichen Missverständnissen führt. Er patrouilliert nachts im Ghetto, um unbemerkt unterschobene Leichen (die für Ritualmord-Anschuldigungen genutzt werden sollten) abzufangen.
Die Katastrophe und die Deaktivierung: Wie in fast allen Iterationen des Stoffes gerät die Schöpfung am Ende außer Kontrolle. Als Rabbi Löw an einem Freitagabend vergisst, dem Golem seinen täglichen Auftrag zu erteilen, läuft dieser Amok und verwüstet das Ghetto. Der Rabbiner muss den Golem stoppen, indem er den belebenden Namen Gottes (oder den ersten Buchstaben des Wortes Emet, sodass Met = „tot“ übrig bleibt) entfernt.
Der Verbleib: Die leblose Lehmmasse wird auf dem Dachboden der Prager Altneu-Synagoge versteckt. Bloch schließt mit der bis heute faszinierenden Legende, dass die Reste des Golems dort überdauern und der Dachboden für die Öffentlichkeit strengstens gesperrt bleibt.
Die Kernaussage für die Gegenwart: Das Golem-Paradoxon
Für die heutige Leserschaft transportiert Blochs Werk eine zeitlose, hochaktuelle Meta-Ebene. Der Golem steht sinnbildlich für das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie.
Das Golem-Paradoxon: Der Mensch erschafft ein Werkzeug, um eine existenzielle Schwäche auszugleichen (beim Golem die physische Verwundbarkeit des Ghettos; in der Moderne die Limitierung des menschlichen Geistes oder der Arbeitskraft). Doch das Erschaffene entwickelt durch seine inhärente Seelenlosigkeit und die starre Befehlstreue eine Eigendynamik, die den Schöpfer letztlich bedroht.
Bloch zeigt auf, dass Technologie und künstliche Schöpfungen ohne ethisches Fundament und ohne ständige menschliche Kontrolle unweigerlich destruktiv werden. Damit schlägt „Der Prager Golem“ die Brücke von einer frühneuzeitlichen jüdischen Schutz-Erzählung zu den modernen Fragestellungen der Ethik von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. …
[Gelbin, Cathy S.] The Golem: From Enlightenment Monster to Artificial Intelligence. In: Bulletin of the German Historical Institute, No. 69, 2021/2022, S. 79–94.
Relevanz:
Hervorragende historische Kontextualisierung der Rezeption von Christoph Arnold (1674) bis hin zur Verknüpfung mit künstlichen Menschen.Quelle: Dokument des GHI Washington
[Fernández Urtasun, Rosa] From the golem to the robots: a visual evolution of a myth. In: Journal of Aesthetics & Culture, Vol. 16, 2024.
[Zdenek, Annie] Leo Perutz (1882-1957): Nachts unter der steinernen Brücke. In: Recherches germaniques, No. 41, 2011, S. 59–71.
Relevanz:
Sekundärliteratur zur Einbettung des Prager Golem-Stoffs in die Prager Literatur der Zwischenkriegszeit (u.a. Wolf Pascheles‘ „Sippurim“ von 1847).Quelle: Eintrag im OpenEdition Portal
A]lfred Noe, widmet diesen Band der stilistischen Untersuchung französischer Prosa. Genauer gesagt französischer Horrorliteratur des 19. Jahrhunderts. …
Hier habe ich ein Werk, bei dessen Einordnung ich ein bisschen Schwierigkeiten hatte. Literarische Phantastik betreffen oder doch eher reiner Horror/Schauer? …
Für „Geisterwelten“ – siehe gestrige Buchvorstellung – wurde der relevanteste Artikel aufgenommen. Ein Star-Wars-Archiv für die Episoden I-VI aus dem Taschen Verlag ist angekommen und das Gleiche gilt für ein „Blade Runner“-Werk aus der Feder von Julian Wangler. Dann ist mir noch eine Arbeit von Jim Taylor aufgefallen. Die Übersetzung zu „Hume über Wunder“ ist daher ebenfalls aufgenommen. So, jetzt ist das „Kabinett der Phantasten“ in der Bearbeitungsschlange. Zehn Ausgaben kommen in Kürze …
Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
Wer an phantastische Geschichten denkt, hat meist sofort epische Schlachten mit Drachen, intergalaktische Raumschiffe oder schaurige Spukhäuser vor Augen. Doch diese Phänomene sind keineswegs isolierte Inseln der Popkultur. In der modernen Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft werden sie unter einem gemeinsamen, mächtigen Dach zusammengefasst: dem Metagenre der Fantastik (in der akademischen Tradition oft auch Phantastik geschrieben).
Ein Metagenre – auch als Makrogattung bezeichnet – beschreibt eine übergeordnete Strukturebene. Sie vereint verschiedene Einzelgenres, weil diese eine fundamentale, erzählerische Gemeinsamkeit teilen. Im Fall der Fantastik ist dies der bewusste, strukturelle Bruch mit den Gesetzen unserer empirischen, alltäglichen Wirklichkeit. …
„Fantastia Nr. 72-73“ mitsamt den relevanten Artikeln wurde aufgenommen. Die Besprechung habt ihr ja schon geliefert bekommen. Neu auch die Jahrbücher der Karl-May-Gesellschaft für die Jahre 2024 und 2025. Für 2024 ist ein relevanter Artikel von Friedhelm Schneidewind beinhaltet. Dann noch ein Krimi-Leitfaden mit Science-Fiction-Bezug eines Artikels darin. Das Buch zur künstlichen Intelligenz wurde als begleitende Literatur aufgenommen. Ein Katalog der Antiquare ist dabei und zuletzt ein Buch zur griechischen Mythologieforschung in dem die Medea-Mythen behandelt werden. Eine ziemliche Mischung, aber das zeigt die Vielfältigkeit der fantastischen Literatur eben. Das Buch zur Mythologieforschung und das Jahrbuch von 2025 liegen aber in den Veränderungen, da sie schon ein bisschen früher als „gesuchte“ Ausgaben aufgenommen wurden …
Die Landschaft der phantastischen Literatur in Deutschland wird seit Jahrzehnten nicht nur von großen Publikumsverlagen geprägt, sondern auch von einer hochengagierten Independent-Szene. Eine der beständigsten und kulturhistorisch wertvollsten Säulen dieser Bewegung ist die Reihe „Fantasia“, herausgegeben vom Ersten Deutschen Fantasy Club e.V. (edfc). Bei dem vorliegenden Objekt „Fantasia 72-73“ handelt es sich um eine typische Doppelnummer dieser als Taschenbuch erscheinenden Anthologie- und Magazinreihe, die eine Brücke zwischen anspruchsvoller Fan-Kultur (Fandom) und akademischer Literaturwissenschaft schlägt. …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.
MIch habe angefangen „Das Science Fiction Jahr 2025“ samt seiner Artikel aufzunehmen. Allerdings mit einer kleinen (nein, großen) Träne in meinem Auge. Diese 40. Ausgabe dieses Jahrbuchs ist die Letzte. Das Jubiläum ist gleichzeitig auch das Ende. Das Herausgeber-Team musste das Handtuch werfen, nachdem Verleger und Verlag Insolvenz anmelden mussten und das Team selbst auch nicht weiter bestehen bleiben konnte. Sie sahen weder in der Ausrichtung noch im Leserzuspruch genug Potenzial, um das Jahrbuch weiterhin zu produzieren. Somit geht eine Ära zu Ende und die Sekundärliteratur verliert das renommierteste Jahrbuch der Science Fiction im deutschen Sprachraum. Ad Astra …
Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 37–48
ISBN 978-3-98857-145-8
Abstract: Der Beitrag untersucht das Potenzial spekulativer Fiktion, durch die Entfesselung der Fantasie starre Denkmuster aufzubrechen und realen gesellschaftlichen Wandel zu fördern. Der Text wird als hoffnungsvoller, hochaktueller Beitrag bewertet, der eine Brücke zwischen Literaturtheorie und ökologisch-sozialem Aktivismus schlägt. …
Die Perfektion im Kleinen: Von Mikro- zu Makroutopien in der Literatur
Dr.M.-L. Meier
Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 13–22
ISBN 978-3-98857-145-8
Abstract: Dr. Marie-Luise Meier untersucht in ihrem Essay idealisierte Entwürfe, die auf individueller oder lokaler Ebene ansetzen [https://api.pageplace.de/preview/DT0400.9783988571472_A63800779/preview-9783988571472_A63800779.pdf]. Der Beitrag analysiert, wie diese Mikroutopien als Keimzellen für umfassende soziale Transformationen in der Science-Fiction dienen …
Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 23–36
ISBN 978-3-98857-145-8
Abstract: Der Beitrag befasst sich mit der Vision des menschlichen Körpers in einer idealisierten oder transformierten Zukunft: Es wird untersucht, wie Körper durch Technologie oder biologische Anpassung „utopisch“ werden können, um in neuen Umweltbedingungen (z.B. auf anderen Planeten oder in einer regenerierten Erde) zu bestehen. Der Text analysiert die Befreiung des Körpers von gegenwärtigen gesellschaftlichen Zwängen und Dystopien. Ein wesentlicher Aspekt ist die Wechselwirkung zwischen dem „utopischen Körper“ und einer geheilten oder sich wandelnden Biosphäre. In der Fachkritik und Fan-Community wird dieser Fokus wie folgt bewertet: Innovativ: Der Essay wird als „bereichert“ und „wichtig“ gelobt, da er über klassische „Space Opera“-Themen hinausgeht und moderne philosophische Fragen zur Identität stellt siehe: Instagram @jolrosenberg.autor.in. Theoretisch anspruchsvoll: Kritiker heben hervor, dass das Jahrbuch 2025 durch solche Beiträge seinen Ruf als anspruchsvolles Sachbuch festigt, das aktuelle akademische Diskurse (wie Posthumanismus) in die Science Fiction integriert. Aktualität: Die Verbindung von Utopie und Körperlichkeit wird als notwendiger Gegenpol zur derzeitigen Flut an dystopischen Erzählungen gesehen …
Arbeit am Utopischen oder: Wie gehen wir heute mit kanonischen SF-Texten um?: Ein Werkstattbericht zur Andymonaden-Athologie
M. Wehren
Das Science Fiction Jahr 2025Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost: 49–66
ISBN 978-3-98857-145-8
Abstract: Der Essay thematisiert die Renaissance der Utopie in der aktuellen Science Fiction. Der Beitrag fordert eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Zukunft, die technologischen Fortschritt mit ökologischer Notwendigkeit verbindet. Kritiken bewerten den Text als anspruchsvolle, theoretische Analyse, die als Weckruf für das Genre fungiert …
Das Science Fiction Jahr 40 2025 (2025), M. Wylutzki, H. Kettlitz (Hrsg.), Hirnkost
ISBN 978-3-98857-145-8
Abstract: In der 40. Ausgabe von DAS SCIENCE FICTION JAHR stehen Utopie und Science Fiction im Vordergrund. Denn die Literatur hat das große Potenzial, Lebenswelten aufzuzeigen und mit Ideen aufzuwarten, etwas in unserem Denken und Handeln für die Zukunft zu bewegen. So beleuchten Autor:innen wie Judith C. Vogt, Matthias Fersterer, Lena Richter, Jol Rosenberg, Wolfgang Both u.a. Hopepunk als Hoffnungsaktivismus, die Wirkmächtigkeit sozialer Utopien und die konkrete Umsetzung utopischer Lebensweisen à la Le Guins »Für immer nach Hause«. Zudem wird im zweiten Schwerpunkt »Kosmische Visionen« ein ganz anderes Spektrum er SF beleuchtet: Es geht um Darstellungen im 21. Jahrhundert ebenso wie um das Zusammenspiel mit der Hard Science Fiction und den Beginn des planetaren Denkens. Natürlich dürfen in der Jubiläumsausgabe die Rückblicke auf die Entwicklungen der Science Fiction in Buch, Film, Game, Comic und Podcast nicht fehlen. Ein Überblick über die wichtigsten Genre-Preise sowie ein Nekrolog runden die Ausgabe ab. Das Science-Fiction-Jahr 2025 bietet sowohl eine umfassende literarische Rückschau als auch spannende neue Veröffentlichungen in Film und Fernsehen. …
Für „Geisterwelten“ – siehe gestrige Buchvorstellung – wurde der relevanteste Artikel aufgenommen. Ein Star-Wars-Archiv für die Episoden I-VI aus dem Taschen Verlag ist angekommen und das Gleiche gilt für ein „Blade Runner“-Werk aus der Feder von Julian Wangler. Dann ist mir noch eine Arbeit von Jim Taylor aufgefallen. Die Übersetzung zu „Hume über Wunder“ ist daher ebenfalls aufgenommen. So, jetzt ist das „Kabinett der Phantasten“ in der Bearbeitungsschlange. Zehn Ausgaben kommen in Kürze …
Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
Wer an phantastische Geschichten denkt, hat meist sofort epische Schlachten mit Drachen, intergalaktische Raumschiffe oder schaurige Spukhäuser vor Augen. Doch diese Phänomene sind keineswegs isolierte Inseln der Popkultur. In der modernen Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft werden sie unter einem gemeinsamen, mächtigen Dach zusammengefasst: dem Metagenre der Fantastik (in der akademischen Tradition oft auch Phantastik geschrieben).
Ein Metagenre – auch als Makrogattung bezeichnet – beschreibt eine übergeordnete Strukturebene. Sie vereint verschiedene Einzelgenres, weil diese eine fundamentale, erzählerische Gemeinsamkeit teilen. Im Fall der Fantastik ist dies der bewusste, strukturelle Bruch mit den Gesetzen unserer empirischen, alltäglichen Wirklichkeit. …
„Fantastia Nr. 72-73“ mitsamt den relevanten Artikeln wurde aufgenommen. Die Besprechung habt ihr ja schon geliefert bekommen. Neu auch die Jahrbücher der Karl-May-Gesellschaft für die Jahre 2024 und 2025. Für 2024 ist ein relevanter Artikel von Friedhelm Schneidewind beinhaltet. Dann noch ein Krimi-Leitfaden mit Science-Fiction-Bezug eines Artikels darin. Das Buch zur künstlichen Intelligenz wurde als begleitende Literatur aufgenommen. Ein Katalog der Antiquare ist dabei und zuletzt ein Buch zur griechischen Mythologieforschung in dem die Medea-Mythen behandelt werden. Eine ziemliche Mischung, aber das zeigt die Vielfältigkeit der fantastischen Literatur eben. Das Buch zur Mythologieforschung und das Jahrbuch von 2025 liegen aber in den Veränderungen, da sie schon ein bisschen früher als „gesuchte“ Ausgaben aufgenommen wurden …
Die Landschaft der phantastischen Literatur in Deutschland wird seit Jahrzehnten nicht nur von großen Publikumsverlagen geprägt, sondern auch von einer hochengagierten Independent-Szene. Eine der beständigsten und kulturhistorisch wertvollsten Säulen dieser Bewegung ist die Reihe „Fantasia“, herausgegeben vom Ersten Deutschen Fantasy Club e.V. (edfc). Bei dem vorliegenden Objekt „Fantasia 72-73“ handelt es sich um eine typische Doppelnummer dieser als Taschenbuch erscheinenden Anthologie- und Magazinreihe, die eine Brücke zwischen anspruchsvoller Fan-Kultur (Fandom) und akademischer Literaturwissenschaft schlägt. …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.
DJetzt waren wieder einmal Einführung, Vor- und Nachwörter auf der To-Do-Liste. Eine Einführung von Roger Zelazny fand ich in Farmers „Lord der Sterne“, Knaur 1980. Da hätten wir bei Farmer auch in „Die Götter der Flußwelt“ zwei gleichlautende Vorwörter von Himself in Ausgaben von Heyne 1987 und Piper 2008, das Nachwort steht nur bei Heyne im Buch. Dazu die Einleitung für „Helden.Heroes.Heros: Faszinosum Antiheld“. „Metropolen“ ist als begleitende Literatur in die Bibliothek gerutscht – interessant! Die „Weltenentwürfe in Literatur und Medien“ war zwar schon länger im Bestand, wurde aber erst jetzt vollständig erfasst. /1I….’&
Übrigens: Einen Besuch in der Villa Phantastica in Wien – einen meiner Recherche-Hot-Spots kann ich nur empfehlen –
Die Götter der Flußwelt: 5. Band des Flußwelt-Zyklus: Science-Fiction-Roman
P.J. Farmer
Heyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 4256 (1987), Heyne
ISBN 978-3-453-31237-1
Abstract: Der Abenteurer Richard Burton und seine Gefährten sind am Ziel: Sie haben den Polturm erreicht, das ehemalige Machtzentrum der fremdartigen Ethiker. Von nun an regieren die Menschen über die Flusswelt. Aber dann fällt ihr Verbündeter, der sich von den unheimlichen Ethikern losgesagt hat, einem Attentat zum Opfer. Sind Burton und seine Gefährten doch nicht allein im Machtzentrum der Ethiker? Ziehen die Fremden noch immer die Fäden? Die Jagd nach einem gesichtslosen Killer in dem riesigen Turm entscheidet über das Schicksal der Flusswelt …
Tags:Gott/Götter->,Person->,Person->Farmer, Philip José,Primärliteratur->,Primärliteratur->Science Fiction,{00.2} Gesucht/Inhalt teilweise vorhanden
3.
Vorwort des Verfassers
P.J. Farmer
Die Götter der Flußwelt: 5. Ban des Flußwelt-Zyklus: Science-Fiction-RomanHeyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 4256 (1987), Heyne: 7–8
ISBN 978-3-453-31237-1
Abstract: Farmer erklärt, warum er einen fünften Band schrieb, obwohl der vierte Teil (Das magische Labyrinth) die Serie eigentlich abschließen sollte. Er geht auf die lange Entstehungszeit des Zyklus ein (das erste Manuskript entstand bereits 1953) und wie sich die Welt über Jahrzehnte in seinem Kopf geformt hat. Farmer thematisiert oft seine eigene Rolle als „Schöpfer“ dieser Welt, was gut zum Thema des Buches passt, in dem die Protagonisten selbst göttliche Macht über die Auferstehungsmaschine erhalten. In Fankreisen und Rezensionen wird das Vorwort (und oft auch das erklärende Nachwort) unterschiedlich aufgenommen: Positiv: Leser schätzen die Transparenz des Autors. Es hilft, die komplexe Historie der Buchreihe zu verstehen und ordnet die teils sprunghafte Handlung des fünften Bandes besser ein. Kritisch: Manche Kritiker sehen darin den Beleg, dass Farmer die Serie künstlich in die Länge gezogen hat. Die Erklärungen werden gelegentlich als notwendig empfunden, weil der Roman selbst viele logische Fragen offenlässt oder „Retcons“ (nachträgliche Änderungen der Fakten) vornimmt. …
Tags:Gott/Götter->,Person->,Person->Farmer, Philip José,Sekundärliteratur->,Sekundärliteratur->Science Fiction,Vorwort,{04.1} Bestand/Digital
4.
Nachwort
P.J. Farmer
Die Götter der Flußwelt: 5. Band des Flußwelt-Zyklus: Science-Fiction-RomanHeyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 4256 (1987), Heyne: 394–399
ISBN 978-3-453-31237-1
Abstract: Das Nachwort (oder der abschließende Teil des Buches) von „Die Götter der Flusswelt“ dient als endgültiger Abschluss des Flusswelt-Zyklus. Es fasst die zentralen philosophischen und technischen Rätsel der Serie zusammen. Es wird endgültig geklärt, wer die „Ethischen“ (die Erbauer der Flusswelt) waren und was ihr wahres Ziel war: eine Art galaktische „Auslese“ zur spirituellen Vervollkommnung der Menschheit. Das Nachwort beschreibt, was aus Richard Francis Burton und den anderen Überlebenden wird, nachdem sie die Kontrolle über den Turm übernommen haben. Es wird enthüllt, dass die Reise in die Unsterblichkeit oder in eine höhere Daseinsform (das „Satori“) für jeden Einzelnen individuell verläuft. Farmer gibt letzte Details zur Funktionsweise der Wollaston-Maschinen und der Speicherung der Seelen (Sematas) preis. Die Reaktionen auf den Abschluss sind gespalten: Positiv: Viele Leser empfinden das Ende als befriedigend, da es die metaphysischen Fragen (Was kommt nach dem Tod? Können Menschen sich ändern?) konsequent zu Ende führt. Es bietet den dringend benötigten „Abschluss“, den der vierte Band schuldig blieb. Kritiker bemängeln oft, dass die Auflösung zu technokratisch oder trocken ausfällt. Die „Entzauberung“ des Mysteriums durch detaillierte Erklärungen im Nachwort nimmt der Serie für manche den ursprünglichen Reiz des Unbekannten. Da Farmer das Buch Jahre nach dem eigentlich geplanten Ende schrieb, wirkt das Nachwort manchmal wie eine nachträgliche Korrektur, um logische Lücken der Vorgängerbände zu schließen. …
Tags:Gott/Götter->,Nachwort,Person->,Person->Farmer, Philip José,Sekundärliteratur->,Sekundärliteratur->Science Fiction,{04.1} Bestand/Digital
5.
Lord der Sterne: Fantasy-Roman
P.J. Farmer
(1980), Droemer-Knaur
ISBN 978-3-426-05723-0
Abstract: Wolff, auch Jadawin genannt, gehört zu der dekadenten Rasse der Lords, den Meistern der Dimensionen und Schöpfern von Universen. Den Großteil ihrer Zeit verbringen sie damit, einander zu bekriegen oder in Fallen zu locken. Wolff allerdings hat sich seit seiner Gefangenschaft auf der Erde geändert. Während ihn jedoch die Intrigenspiele seiner Verwandten beschäftigen, wird sein Universum von den Schwarzen Schellern angegriffen, jenen künstlichen Intelligenzen, die in der Lage sind, menschliche Körper anzunehmen. Das Schicksal der Welt der vielen Ebenen, letztlich also auch das Schicksal aller Menschen und aller Lords, ruht auf den Schultern von Wolffs Freund Kickaha. Der aber erkennt lange Zeit nicht das Ausmaß der Gefahr und wird zudem von seinen Feinden erbarmungslos gejagt. Als er in Wolffs Schwester Anana eine Verbündete findet und den Kampf aufnimmt, scheint es bereits zu spät zu sein… HUGO-Preisträger Philip Jose Farmer, 1918 in den USA geboren, gilt als Meister farbiger Science-Fiction-Abenteuer. Sein Roman »Die Liebenden« (Knaur Science Fiction Bd. 5703) ist sein bekanntestes Werk und gilt als Klassiker dieses Genres. »Lord der Sterne« ist nach »Meister der Dimensionen« (Knaur Science Fiction Fantasy Bd. 5715) und »Welten wie Sand« (Knaur Science Fiction Fantasy Bd. 5718) der dritte Roman seiner »World of Tiers«-Serie. Die Meinungen zu diesem Klassiker der Science-Fantasy gehen weit auseinander: Positiv: Fans loben das hohe Tempo und die schier endlose Fantasie Farmers bei der Gestaltung bizarrer Welten und Kreaturen. Er gilt als Meister der „ideenreichen Abenteuer-SF“. Negativ: Kritiker bemängeln den oft veralteten Schreibstil (Pulp-Stil der 60er/70er Jahre). Die Charaktere werden teils als eindimensional und die Rollenbilder als sexistisch empfunden. Zudem wird die Logik der Dimensionstore manchmal als inkonsistent kritisiert. …
Tags:Person->,Person->Farmer, Philip José,Primärliteratur->,Primärliteratur->Science Fiction,{00.2} Gesucht/Inhalt teilweise vorhanden
6.
Der Flusswelt-Zyklus: 5. Die Götter der Flusswelt
P.J. Farmer
Piper Taschenbuch 6661 (2008), Piper
ISBN 978-3-492-26661-1
Abstract: Der Abenteurer Richard Burton und seine Gefährten sind am Ziel: Sie haben den Polturm erreicht, das ehemalige Machtzentrum der fremdartigen Ethiker. Von nun an regieren die Menschen über die Flusswelt. Aber dann fällt ihr Verbündeter, der sich von den unheimlichen Ethikern losgesagt hat, einem Attentat zum Opfer. Sind Burton und seine Gefährten doch nicht allein im Machtzentrum der Ethiker? Ziehen die Fremden noch immer die Fäden? Die Jagd nach einem gesichtslosen Killer in dem riesigen Turm entscheidet über das Schicksal der Flusswelt … Der Abschluss des großen Flusswelt-Zyklus, endlich vollständig neu überarbeitet und mit bislang unveröffentlichtem Bonusmaterial. …
7.
Metropolen: die Weltgeschichte der Menschheit in den Städten
B. Wilson
(2022), Fischer
ISBN 978-3-10-397370-9
Abstract: Wie kommt es, dass heute die Hälfte der Menschheit in Städten lebt? Der Historiker Ben Wilson spannt einen faszinierenden Bogen von der Urzeit in die Zukunft, um diese Frage zu beantworten. Seine Reise beginnt 4.000 v. Chr. in Uruk, verläuft über die Zentren der antiken Welt Babylon, Athen und Rom, führt u.a. über Bagdad und Lübeck nach Paris, New York und Warschau und endet in Lagos. Jede Stadt steht für einen bestimmten Aspekt, Lübeck etwa für Handel, Warschau für Zerstörung durch Krieg, Lagos für die Megacity der Zukunft. Farbig und detailreich erzählt Wilson vom Alltag der Menschen in der Stadt, vom Glanz der Villen und Boulevards, aber auch von denen, die in Schmutz und Elend gestrandet sind. Bis heute verheißen die Städte Schutz und Wohlstand, Arbeit und Vergnügungen. Und so ziehen sie Milliarden Menschen an, trotz der Gefahr, im urbanen Strudel unterzugehen. Wilson wählt keinen rein chronologischen Ansatz, sondern nutzt einzelne Städte, um universelle Themen der Urbanisierung zu beleuchten. Das Buch spannt den Bogen von den ersten Siedlungen bis zu den Megastädten der Zukunft: Ursprünge: Beginnend mit Uruk (Mesopotamien) als Wiege der Zivilisation und der Indus-Kultur (z. B. Harappa), die bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. über fortschrittliche Sanitäranlagen verfügte. Antike & Mittelalter: Er untersucht Babylon als Sinnbild für Sündenfall und Pracht, das antike Rom als Prototyp der Massenmetropole und das mittelalterliche Bagdad als Zentrum des Wissens. Moderne & Industrialisierung: Städte wie London, Paris und New York werden als Motoren für Handel, Kunst und soziale Umbrüche analysiert. Gegenwart & Zukunft: Den Abschluss bilden moderne Giganten wie Lagos oder Karachi, wobei Wilson die Widerstandsfähigkeit von Städten gegenüber Krisen wie dem Klimawandel betont. Bewertung: Experten- und Pressestimmen Das Buch wird von der Kritik überwiegend als „fulminante Liebeserklärung“ an den urbanen Lebensraum gefeiert. Positive Kritik: Stil: Rezensenten der Süddeutschen Zeitung und der NZZ loben die lebendige, erzählerische Sprache, die weit über eine trockene Datensammlung hinausgeht. Perspektive: Laut Blinkist bietet das Buch faszinierende Einblicke in soziale und kulturelle Dynamiken, die das Stadtleben bis heute prägen. Anschaulichkeit: Spektrum der Wissenschaft hebt die opulente Ausstattung mit Bildteilen hervor, die die historischen Beschreibungen ergänzen. Kritische Anmerkungen: Struktur: Die FAZ merkt an, dass das Werk eher ein „urbanistisches Potpourri“ ohne eine einzige, alles verbindende leitende Idee sei. Lücken: Die New York Times kritisiert, dass indigene Städte (wie Tenochtitlan) oder koloniale Machtverhältnisse teilweise unterrepräsentiert bleiben. …
Lord der Sterne: Fantasy-Roman (1980), Droemer-Knaur: 5–8
ISBN 978-3-426-05723-0
Tags:Person->,Person->Farmer, Philip José,Sekundärliteratur->,Sekundärliteratur->Science Fiction,{00.2} Gesucht/Inhalt teilweise vorhanden
Veränderungen (Korrekturen, Ergänzungen):
1.
Weltentwürfe in Literatur und Medien Phantastische Wirklichkeiten – realistische Imaginationen; Festschrift fuer Marianne Wuensch
(2002), H. Krah, C.-M. Ort (Hrsg.), Ludwig
ISBN 978-3-933598-47-9
Abstract: Die Beiträge des vorliegenden Bandes beschäftigen sich einerseits mit realistischen oder phantastischen Weltentwürfen, beschreiben andererseits aber auch die Art ihrer jeweiligen Vermittlung. Dabei werden literatur-, später auch film- und mediengeschichtliche Entwicklungslinien von der Goethezeit bis zur Gegenwart nachvollzogen. Das Themenspektrum ist entsprechend weit gefasst: Dramen der Klassik finden ebenso Berücksichtigung wie die deutsche Phantastik des beginnenden 20. Jahrhunderts, jüngste amerikanische Filme wie The Blair Witch Project oder die Arbeiten von Steven Spielberg. Ein außergewöhnliches Buch zu außergewöhnlichen Themen. Untersuchung der Mechanismen, mit denen Texte, Filme und andere Medien „Welten“ entwerfen. Dabei wird die Grenze zwischen dem Realistischen und dem Phantastischen als fließend betrachtet. Wie Medien durch ihre spezifische Form (z. B. Film vs. Buch) unterschiedliche Weltentwürfe generieren. Analyse von Zeichenprozessen, die gesellschaftliche und fiktive Räume konstituieren. Beiträge zu spezifischen Genres wie der Phantastik, aber auch Analysen zu historischen Stoffen (z. B. Erster Weltkrieg) und deren medialer Aufarbeitung Es verbindet klassische Literaturwissenschaft mit moderner Medienanalyse und Kultursemiotik, was es zu einem Referenzwerk für Studierende der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft (NDL) macht. Die Herausgeber Krah und Ort sind bekannt für ihre präzisen Analysen auf Basis der Systemtheorie und Semiotik, was dem Band eine hohe wissenschaftliche Tiefe verleiht. Durch die Vielzahl an Einzelanalysen (z. B. zu Verfilmungen oder spezifischen Autoren) dient es als Werkzeugkasten für die praktische Text- und Medienanalyse. …
Für „Geisterwelten“ – siehe gestrige Buchvorstellung – wurde der relevanteste Artikel aufgenommen. Ein Star-Wars-Archiv für die Episoden I-VI aus dem Taschen Verlag ist angekommen und das Gleiche gilt für ein „Blade Runner“-Werk aus der Feder von Julian Wangler. Dann ist mir noch eine Arbeit von Jim Taylor aufgefallen. Die Übersetzung zu „Hume über Wunder“ ist daher ebenfalls aufgenommen. So, jetzt ist das „Kabinett der Phantasten“ in der Bearbeitungsschlange. Zehn Ausgaben kommen in Kürze …
Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
Wer an phantastische Geschichten denkt, hat meist sofort epische Schlachten mit Drachen, intergalaktische Raumschiffe oder schaurige Spukhäuser vor Augen. Doch diese Phänomene sind keineswegs isolierte Inseln der Popkultur. In der modernen Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft werden sie unter einem gemeinsamen, mächtigen Dach zusammengefasst: dem Metagenre der Fantastik (in der akademischen Tradition oft auch Phantastik geschrieben).
Ein Metagenre – auch als Makrogattung bezeichnet – beschreibt eine übergeordnete Strukturebene. Sie vereint verschiedene Einzelgenres, weil diese eine fundamentale, erzählerische Gemeinsamkeit teilen. Im Fall der Fantastik ist dies der bewusste, strukturelle Bruch mit den Gesetzen unserer empirischen, alltäglichen Wirklichkeit. …
„Fantastia Nr. 72-73“ mitsamt den relevanten Artikeln wurde aufgenommen. Die Besprechung habt ihr ja schon geliefert bekommen. Neu auch die Jahrbücher der Karl-May-Gesellschaft für die Jahre 2024 und 2025. Für 2024 ist ein relevanter Artikel von Friedhelm Schneidewind beinhaltet. Dann noch ein Krimi-Leitfaden mit Science-Fiction-Bezug eines Artikels darin. Das Buch zur künstlichen Intelligenz wurde als begleitende Literatur aufgenommen. Ein Katalog der Antiquare ist dabei und zuletzt ein Buch zur griechischen Mythologieforschung in dem die Medea-Mythen behandelt werden. Eine ziemliche Mischung, aber das zeigt die Vielfältigkeit der fantastischen Literatur eben. Das Buch zur Mythologieforschung und das Jahrbuch von 2025 liegen aber in den Veränderungen, da sie schon ein bisschen früher als „gesuchte“ Ausgaben aufgenommen wurden …
Die Landschaft der phantastischen Literatur in Deutschland wird seit Jahrzehnten nicht nur von großen Publikumsverlagen geprägt, sondern auch von einer hochengagierten Independent-Szene. Eine der beständigsten und kulturhistorisch wertvollsten Säulen dieser Bewegung ist die Reihe „Fantasia“, herausgegeben vom Ersten Deutschen Fantasy Club e.V. (edfc). Bei dem vorliegenden Objekt „Fantasia 72-73“ handelt es sich um eine typische Doppelnummer dieser als Taschenbuch erscheinenden Anthologie- und Magazinreihe, die eine Brücke zwischen anspruchsvoller Fan-Kultur (Fandom) und akademischer Literaturwissenschaft schlägt. …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.
MDieses Mal habe ich ein bisschen in die Schublade der 80er-Jahre gegriffen. Orwell und sein „1984“ sind bei G.E. Hoffmann ein Thema und die „Götter der Atom-Zeit“ bei Golowin. Das eine m.E. ein Klassiker der Bürgerrechtsbewegung, das andere im Grenzbereich von Wissenschaft, Volkskunde und Psychologie. Auch diese älteren Zeitdokumente können noch interessieren …
Neuzugänge:
1.
Götter der Atom-Zeit: Moderne Sagenbildung um Raumschiffe und Sternenmenschen
S. Golowin
(1980), Morzsinay
ISBN 978-3-7213-0002-4
Abstract: In Sergius Golowins Werk „Götter der Atom-Zeit: Moderne Sagenbildung um Raumschiffe und Sternenmenschen“ (1967/1980) untersucht der Autor die Entstehung moderner Mythen im technologischen Zeitalter. Golowin nähert sich dem Thema UFOs und außerirdischem Leben nicht als Naturwissenschaftler, sondern als Mythenforscher. Er analysiert Berichte über Raumschiffe und Begegnungen mit „Sternenmenschen“ als eine zeitgemäße Form der Sagenbildung. Das Buch beschreibt, wie die Ängste und Hoffnungen des Atomzeitalters – geprägt durch den Kalten Krieg und den technischen Fortschritt – in die Form archaischer Göttergeschichten gegossen werden. Golowin zieht Parallelen zwischen alten Volkssagen (z. B. aus dem Bernerbiet) und modernen Phänomenen, um zu zeigen, dass die menschliche Psyche heute ähnliche Symbole verwendet wie in früheren Jahrhunderten. In Fachkreisen und unter Lesern wird das Buch unterschiedlich wahrgenommen: Golowin gilt als einer der ersten, der UFO-Phänomene nicht als physische Realität oder Spinnerei, sondern als kulturelles und soziologisches Symptom ernsthaft untersucht hat. Manche Leser empfinden seine Interpretationen als zu spekulativ oder esoterisch angehaucht, da er die Grenze zwischen wissenschaftlicher Analyse und erzählender Mythenforschung fließen lässt. Das Buch ist besonders für diejenigen interessant, die sich für Grenzgebiete der Wissenschaft, Volkskunde oder die psychologische Wirkung der Raumfahrt auf die Gesellschaft interessieren. …
Im Jahrzehnt der Grossen Brüder: Orwells „1984“ aktueller denn je: vom Alptraum zur Realität
G.E. Hoffmann
Informationen zur Zeit (1983), Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-24256-6
Abstract: Das Buch „Im Jahrzehnt der Großen Brüder“ von Gerd E. Hoffmann ist ein zeitgeschichtliches Dokument der frühen 1980er-Jahre, das die Warnungen aus George Orwells 1984 auf die damalige technologische Realität überträgt. Hoffmann analysiert die beginnende Computerisierung der Gesellschaft und zieht Parallelen zum Überwachungsstaat in Orwells Dystopie. Er beschreibt, wie die wachsende Vernetzung von Behörden- und Wirtschaftsdatenbanken das Potenzial zur lückenlosen Überwachung schafft. Hoffmann warnt vor Entwicklungen, die heute als Vorläufer von Smart Cities oder massiver Vorratsdatenspeicherung gesehen werden können. Wie in 1984 wird die Erosion des privaten Raums durch moderne Kommunikationstechnik thematisiert. Ein Klassiker der Bürgerrechtsbewegung. Das Werk wird heute vor allem als wichtiges Zeugnis der kritischen Debatte rund um die Volkszählung 1983 und die entstehende Informationsgesellschaft bewertet. Leser schätzen das Buch als „visionär“ ein, da es viele Fragen aufwarf, die im Zeitalter von Big Data aktueller denn je sind. Die technologischen Vergleiche sind aus heutiger Sicht teils veraltet (z. B. Großrechner der 80er), die gesellschaftskritischen Grundsatzfragen zur Macht der Information siond jedoch zeitlos. Positiv bewertet da er komplexe Überwachungsmechanismen verständlich aufarbeitet. …
Für „Geisterwelten“ – siehe gestrige Buchvorstellung – wurde der relevanteste Artikel aufgenommen. Ein Star-Wars-Archiv für die Episoden I-VI aus dem Taschen Verlag ist angekommen und das Gleiche gilt für ein „Blade Runner“-Werk aus der Feder von Julian Wangler. Dann ist mir noch eine Arbeit von Jim Taylor aufgefallen. Die Übersetzung zu „Hume über Wunder“ ist daher ebenfalls aufgenommen. So, jetzt ist das „Kabinett der Phantasten“ in der Bearbeitungsschlange. Zehn Ausgaben kommen in Kürze …
Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
Wer an phantastische Geschichten denkt, hat meist sofort epische Schlachten mit Drachen, intergalaktische Raumschiffe oder schaurige Spukhäuser vor Augen. Doch diese Phänomene sind keineswegs isolierte Inseln der Popkultur. In der modernen Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft werden sie unter einem gemeinsamen, mächtigen Dach zusammengefasst: dem Metagenre der Fantastik (in der akademischen Tradition oft auch Phantastik geschrieben).
Ein Metagenre – auch als Makrogattung bezeichnet – beschreibt eine übergeordnete Strukturebene. Sie vereint verschiedene Einzelgenres, weil diese eine fundamentale, erzählerische Gemeinsamkeit teilen. Im Fall der Fantastik ist dies der bewusste, strukturelle Bruch mit den Gesetzen unserer empirischen, alltäglichen Wirklichkeit. …
„Fantastia Nr. 72-73“ mitsamt den relevanten Artikeln wurde aufgenommen. Die Besprechung habt ihr ja schon geliefert bekommen. Neu auch die Jahrbücher der Karl-May-Gesellschaft für die Jahre 2024 und 2025. Für 2024 ist ein relevanter Artikel von Friedhelm Schneidewind beinhaltet. Dann noch ein Krimi-Leitfaden mit Science-Fiction-Bezug eines Artikels darin. Das Buch zur künstlichen Intelligenz wurde als begleitende Literatur aufgenommen. Ein Katalog der Antiquare ist dabei und zuletzt ein Buch zur griechischen Mythologieforschung in dem die Medea-Mythen behandelt werden. Eine ziemliche Mischung, aber das zeigt die Vielfältigkeit der fantastischen Literatur eben. Das Buch zur Mythologieforschung und das Jahrbuch von 2025 liegen aber in den Veränderungen, da sie schon ein bisschen früher als „gesuchte“ Ausgaben aufgenommen wurden …
Die Landschaft der phantastischen Literatur in Deutschland wird seit Jahrzehnten nicht nur von großen Publikumsverlagen geprägt, sondern auch von einer hochengagierten Independent-Szene. Eine der beständigsten und kulturhistorisch wertvollsten Säulen dieser Bewegung ist die Reihe „Fantasia“, herausgegeben vom Ersten Deutschen Fantasy Club e.V. (edfc). Bei dem vorliegenden Objekt „Fantasia 72-73“ handelt es sich um eine typische Doppelnummer dieser als Taschenbuch erscheinenden Anthologie- und Magazinreihe, die eine Brücke zwischen anspruchsvoller Fan-Kultur (Fandom) und akademischer Literaturwissenschaft schlägt. …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.