Kategorie: Artikel, Essays und Kurztexte zur Phantastik

Artikel, Essays und Kurztexte zur Phantastik #2: Suvin, Darko: Nachwort in: Strugatzki: Die Schnecke am Hang

Suvin, Darko: Nachwort in:
Arkadi und Boris Strugatzki
Die Schnecke am Hang
Suhrkamp, Frankfurt/Main (1994)
ISBN 9783518387993
Die Entwicklung der erzählenden Prosa und …

Hier haben wir ein schönes Beispiel dafür, dass man, will man richtige Ergebnisse anbieten, nicht einfach voraussetzen kann, das alles so ist wie vermutet …


Bei der Erstellung des „Index zur deutschsprachigen Sekundärliteratur in der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp“ hatte ich das Problem, dass ich leider nicht alle Bücher körperlich vorliegen hatte. So auch dieses, welches 1994 erschien. Diese Texte erschienen jedoch schon einmal in der Verlagsreihe und der Reihennummer PhB 13 im Jahre 1978. Laut Anmerkung einer ansonsten sehr kompetenten Person ging ich davon aus, dass die Nachwörter in beiden Ausgaben gleich wären. Dann fiel mir zufälligerweise das Taschenbuch in die Hand und der Vergleich ergab doch einige Abweichungen. Die Übersetzung war merklich anders, die Liste der Buchveröffentlichungen war um fünf Bücher erweitert worden und die Hinweise auf „Polaris 10“ fehlten in der ersten Version von 1978. Was ja auch einleuchtend ist, da Polaris 10 erst 1989 erschien. Somit war das Nachwort in der weiteren Ausgabe aktualisiert und ergänzt worden, und ich musste dieses Nachwort als eigene Version listen.

Die Strugatzkis verschmelzen diese Überlieferung mit den von Swift, Kafka, Lem und der englischen phantastischen Literatur (Lewis Caroll etwa) gelieferten Anregungen, und damit bieten sie dem Leser ein brillantes Wortkunstwerk – eine Mimikry des Jargons der Bürokraten und der Gelehrten, der Ausdrucksweise der Spießer und der Fanatiker, Ironie und Parodie, Umgangssprache und Neologismen. So betreiben sie ihre Polemik auf der höchsten literarischen Ebene und machen unwohnlich, was sie die „unbändigen Banalitäten“ des Genres nennen. …

Auszug 'Nachwort', Seite 257-281

Der Text ist an sich in zwei Teile unterteilt. Zunächst in „Die Entwicklung der erzählenden Prosa der Brüder Strugatzki“, in der anhand ihrer Buchveröffentlichungen in chronologischer Reihenfolge die literarische Entwicklung der Brüder  aufgearbeitet wird. Der zweite Teil, „zu >>Die Schnecke am Hang<< ist eine vertiefte Rezension des Werkes …

Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Arkadi und Boris Strugatzki
  • Die Schnecke am Hang
  • Suhrkamp, Frankfurt/Main (1994)
  • Suhrkamp Taschenbuch 2299
  • Phantastische Bibliothek 309
  • Taschenbuch
  • 288 Seiten
  • ISBN 9783518387993

Kleinster Preis: € 4,16, größter Preis: € 39,90, Mittelwert: € 8,71

(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • der Text ist die aktualisierte und ergänzte Version aus der Ausgabe Suhrkamp Taschenbuch 434, PhB 13 aus 1978

  • [Artikel] Arkadi und Boris Strugatzki in der WIKIPEDIA

Arkadi Natanowitsch Strugazki (auch Arkadij Strugatzki; russisch Аркадий Натанович Стругацкий, wiss. Transliteration Arkadij Natanovič Strugackij; * 28. August 1925 in Batumi, Adscharische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik; † 12. Oktober 1991 in Leningrad) und Boris Natanowitsch Strugazki (auch Boris Strugatzki; russisch Борис Натанович Стругацкий, wiss. Transliteration Boris Natanovič Strugackij; * 15. April 1933 in Leningrad; † 19. November 2012 in Sankt Petersburg) waren zwei sowjetische Schriftsteller. Die Brüder schrieben gemeinsam eine Vielzahl von Romanen und gelten als die bedeutendsten Autoren der sowjetischen Phantastik. Ihre seit 1959 auch das Genre Science Fiction umfassenden Bücher sind in einer Gesamtauflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren erschienen und in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden.[

Auszug Artikel


  • [Artikel] „Die Schnecke am Hang“ in der WIKIPEDIA

«Die Schnecke am Hang» (russisch Улитка на склоне) ist ein Science-Fiction-Roman von Arkadi und Boris Strugazki. Im Frühjahr 1966 veröffentlichten die Strugazki-Brüder in der UdSSR. Die Originalausgabe erschien 1968 unter dem Titel „Ulitka na sklone“ und wurde als eines der Werkstücke auch in der Zeitschrift «Baikal» veröffentlicht. Der Roman hatte ein schweres Schicksal und wird erst 1972 vollständig im Ausland, die Deutsche Ausgabe erstmals 1978 veröffentlicht. …

Auszug Artikel


  • [im Blog] Darko Suvin meint …

Science Fiction ist (im Grunde) ein entfaltetes Oxymoron, eine realistische Irrealität, mit vermenschlichten Nichtmenschen, diesseitigen Jenseitswelten usw. Das hat nicht weniger zu bedeuten, als daß die SF – potentiell – den Raum für eine höchst wirksame Verfremdung abgibt, die durch das Pathos und das Prestige der grundlegenden Erkenntnisnormen unserer Zeit als gültig legitimiert wird. … u.a.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


Die letzten 3 Artikel:


Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Artikel, Essays und Kurztexte zur Phantastik #1: Lovecraft: Der Dissonanz-Faktor in der phantastischen Literatur in: Lovecraft: Stadt ohne Namen

Mosig, Dirk W. – Lovecraft: Der Dissonanzfaktor in der phantastischen Literatur in:
Seite 278-300

H. P. Lovecraft
Stadt ohne Namen
Suhrkamp, Frankfurt/Main  (1997)
ISBN 9783518392560
Die kognitive Dissonanztheorie angewendet

Heute das erste Mal, dass nicht ein Buch im Zentrum eines Hinweises in meinem Blog steht, sondern ein Essay selbst. Für mich scheint das zielführender und konsequenter zu sein, als der Hinweis auf ein Buch voller Primärliteratur mit einem oder zumindest wenigen, untergeordneten sekundärliterarischen Texten. Also…


Der Text sollte doch einiges an Bekanntheit erlangt haben. Dirk W. Mosig wendet darin Leon Festingers kognitive Dissonanztheorie auf die phantastische Literatur an und insbesondere hier auf die Literatur H. P. Lovecrafts.
Der Aufsatz erschien unter dem Originaltitel „Lovecraft: The Dissonance Factor in Imaginative Literature“ 1979 in „The Platte Valley Review 7, No. 1 auf  Seite 129-144. Dirk W(alter) Mosig widmete sich als Philosoph vor allem 1971 -1979 hauptsächlich Studien zu Lovecraft und wurde zu einem der führenden Lovecraft-Kenner mit unzähligen Veröffentlichungen über ihn. Der vorliegende Aufsatz wurde von Michael Walter in Deutsche übersetzt …

Lovecraft, ein völlig Ungläubiger in Sachen Übernatürliches, schrieb seinen eigenen Typus „übernatürlicher“ Erzählungen für Ungläubige, und schaffte es, Dissonanz in Personen auszulösen, die die Geister und Phantome der traditionellen Schauerliteratur kaltgelassen hätten…

Auszug Aufsatz

Die kognitive Dissonanz bezeichnet in der Sozialpsychologie einen Gefühlszustand, der als unangenehm empfunden wird. Er entsteht, wenn sich zwei kognitive Elemente widersprechen und dadurch eine „Dissonanz“ entsteht. Der gegenständliche Aufsatz versucht also diese Dissonanztheorie auf Literatur anzuwenden.

Schlussendlich gelangt Mosig zu sieben Schlussfolgerungen:

  1. Gruselliteratur wie Lovecraft sie schrieb, hängt in ihrer Wirkung von einer Dissonanz ab, welche in der Durchkreuzung allgemeiner Erwartungen bezüglich Naturgesetzen resultiert.
  2. In der wirkungsvollen Gruselgeschichte wird diese Abweichung in einem Kontext extremer Wahrscheinlichkeiten präsentiert, um so eine bereitwillige Aufhebung des Zweifels zu erreichen.
  3. Obwohl die Leser einen „sicheren“ Nervenkitzel suchen, reduziert das Zuklappen des Buches  und das Betonen des fiktionalen Charakters die Dissonanz nicht restlos, ein Teil bleibt zurück und überdauert.
  4. Die wirkungsvolle Gruselgeschichte ruft einen Begleiteffekt des Schreckens oder der Furcht hervor, der an die Dissonanz gebunden ist, die aus einer Erwartungszerstörung resultiert, welche entweder die äußere Realität betrifft oder die Vorgeschichte oder Persönlichkeit des Lesers.
  5. Kennzeichen einer beunruhigenden Geschichte ist, dass sie als entscheidende Reize sowohl Elemente des Bekannten als auch des Unbekannten einschließt.
  6. Ein oneirischer Autor, dem seine Träume als Dissonanzquelle erscheinen, wird vielleicht versuchen, die Dissonanz zu verringern, indem er seine Träume in Kunst umwandelt und ihnen somit  jede objektive Bedeutung abspricht und
  7. Sowohl als Beobachter menschlichen Verhaltens wie als Philosoph lässt Lovecraft ungewöhnliche Einsicht erkennen, sieht man seine Bemerkungen im Rahmen der Dissonanztheorie.

Mosig schließt:

An dieser Stelle sollte es einleuchten, dass die kognitive Dissonanztheorie einen exzellenten Rahmen abgibt, um die Wirkung bestimmter Werke der phantasticshen Literatur zu untersuchen und zu verstehen, und um manche der literarischen, psychologischen und philosophischen Einsichten eines ihrer Hauptexponenten zu reinterpretieren …

Auszug Aufsatz

Alles in allem ein interessanter Artikel, der in seiner Wirkung auch stellvertretend für die große Masse der Essays in der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp stehen kann …

Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • H. P. Lovecraft
  • Stadt ohne Namen
  • Horrorgeschichten
  • Suhrkamp, Frankfurt/Main (1997)
  • Suhrkamp Taschenbuch 2756
  • Phantastische Bibliothek Suhrkamp 346 (auch 52)
  • Taschenbuch
  • 320 Seiten
  • ISBN 9783518392560

Kleinster Preis: € 1,41, größter Preis: € 375,52, Mittelwert: € 12,00

(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • keine

  • [Artikel] „kognitive Dissonanz in der WIKIPEDIA

Kognitive Dissonanz bezeichnet in der Sozialpsychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand. Er entsteht dadurch, dass ein Mensch unvereinbare Kognitionen hat (Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten). Kognitionen sind mentale Ereignisse, die mit einer Bewertung verbunden sind. Zwischen diesen Kognitionen können Konflikte („Dissonanzen“) entstehen. …

Auszug Artikel


  • [Artikel] Leon Festinger in der WIKIPEDIA

Leon Festinger (* 8. Mai 1919 in New York City; † 11. Februar 1989 ebenda) war ein US-amerikanischer Sozialpsychologe, der hauptsächlich durch seine Theorie der kognitiven Dissonanz, die Theorie des sozialen Vergleichs und seine Experimente bekannt wurde. …

Auszug Artikel


  • [Downlaod] Die „Theorie der kognitiven Dissonanz“ – fruchtbar oder obsolet? – von Cornelia Mothes – auf researchgate.net

Der vorliegende Aufsatz unternimmt den Versuch, die einst für die Kommunikationswissenschaft höchst relevante „Theorie der kognitiven Dissonanz“ des Sozialpsychologen Leon Festinger erneut ins wissenschaftliche Bewusstsein zu rücken. …

Auszug Artikel


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