Schlagwort: Schauerliteratur

Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #29 – Schrecken als ästhetische Ware: Kirde, Kalju – Führer durch die klassische Weird Fiction

Kirde, Kalju
Führer durch die klassische Weird Fiction
Lindenstruth, Giessen (2008)
ISBN 3934273882
 
Ein Meilenstein der unheimlichen Phantastik – Kalju Kirdes Wegweiser durch die Weird Fiction …
 
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Die unheimliche Phantastik ist heute aus der modernen Populärkultur nicht mehr wegzudenken. Doch das Fundament für das Verständnis dieses Genres im deutschsprachigen Raum wurde bereits vor Jahrzehnten gelegt. Mit dem „Führer durch die klassische Weird Fiction“ von Kalju Kirde, veröffentlicht im Lindenstruth Verlag im Jahr 2008, lag die erste umfassende Literaturgeschichte dieser Gattung in deutscher Sprache vor. Der Text bietet einen faszinierenden, historisch wertvollen Einblick in eine literarische Strömung, die lange Zeit im Verborgenen blühte. …

Der Autor: Ein Pionier des Unheimlichen

Um das Werk angemessen zu würdigen, ist ein Blick auf den Verfasser unerlässlich. Kalju Kirde erlangte bleibende Bedeutung als Herausgeber der legendären Reihe „Bibliothek des Hauses Usher“ im renommierten Insel Verlag. In dieser Funktion leistete er unschätzbare Pionierarbeit und brachte anspruchsvolle phantastische Literatur einem breiteren Publikum näher. Kirde war kein distanzierter Theoretiker, sondern ein leidenschaftlicher Kenner, dessen profundes Wissen und sicheres Gespür für literarische Qualität das Genre im Nachkriegsdeutschland maßgeblich prägten.

Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund

Besonders eindrucksvoll ist der zeitliche Kontext der Entstehung: Kalju Kirde verfasste diesen Leitfaden bereits im Jahr 1966. Die „Bemerkungen über Weird Fiction“ erschienen in den Nummern 8, 9 und 10 des Quarber Merkur von Franz Rottensteiner. Die historische Isolation spiegelt sich auch in der  Publikationsform wider: Der Text erschien nicht in einem etablierten Verlag, sondern in einem Amateur-Magazin. Er entsprang somit direkt der damaligen Fanzine-Kultur – einer engagierten Subkultur von Enthusiasten, die sich abseits des literarischen Mainstreams bewegten.
Zu jener Zeit war die literarische Landschaft in Deutschland bezüglich der angelsächsischen unheimlichen Phantastik weitgehend ein unbeschriebenes Blatt. Namen wie H. P. Lovecraft, Clark Ashton Smith oder William Hope Hodgson, die heute Kultstatus genießen, waren damals hierzulande nahezu gänzlich unbekannt.
Die zeitliche Entwicklung von der Veröffentlichung in einem Amateur-Magazin bis hin zur ersten geschlossenen Buchausgabe im Jahr 2008 verdeutlicht eindrucksvoll, wie sich die Weird Fiction von einer belächelten Nische zu einer anerkannten literarischen Strömung gewandelt hat.
 

Inhaltliche Analyse und literarischer Wert

Kirdes literaturgeschichtlicher Streifzug zeichnet sich vor allem durch seine Zugänglichkeit aus. Er erzählt anschaulich von der Entwicklung des Genres und stellt dabei sowohl die großen Wegweiser als auch weniger bedeutende Autoren und deren Werke detailliert vor. Dies geschieht völlig ohne akademischen Dünkel, ist jedoch höchst unterhaltsam und informativ gestaltet.
Dass diese Arbeit weit mehr als nur ein historisches Kuriosum ist, betont auch der bekannte Experte Franz Rottensteiner im Vorwort der vorliegenden Ausgabe. Er attestiert Kirdes Ausführungen eine bleibende Aktualität:
 
… Auch vom heutigen Stand der wissenschaftlichen Forschung gesehen findet man in diesen Ausführungen allerlei, das dank seiner klaren und eindeutigen Aussageweise und dem sicheren Urteilsvermögen als Richtschnur zur Lektüre und nützliche Anleitung zur näheren Beschäftigung mit der phantastischen Literatur dienen kann. …Franz Rottensteiner, Vorwort
 
Damit bietet das Werk gerade interessierten Laien eine verlässliche und klare Orientierungshilfe, um die historischen Verästelungen des Unheimlichen zu durchdringen.

Hochwertige Ausstattung der Neuausgabe

Die im Jahr 2008 vom Lindenstruth Verlag vorgelegte Erstausgabe in Buchform wertet Kirdes historischen Text durch eine wissenschaftlich und ästhetisch gelungene Ausstattung auf. Der Neuausgabe wurden Abbildungen seltener Buchumschläge beigegeben, die den Geist der damaligen Epoche visuell einfangen. Darüber hinaus machen eine präzise Bibliographie sowie ein umfassender Personenindex das schmale Werk zu einem vollwertigen, praktischen Nachschlagewerk für die eigene Bibliothek.

Fazit und Kernaussage

Für interessierte Laien bietet dieser Führer den perfekten roten Faden durch die klassische Weird Fiction. Die zentrale Kernaussage ist leicht verständlich: Die unheimliche Phantastik ist kein modernes Phänomen, sondern eine historisch tief verwurzelte Kunstform, deren Entdeckung im deutschsprachigen Raum Männern wie Kalju Kirde zu verdanken ist. Seine Mischung aus profundem Urteilsvermögen und lebendiger Erzählweise macht das Buch zu einer Pflichtlektüre für jeden Phantastik-Liebhaber …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Kirde, Kalju
  • Führer durch die klassische Weird Fiction
  • Lindenstruth, Giessen (2008)
  • Paperback
  • erweiterte Neuausgabe
  • 195 Seiten
  • Zusatz
  • ISBN 3934273882
Preisangaben Eurobuch (mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)
derzeit aber antiquarisch vergriffen
  • keine
  • Wikipedia: Eintrag Kalju Kirde

Onlinequelle …
Bedeutung: Zugang zu kurzer Lebensbeschreibung und Klarnamen (Kalju Frisch) …
Quelle: Wikipedia - Kalju Kirde

  • Buchquelle: Lexikon der phantastischen Literatur – Rein A. Zondergeld, Weibrecht, Stuttgart (1998), Eintrag Kalju Kirde, Seite 194
    Bedeutung: Lexikoneintrag zu Kalju Kirde …
    Sekundärliteratur …
    225090 {225090:RC42UMVH} 1 technische-universitat-dresden-medienwissenschaft-und-neuere-deutsche-literatur-note 50 default 1 1 1 1 45224 https://sebesta-seklit.net/wp-content/plugins/zotpress/
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    Rein A. Zondergeld, Holger E. Wiedenstried: Lexikon der phantastischen Literatur. Stuttgart/Wien/Bern: Weitbrecht Verlag in K. Thienemanns Verlag 1998. 1
    Quelle: Zotero-Webpage (t.sebesta's Library)

  • Sekundärquelle: Bibliothek des Hauses Usherphantastik-literatur.de

Sekundärliteratur …
Bedeutung: Hintergrundinformationen zur verlegerischen Tätigkeit von Kalju Kirde im Insel Verlag. …Quelle: phantastik-literatur.de


siehe auch (Auszug):


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Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.

 

Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #28 – Schrecken als ästhetische Ware: Das Kabinett der Phantasten

Postma, Dr. Heiko (Hrsg.)
Kabinett der Phantasten
JMB, Hannover ( ab 2010)
 
Schattenrisse des Unheimlichen: Eine literaturwissenschaftliche Betrachtung der Buchreihe
 
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Die Wiederentdeckung und Bewahrung klassischer phantastischer Literatur stellt eine der faszinierendsten Nischen des modernen Publikationswesens dar. Ein herausragendes Beispiel für dieses editorische Engagement ist die im JMB Verlag erscheinende Reihe Das Kabinett der Phantasten. Geprägt durch das Zusammenspiel von Verleger Jens Bolm und dem Herausgeber, Literaturwissenschaftler sowie Übersetzer Dr. Heiko Postma, widmet sich dieses ambitionierte Projekt der systematischen Aufarbeitung von Meisterwerken der Schauerliteratur, der Phantastik und der unheimlichen Belletristik vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
Der folgende Essay analysiert das literarische und konzeptionelle Profil dieser Reihe, beleuchtet den historischen Hintergrund und untersucht die besondere Rolle der wissenschaftlichen Kommentierung für das Lesepublikum. …

 

Das konzeptionelle und visuelle Profil der Reihe

Wie in den Abbildungen exemplarisch zu sehen ist, zeichnet sich das Kabinett der Phantasten durch ein strenges, unverwechselbares Gestaltungsprinzip aus: Ein tiefschwarzer Hintergrund kontrastiert mit signalroten Textfeldern, während das Verlagslogo unten rechts in einem roten Blutstropfen platziert ist. Dieses visuelle Erkennungsmerkmal spiegelt den inhaltlichen roten Faden der Reihe wider: die Erkundung der dunklen, abgründigen Seiten der Weltliteratur.
Jedes Bändchen ist als handliches Softcover konzipiert und umfasst eine einzige, vollständige Erzählung oder Novelle. Ein zentrales Strukturprinzip der Reihe lautet dabei: Jeder Autor und jede Autorin ist im Gesamtkatalog nur ein einziges Mal vertreten. Durch diese selbstauferlegte Beschränkung entfaltet sich ein beispielloses, internationales Panorama des Phantastischen, das Monotonie konsequent vermeidet.
 
Sie können sich schon einmal darauf gefaßt machen, daß die Geisterstunden, die Sie im »Kabinett der Phantasten« verbringen, alles an Schauer und Grusel, Unheimlichem und Übersinnlichem, Magischem und Spukhaftem bieten werden, was man nur herbeiführen kann.…
 

Phantastik als literarischer Raum: Warum eine Reihe wie diese sinnvoll ist

Phantastische Literatur ist ein Sammelbegriff: Er umfasst Schauererzählungen, Gespenstergeschichten, okkulte und dämonologische Texte, Traum- und Wahnsinnserzählungen, Weird Fiction sowie Übergänge zur frühen Science-Fiction. Diese Texte arbeiten oft mit einem Kernverfahren: Sie erzeugen eine Irritation im Wirklichkeitsverständnis.
Für die Literaturwissenschaft ist das Phantastische nicht nur ein „Genre“, sondern eine ästhetische Strategie. Sie zeigt sich typischerweise in drei Konstellationen:
  1. Das Unheimliche im Vertrauten: Ein scheinbar alltäglicher Raum kippt in eine bedrohliche Mehrdeutigkeit.
  2. Grenzbereiche der Wahrnehmung: Traum, Halluzination, Krankheit, Trance oder Obsession werden erzählerisch ernst genommen.
  3. Konflikt zwischen Rationalität und Übersinnlichem: Erzählungen halten bewusst offen, ob eine übernatürliche Erklärung „wahr“ ist oder ob sich alles psychologisch deuten lässt.
Gerade in dieser Schwebe liegt die kulturelle Bedeutung des Feldes: Phantastik reagiert oft auf historische Spannungen – etwa auf den Konflikt zwischen Aufklärung und Religion, zwischen Wissenschaftsglauben und metaphysischem Bedürfnis, oder auf Krisenerfahrungen moderner Gesellschaften.
 

Historischer Hintergrund: Von der Romantik zur Moderne – und warum das 19. Jahrhundert nachwirkt

Viele Texte, die in Reihen wie „Das Kabinett der Phantasten“ erscheinen, sind ohne ihren historischen Resonanzraum nur halb zu verstehen.

3.1 Romantik und Schauer

Im frühen 19. Jahrhundert entsteht im deutschsprachigen Raum (und parallel in England und Frankreich) eine Literatur, die das Dunkle, Irrationale und Nachtseitige als Gegenpol zur aufklärerischen Vernunft betont. Die Romantik kultiviert die Idee, dass die Welt mehr ist als das Messbare: Rätsel, Symbol, Traum und Mythos werden zu legitimen Erkenntnisformen.

3.2 Industrialisierung, Urbanisierung, Moderne

Spätere Phantastik spiegelt dann die Erfahrung der Moderne: Großstadt, beschleunigter Alltag, technische Umwälzungen, neue medizinische und psychologische Wissensbestände. Das „Monströse“ kommt nun häufig nicht mehr aus Burgruinen, sondern aus dem Inneren: aus Zwangsvorstellungen, Sucht, Begehren, gesellschaftlichem Druck.

3.3 Fin de Siècle und Décadence

Um 1900 gewinnt eine Ästhetik an Bedeutung, die besonders gut zur Phantastik passt: Décadence und Symbolismus. Hier werden Grenzerfahrungen stilisiert, Künstlichkeit und Verfeinerung betont, gleichzeitig aber auch Verfall, Müdigkeit und moralische Ambivalenz. Viele klassische unheimliche Erzählungen – etwa über Vampire, Doppelgänger, gefährliche Artefakte oder verführerische Fremdheiten – werden in diesem Klima neu geprägt.
Die Reihenkonzeption des JMB Verlags ist (so lässt sich literaturhistorisch lesen) eine Antwort auf genau diese langen Traditionslinien: Sie macht sichtbar, dass „phantastische Literatur“ nicht erst mit modernen Popkulturen beginnt, sondern tief in der europäischen Literaturgeschichte verwurzelt ist.
 

Die zeitliche Entwicklung der Reihe

Seit dem Start des Projekts hat das Kabinett der Phantasten eine bemerkenswerte quantitative und qualitative Evolution vollzogen, die sich in Phasen unterteilen lässt:
  • Die Etablierungsphase (ab 2012): Die Reihe startete im JMB Verlag mit dem Ziel, eine bibliophile und zugleich erschwingliche Sammlung für Liebhaber klassischer Gruselliteratur aufzubauen. Die ersten Bände widmeten sich klassischen Eckpfeilern der Gattung.
  • Die Konsolidierung und das Jubiläum (bis ca. 2022): Die Verkaufszahlen und das öffentliche Interesse stiegen kontinuierlich. Mit dem Erreichen der magischen Grenze von Band 100 (Der gelüftete Schleier von George Eliot) festigte die Reihe ihren Status auf dem Buchmarkt. Die Gesamtauflage der Reihe bewegte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Marke von 20.000 Exemplaren zu. Zudem wurde die Reihe für den Sonderpreis des renommierten Vincent Preis nominiert.
  • Die Fortführung in die Gegenwart (2026): Mittlerweile umfasst der Katalog weit über 120 Bände. Die Reihe integriert zunehmend auch komplexere, psychologische Strömungen der Phantastik des frühen 20. Jahrhunderts (unter anderem mit Werken von Marjorie Bowen und Ellen Glasgow) und beweist damit eine anhaltende editorische Vitalität.

Der editorische Zugriff: Edition und Übersetzung

Herausgeber und Übersetzerteam (soweit öffentlich dokumentiert)

Nach öffentlich verfügbaren Angaben wird die Reihe von Heiko Postma herausgegeben. Er ist zugleich als Übersetzer tätig, insbesondere aus dem Englischen und Niederländischen. Weitere Übersetzungsarbeiten werden – je nach Ausgangssprache – von verschiedenen Personen übernommen (u. a. für französische, russische, serbische und norwegische Texte). Das Übersetzerteam besteht  neben Heiko Postma (ENG/NL)auch aus Ulrich Klappstein (FR), Joachim Britze (RUS/SRB), Gabriele Haefs, Dörte Giebel (beide NOR) und Kristina Bedijs (ITA). Für Leserinnen und Leser ist das nicht nebensächlich: In der Phantastik entscheidet die Übersetzung oft darüber, ob das Unheimliche als „stilistisch altbacken“ oder als präzise literarische Spannung erfahrbar wird.
Wichtig ist dabei eine Einschränkung: Ohne Einsicht in die einzelnen Vor- und Nachworte sowie die Editionsrichtlinien kann man nicht pauschal beurteilen, wie stark die Bände wissenschaftlich kommentiert sind. Sicher ist jedoch: Der Anspruch, Texte systematisch zu kuratieren und in neuer Übersetzung zugänglich zu machen, ist bereits eine wesentliche kulturvermittelnde Leistung.
 

Die fundamentale Bedeutung der Nachwörter

Für eine literaturwissenschaftliche Einordnung ist das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der Reihe am Ende der einzelnen Bände zu finden: die ausführlichen Nachwörter. Diese meist vom Herausgeber Dr. Heiko Postma verfassten Essays heben die Bändchen aus dem Status reiner Unterhaltungsliteratur heraus. Sie bieten interessierten Laien einen leicht verständlichen, aber wissenschaftlich fundierten Schlüssel zur Textanalyse.
Die Nachwörter erfüllen dabei drei wesentliche Funktionen:
  1. Biografischer Kontext: Sie beleuchten die oft exzentrischen oder tragischen Lebensumstände der Autoren und zeigen auf, wie persönliche Krisen in die unheimlichen Erzählungen einflossen.
  2. Epochengeschichtliche Verortung: Die Essays erklären die literarischen Strömungen der Entstehungszeit – vom viktorianischen Geisterglauben über die deutsche Romantik bis hin zum Fin de Siècle – und machen so die zeitgenössischen Ängste der Gesellschaft sichtbar.
  3. Motivgeschichtliche Analyse: Postma schlüsselt die verwendeten literarischen Motive (wie das Doppelgängertum, die lebende Untote oder den Einbruch des Übernatürlichen in den Alltag) auf und erklärt deren Funktion innerhalb der Erzählstruktur.

Literarische Bedeutung: Was Leserinnen und Leser daraus gewinnen können

Für interessierte Laien liegt der Wert der Reihe in drei Punkten:
  1. Zugang zu „vergessenen Klassikern“: Viele Texte der Phantastik sind kulturgeschichtlich prägend, aber nicht ständig im allgemeinen Sortiment präsent.
  2. Vergleichbarkeit und Leseweg: Eine Reihe schafft Orientierung. Wer Gefallen an einem Band findet, kann entlang des Programms weiterlesen, ohne jedes Mal neu „suchen“ zu müssen.
  3. Historische Tiefenschärfe: Die Texte zeigen, wie Gesellschaften Angst, Schuld, Begehren oder Fremdheit erzählen – und wie sich diese Erzählweisen wandeln.
Phantastik ist damit auch ein Spiegel: Sie verrät häufig weniger über „echte Gespenster“ als über menschliche und gesellschaftliche Konflikte. Gerade deshalb eignet sie sich ausgezeichnet, um Literatur nicht nur als Unterhaltung, sondern als kulturelles Gedächtnis zu verstehen.
 

Fazit: Kernaussage

Das Kabinett der Phantasten“ ist als Reihe des JMB Verlags literaturgeschichtlich bedeutsam, weil sie klassische phantastische Texte systematisch sammelt, kuratiert und (oft) neu übersetzt. Sie macht sichtbar, dass Phantastik eine lange Tradition besitzt, die von romantischen Nachtseiten über die Moderne bis zu frühen Formen der Weird Fiction reicht. Indem die Reihe diese Texte in einer konsistenten Form zugänglich hält, leistet sie Kulturvermittlung: Sie bietet interessierten Leserinnen und Lesern einen geordneten, seriösen Einstieg in ein literarisches Feld, dessen Reiz gerade in der produktiven Verunsicherung der Wirklichkeit liegt.
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Postma, Dr. Heiko (Hrsg.)
  • Kabinett der Phantasten
  • derzeit 126 Ausgaben
  • JMB Verlag, Hannover (ab 2010)
  • Heft, kartoniert
  • variabel
  • ISBN vorhanden
im Verlagsshop pro Heft 9,00 Euro + Versandkosten

Innerhalb Deutschlands: 3,50 €
Innerhalb Europas: 5,00 €
weltweit: 10,00 €

  • Die Bände erscheinen unregelmäßig ca. 5-8x pro Jahr
  • veschiedenste Auflagen
  • JMB Verlag – Offizielle Website

Onlinequelle …

Bedeutung: Programm/Produktseiten zur Reihe „Kabinett der Phantasten“

Quelle: JMB Verlag


  • Wikipedia: „Kabinett der Phantasten“

Onlinequelle …

Bedeutung: Überblick zu Reihe, Herausgeber, Übersetzern, Gestaltung; als Sekundärquelle nützlich, aber mit Vorsicht zu prüfen

Quelle: Wikipedia


  • Dr. Heiko Postma – Offizielle Webseite des Herausgebers

Onlinequelle …

Bedeutung: Detailreiche Dokumentation aller erschienenen und in Vorbereitung befindlichen Bände (inklusive Inhaltsangaben und Editionsdetails zu den Folgebänden ab Band 121)

Quelle: Webpräsenz …


  • Schöne Bücher Netzwerk – Fachbericht: „99-mal Gänsehaut satt“

Onlinequelle …

Bedeutung: Wichtige Hintergrundquelle mit direkten Interviews von Verleger Jens Bolm zur Editionsgeschichte, zu Verkaufszahlen, zur Zielgruppenausrichtung und zur gezielten Auswahl der Autoren.

Quelle: Schöne Bücher Netzwerk


  • Schöne Bücher Netzwerk – Branchenmeldung zum Verlagsjubiläum

Onlinequelle …

Bedeutung: Dokumentation des Erreichens von Band 100 als historischer Meilenstein der Reihe und Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Herausgeber.

Quelle: Schöne Bücher Netzwerk


  • Robots & Dragons (Artikel/Rezension zur Reihe, z. B. Band 120)

Onlinequelle …

Bedeutung: sekundäre Einordnung; als Pressestimme brauchbar, aber nicht primärwissenschaftlich

Quelle: JMB Verlag



siehe auch (Auszug):


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Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #27 – Schrecken als ästhetische Ware: Der Prager Golem – Bloch, Chajim

Chajim Bloch
Der Prager Golem
Benjamin Harz, Berlin (1920)
2. Auflage
 
Der Golem von Prag: Chajim Blochs Beitrag zur Modernisierung eines jüdischen Mythos …
 
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Von der Gestaltlosigkeit zur Ikone der Popkultur: Kaum eine Figur des jüdischen Mystizismus hat den Sprung in das moderne kollektive Gedächtnis so nachhaltig geschafft wie der Golem. Während der Begriff in biblischen Zeiten noch eine „ungeformte Masse“ oder einen „Embryo“ (Psalm 139:16) beschrieb, wandelte sich das Motiv über Jahrhunderte hinweg zu einem künstlichen Menschen aus Lehm. Einen entscheidenden Wendepunkt in dieser Entwicklung markiert das Jahr 1919. Chajim Bloch (geboren am 27. Juni 1881 in Nagybocskó, Österreich-Ungarn; gestorben am 23. Januar 1973 in New York) war ein bedeutender chassidischer und kabbalistischer Rabbiner, Publizist und Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Vermittler der jüdischen Mystik und Folklore im deutschsprachigen Raum des frühen 20. Jahrhunderts. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine literarischen Bearbeitungen osteuropäischer jüdischer Sagen – allen voran der Legende um den Golem von Prag. Mitten in den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er sein Werk „Der Prager Golem: Von seiner ‚Geburt‘ bis zu seinem ‚Tod‘“ in Wien. Bloch schuf damit kein rein fiktionales Werk, sondern sammelte, sichtete und systematisierte die verstreuten mündlichen und schriftlichen Sagen des Prager Ghettos. Dieses Essay analysiert die historische Entwicklung des Golem-Mythos, die spezifische Struktur von Blochs Erzählungen und dessen Bedeutung für das Verständnis moderner Schöpfungsmythen. …


Die zeitliche Entwicklung: Vom Ritual zur Rettungsfigur

Die Transformation des Golems vollzog sich nicht abrupt, sondern in klar abgrenzbaren historischen Phasen. Um Chajim Blochs Werk in seiner Tragweite zu verstehen, muss diese Evolution chronologisch nachvollzogen werden: …

… In seinem bekannten Roman „Der Golem“ sagt Gustav Meyrink: „Ich kann freilich nicht wissen, worauf sich die Golemsage zurückführen läßt, daß aber irgend etwas, was nicht sterben kann, in diesem Stadtviertel sein Wesen treibt und damit zusammenhängt, dessen bin ich mir sicher …Auszug aus dem Vorwort

Die zeitliche Entwicklung: Vom Ritual zur Rettungsfigur

Die Transformation des Golems vollzog sich nicht abrupt, sondern in klar abgrenzbaren historischen Phasen. Um Chajim Blochs Werk in seiner Tragweite zu verstehen, muss diese Evolution chronologisch nachvollzogen werden:

Spätantike und Frühmittelalter, 200–500 n. Chr.

Im Babylonischen Talmud wird die Erschaffung eines künstlichen Wesens als rein mystische, meditative Erfahrung beschrieben. Gelehrte nutzten das „Sefer Jezira“ (Buch der Schöpfung), um Gott durch die Kombination hebräischer Buchstaben nachzueifern. Das Wesen war stumm und diente keinem praktischen Zweck; die Schöpfung war ein Beweis spiritueller Reife.

Frühe Neuzeit: Der Golem als Diener, 1674

Die Erzählung verlässt den rein innerjüdischen Kreis. Der christliche Dichter Christoph Arnold beschreibt erstmals das Motiv eines Golems, der von polnischen Juden als stummer Hausdiener aus Lehm erschaffen wird. Hier taucht auch die Aktivierung durch das hebräische Wort „Emet“ (Wahrheit) auf der Stirn auf. Das Wesen wächst unaufhaltsam und droht seinen Schöpfer zu erdrücken – ein frühes Motiv der Hybris.

Die Romantik und die Verortung in Prag, 1808–1847

Die Brüder Grimm (1808) und Achim von Arnim popularisieren den Stoff im deutschsprachigen Raum. Ab den 1830er Jahren und manifestiert durch Wolf Pascheles‘ Textsammlung „Sippurim“ (1847) wird die Legende fest mit dem historischen Rabbiner Juda Löw (dem „Maharal von Prag“, ca. 1525–1609) und der Altneu-Synagoge verknüpft. Das Motiv verschiebt sich: Der Golem wird vom bloßen Hausdiener zum Beschützer des Ghettos gegen Ritualmordlegenden.

Chajim Blochs Anthologie, 1919

Mitten in einer Phase des aufflammenden Nationalismus und Antisemitismus in Europa veröffentlicht Chajim Bloch „Der Prager Golem“. Er formt aus disparaten Sagenfragmenten eine zusammenhängende, chronologische Biografie der Kreatur – von der Tongrube an der Moldau bis zur Einmauerung der Reste auf dem Dachboden der Synagoge.

Der Sprung in die Moderne, Ab 1920

Blochs Strukturierung bildet das Fundament für die moderne Popkultur. Paul Wegeners berühmter Stummfilm „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) und Karel Čapeks Theaterstück „R.U.R.“ (1920, welches das Wort „Roboter“ prägte) führen die Traditionslinie direkt in die moderne Science-Fiction und die Debatte um Künstliche Intelligenz.

Struktur und Inhalt bei Chajim Bloch

Chajim Blochs Verdienst liegt in der redaktionellen und erzählerischen Konsolidierung. Er präsentiert den Golem primär als „Ghetto-Heandl“ und Retter in der Not. Das Werk gliedert sich im Kern in fünf miteinander verwobene Motive:

  1. Die Notwendigkeit der Schöpfung: Im Prag des späten 16. Jahrhunderts sieht sich die jüdische Gemeinde ständigen Anfeindungen und unbegründeten Anschuldigungen ausgesetzt. Rabbi Löw erschafft den Golem (genannt Yossele) nicht aus persönlicher Eitelkeit oder wissenschaftlicher Neugier, sondern als Akt der kollektiven Selbstverteidigung.
  2. Das Schöpfungsritual: Bloch beschreibt detailliert die kabbalistische Prozedur. Gemeinsam mit einem Leviten und einem Kohen (Priester) formt Rabbi Löw den Lehm im Schein von Fackeln. Die Erschaffung nutzt die vier Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft) und wird durch das Umschreiten des Körpers und das Rezitieren präziser Buchstabenkombinationen vollzogen.
  3. Die Natur des Wesens: Der Golem ist physisch übermenschlich stark, besitzt jedoch keine Seele (Neschama) und ist unfähig zu sprechen. Er gehorcht den Befehlen des Rabbiners wortwörtlich – was oft zu humorvollen oder gefährlichen Missverständnissen führt. Er patrouilliert nachts im Ghetto, um unbemerkt unterschobene Leichen (die für Ritualmord-Anschuldigungen genutzt werden sollten) abzufangen.
  4. Die Katastrophe und die Deaktivierung: Wie in fast allen Iterationen des Stoffes gerät die Schöpfung am Ende außer Kontrolle. Als Rabbi Löw an einem Freitagabend vergisst, dem Golem seinen täglichen Auftrag zu erteilen, läuft dieser Amok und verwüstet das Ghetto. Der Rabbiner muss den Golem stoppen, indem er den belebenden Namen Gottes (oder den ersten Buchstaben des Wortes Emet, sodass Met = „tot“ übrig bleibt) entfernt.
  5. Der Verbleib: Die leblose Lehmmasse wird auf dem Dachboden der Prager Altneu-Synagoge versteckt. Bloch schließt mit der bis heute faszinierenden Legende, dass die Reste des Golems dort überdauern und der Dachboden für die Öffentlichkeit strengstens gesperrt bleibt.

Die Kernaussage für die Gegenwart: Das Golem-Paradoxon

Für die heutige Leserschaft transportiert Blochs Werk eine zeitlose, hochaktuelle Meta-Ebene. Der Golem steht sinnbildlich für das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie.

Das Golem-Paradoxon: Der Mensch erschafft ein Werkzeug, um eine existenzielle Schwäche auszugleichen (beim Golem die physische Verwundbarkeit des Ghettos; in der Moderne die Limitierung des menschlichen Geistes oder der Arbeitskraft). Doch das Erschaffene entwickelt durch seine inhärente Seelenlosigkeit und die starre Befehlstreue eine Eigendynamik, die den Schöpfer letztlich bedroht.

Bloch zeigt auf, dass Technologie und künstliche Schöpfungen ohne ethisches Fundament und ohne ständige menschliche Kontrolle unweigerlich destruktiv werden. Damit schlägt „Der Prager Golem“ die Brücke von einer frühneuzeitlichen jüdischen Schutz-Erzählung zu den modernen Fragestellungen der Ethik von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. …

 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Bloch, Chajim
  • Der Prager Golem
  • Von seiner „Geburt“ bis zu seinem „Tod“
  • Dr. Blochs Wochenzeitschrift, Wien (1919)
  • gebundene Ausgabe
  • Originlausgabe
  • 152 Seiten
  • 2. Auflage, Harz, Berlin (1920), 232 Seiten
Preisangaben Eurobuch (mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • Mit Vorwort von Chajim Bloch und einem Geleitwort von Hans Ludwig Held
  • 2. Auflage enthält zusätuzlich ein „Vorwort zur 2. Auflage“ von Chajim Bloch vom 11. Juli 1920
  • [Bloch, Chajim] Der Prager Golem: Von seiner „Geburt“ bis zu seinem „Tod“. Nach einer Handschrift bearbeitet. Wien 1919 ->

Relevanz:
Die untersuchte Primärquelle, welche die modernen Einzellegenden erstmals zu einer Gesamterzählung bündelte.Quelle: Goethe Universität, Freimann-Sammlung

  • [Dekel, Edan / Gurley, David Gantt] How the Golem Came to Prague. In: Jewish Quarterly Review, Vol. 103, No. 2, 2013, S. 241–258.

Relevanz:
Zentrale wissenschaftliche Arbeit zur Genese des Golem-Mythos und dessen Verortung im Prag des 19. Jahrhunderts.Quelle: Digitalisat der Hebrew University

  • [Gelbin, Cathy S.The Golem: From Enlightenment Monster to Artificial Intelligence. In: Bulletin of the German Historical Institute, No. 69, 2021/2022, S. 79–94.

Relevanz:
Hervorragende historische Kontextualisierung der Rezeption von Christoph Arnold (1674) bis hin zur Verknüpfung mit künstlichen Menschen.Quelle: Dokument des GHI Washington

  • [Fernández Urtasun, RosaFrom the golem to the robots: a visual evolution of a myth. In: Journal of Aesthetics & Culture, Vol. 16, 2024.

Relevanz:
Analysiert die visuelle und popkulturelle Weiterentwicklung des Stoffes nach Blochs Publikation (Wegener-Filme, Čapek).Quelle: Open-Access-Artikel bei Taylor & Francis

  • [Zdenek, Annie] Leo Perutz (1882-1957): Nachts unter der steinernen Brücke. In: Recherches germaniques, No. 41, 2011, S. 59–71.

Relevanz:
Sekundärliteratur zur Einbettung des Prager Golem-Stoffs in die Prager Literatur der Zwischenkriegszeit (u.a. Wolf Pascheles‘ „Sippurim“ von 1847).Quelle: Eintrag im OpenEdition Portal

siehe auch (Auszug):


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Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #26 – Schrecken als ästhetische Ware: Horror und Greuel in der französischen Prosa des 19. Jahrhunderts – Alfred Noe (Hrsg.)

Alfred Noe (Hrsg.)
Horror und Greuel in der französischen Prosa des 19. Jahrhunderts
Lang, Frankfurt/Main (1994)
ISBN 3631474814
 
Wiener Beiträge zur Komparatistik und Romanistik
 
Alfred Noe, widmet diesen Band der stilistischen Untersuchung französischer Prosa. Genauer gesagt französischer Horrorliteratur des 19. Jahrhunderts. Der zweisprachige Band (hier werden nur die deutschsprachigen Teile vorgestellt) versteht sich als Teil einer umfassenden Stilistik, deren Vorbilder deutsche und englische Horrorstücke sind. …

 
Die unzureichende Darstellung von Verbindungslinien zwischen wissenschaftlichen Analysen und literarischer Verarbeitung, zwischen der Biographie eines Autors und seinen Horrorerzählungen oder zwischen den psychischen Dispositionen verschiedenster Horror-Autoren waren auch Grund für dieses Buch …
 
Innerhalb dieser französischen Forschungsliteratur hat sich eine Trennung des Phantasticshen vom Zauberhaften durchgesetzt, womit sie – so richtig diese Unterscheidung auch sein mag, wie sich in der Folge auch zeigen wird – m.E. den übergeordneten Begriff für die aus der Realität entführende Literatur eingebüßt hat. In der Zusammenfassung dieser Tradition bei Jean-Lic Steinmetz wird das merveilleux (das sich vor allem durch eine zauberhafte Verwandlung und ein gutes Ende auszeichnet) vor dem Auftreten des fantastique situiert; in chronologischer Ordnung folgt dann das Genre der Science fiction (merveilleux scientifique). Zielführender, weil den wichtigen Gattungsbegriff des Phantastischen während, wäre m.E: eine Unterteilung in Schauriges (oder Unheimliches, wie Freud es bezeichnet) und Zauberhaftes.…
Auszug 'Einleitung', Seite 5-13
 
Wenn man sich mit der französischen Kurzprosa des 19. Jahrhunderts auseinandersetzen will, so  ist man mit diesem Buch gut beraten. Schließlich werden Charles Nodier, Musset, Gustave Flaubert, Barbey d’Aurevilly, Villiers l’Isle-Adam und Guy de Maupassant besprochen. …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Alfred Noe (Hrsg.)
  • Horror und Greuel in der französischen Prosa des 19. Jahrhunderts
  • Lang, Frankfurt/Main (1994)
  • Wiener Beiträge zur Komparatistik und Romanistik, Band 4
  • Broschiert, Klebebindung
  • 170 Seiten
  • ISBN 3631474814

derzeit antiquarisch leider nicht greifbar

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  • keine
  • [Artikel] Mag. Dr. Alfred Noe an der Universiät Wien

Noe studierte von 1971 bis 1980 Romanische Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Er habilitierte sich 1988 für das Fach Romanische Literaturen und 1996 für das Fach Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien. Im Jahr 1998 wurde er zum außerordentlichen Professor am Institut für Romanistik der Universität Wien ernannt. Von 2000 bis 2002 war er Leiter des Instituts für Romanistik und von 2009 bis 2014 stellvertretender Leiter desselben Instituts.[1] Er ist Übersetzer von Libretti für das Konzerthaus Wien, das Theater an der Wien und für die Salzburger Festspiele.…

Auszug Artikel


  • [Artikel] Horrorliteratur in der WIKIPEDIA

Der Begriff Horrorliteratur bezeichnet eine Literaturgattung, deren Gegenstand die Schilderung von angsteinflößenden und oft übernatürlichen Ereignissen ist. Dabei rücken überwiegend die grausigen Motive der Handlung (Monster, Untote, Dämonen, Entstellungen, Qualen etc.) in den Vordergrund bzw. Mittelpunkt. …

Auszug Artikel


  • [Artikel] Wege in die Gefilde der Angst – von Edwin Baumgartner – auf wienerzeitung.at

    • Horror seit der Antike.
    • Der Schauer wird in England erfunden.
    • Ohne Poe kein Symbolismus.
    • Ein Schloss muss es sein, oder zumindest ein großes Haus. Hauptsache, das Gemäuer ist alt. Ein unterirdischer Gang und eventuell ein Verlies helfen ebenfalls bei der Stimmungserzeugung. Denn darum geht es: Stimmung machen. Und zwar unheimlich unheimliche Stimmung. Davon lebt die Schauergeschichte. Ob es nun Horace Walpoles „Schloss von Otranto“ ist oder H. P. Lovecrafts „Ratten im Gemäuer“. Oder Witold Gombrowiczs „Die Besessenen“.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #25 – Schrecken als ästhetische Ware: Der Schauer(roman) – Mario Grizelj (Hrsg.)

Mario Grizelj (Hrsg.)
Der Schauer(roman)
Königshausen & Neumann, Würzburg (2010)
ISBN 9783826041990
 
Diskurszusammenhänge – Funktionen – Formen
 
Sonderbarerweise häuft sich derzeit die Sekundärliteratur der dunklen Phantastik auf meinem SUB. Hier haben wir ein Werk zum Schauerroman, der nach dem Rückentext, eines der dichtesten Darstellungsmodi der Moderne darstellt. Ist das so? …

 
Mario Grizelj hat in diesem Buch einige interessante Essays, von auch renommierten Persönlichkeiten, unter anderen von Hans Richard Brittnacher und Clemens Ruthner, zusammengefasst. Zum einen zum Thema Theorie/Modus und zum anderen zum Thema Form/ Genre. So zum Thema Theorie der Gespenster, Theorie der Literatur, Theorie der Liminalität oder Theorie des Vampirs – kurz ausgedrückt. Oder aber zur Verortung des Schreckens, zu Benedikte Naubert als Schauerromanautorin, zu Geister und Geheimbünde bei Schiller und Grosse, zum amerikanischen Untergrund, zu schottischen Verbrechenskarrieren und zur Macht der Emotionen…
 
In der vorliegenden Publikation geht es darum, an die begonnene aktuelle Schauerforschung anzuschließen. Dabei soll freilich deutlich werden, dass sich die aktuelle Forschung nicht täuscht, wenn sie marginalisierte Texte in den Vordergrund rückt. Es soll durch die einzelnen Texte sichtbar werden, dass und wie der Schauerroman nicht nur ein literarisches Genre, sondern zugleich und vor allem ein signifikantes Medium für die Darstellung von Realitätsentwürfen einer Gesellschaft und ihrer Kulturen ist. …
Auszug 'Vorwort: Die Klammer', Seite 7-10
 
Besonders werde ich mir die „Dunklen Mächte. Geister und Geheimbünde bei Schiller und Grosse“ von Stefan Andriopoulos ansehen. Der Vergleich zu Matthias Hurst in „Spannungsfeld der Aufklärung“ (hier im Blog) im Allgemeinen und zu „Bewältigungsstrategien: Schauerliteratur und Verschwörungstheorien“ (hier im Blog) wird interessant werden – denke ich. Außerdem wird mir Hans Richard Brittnachers „Zur Theorie des Vampirs oder Das Nachleben des Mythos in der Dichtung“ zur Ergänzung meiner „Vampir-Studien“ dienen. Auf jeden Fall ein Buch, in das ich einige Erwartungen setzte, auch wenn es schon etwas in die Jahre gekommen ist …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Mario Grizelj (Hrsg.)
  • Der Schauer(roman)
  • Diskurszusammenhänge – Funktionen – Formen
  • Königshausen & Neumann, Würzburg (2010)
  • Film-Medium-Diskurs, Band 27
  • Broschüre, Klebebindung
  • 304 Seiten
  • ISBN 9783826041990

Kleinster Preis: € 34,09, größter Preis: € 39,80, Mittelwert: € 39,80

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  • keine
  • [biographisches] Mario Grizelj auf uni-muenchen.de

Mario Grizelj hat Neuere deutsche Literatur und der Nordamerikastudien an der FU Berlin studiert, wurde 2007 an der LMU München mit einer Arbeit über ‚Experimentelle Prosa‘ promoviert und 2014 mit einer Studie zum Verhältnis von Religion und Literatur habilitiert.…

Auszug aus Literaturkritik.de


  • [Artikel] Medien der Gegen- und Meta-Anthropologie – von Mario Grizelj – auf literaturkritik.de

… An der Phantastik kann paradigmatisch der soziale Umgang mit Alterität beobachtet werden. Teufel, Geister und Vampire dienen als Konglomerate ausufernder Fremdheit, die imaginär, fiktional, poetologisch, darstellungs- und medientechnisch sowohl ausgereizt als auch domestiziert wird. …

Auszug Artikel


  • [Download] Ästhetik des Schreckens: der Schauerroman von Horace Walpole bis Ann

    Radcliffe – von Michael C. Frank – auf uzh.ch

Abstract: Dem Aufstieg des Schauerromans ging eine Neuentdeckung des Schreckens als affektive Quelle des ästhetischen  Genusses voraus, für die vor allem Edmund Burkes Theorie des Erhabenen wegweisend war. Am Beispiel Horace Walpoles lässt sich diese poetologische Aufwertung – und Umdeutung – des Schreckaffekts gut nachvollziehen, da Walpole sie mit Verweis auf die klassizistische Tragödientheorie explizit thematisiert. Zu berücksichtigen ist dabei ferner die politische Instrumentalisierung des Schreckens im Zuge der ’Grande Terreur’. Denn in der jakobinischen Schreckensherrschaft glaubten mehrere frühe Kommentatoren eine direkte Ursache für den Boom des Schauerromans im ausgehenden 18. Jahrhundert zu erkennen. Die Tatsache, dass die Kategorie der ’terreur’ um 1800 zwischen Poetik und Politik oszillierte, ist im vorliegenden Zusammenhang von einiger Bedeutung. Selbiges gilt für Radcliffes einflussreichen Versuch, zwischen ’terror’ und ’horror’ als zwei entgegengesetzten ästhetischen Prinzipien zu unterscheiden.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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