Seit November 2023 sind über 280 Artikel in deutscher Sprache entstanden … Continue reading „Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #19 – German SF Wiki – eine Chance?“

Trivialliteratur ist Unterhaltungsliteratur, die als einfach, allgemein verständlich und leicht zu erfassen angesehen wird. Die Bezeichnung wird auch gerne abwertend verwendet.

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Kenneth B. Woodgate sieht 1999 durch E. T. A. Hoffmann eine Möglichkeit zur Neufassung des Begriffs des Phantastischen. Das ist der Ausgangspunkt dieser Studie. Damit will Woodgate der selektiven und spärlichen Behandlung Hoffmanns entgegentreten …
In zwei Teilen gliedert Woodgate sein Werk über Hoffmanns Phantastik. Zunächst betrachtet er im ersten Teil Hoffmann und die moderne Phantastik in einem Forschungsbericht über den zeitgenössischen Diskurs über die Phantastik an sich und untersucht sodann die phantastische Erzählung „Klein Zaches“ im Speziellen. …
Ursprünglich wurde diese Arbeit konzipiert als gründliche Analyse von Hoffmanns Werken im Lichte zeitgenössischer Theorien des Phantastischen. Die Arbeit sollte folgende Frage beantworten: Warum hat sich Hoffmann so häufig des Phantastischen bedient? Das Ziel war also, die Funktion des Phantastischen innerhalb eines spezifischen geschichtlichen Rahmens zu bestimmen […] Die Absicht ist also nicht mehr die erschöpfende Analyse aller Werke Hoffmanns, auch nicht in erster Linie die Erstellung einer Reihe unabhängiger Analysen. Eher sind Texte nach Maßgabe ihrer Relevanz in Bezug auf das phantastische herangezogen worden. Manche Texte verwende ich also bei der Ausarbeitung meiner Theorie, andere werden im Lichte dieser Theorie analysiert. …
Auszug 'Einführung', Seite 9-13Im zweiten Teil steht die Phantastik Hoffmanns explizit im Brennpunkt der Betrachtung. Die Phantasie und das Phantastische in der europäischen Tradition, die Bedeutung des Wortes „fantastisch“ bei Hoffmann, das Phantastische als Prinzip literarischen Schaffens und der Einsatz des Phantastischen bei Hoffmann. Im Schlusskapitel resümiert er unter anderem:
Im Gegensatz zum Phantastischen, wie es von den meisten modernen Literaturwissenschaftlern verstanden wird, ist Hoffmanns Phantastik keine allumfassende Gattung, sondern ein rhetorischer Kunstgriff, der mehr oder weniger ausgeprägt im Text erscheinen kann, je nachdem, wie es die argumentativen Strategien voraussetzen. […] Hoffmann bedient sich des Wunderbaren, wie es sich das achtzehnte Jahrhundert hindurch und bis zur Romantik entwickelt hat. Aber gleichzeitig zeigt er die Grenzen seiner Gültigkeit auf, indem er es dem Realistischen gegenüberstellt. Er schöpft in seinen Werken aus den Idealen und Manifestationen der romantischen Bewegung, indem er sie als Quelle der Hoffnung darstellt. Doch gleichzeitig zeigt er ihre Mängel bei der Bewältigung einer nicht-romantischen Welt auf. …
Auszug 'Schluss', Seite 245-247Ein für mich interessantes und hilfreiches Buch, dass mir einiges zu Hoffmann offenbart hat. Natürlich ist die Hoffmann-Forschung zwischenzeitlich fortgeschritten, aber das Buch wirkt trotzdem nicht veraltet und ist für mich gut lesbar gewesen. …
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E. T. A. Hoffmann (eigentlich Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, * 24. Januar 1776 in Königsberg, Ostpreußen; † 25. Juni 1822 in Berlin) war ein bedeutender deutscher Schriftsteller der Romantik. Außerdem wirkte er als Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist.…
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann wurde am 24.1.1776 in Königsberg geboren. Sein Vater war Advokat. Nach dem Gymnasium in Königsberg studierte er von 1792-1795 Jura. Als Referendar arbeitete er 1796 in Glogau und 1798 in Berlin. Ab 1800 arbeitete er als Assessor in Posen, wurde strafversetzt nach Plozk in Polen.…
Heute kennen wir ihn hauptsächlich als Schriftsteller der Romantik: E. T. A. Hoffmann. Sein wohl berühmtestes Werk ist die Erzählung „Der Sandmann“, ein typisches Beispiel für romantische Schauerliteratur. Auch wenn J. W. von Goethe sich abwertend über Hoffmanns Werk äußerte, indem er es als „kranke“ Romantik bezeichnete, ließen sich von Hoffmann berühmte Autoren stilistisch inspirieren, so z. B. Poe, Dickens, Puschkin oder Dostojewski. Und für das berühmte Ballett „Der Nussknacker“ von Tschaikowski diente ein Märchen Hoffmanns als literarische Vorlage.…
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Hier wird die Frage nach der Integration des Phantastischen in den Erzählungen von Gustav Meyrink gestellt. Dass diese Erzählungen phantastich-grotesk sind, steht außer Frage, es stellt sich die Frage nach dem WIE. …
Der Text hat es immerhin in die Literaturliste von „H. P. Lovecraft, Das übernatürliche Grauen in der Literatur„, Golkonda Verlag, 2014 geschafft. Schödel zieht unter anderem darin die zeitgenössischen Stimmen über Gustav Meyrink heran, um die inneren und äußeren Geheimnisse seiner großen Erfolge zu analysieren. Sehr interessant ist dabei die kritische Darstellung der Sekundärliteratur zu Meyrink, in der für Schödel H. Sperber eine Sonderstellung einnimmt („Motiv und Wort bei G. Meryink“, Leipzig 1918) …
Die Motivenkonstanz im Werk G. Meyrinks kann bei dieser Gelegenheit schon besonders hervorgehoben werden, bedarf aber einer weitergehenden Interpretation, die über das Psychologische hinausführt und die Betrachtung der Motivüberlieferung bzw. des Klischees mit einbezieht.
Die Eigenart des Meyrinkschen Werkes hat bei Sperber zur Ausbildung und Demonstration einer neuen Methode verholfen, die gerade im Bereich der phantastischen Literatur sehr gut zu praktizieren war.
Die Zusammenhänge zwischen der Sperberschen Methode und den Methoden der Psychoanalyse in ihrer Anwendung auf die Geistesgeschichte sind deutlich und für die Zeit symptomatisch. …
Auch Florian F. Marzin – in „Okkultismus und Phantastik in den Romanen Gustav Meyrinks“, Essen (1986) (hier im Blog) – erwähnt Schödels Dissertation im Zusammenhang mit der aufgeworfenen Behauptung, das Werk Meyrinks wäre Trivialliteratur bzw. stünde dieser sehr nahe. Er geht dort aber nicht explizit auf diese Behauptung ein. Interessant ist auch die Bibliographie und das Literaturverzeichnis, welche Schödel der Dissertation mitgibt. Insbesondere die Abteilung „Sekundärliteratur“ gibt einiges her. …
derzeit antiquarisch leider nicht greifbar
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Gustav Meyrink (eigentlich Gustav Meyer, manchmal fälschlich auch als G. Meyrinck aufgeführt, * 19. Januar 1868 in Wien; † 4. Dezember 1932 in Starnberg) war ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer. …
Gustav Meyrink gilt als phantasievoller, erfolgreicher, okkultistischer und romantischer Erzähler, der besonders von E. T. A. Hoffmann und E. A. Poe beeinflusst wurde. Seine in farbiger Sprache geschriebenen Romane und Novellen, besonders aus gespenstisch-hintergründigen Atmosphäre des alten Prag, stellen Grotesk-Absurdes und Mystisch-Unheimliches nebeneinander, mischen schwermütigen Ernst, grausige Vision, ironischen Scherz und bittere Satire gegen Spießertum, Heuchelei und Bürokratie der Jahrhundertwende des 20. Jahrhundert.…
Gute Prosa ist rar. Wer in der ungebundenen Rede nicht nur auf eine rührende, spannende, erschütternde, ergreifende, transzendierende Erzählung hofft, sondern auch auf jenen Klang, jenes sich Einbrennende, das das Sprachkunstwerk Literatur überhaupt erst zum Kunstwerk macht, der bewegt sich in dünn besiedelten Gefilden. Bei Franz Kafka finden sich solche Momente, bei Friedrich Hölderlin und bei Hermann Melville, auch Hans Henny Jahnn und Novalis kann man hier nennen. Über allen aber thronen zwei Texte, jeweils einer aus den beiden bisher vollendeten Jahrhunderten des Romans, die in ihrer ganz eigenen Qualität hinter sich lassen, was die üppige Romanproduktion ansonsten hervorgebracht hat: Georg Büchners „Lenz“-Fragment und Gustav Meyrinks „Der Golem“. …
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Und noch ein Buch zur kontrafaktischen Geschichte. Dieses Mal eines, welches diesen Aspekt der phantastisschen Literatur in seiner Entwicklung nachzeichnet. Auch eine wunderschöne Ergänzung zum angeschnitten Thema…
Sowohl im Verlauf der Zeit – also von der Antike bis in die heutige Zeit geht der eine Bogen, den das Buch schlägt. Natürlich auch in der Literatur in ihren verschiedensten Phasen und hier auch in der Steampunkliteratur. Danach wird der uchronische Film betrachtet und auch das urchronische Design als Steampunkdesign …
Uchronie ist heute ein riesiges Phänomen, das große Teile der Populärkultur erfasst hat. Sie trotzig abzulehnen oder noch trotziger zu ignorieren könnte für Historiker nur heißen, einen weiten und wachsenden Bereich der Geschichtskultur zu missachten. Die eigentliche Frage für die Geschichtswissensschaft ist schon lange nicht mehr, ob Uchronie betrieben werden sollte, auch vielleicht nicht mehr so sehr, wie sie betrieben werden sollte, sondern schlicht, wie sie betrieben wird und wurde. …
Auszug 'Zeitvergleich: …', Seite 13-16Dieses Buch zeigt, dass die Uchronie nicht nur literarisch einen festen Platz in der Literaturgeschichte hat, sondern auch viele Künstler und Filmschaffende inspiriert hat. Sie ist nicht nur ein Spiel mit der Geschichte, sondern wird auch von Historikern benutzt, ihre eigenen Auffassungen vom Verhältnis von Strukturen und Ereignissen zu überprüfen. …
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In der kontrafaktischen Geschichte (lateinisch: contra facta‚ „entgegen den Tatsachen“), auch virtuelle Geschichte oder Uchronie genannt, wird auf Grundlage der durch Quellen gesicherten Faktenlage von Geschichtswissenschaftlern mithilfe von kontrafaktischen Konditionalsätzen kontrolliert spekuliert, was geschehen wäre, wenn bestimmte historische Tatsachen nicht oder anders eingetroffen wären. Ziel ist ein Erkenntnisgewinn über Kontinuitäten und Brüche, über Zwangslagen und Handlungsspielräume in historischen Situationen oder über die Bewertung von deren Akteuren. Dabei werden Alternativszenarien gleichsam im Irrealis der Vergangenheit entworfen, wobei generell gilt: Je weiter ein Ereignis zurückliegt, desto hypothetischer werden die Aussagen über seine Auswirkungen. …
Johannes Dillinger (* 1968 in Saarlouis[1]) ist ein deutscher Historiker für die Frühe Neuzeit und Hochschullehrer.…
Fest zum menschlichen Dasein gehört die Frage: Was wäre gewesen, wenn …? Meist jedoch enden derartige Überlegungen nach nur wenigen Minuten, kaum zu bändigen ist schließlich die Vielfalt der sich plötzlich entfaltenden Möglichkeiten. Angesichts dieser simplen Alltagserfahrung wundert es kaum, dass die Geschichtswissenschaft meist einen großen Bogen um jedwede Uchronie macht, gerät doch jede Falsifizierbarkeit innerhalb weniger, noch so kleiner Gedankengänge zur Unmöglichkeit. Dass kontrafaktische Geschichtsschreibung aber sehr wohl nützlich sein kann, will der Historiker Johannes Dillinger in „Uchronie. Ungeschehene Geschichte von der Antike bis zum Steampunk“ nachweisen, scheitert dabei jedoch an seinem Material. …
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Eine Dissertation aus dem Jahre 1999, welche Alfred Kubins „Die andere Seite“ und Paul Scheerbarts „Lesabéndio“ untersucht. Beide Werke stehen in mehrfacher Beziehung zueinander. Beide in etwa zeitgleich und in einer Zeitströmung entstanden, bilden Scheerbarts Briefe einen Weg zur Entstehung seines Asteroidenromans und gleichzeitig kann vermutete werden, dass so Scheerbarts Gedanken Kubin in der Gestaltung seines einzigen größeren literarischen Werks beeinflusst haben. …
Clemens Brunn attestiert den beiden Autoren, ihren „Ausweg ins Unwirkliche“ konsequent gegangen zu sein. Brunn untersucht die beiden Hauptwerke als zwei Beispiele autarker Fiktionswelten zunächst unabhängig uns stellt sie dann vergleichend gegenüber. Er prüft die Leistungsfähigkeit der Fiktionen und versucht unsere Auffassung von Wirklichkeit zu hinterfragen und neu zu formulieren …
Diese Untersuchung versucht, vorhandene Lücken zu schließen, ohne jedoch das gesamte Feld jener Berührungsflächen vermessen zu wollen. Dabei geht es weniger um eine Verknüpfung der Dichterbiographien oder die bloße Quellendokumentation, sondern im Mittelpunkt steht das literarische Zeugnis der Romane in ihrer fiktionalen Eigengesetzlichkeit. Da „Lesabéndio“ und „Die andere Seite“, bei aller Verwandtschaft, geradezu komplementäre Wege einschlagen, erweisen sie sich darüber hinaus als in besonderem Maße geeignet, die Frage nach Wesen und Leistung einer im weiteren Sinne phantastich-spekulativen Literatur als konkrete Paradigmen zu dienen. …
Auszug 'Thematischer Überblick', Seite 5-8Ein überaus interessantes Buch, dessen Buchbesprechungen einen tieferen Einblick in die beiden Werke gewährt und durch den anschließenden Vergleich sehr tief in die Materie eindringt. Scheerbart und Kubin sind ja nicht so oft Gegenstand direkter phantastischer Vergleiche. Recht interessant sind auch die beigegebenen Illustrationen und das überaus ausführliche Literaturverzeichnis. …
Kleinster Preis: € 18,00, größter Preis: € 136,97, Mittelwert: € 76,74
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Paul Carl Wilhelm Scheerbart (* 8. Januar 1863 in Danzig; † 15. Oktober 1915 in Berlin-Lichterfelde)[1], auch unter seinen Pseudonymen Kuno Küfer und Bruno Küfer bekannt, war ein deutscher Schriftsteller phantastischer Literatur und Zeichner.…
Alfred Leopold Isidor Kubin (* 10. April 1877 in Leitmeritz, Böhmen; † 20. August 1959 in Zwickledt, Gemeinde Wernstein am Inn) war ein österreichischer Grafiker, Schriftsteller und Buchillustrator. …
Der Igel Verlag ist ein Imprint des Hamburger Diplomica Verlags und hat sich als Fachverlag vor allem auf die Bereiche Recht, Wirtschaft und Steuern sowie Literatur- und Gesellschaftswissenschaft spezialisiert. Daneben gibt es auch eine kleinere Reihe belletristischer Veröffentlichungen. …
siehe auch (Auszug):
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