Schlagwort: Horror/Schauer

Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #28 – Schrecken als ästhetische Ware: Das Kabinett der Phantasten

Postma, Dr. Heiko (Hrsg.)
Kabinett der Phantasten
JMB, Hannover ( ab 2010)
 
Schattenrisse des Unheimlichen: Eine literaturwissenschaftliche Betrachtung der Buchreihe
 
K
Die Wiederentdeckung und Bewahrung klassischer phantastischer Literatur stellt eine der faszinierendsten Nischen des modernen Publikationswesens dar. Ein herausragendes Beispiel für dieses editorische Engagement ist die im JMB Verlag erscheinende Reihe Das Kabinett der Phantasten. Geprägt durch das Zusammenspiel von Verleger Jens Bolm und dem Herausgeber, Literaturwissenschaftler sowie Übersetzer Dr. Heiko Postma, widmet sich dieses ambitionierte Projekt der systematischen Aufarbeitung von Meisterwerken der Schauerliteratur, der Phantastik und der unheimlichen Belletristik vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert.
Der folgende Essay analysiert das literarische und konzeptionelle Profil dieser Reihe, beleuchtet den historischen Hintergrund und untersucht die besondere Rolle der wissenschaftlichen Kommentierung für das Lesepublikum. …

 

Das konzeptionelle und visuelle Profil der Reihe

Wie in den Abbildungen exemplarisch zu sehen ist, zeichnet sich das Kabinett der Phantasten durch ein strenges, unverwechselbares Gestaltungsprinzip aus: Ein tiefschwarzer Hintergrund kontrastiert mit signalroten Textfeldern, während das Verlagslogo unten rechts in einem roten Blutstropfen platziert ist. Dieses visuelle Erkennungsmerkmal spiegelt den inhaltlichen roten Faden der Reihe wider: die Erkundung der dunklen, abgründigen Seiten der Weltliteratur.
Jedes Bändchen ist als handliches Softcover konzipiert und umfasst eine einzige, vollständige Erzählung oder Novelle. Ein zentrales Strukturprinzip der Reihe lautet dabei: Jeder Autor und jede Autorin ist im Gesamtkatalog nur ein einziges Mal vertreten. Durch diese selbstauferlegte Beschränkung entfaltet sich ein beispielloses, internationales Panorama des Phantastischen, das Monotonie konsequent vermeidet.
 
Sie können sich schon einmal darauf gefaßt machen, daß die Geisterstunden, die Sie im »Kabinett der Phantasten« verbringen, alles an Schauer und Grusel, Unheimlichem und Übersinnlichem, Magischem und Spukhaftem bieten werden, was man nur herbeiführen kann.…
 

Phantastik als literarischer Raum: Warum eine Reihe wie diese sinnvoll ist

Phantastische Literatur ist ein Sammelbegriff: Er umfasst Schauererzählungen, Gespenstergeschichten, okkulte und dämonologische Texte, Traum- und Wahnsinnserzählungen, Weird Fiction sowie Übergänge zur frühen Science-Fiction. Diese Texte arbeiten oft mit einem Kernverfahren: Sie erzeugen eine Irritation im Wirklichkeitsverständnis.
Für die Literaturwissenschaft ist das Phantastische nicht nur ein „Genre“, sondern eine ästhetische Strategie. Sie zeigt sich typischerweise in drei Konstellationen:
  1. Das Unheimliche im Vertrauten: Ein scheinbar alltäglicher Raum kippt in eine bedrohliche Mehrdeutigkeit.
  2. Grenzbereiche der Wahrnehmung: Traum, Halluzination, Krankheit, Trance oder Obsession werden erzählerisch ernst genommen.
  3. Konflikt zwischen Rationalität und Übersinnlichem: Erzählungen halten bewusst offen, ob eine übernatürliche Erklärung „wahr“ ist oder ob sich alles psychologisch deuten lässt.
Gerade in dieser Schwebe liegt die kulturelle Bedeutung des Feldes: Phantastik reagiert oft auf historische Spannungen – etwa auf den Konflikt zwischen Aufklärung und Religion, zwischen Wissenschaftsglauben und metaphysischem Bedürfnis, oder auf Krisenerfahrungen moderner Gesellschaften.
 

Historischer Hintergrund: Von der Romantik zur Moderne – und warum das 19. Jahrhundert nachwirkt

Viele Texte, die in Reihen wie „Das Kabinett der Phantasten“ erscheinen, sind ohne ihren historischen Resonanzraum nur halb zu verstehen.

3.1 Romantik und Schauer

Im frühen 19. Jahrhundert entsteht im deutschsprachigen Raum (und parallel in England und Frankreich) eine Literatur, die das Dunkle, Irrationale und Nachtseitige als Gegenpol zur aufklärerischen Vernunft betont. Die Romantik kultiviert die Idee, dass die Welt mehr ist als das Messbare: Rätsel, Symbol, Traum und Mythos werden zu legitimen Erkenntnisformen.

3.2 Industrialisierung, Urbanisierung, Moderne

Spätere Phantastik spiegelt dann die Erfahrung der Moderne: Großstadt, beschleunigter Alltag, technische Umwälzungen, neue medizinische und psychologische Wissensbestände. Das „Monströse“ kommt nun häufig nicht mehr aus Burgruinen, sondern aus dem Inneren: aus Zwangsvorstellungen, Sucht, Begehren, gesellschaftlichem Druck.

3.3 Fin de Siècle und Décadence

Um 1900 gewinnt eine Ästhetik an Bedeutung, die besonders gut zur Phantastik passt: Décadence und Symbolismus. Hier werden Grenzerfahrungen stilisiert, Künstlichkeit und Verfeinerung betont, gleichzeitig aber auch Verfall, Müdigkeit und moralische Ambivalenz. Viele klassische unheimliche Erzählungen – etwa über Vampire, Doppelgänger, gefährliche Artefakte oder verführerische Fremdheiten – werden in diesem Klima neu geprägt.
Die Reihenkonzeption des JMB Verlags ist (so lässt sich literaturhistorisch lesen) eine Antwort auf genau diese langen Traditionslinien: Sie macht sichtbar, dass „phantastische Literatur“ nicht erst mit modernen Popkulturen beginnt, sondern tief in der europäischen Literaturgeschichte verwurzelt ist.
 

Die zeitliche Entwicklung der Reihe

Seit dem Start des Projekts hat das Kabinett der Phantasten eine bemerkenswerte quantitative und qualitative Evolution vollzogen, die sich in Phasen unterteilen lässt:
  • Die Etablierungsphase (ab 2012): Die Reihe startete im JMB Verlag mit dem Ziel, eine bibliophile und zugleich erschwingliche Sammlung für Liebhaber klassischer Gruselliteratur aufzubauen. Die ersten Bände widmeten sich klassischen Eckpfeilern der Gattung.
  • Die Konsolidierung und das Jubiläum (bis ca. 2022): Die Verkaufszahlen und das öffentliche Interesse stiegen kontinuierlich. Mit dem Erreichen der magischen Grenze von Band 100 (Der gelüftete Schleier von George Eliot) festigte die Reihe ihren Status auf dem Buchmarkt. Die Gesamtauflage der Reihe bewegte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Marke von 20.000 Exemplaren zu. Zudem wurde die Reihe für den Sonderpreis des renommierten Vincent Preis nominiert.
  • Die Fortführung in die Gegenwart (2026): Mittlerweile umfasst der Katalog weit über 120 Bände. Die Reihe integriert zunehmend auch komplexere, psychologische Strömungen der Phantastik des frühen 20. Jahrhunderts (unter anderem mit Werken von Marjorie Bowen und Ellen Glasgow) und beweist damit eine anhaltende editorische Vitalität.

Der editorische Zugriff: Edition und Übersetzung

Herausgeber und Übersetzerteam (soweit öffentlich dokumentiert)

Nach öffentlich verfügbaren Angaben wird die Reihe von Heiko Postma herausgegeben. Er ist zugleich als Übersetzer tätig, insbesondere aus dem Englischen und Niederländischen. Weitere Übersetzungsarbeiten werden – je nach Ausgangssprache – von verschiedenen Personen übernommen (u. a. für französische, russische, serbische und norwegische Texte). Das Übersetzerteam besteht  neben Heiko Postma (ENG/NL)auch aus Ulrich Klappstein (FR), Joachim Britze (RUS/SRB), Gabriele Haefs, Dörte Giebel (beide NOR) und Kristina Bedijs (ITA). Für Leserinnen und Leser ist das nicht nebensächlich: In der Phantastik entscheidet die Übersetzung oft darüber, ob das Unheimliche als „stilistisch altbacken“ oder als präzise literarische Spannung erfahrbar wird.
Wichtig ist dabei eine Einschränkung: Ohne Einsicht in die einzelnen Vor- und Nachworte sowie die Editionsrichtlinien kann man nicht pauschal beurteilen, wie stark die Bände wissenschaftlich kommentiert sind. Sicher ist jedoch: Der Anspruch, Texte systematisch zu kuratieren und in neuer Übersetzung zugänglich zu machen, ist bereits eine wesentliche kulturvermittelnde Leistung.
 

Die fundamentale Bedeutung der Nachwörter

Für eine literaturwissenschaftliche Einordnung ist das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der Reihe am Ende der einzelnen Bände zu finden: die ausführlichen Nachwörter. Diese meist vom Herausgeber Dr. Heiko Postma verfassten Essays heben die Bändchen aus dem Status reiner Unterhaltungsliteratur heraus. Sie bieten interessierten Laien einen leicht verständlichen, aber wissenschaftlich fundierten Schlüssel zur Textanalyse.
Die Nachwörter erfüllen dabei drei wesentliche Funktionen:
  1. Biografischer Kontext: Sie beleuchten die oft exzentrischen oder tragischen Lebensumstände der Autoren und zeigen auf, wie persönliche Krisen in die unheimlichen Erzählungen einflossen.
  2. Epochengeschichtliche Verortung: Die Essays erklären die literarischen Strömungen der Entstehungszeit – vom viktorianischen Geisterglauben über die deutsche Romantik bis hin zum Fin de Siècle – und machen so die zeitgenössischen Ängste der Gesellschaft sichtbar.
  3. Motivgeschichtliche Analyse: Postma schlüsselt die verwendeten literarischen Motive (wie das Doppelgängertum, die lebende Untote oder den Einbruch des Übernatürlichen in den Alltag) auf und erklärt deren Funktion innerhalb der Erzählstruktur.

Literarische Bedeutung: Was Leserinnen und Leser daraus gewinnen können

Für interessierte Laien liegt der Wert der Reihe in drei Punkten:
  1. Zugang zu „vergessenen Klassikern“: Viele Texte der Phantastik sind kulturgeschichtlich prägend, aber nicht ständig im allgemeinen Sortiment präsent.
  2. Vergleichbarkeit und Leseweg: Eine Reihe schafft Orientierung. Wer Gefallen an einem Band findet, kann entlang des Programms weiterlesen, ohne jedes Mal neu „suchen“ zu müssen.
  3. Historische Tiefenschärfe: Die Texte zeigen, wie Gesellschaften Angst, Schuld, Begehren oder Fremdheit erzählen – und wie sich diese Erzählweisen wandeln.
Phantastik ist damit auch ein Spiegel: Sie verrät häufig weniger über „echte Gespenster“ als über menschliche und gesellschaftliche Konflikte. Gerade deshalb eignet sie sich ausgezeichnet, um Literatur nicht nur als Unterhaltung, sondern als kulturelles Gedächtnis zu verstehen.
 

Fazit: Kernaussage

Das Kabinett der Phantasten“ ist als Reihe des JMB Verlags literaturgeschichtlich bedeutsam, weil sie klassische phantastische Texte systematisch sammelt, kuratiert und (oft) neu übersetzt. Sie macht sichtbar, dass Phantastik eine lange Tradition besitzt, die von romantischen Nachtseiten über die Moderne bis zu frühen Formen der Weird Fiction reicht. Indem die Reihe diese Texte in einer konsistenten Form zugänglich hält, leistet sie Kulturvermittlung: Sie bietet interessierten Leserinnen und Lesern einen geordneten, seriösen Einstieg in ein literarisches Feld, dessen Reiz gerade in der produktiven Verunsicherung der Wirklichkeit liegt.
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Postma, Dr. Heiko (Hrsg.)
  • Kabinett der Phantasten
  • derzeit 126 Ausgaben
  • JMB Verlag, Hannover (ab 2010)
  • Heft, kartoniert
  • variabel
  • ISBN vorhanden
im Verlagsshop pro Heft 9,00 Euro + Versandkosten

Innerhalb Deutschlands: 3,50 €
Innerhalb Europas: 5,00 €
weltweit: 10,00 €

  • Die Bände erscheinen unregelmäßig ca. 5-8x pro Jahr
  • veschiedenste Auflagen
  • JMB Verlag – Offizielle Website

Onlinequelle …

Bedeutung: Programm/Produktseiten zur Reihe „Kabinett der Phantasten“

Quelle: JMB Verlag


  • Wikipedia: „Kabinett der Phantasten“

Onlinequelle …

Bedeutung: Überblick zu Reihe, Herausgeber, Übersetzern, Gestaltung; als Sekundärquelle nützlich, aber mit Vorsicht zu prüfen

Quelle: Wikipedia


  • Dr. Heiko Postma – Offizielle Webseite des Herausgebers

Onlinequelle …

Bedeutung: Detailreiche Dokumentation aller erschienenen und in Vorbereitung befindlichen Bände (inklusive Inhaltsangaben und Editionsdetails zu den Folgebänden ab Band 121)

Quelle: Webpräsenz …


  • Schöne Bücher Netzwerk – Fachbericht: „99-mal Gänsehaut satt“

Onlinequelle …

Bedeutung: Wichtige Hintergrundquelle mit direkten Interviews von Verleger Jens Bolm zur Editionsgeschichte, zu Verkaufszahlen, zur Zielgruppenausrichtung und zur gezielten Auswahl der Autoren.

Quelle: Schöne Bücher Netzwerk


  • Schöne Bücher Netzwerk – Branchenmeldung zum Verlagsjubiläum

Onlinequelle …

Bedeutung: Dokumentation des Erreichens von Band 100 als historischer Meilenstein der Reihe und Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Herausgeber.

Quelle: Schöne Bücher Netzwerk


  • Robots & Dragons (Artikel/Rezension zur Reihe, z. B. Band 120)

Onlinequelle …

Bedeutung: sekundäre Einordnung; als Pressestimme brauchbar, aber nicht primärwissenschaftlich

Quelle: JMB Verlag



siehe auch (Auszug):


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Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.

 

Universitas Phantastica – Reflektion #21 – Wenn die Wirklichkeit Risse bekommt: Was versteht man unter „klassischer Phantastik“? …

Selbstreflektion - Intern

Wer heute nach Büchern oder Filmen sucht, in denen das Unmögliche passiert, stößt unweigerlich auf den Begriff „Fantasy“. Doch im literaturwissenschaftlichen und journalistischen Kontext greift diese Gleichsetzung zu kurz. Um das Wesen der klassischen Phantastik zu begreifen, hilft der Vergleich mit epischen Elfen-Sagas erstaunlich wenig. Viel ergiebiger ist der Kontrast zu ihrer direkten Nachfahrin: der modernen Fantastik.
Während beide Gattungen das Unmögliche mitten in unserer realen Welt ansiedeln, trennen sie Welten in der Art und Weise, wie ihre Figuren auf das Wunderbare reagieren. Ein Blick auf das Genre des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigt, wie aus der Angst vor dem Unbekannten eine moderne Lebenseinstellung wurde. …

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Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #26 – Schrecken als ästhetische Ware: Horror und Greuel in der französischen Prosa des 19. Jahrhunderts – Alfred Noe (Hrsg.)

Alfred Noe (Hrsg.)
Horror und Greuel in der französischen Prosa des 19. Jahrhunderts
Lang, Frankfurt/Main (1994)
ISBN 3631474814
 
Wiener Beiträge zur Komparatistik und Romanistik
 
Alfred Noe, widmet diesen Band der stilistischen Untersuchung französischer Prosa. Genauer gesagt französischer Horrorliteratur des 19. Jahrhunderts. Der zweisprachige Band (hier werden nur die deutschsprachigen Teile vorgestellt) versteht sich als Teil einer umfassenden Stilistik, deren Vorbilder deutsche und englische Horrorstücke sind. …

 
Die unzureichende Darstellung von Verbindungslinien zwischen wissenschaftlichen Analysen und literarischer Verarbeitung, zwischen der Biographie eines Autors und seinen Horrorerzählungen oder zwischen den psychischen Dispositionen verschiedenster Horror-Autoren waren auch Grund für dieses Buch …
 
Innerhalb dieser französischen Forschungsliteratur hat sich eine Trennung des Phantasticshen vom Zauberhaften durchgesetzt, womit sie – so richtig diese Unterscheidung auch sein mag, wie sich in der Folge auch zeigen wird – m.E. den übergeordneten Begriff für die aus der Realität entführende Literatur eingebüßt hat. In der Zusammenfassung dieser Tradition bei Jean-Lic Steinmetz wird das merveilleux (das sich vor allem durch eine zauberhafte Verwandlung und ein gutes Ende auszeichnet) vor dem Auftreten des fantastique situiert; in chronologischer Ordnung folgt dann das Genre der Science fiction (merveilleux scientifique). Zielführender, weil den wichtigen Gattungsbegriff des Phantastischen während, wäre m.E: eine Unterteilung in Schauriges (oder Unheimliches, wie Freud es bezeichnet) und Zauberhaftes.…
Auszug 'Einleitung', Seite 5-13
 
Wenn man sich mit der französischen Kurzprosa des 19. Jahrhunderts auseinandersetzen will, so  ist man mit diesem Buch gut beraten. Schließlich werden Charles Nodier, Musset, Gustave Flaubert, Barbey d’Aurevilly, Villiers l’Isle-Adam und Guy de Maupassant besprochen. …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Alfred Noe (Hrsg.)
  • Horror und Greuel in der französischen Prosa des 19. Jahrhunderts
  • Lang, Frankfurt/Main (1994)
  • Wiener Beiträge zur Komparatistik und Romanistik, Band 4
  • Broschiert, Klebebindung
  • 170 Seiten
  • ISBN 3631474814

derzeit antiquarisch leider nicht greifbar

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  • keine
  • [Artikel] Mag. Dr. Alfred Noe an der Universiät Wien

Noe studierte von 1971 bis 1980 Romanische Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Er habilitierte sich 1988 für das Fach Romanische Literaturen und 1996 für das Fach Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien. Im Jahr 1998 wurde er zum außerordentlichen Professor am Institut für Romanistik der Universität Wien ernannt. Von 2000 bis 2002 war er Leiter des Instituts für Romanistik und von 2009 bis 2014 stellvertretender Leiter desselben Instituts.[1] Er ist Übersetzer von Libretti für das Konzerthaus Wien, das Theater an der Wien und für die Salzburger Festspiele.…

Auszug Artikel


  • [Artikel] Horrorliteratur in der WIKIPEDIA

Der Begriff Horrorliteratur bezeichnet eine Literaturgattung, deren Gegenstand die Schilderung von angsteinflößenden und oft übernatürlichen Ereignissen ist. Dabei rücken überwiegend die grausigen Motive der Handlung (Monster, Untote, Dämonen, Entstellungen, Qualen etc.) in den Vordergrund bzw. Mittelpunkt. …

Auszug Artikel


  • [Artikel] Wege in die Gefilde der Angst – von Edwin Baumgartner – auf wienerzeitung.at

    • Horror seit der Antike.
    • Der Schauer wird in England erfunden.
    • Ohne Poe kein Symbolismus.
    • Ein Schloss muss es sein, oder zumindest ein großes Haus. Hauptsache, das Gemäuer ist alt. Ein unterirdischer Gang und eventuell ein Verlies helfen ebenfalls bei der Stimmungserzeugung. Denn darum geht es: Stimmung machen. Und zwar unheimlich unheimliche Stimmung. Davon lebt die Schauergeschichte. Ob es nun Horace Walpoles „Schloss von Otranto“ ist oder H. P. Lovecrafts „Ratten im Gemäuer“. Oder Witold Gombrowiczs „Die Besessenen“.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #24 – Schrecken als ästhetische Ware: Hinab in den Maelstrom – Ulrike Brunotte

Ulrike Brunotte
Hinab in den Mealstrom
Metzler, Stuttgart/Weimar (1993)
ISBN 3476009440
 
Das Mysterium der Katastrophe im Werk Edgar Allan Poe
 
Hier habe ich ein Werk, bei dessen Einordnung ich ein bisschen Schwierigkeiten hatte. Literarische Phantastik betreffen oder doch eher reiner Horror/Schauer? Ich habe mich schließlich für den Schauer entschlossen, auch wenn einiges für den Horror gesprochen hätte (ist im Grunde auch wirklich nebensächlich – seufzt) …

 
Ulrike Brunotte hat hier eine Arbeit geschaffen, die sowohl literaturwissenschaftlich als auch religionswissenschaftlich gesehen werden kann. Sie analysiert die Mysterien- und Katastrophendarstellungen, wie sei die Mythen und Religionen überliefern. Die moderne Grauenslust wird sodann anschließend in eine aufklärerische Abgasanalyse überführt. …
 
Ausgehend von der heute zu beobachtenden neuen Faszination am Begriff und der Erfahrung des Erhabenen, werde ich der Frage nach dem Verhältnis von Angstaufklärung und Katharsis – Sublimierung und Sublimation im ästhetiktheoretischen Modell Edmund Burkes – nachgehen. Das geschieht jedoch nicht ohne Bezug zur Literatur der Schauerromantik und ihrer Verarbeitung im Werk Edgar Allan Poes. Die Frage nach den Ursachen von Katastrophenlust ist zugleich eine Frage nach den Bedürfnissen, die in der Untergangsehnsucht nicht aufgehen, dort nicht zu ihrem Recht kommen …
Auszug 'Einleitung', Seite 1-18
 
Die Autorin interpretiert in erster Linie das Werk von Edgar Allan Poe und hier im Besonderen „Die Erzählung des Arthur Gordon Pym aus Nantucket„. Nirgends sonst in seinem Werk werden die „einsamen“ Aktionen von Zerstörung und Selbstzerstörung so pointiert dargestellt und in historischen und politischen Kontext gestellt. Noch dazu wird Poes Werk von einem roten Faden durchzogen, der die eigenen Ängste vor der Übermacht der triebhaften Wünsche, dem Beherrscht werden durch Entformungs- und Katastrophenlust aufzeigt …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Ulrike Brunotte
  • Hinab in den Mealstrom
  • Das Mysterium der Katastrophe im Werk Edgar Allan Poe
  • Metzler, Stuttgart/Weimar (1993)
  • Taschenbuch
  • 372 Seiten
  • ISBN 3476009440

Preisangaben Eurobuch

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  • umfangreiches Literaturverzeichnis mit gesondertem Sekundärteil
  • [Biographisches] Ulrike Brunotte auf transcript-verlag.de

Ulrike Brunotte (apl. Prof. Dr.) studierte Geschlechter-, Literatur- und Kulturwissenschaften (einschließlich Religionswissenschaften) und arbeitete bis zu ihrer Pensionierung im Oktober 2021 als Professorin für Gender und Diversität an der Universität Maastricht (NL).…

Auszug Artikel


  • [Download] Manuskript: Detektiv des Malstroms – Eine Sendung zum 200. Geburtstag von Edgar A. Poe –

    von Ulrike Brunotte und Barbara Sichtermann – auf deutschlandfunk.de

Auch Vincent Price, den wir gerade aus dem Film „The Raven“ von Roger Corman hörten kann durchaus als guter Interpret des Gedichts gelten. Keiner konnte gleichwohl den „Raben“, diese berühmte Klage um eine tote Geliebte, so eindringlich vortragen wie der Dichter selbst. Es war seine Versenkung in die melancholische Stimmung des Trauernden, die eine fast magische Wirkung auf die Zuhörer ausübte. Man hatte den Eindruck, wenn Poe die Fragen an den Raben richtete, spräche er zu einem wirklich Anwesenden. Sein Gedicht war ein sensationeller Erfolg. An der Ostküste brach ein regelrechtes „Rabenfieber“ aus. Immer wieder wurde Poe in den literarischen Salons von New York, Boston und Philadelphia aber auch in Richmond darum gebeten, seinen „Raven“ zu rezitieren. Ein Zeitgenosse erinnert sich an Poes Inszenierung:

Auszug Artikel


  • [Download] Apokalyptische Kammermusik – Edgar Allan Poe dichtet den Schiffbruch, Alfred Kubin zeichnet ihn – von Hans Richard Brittnacher – auf srce.hr

Abenteuergeschichten zur See bieten ein exemplarisches Schema für moderne Heldennarrative – sie liefern der bürgerlichen Welt die ersehnten ›Daseinsmetaphern‹ (Blumenberg), die ihr kulturelle Überlegenheit und ökonomische Tatkraft, männliche Entschlossenheit und technische Effizienz bescheinigen. Der einzige Roman von E. A. Poe irritiert diesen unverwüstlichen Optimismus durch sein poetisches Bekenntnis zum Untergang.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #23 – Schrecken als ästhetische Ware: Ordnungen des Unheimlichen – Florian Lehmann (Hrsg.)

Florian Lehmann (Hrsg.)
Ordnungen des Unheimlichen
Königshausen & Neumann, Würzburg (2016)
ISBN 9783826058134
 
Kultur – Literatur – Medien
 
Die Autoren und Autorinnen dieses Bandes reflektieren den Status des Unheimlichen in der Geschichte und in der Gegenwart. Sie versuchen sich den Dimensionen des Unheimlichen im Theoretischen, im Ästhetischen und im Medialen anzunähern …

 
In der Einführung bespricht der Herausgeber das Unheimliche als Phänomen und Konzept. Darauf folgend werden im ersten Kapitel die kulturtheoretischen und kulturhistorischen Perspektiven in fünf Essays aufgezeigt. Anschließend werden 7 Artikel zur Literatur zum Unheimlichen gesammelt. Im dritten Kapitel werden dann die Medien und die Medialität in Bezug zum Unheimlichen in sechs Beiträgen besprochen…
 
Abschließend ist dafür zu plädieren, das Unheimliche wie jedes ästhetische Konzept als historischen Begriff zu verstehen, dessen Geschichte notwendigerweise Voraussetzung ist für seine gegenwärtige Verwendung. Es ist deshalb auch zu fragen, inwieweit das Unheimliche einer „abendländischen“ Denk- und Erfahrungstradition zugehörig ist, und ob es die geschichtliche Fundamentalopposition von Eigenem und Fremden durchbrechen kann. Mit diesen und anderen Fragen setzen sich die Autorinnen und Autoren des vorliegenden Bandes auseinander. …
Auszug 'Einführung', Seite 9-28
 
Das theoretische Fundament des Unheimlichen haben im Grunde vier Autoren im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts gelegt. Ernst Jensch, Rudolf Otto, Martin Heidegger und Sigmund Freud. Bis in die 70er-Jahre wurde aber innerhalb des akademischen Diskurses das Unheimliche kaum wahrgenommen. Erst danach wurden Studien vorgenommen, die die Wahrnehmung des Unheimlichen bis heute prägen und nachhaltig zur Auseinandersetzung damit eingeladen haben. Dieser Band geht auf die Vorträge zurück, welche bei der Tagung „Das Unheimliche, Gespenstische und Spukhafte“, vom17.-19. April 2015 an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg gehalten wurden. …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Florian Lehmann (Hrsg.)
  • Ordnungen des Unheimlichen
  • Kultur – Literatur – Medien
  • Königshausen & Neumann, Würzburg (2016)
  • Studien im Schnittbereich von Literatur, Kultur und Natur, Band 15/2016
  • Broschüre, Klebebindung
  • 340 Seiten
  • ISBN 9783826058134

Kleinster Preis: € 49,80, größter Preis: € 49,80, Mittelwert: € 49,80

(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • keine
  • [Artikel] Die Angst in uns selbst-Über das Unheimliche: Psychoästhetik im Angesicht der Krise – von Florian Lehmann – auf literaturkritik.de

Horace Walpoles „The Castle of Otranto“ (1764) erzählt von einem Haus in Angst. Der Plot um den machthungrigen Schlossherren Manfred, der die junge Isabella, Verlobte seines von einem seltsam-monströsen Helm erschlagenen Sohnes Conrad, zwangsehelichen will, und deshalb seine Ehefrau verlässt (die ja einen nutzlosen, weil toten Erben zur Welt gebracht hat) und schließlich die eigene Tochter ersticht (aufgrund einer Verwechselung), erscheint in dieser kurzen Zusammenfassung eher bizarr als unheimlich. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Erzähler im Kern der Geschichte das Schloss als einen traumatischen Ort häuslicher Gewalt inszeniert, unter der vor allem Manfreds Ehefrau und Tochter leiden. Als Matilda sich bei ihrer Dienerin über die Härte des Vaters beschwert, antwortet diese, Matildas Mutter wisse sicherlich „that a bad husband is better than no husband“.…

Auszug Artikel


  • [Artikel] Das Unheimliche in der WIKIPEDIA

In seinem Aufsatz Das Unheimliche aus dem Jahr 1919 begründet Sigmund Freud seine Annahme einer unbewussten Seelentätigkeit. Die unbewusste Tätigkeit gilt bis heute als ein wichtiger Untersuchungsgegenstand der Psychoanalyse. ……

Auszug Artikel


  • [Artikel] Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen – Freuds Poetik des Unheimlichen – von Achim Geisenhanslüke – auf literaturkritik.de

Der Begriff des Unheimlichen, der ästhetisch in der Nähe zu verwandten Begriffen wie dem Phantastischen, Grotesken oder Erhabenen steht, hat seine entscheidende Prägung durch Sigmund Freuds Aufsatz „Das Unheimliche“ aus dem Jahr 1919 bekommen. Zwar kann Freud in seinen Überlegungen zu einer psychoanalytischen Ästhetik des Unheimlichen auf Vorarbeiten von Ernst Jentsch zurückgreifen, der bereits 1906 einen Aufsatz „Zur Psychologie des Unheimlichen“ vorgelegt hatte. Auch die Bindung des Unheimlichen an Texte von E.T.A. Hoffmann kann Freud von Jentsch übernehmen. Dennoch setzt er in seinem Aufsatz ganz eigene Akzente, die auf seine Auffassung von der Struktur des Unbewussten zurückgehen. Dabei überlagern sich die beiden Aspekte der Individualanalyse und der Kulturtheorie, die Freuds gesamtes Werk bestimmen, auch im Begriff des Unheimlichen. Auf der einen Seite erkennt Freud im Kontext eines individualpsychologischen Ansatzes im Unheimlichen eine bestimmte Form der Wiederkehr des Verdrängten. Auf der anderen Seite erscheint das Unheimliche im Kontext einer allgemeinen Kulturtheorie als Wiederkehr einer archaischen Kulturstufe, die ihre nur scheinbar überwundene Macht bis in die Moderne ausdehnt. Obwohl beide Aspekte für Freud zusammenhängen, bestimmen sie zwei unterschiedliche Ausrichtungen der Theorien des Unheimlichen, die bis in die heutige Rezeption reichen: Auf der einen Seite stehen texttheoretische Überlegungen zum Unheimlichen, wie sie sich insbesondere in der dekonstruktiven Fortführung psychoanalytischer Theoreme finden lassen. Auf der anderen Seite stehen kulturwissenschaftliche Ansätze, die im Unheimlichen eine bestimmte Form der Fremderfahrung ausmachen, der es im Kontext einer interkulturellen Theorie der Kultur und Literatur zu begegnen gilt. …

Auszug Artikel


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