Bibliotheca Universitas Phantastica #107 – Neues aus der Bibliothek

Neuzugänge und Veränderungen

am 28. Mai 2026

MGestern schaffte es eine Masterarbeit über Dystopien in die Bibliothek und eine Arbeit über virtuelle und ideale Welten. Über die Masterarbeit werden wir noch zu reden haben denke ich. Zumindest im Rahmen der Reflektionen. Also bis nächstens …


Neuzugänge:
als Html-Ansicht-> 2026-05-28-Neuerungen-Bericht
2026-05-24-Neuerungen-Bericht

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1.

(2012), U. Gehmann (Hrsg.), KIT Scientific Publishing

ISBN 978-3-86644-784-4

Abstract: Virtuelle und ideale Welten – warum ein solches Thema? Weil virtuelle Welten heute wichtiger denn je geworden sind, und mehr noch, weil manche dieser Welten zur Realität wurden, indem sie das maßgeblich prägen, was im Sammelbegriff als unsere ‚Lebenswelt‘ bezeichnet werden kann. Eine solche Behauptung, in ihren beiden Teilen genommen, mag zunächst befremdlich klingen, sogar übertrieben. Vor allem der zweite Teil der Behauptung erregt Verdacht. Denn sind Virtualität und Realität nicht Gegensätze, bereits von ihrer bloßen Definition her gesehen, vor allem jedoch in unserem Alltagsempfinden, welches das Virtuelle als das Nicht-Reale schlechthin sieht, als das, was nicht zur Verwirklichung gelangte und gleichsam auf ewig im Status der Fiktion verharrt? Mit einer virtuellen Welt assoziieren wir ‚normalerweise‘, von eben jenem Alltagsempfinden ausgehend, eine Welt, die es nicht gibt und darüber hinaus, für manche durchaus beruhigend, auch nie geben wird. Es ist eine Welt, die nach diesem Empfinden mit dem Utopischen assoziiert ist, dem Nicht-Ort bloßer Vorstellung. Die zwar erdacht worden sein mag, und das sogar sehr vollständig, meint in sich konsistent und geschlossen, unter Umständen sogar bis herunter in ihre kleinsten Details – die es aber schlicht nicht gibt, die eben nicht ‚wirklich‘ sondern nur Fiktion ist. …

Tags: Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Welt(en)->, Welt(en)->ideale, Welt(en)->virtuelle, {04.1} Bestand/Digital

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2.

M.-T. Stampf

(2022). Masterarbeit

Abstract: Utopien (hier als Überbegriff für die „positiv“ imaginierte Eutopie sowie ihre negativen Spiegelbilder, die Dystopie und Anti-Utopie genutzt) verarbeiten ihren sozio-historischen Entstehungskontext auf eine Weise, die besonders beispielhaft die Funktion der Literatur als Kommentar zur Gesellschaft demonstriert. Während Literatur grundsätzlich das Potential immanenter Sozialkritik in Kunstform verwirklicht, besonders anschaulich beispielsweise in der Strömung des Naturalismus, wo häufig die vorherrschenden Umstände benachteiligter Schichten aufgezeigt werden, unterscheidet sich die Utopie, indem sie ihren Blick über die Gegenwart hinaus in die Zukunft richtet und ein gesellschaftsübergreifendes, prognostisches und häufig auch ironisches Bild alternativer Formen des Zusammenlebens der Menschheit zeichnet. Der Dystopie wird dabei häufig eine Warnfunktion zugeschrieben: Sie weist auf kontemporäre Missstände und das negative Potential einzelner Tendenzen in der Gegenwart (des Entstehungszeitpunkts) hin, die bei einer konsequenten Weiterentwicklung in die Zukunft systematische Probleme für das Zusammenleben im gesellschaftlichen Gefüge darstellen können. So werden zum einen soziopolitische, ökologische oder auch ökonomische Ängste aufgearbeitet, zum anderen werden im Entwurf der negativen Parallelwelt zusätzlich zur Kritik bisweilen auch hoffnungsvoll Alternativen aufgezeigt, beispielsweise in Form der ‚kritischen Dystopien‘ Im 21. Jahrhundert, beziehungsweise nach dem Ende des ‚Zeitalters der Extreme‘, stellt sich die Frage, welche vorherrschenden Thematiken und Tendenzen aufgegriffen werden. Der populär gewordene Begriff des Historikers Eric Hobsbawm für den Zeitabschnitt von 1914 bis 1991 wird hier als bedeutender kontextueller Rahmen für die ‚klassische Dystopie‘ angesehen, die die Extreme dieses Zeitalters anprangerte: fortschreitende Industrialisierung und Automatisierung, Faschismus, Diktaturen, die Dichotomie zwischen kapitalistischem Westen und kommunistischem Osten, aber auch die paradoxale Diskrepanz zwischen fortschrittlichster Technologie und einem empfundenen zivilisatorischen Rückschritt. Die Autorin dieser Arbeit versucht unter Rückbezug auf diese Periode der Frage nachzugehen, welche Thematiken und Motive Dystopien aufgreifen, die nicht mehr unter dem Einfluss dieses spezifischen historischen Kontextes stehen …

Tags: Abschlussarbeit(en)->, Abschlussarbeit(en)->Masterarbeit, Dystopie(n)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, {04.1} Bestand/Digital

Veränderungen (Korrekturen, Ergänzungen):
als Html-Ansicht-> nein

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oder auch gleich direkt in das

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Die letzten Artikel:


Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.

 
 
 

Universitas Phantastica – Reflektion #15 – Die Grenzen des Unmöglichen: Eine Evolution der phantastischen Literatur

Selbstreflektion - Intern

Ganz am Anfang sollte natürlich auch eine Entwicklung der Phantastik über die Zeit hinterfragt sein. Hier gibt es im Großen und Ganzen zwei maßgebliche Betrachtungslinien. Dem Maximalismus und den Minimalismus. Je nachdem welcher Linie man folgen will, hat man ein anderes Bild dieser Evolution der Phantastik vor sich. Zumindest was den Beginn der Entwicklung betrifft …

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Universitas Phantastica – Reflektion #14 – Die Grenzen der Realität – Was phantastische Literatur ausmacht (und was nicht) …

Selbstreflektion - Intern

Die Selbstrefelektionen #11-Kann Fiktion unbeabsichtigt durch den Autor entstehen?, #12-Das Übernatürliche im Spiegel der Gattungspoetik: Religiöse Texte im Kontext der Phantastik und #13-Warum die Autorintention in der modernen Erzähltheorie kein „mächtiger Faktor“ ist haben eigentlich Themen vorweggenommen. Es hat sich aber gerade so ergeben und man soll drängende Fragen nicht aufhalten an die Öffentlichkeit zu kommen. Ursprünglich wollte ich von ganz Vorne beginnen und das hole ich jetzt nach. Aus den gegebenen Fragestellung werde ich dann versuchen neue Fragen herauszufiltern. Aber zunächst: Was ist Phantastik? …

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Bibliotheca Universitas Phantastica #106 – Neues aus der Bibliothek

Neuzugänge und Veränderungen

am 14. Mai 2026

MGestern gab’s dann nur noch Ergänzungen zum Thema vom Vortag. „Intentional Fallacy“ im Original und in einer deutschen Übersetzung. Dazu ein Essay von Fotis Jannidis zum Thema „Autor und Erzähler“. So, und jetzt ab auf’s Rad. Es wartet eine herrliche Radtour und das Wetter ist ideal …


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1.

F. Jannidis

Autorenschaft: Positionen und Revisionen: DFG-Symposium 2001 (2002), Universität Würzburg: 540–556

Abstract: Die Unterscheidung zwischen ›Erzähler‹ und ›Autor‹ gehört zu den Binsenwahrheiten der Literaturwissenschaft: Dem Erzähler werden alle Eigenschaften eines narrativen Textes zugeschrieben; der Autor hat den Text zwar erschaffen, nun aber ist der Text ein vom Autor losgelöstes und ganz unabhängiges Gebilde. Der Autor ist etwas Textexternes, während der Erzähler eine dem Text immanente Größe ist. Es gehört zu den Anfängerfehlern, den Erzähler mit dem Autor zu verwechseln, etwa in Sätzen wie »Am Anfang der Buddenbrooks zeigt der Autor die Mitglieder der Familie bei einem Festessen.« Nein, nicht der Autor zeigt etwas, sondern der Erzähler tut dies, so lautet die fachübliche Korrektur solcher Novizennaivität. …

Tags: Autor(en/innen)->, Erzähl(er/ung(en))->-theorie, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Wissenschaft(s/en)->, Wissenschaft(s/en)->Literatur-, {04.1} Bestand/Digital

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2.

W.K. Wimsatt Jr. und M.C. Beardsley

(1946)

Abstract: Als intentionaler Fehlschluss oder auch intentionalistischer Fehlschluss (englisch intentional fallacy) wird in der Literaturtheorie des New Criticism eine Herangehensweise an Texte bezeichnet, die darauf abzielt, die Intention (Absicht) des Autors beim Verfassen des Werks zu rekonstruieren. …

Tags: /englisch, Autor(en/innen)->, Erzähl(er/ung(en))->, Erzähl(er/ung(en))->-theorie, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital

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Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.

 
 
 

Universitas Phantastica – Reflektion #13 – Warum die Autorintention in der modernen Erzähltheorie kein „mächtiger Faktor“ ist …

Selbstreflektion - Intern

In Universitas Phantastica – Reflektion #11 – Kann Fiktion unbeabsichtigt durch den Autor entstehen? … ist mir ein Fehler passiert. Ich schrieb:„In der modernen Fiktionalitäts- und Erzähltheorie ist die ‚Intention des Autors‘ zwar ein mächtiger Faktor …“ – das ist natürlich nicht richtig und ich wurde von Simon Spiegel zu Recht korrigiert (im Artikel ist diese Aussage jetzt berichtigt). Warum aber ist diese Aussage nicht richtig? Hier ein Versuch der Erklärung …

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