am 4. Juli bis 6. Juli 2026
MZwei relativ neue Veröffentlichungen sind gestern vorstellig geworden. „Hither Shore Nr. 21“ und „Von Robin Hood zu Robin of Sherwood“. Hither Shore hat den üblichen Nachteit, dass alle Artikel bis auf einen auf englisch veröffentlicht wurden. Offenbar legt man keinen Wert darauf, auch hierzulande ohne Hürden gelesen zu werden. Bei „Von Robin…“ wurden nicht alle Artikel in die Datenbank übernommen, weil nicht alle relevant (der Phantastik) gewidmet sind. Für eine Gesamtübersicht hier bitte ToC (Table of Content) verwenden. Sehr gefallen hat mir auch „Ghostarbeiter“ mit dem Artikel „Deutschland. Ein Science-Fiction„. Dazu morgen noch eine Besprechung. Auch „Fantastik bei Georg Klein“ ist nicht zu verachten …
Neuzugänge:
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Bamberger Studien zu Literatur, Kultur und Medien 4 (2012), Univ. of Bamberg Press
Abstract: Georg Kleins Romane sorgen für Verwirrung: Einerseits greift Klein auf typische trivialliterarische Genres wie etwa den Agenten- oder Arztroman zurück, andererseits fühlen sich die Leser an die fantastisch unheimlichen Szenarien E. T. A. Hoffmanns oder Kafkas erinnert. Vergeblich suchen viele Leser einen versteckten Sinn, den sie hinter all den Irreführungen in Kleins Texten vermuten. Die vorliegende Arbeit erläutert, welche Textstrategien in Kleins Romanen diese Verstörung und Verwirrung der Leser hervorrufen. Kleins ersten vier Romanen liegt jeweils ein triviales Genre zugrunde: Agentenroman, Detektivroman, Horrorroman und Arztroman. Der Autor durchbricht das starre Schema der Trivialliteratur und verfremdet die Genres mithilfe bestimmter erzähltechnischer Verfahren. Viele Rezensenten verorten die Kleinschen Romane deshalb in der fantastischen Literatur. Tatsächlich bietet die literaturwissenschaftliche Diskussion der Fantastik geeignete Ansatzpunkte, um die erzähltechnischen Strukturen in Kleins Romanen zu untersuchen. Der Theoretiker Uwe Durst bestimmt in Anlehnung an Tzvetan Todorov das Fantastische als Grenzphänomen: Wo in einem Text Unschlüssigkeit darüber herrscht, ob ein Ereignis rational zu erklären ist oder nicht, liegt Fantastik vor. Sobald der Zweifel zugunsten einer realistischen oder einer wunderbaren Erklärung aufgelöst wird, verlässt der Text den Bereich des Fantastischen. Während Todorov das Wunderbare als Abweichung von der physikalischen Wirklichkeit betrachtet, setzt Durst rein innerfiktionale Maßstäbe an. Das fantastische Ereignis stellt seiner Ansicht nach nicht die Realität, sondern vielmehr innerfiktionale Konventionen infrage. Genau an diesem Punkt lässt sich an Kleins Spiel mit den trivialen Genres anknüpfen. Durch den Einsatz bestimmter erzähltechnischer Strategien, etwa den Einsatz unzuverlässiger Erzähler oder multiperspektivischen Erzählens, erzeugt er Fantastik und durchbricht so die Regeln der Genrekonvention. Sowohl bei Todorov als auch bei Durst ist der entscheidende Faktor die Wahrnehmung der Unschlüssigkeit durch einen impliziten Leser, der die Inkompatibilität verschiedener Erklärungsmodelle im Text registriert. Beide verankern den Leser so als textinterne Struktur in der Theorie. Durch eine Betrachtung realer Leser-Rezensionen wird validiert, inwiefern Dursts Theorie auch der Wahrnehmung der tatsächlichen Rezipienten entspricht: Eine Gegenüberstellung der Textphänomene, an denen die Leser sich stören, und der Analyseergebnisse zeigt, dass Kleins Einsatz von Fantastik für die Verwirrung der Rezipienten verantwortlich ist. Diese sehen mehrheitlich die trivialen Genres als Grundlage der Romane. Die meisten betonen jedoch auch, dass es sich um weit mehr als Schema-Literatur handelt – was aber genau mit den trivialliterarischen Texten passiert, kann keiner in Worte fassen. Der Genrebezug weckt beim Leser Erinnerungen an bestimmte Schemata, die dann als Schablone an den Text herangetragen werden. Nach und nach zerstört Klein das Genremuster, die erwartete Kohärenz stellt sich nicht ein. An dieser Stelle wäre der Leser gefordert, seine Erwartungshaltung an die veränderte Situation anzupassen. Klein jedoch verfremdet das Bezugsgenre, indem er fantastische Verfahren einsetzt. Die destabilisierenden Erzähltechniken versetzen sowohl professionelle Rezensenten als auch Laien-Leser in einen desolaten Zustand. Mit Dursts Theorie der Phantastik lässt sich also nicht nur die Struktur der Kleinschen Romane entschlüsseln, sie bietet auch eine einleuchtende Erklärung für die Leserreaktionen. …
Tags: Fantastik->, Person->, Person->Klein, Georg, Sekundärliteratur->Phantastik, {04.1} Bestand/Digital

(2025), O. Bidlo, F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag
Abstract: Robin Hood – eine weltbekannte Legende, die zum Symbol für Gerechtigkeit und Fürsorge wurde, fasziniert seit mindestens 800 Jahren die Menschen. Der das Unrecht bekämpfende Bogenschütze, seine große Liebe Marion und die tapfere Gemeinschaft der mit ihm im Sherwood Forest lebenden Merry Men regen die Menschen bis heute an. Durch die Fernsehserie Robin of Sherwood aus den 1980er-Jahren und ihre Interpretation wurde dieses Symbol erneut mit Bedeutung und Hoffnung für eine als allzu kalt und nach Sinn suchend empfundene Realität aufgeladen. Dieser von Now is here – Deutsche Robin of Sherwood Gesellschaft e. V. initiierte Sammelband zeichnet in fachwissenschaftlichen Beiträgen die Geschichte Robin Hoods im Wandel der Zeit nach und deutet die mit dem Phänomen verbundenen Metaphern rund um den Kampf um Gerechtigkeit für die einfachen Menschen. Er verortet die Legende in Kultur, Medien sowie ontologisch und erklärt die ganz besondere Geschichte der Entstehung und Bedeutung der Robin-Interpretation in der vierzig Jahre alten Fernsehserie Robin of Sherwood. Die dreizehn Beiträge von Forschenden und von in Now is here engagierten Personen reichen von Fachaufsätzen über Erfahrungsberichte aus dem Fandom, von den Dreharbeiten bis hin zu persönlichen Perspektiven, die die menschliche Seite und Bedeutung einer Serie aufzeigen, die mehr sein wollte als bloße Unterhaltung. …
Tags: Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier
Von Robin Hood zu Robin of Sherwood: Legende – Kollektivsymbol – Serienheld (2025), O. Bidlo, Dr.F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag: 12–14
Tags: Einleitung(en), Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier
Von Robin Hood zu Robin of Sherwood: Legende – Kollektivsymbol – Serienheld (2025), O. Bidlo, F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag: 48–53
Abstract: Einblick in die Gesetzmäßigkeiten der Magie …
Tags: Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Magie->, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier
Von Robin Hood zu Robin of Sherwood: Legende – Kollektivsymbol – Serienheld (2025), O. Bidlo, F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag: 124–140
Tags: Fantasy->, Fantasy->Genre->, Fantasy->Genre->Sword-and-Sorcery, Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Magie->, Mystik->, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier

Hither Shore Band 21 (2024) (2025), T. Fornet-Ponse, T. Honegger, E. Koch (Hrsg.), Oldib-Verlag
Abstract: Das Jahrbuch enthält unter anderem die Beiträge des Interdisziplinären Seminars der DTG vom Aachen 11. bis 13. Oktober 2024 Es enthält Beiträge von Michaël Devaux, Verlyn Flieger, Peter Grybauskas, Wayne G. Hammond, Christina Scull, Allan Turner, Thomas Fornet-Ponse, Łukasz Neubauer, Thomas Honegger, Ryan Jay Syler, Jacob Langenhahn, Jonathan Nauman, Intoine Paris, Sebastian Krinner …
Tags: Medien->, Medien->Medienart->, Medien->Medienart->Jahrbuch, Person->, Person->Tolkien, Christopher, Person->Tolkien, J. R. R., Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier
Tolkien und seine Herausgeber:innen: = Tolkien and his editorsHither Shore Band 21 (2024) (2025), T. Fornet-Ponse, T. Honegger, E. Koch (Hrsg.), Oldib-Verlag: 62–83
Abstract: Dieser Beitrag untersucht die tiefe literarische und persönliche Beziehung zwischen J.R.R. Tolkien und seinem Sohn Christopher Tolkien und argumentiert, dass sich ihre Verbundenheit in der wiederkehrenden Vater-Sohn-Dynamik in Tolkiens Romanen widerspiegelt. Anhand von Werken wie „The Lost Road“ identifiziert der Aufsatz halbautobiografische Elemente, die die enge und kreative Partnerschaft zwischen den beiden widerspiegeln, wobei Christopher sowohl als literarischer Nachlassverwalter als auch in vielerlei Hinsicht als Co-Autor fungierte, der das Vermächtnis seines Vaters bewahrte und prägte. Letztendlich stellt der Aufsatz Christopher als die literarische Reinkarnation“ von J.R.R. Tolkien dar, dessen redaktionelle Arbeit Wissenschaft und Erzählkunst miteinander verband, um den Mythos von Mittelerde fortzuführen und zu vervollständigen. …
Tags: Medien->, Medien->Medienart->, Medien->Medienart->Jahrbuch, Person->, Person->Tolkien, Christopher, Person->Tolkien, J. R. R., Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier
Von Robin Hood zu Robin of Sherwood: Legende – Kollektivsymbol – Serienheld (2025), O. Bidlo, F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag: 56–78
Tags: Gedächtnis->, Gedächtnis->kollektives, Initiation, Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Schamanismus, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier

Kaleidogramme Band 118 (2014), C. Meister, L.A. Rickels (Hrsg.), Kulturverlag Kadmos
Abstract: Mit Beiträgen von Carolin Meister, Rainer Metzger, Eva Meyer, Laurence Rickels, Inge Stephan, Klaus Theweleit und Beat Wyss. Ghostarbeit ist Arbeit an den Geistern. Theoretisch wie genealogisch weist Ghostarbeit auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen technischen und okkulten Medien. So inszenierte der moderne Spiritismus in Séancen mit okkulten Medien oder Geistersehern technische Medialität gleich mit. Besonders die neue Möglichkeit der Liveübertragung war der Kommunikation mit Geistern wahlverwandt. Die Frage, ob die okkulte Medialität von den neuen Medien überholt worden sei, durchzieht die spiritistische Literatur dieser Zeit. Warum sich weiter exklusiv auf okkulte Medien stützen, wenn das Telefon eine direkte Verbindung verspricht? Dass die Reichweite der gespenstischen Heimsuchung auf der Wellenlänge des technisch-medialen Fortschritts schwingt, zeigte Friedrich Kittler in seiner Genealogie der Medien: »Das Totenreich ist eben so groß wie die Speicher- und Sendemöglichkeiten einer Kultur. Medien, wird bei Klaus Theweleit zu lesen sein, sind immer auch Flugapparate ins Jenseits.« Theweleits Verständnis von Medialität im technischen wie okkulten Sinne ist der Ausgangspunkt des vorliegenden Bandes. Aus Anlass seines 70. Geburtstags versammelt Ghostarbeiter Beiträge, die aus unterschiedlichen Perspektiven zentrale Inhalte von Theweleits Werkes umkreisen – und dabei nicht zuletzt einem Gedanken Rechnung tragen, der schon auf Hegel zurückgeht: nämlich dass jede Kulturarbeit und Geisteswissenschaft einen Ghost als Gast beherbergt. …
Tags: Geist(er)->, Ghosts, Kongress, Medien->, Medien->okkulte, Medien->technische, Okkultismus, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Spiritualität, {04.0} Bestand/Papier
Von Robin Hood zu Robin of Sherwood: Legende – Kollektivsymbol – Serienheld (2025), O. Bidlo, F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag: 79–91
Tags: Gott/Gött(in/er)->, Gott/Gött(in/er)->gehörnter, Hexe(n)->, Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, Teufel(s)->, {04.0} Bestand/Papier
Ghostarbeiter: über technische und okkulte MedienKaleidogramme Band 118 (2014), C. Meister, L.A. Rickels (Hrsg.), Kulturverlag Kadmos: 149–170
Abstract: Wer sich für Fantastik/Fantastik-Debatten in Deutschland interessiert – insbesondere für die Linie von Technikphantasien, Dystopie und Utopiekritik – findet in Laurence A. Rickels’ „Deutschland. Ein Science-Fiction“ einen Text, der sich wie eine Mini-Monografie im Aufsatzformat liest: Rickels nutzt Science-Fiction nicht als Nische der Populärkultur, sondern als kulturgeschichtliches Diagnoseinstrument. „Deutschland“ erscheint dabei als Problem- und Projektionsfläche, die in Genres, Medien und Technikutopien fortlebt – oft dort, wo direkte historische Erzählung aussetzt. Der Aufsatz ist deshalb so ergiebig, weil er Fantastik nicht nur inhaltlich (Raumfahrt, Androiden, Zukunft) adressiert, sondern methodisch: Er fragt, welche kulturellen Arbeiten (Trauer, Reparation, Integration, Verdrängung) Genres leisten – und wie Technik- und Mediengeschichte diese Arbeiten mit organisiert. …
Tags: Geist(er)->, Geographie->, Geographie->Europa (GE)->, Ghosts, Kongress, Medien->, Medien->okkulte, Medien->technische, Okkultismus, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Spiritualität, {04.2} Bestand/Papier+Digital
Von Robin Hood zu Robin of Sherwood: Legende – Kollektivsymbol – Serienheld (2025), O. Bidlo, F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag: 159–164
Tags: Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, Sekundärliteratur->Science Fiction, Star Trek->, {04.0} Bestand/Papier
Von Robin Hood zu Robin of Sherwood: Legende – Kollektivsymbol – Serienheld (2025), O. Bidlo, F. Weinreich (Hrsg.), Oldib Verlag: 16–32
Abstract: Zur Phantasmisierung von Historie …
Tags: Legende(n)->, Legende(n)->Robin Hood, Literarische Figur(en)->, Literarische Figur(en)->Robin Hood, Sekundär->, Sekundärliteratur->Fantasy, {04.0} Bestand/Papier
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