am 8. März 2026
Neuzugänge:

Fantasia (EDFC) 1257 (2026), EDFC
Abstract: im neuen Fantasia stellt uns Achim Hättich 40 Filme aus der Phantastik vor …
Tags: Film(e)->, Film(e)->Review, Film(e)->phantastisch, Rezension(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Phantastik, {04.1} Bestand/Digital

Philosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG
Abstract: Die Philosophischen Symposien sind ein Tagungs-Format der DFG. Die Vorträge und Diskussionen werden vom FID Philosophie gehostet.
Tags: Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 5
Tags: Diskussion(en)->, Diskussion(en)->Abschluss-, Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Symposium->, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 31
Abstract: Von den Begriffen der durch Edmund Husserl begrü ndeten Phä nomenologie hat derjenige der Lebenswelt das philosophische Denken ü ber die Welt am stä rksten geprägt. Der Begriff wird gewö hnlich mit Husserls 1936 erschienenen Abhandlung Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie in Verbindung gebracht, steht aber in Kontinuitä t zu frü heren Werken, die die transzendentale Phä nomenologie eingefü hrt haben.1 Als kurze Einfü hrung zum Thema sei gesagt, dass Husserls Philosophie die Welt als „eine unendliche, auf Unendlichkeiten einstimmig zu vereinenden Erfahrungen bezogene Idee“ versteht. Selbstverstä ndlich kö nnen wir diese unendliche Idee immer nur durch endlich viele einstimmigen Erfahrungen belegen. Die Welt ist also eine unendliche Idee, die endlich viele Erfahrungen umfasst. Dasselbe gilt dem Weltraum: die Erscheinungen verweisen auf unendlich weitere mö gliche Erscheinungen in einem offen-unendlichen Raum, den wir jedoch nur als vom Horizont begrenzt erleben kö nnen. Die Literaturwissenschaften wie auch die Kulturwissenschaften verstehen den Weltraum nicht als vorgegeben, sondern als „gesellschaftlicher Produktionsprozess der Wahrnehmung, Nutzung und Aneignung“,2 die auch die Macht besitzt, eine Welt neu zu entwerfen, und zwar so, dass die neuen Erfahrungen die bestehende Welt in Frage setzen oder sogar sie widersprechen kö nnen. Was dieser „Idee“ der Welt angeht, so verweist sie auf ein raumzeitliches Netzwerk aus endlich viele einstimmigen Erfahrungen, die weit ü ber sich hinausweisen und damit eine mögliche Welt entwerfen. Daraus ergibt sich, dass eine mögliche Welt eine mögliche Erfahrbarkeit besagt. So behandelt der Beitrag die Frage eines Weltentwurfes und die Voraussetzungen einer kategorialen Bestimmung von „mö glichen“ vs. „unmö glichen“ Welten,3 die sich phä nomenologisch auf die mö gliche bzw. unmö gliche Erfahrbarkeit zurü ckfü hren lässt. …
Tags: Erfahrung(en/s)->, Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Person->, Person->Borges, Jorge Luis, Person->Husserl, Edmund, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG
Abstract: Auf die Frage, wie Philosophie entsteht und wie sie zu betreiben sei, wird man von jeder Philosophin und je- dem Philosophen wohl eine andere Antwort bekommen. Ob man eher von der Passivität eines Widerfahrnisses her denkt, wie beim sokratischen Staunen, oder eher von der Aktivität einer selbstgelenkten Relexion, wie bei der Descartes’schen Meditation – die Philosophie bewegt sich in Erfahrungsräumen, die in der alltäglichen Lebenswirklichkeit ihren Ausgangspunkt haben. Man mag über alles Mögliche staunen und alles Mögliche bezweifeln. In der Philosophie werden diese Erfahrungen jedoch zu methodischen Leitfäden und zu Lupen, durch die man die Welt in klarerer Weise zu betrachten erhofft. Motive wie diese sind eingebettet in philosophiegeschichtliche Narrative, die Gründungsmythen mit ihren Heroinnen und Heroen beinhalten, die im Laufe der Rezeption immer wieder transformiert werden. Hierbei bilden sich bestimmte „Denkkollektive“ mit ihren jeweiligen „Denkstilen“ (Ludwik Fleck) heraus, die neue Narrative gestalten, um ihre Interpretationen – wissenssoziologisch betrachtet – zur Etablierung von Grenzziehungen zu nutzen, wie in der modernen Philosophie etwa zwischen „analytischer“ und „kontinentaler“ Philosophie (was in mehrerlei Hinsicht irreführend ist, uns aber an dieser Stelle nicht weiter beschäftigen kann). …
Tags: Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 19
Abstract: Leisten fiktionale Texte einen Beitrag zur Erkenntnis? Falls ja, worin besteht dieser Beitrag und unterscheiden sich durch die Lektü re iktionaler Literatur gewonnene Erkenntnisse von solchen, die wir durch lebensweltliche Erfahrungen, Schul- und Universitä tsbesuch sowie das Studium von Sachbü chern oder wissenschaftlichen Theorien erwerben? Dies sind die Fragen, denen ich im Rahmen meiner Uberlegungen nachgehen mö chte. Zur Einleitung skizziere ich mein Verstä ndnis von Fiktion bzw. iktionalen Texten (I). Im Anschluss gebe ich einen Uberblick ü ber einige der in der laufenden Debatte zum Thema Fiktion und Erkenntnis maßgeblichen Fragen, die insbesondere die Begriffe der Wahrheit und des Wissens bzw. der Erkenntnis betreffen (II). Im dritten Teil frage ich, ob und inwiefern die Lektü re iktionaler Literatur auch dann einen Erkenntniswert haben kö nnte, wenn man sie weder als Wahrheits- noch als Wissensvermittlerin begreift (III). Im letzten Teil folgen Uberlegungen zur Frage nach dem nicht-propositionalen Wissen in der Literatur (IV) …
Tags: Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital

Schriftenreihe des Graduiertenkollegs 1767 1 (2015), M. Fludernik, N. Falkenhayner, J. Steiner (Hrsg.), Ergon Verlag: 294

Fantasia (EDFC) 1254 (2026), EDFC
Tags: Literatur->, Literatur->Phantastik->, Rezension(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Phantastik, {04.1} Bestand/Digital

Fantasia (EDFC) 1256 (2026), EDFC
Abstract: Wieder ein Fantasia mit Buchbesprechungen, Erzählungen und Artikeln …
Tags: Literatur->, Literatur->Phantastik->, Rezension(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Phantastik, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 18
Abstract: Gedankenexperimente motivieren Urteile über hypothetische Fälle in ihren Betrachtern. Kann dieses Nachdenken im Lehnstuhl über solche bloß iktiven Fälle eine echte Erkenntnisquelle sein? Kann ein solches Nachdenken also zu gerechtfertigten Meinungen, im besten Fall vielleicht sogar zu Wissen führen? Ein Verteidiger von Gedankenexperimenten als Erkenntnisquelle nimmt normalerweise die beiden folgenden Dinge an: 1.) Theorien, und zwar insbesondere philosophische Theorien, sagen nicht nur etwas über die aktuale Welt aus, sondern haben darüber hinaus eine modale Kraft, sie sagen also, was notwendig oder essenziell ist. Damit enthalten sie nicht nur Aussagen über die aktuale Welt, sondern auch Aussagen über nicht-aktuale mögliche Welten. Aus diesem Grund sind auch Urteile über fiktive, nicht-aktuale Welten für die Wahrheit dieser Theorien relevant. Wer beispielsweise behauptet, dass Wissen als gerechtfertigte wahre Meinung definiert werden muss, der sagt damit nicht nur, dass jeder aktuale Fall von gerechtfertigter wahrer Meinung Wissen ist, sondern auch, dass jeder nur mögliche Fall von gerechtfertigter wahrer Meinung Wissen ist. 2.) die durch Gedankenexperimente ausgelösten Urteile manifestieren nicht einfach irgendwelche Hintergrundmeinungen, sondern davon zu unterscheidende Intuitionen. …
Tags: Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG
Abstract: Anhand seiner eigenen philosophischen Sozialisierung unterstreicht Herman Cappelen in seinem Buch Philosophy Without Intuitions auf eindrucksvolle Weise, wie sich die intuitionsbasierte Argumentation, einem „verbalen Virus“ gleich, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der anglophonen Philosophie „analytischer“ Prägung rasend ausgebreitet hat. Gerade in der praktischen Philosophie, auf die ich mich im Folgenden konzentrieren möchte, spielen durch Gedankenexperimente evozierte Einzelfallurteile häufig eine unverzichtbare Rolle, wenn es darum geht, Sollenssätze zu bestätigen oder zu hinterfragen. Parallel dazu wird aber auch die Kritik am Gebrauch von Intuitionen zum Zwecke normativer Rechtfertigung immer lauter. Nicht zuletzt die experimentelle Philosophie weist uns darauf hin, dass intuitive Urteile sozial und historisch kontingente Produkte individueller Psychologie und kollektiver Lebensformen sind. Die epistemische Verlässlichkeit von Intuitionen sei höchstens vorläufig, so die Kritiker, und ihre Fähigkeit, höherrangige Prinzipien zu rechtfertigen, ernsthaft zu hinterfragen. …
Tags: Erkenntnis, Experiment(e)->, Experiment(e)->Gedanken-, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Intuition(en)->, Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 27
Abstract: Dass auch das Mittelalter Gedankenexperimente kannte, ohne diese so zu nennen, ist keine neue Behauptung. Ich möchte hier dem Zusammenhang zwischen Gedankenexperiment und der Idee der göttlichen Allmacht nachgehen. Hans Blumenberg behauptet einen solchen Zusammenhang in der ‚Legitimität der Neuzeit‘, und dieser Zusammenhangt scheint für seine These der im Spätmittelalter einsetzenden Selbstbestimmung des Menschen in erkenntnistheoretischer Hinsicht ebenso zentral zu sein wie in moralischer Hinsicht die von Blumenberg diagnostizierte ‚nominalistische‘ Konzeption eines Willkürgottes. Denn erst Überlegungen zur göttlichen Allmacht, befeuert durch die Pariser Verurteilung von 1277, hätten die naturphilosophischen Gedankenexperimente des 14. Jahrhunderts ermöglicht. Zugleich sieht Blumenberg diese unter dem dunklen Stern einer reduzierten Wirklichkeitsgewissheit, aus der heraus sich die Rehabilitierung der Neugierde entwickelt. Blumenberg ist so verstanden worden, dass er die Debatte um Gottes Potenzen als Bedrohung ganz realer Täuschungsmanöver missverstanden habe, und ihm ist der Einwand gemacht worden, dass jene Uberlegungen, die mit einem göttlichen Eingriff spekulieren, diesen gerade nicht als real annahmen. Genau deswegen seien es auch Gedankenexperimente als rein kontrafaktische Uberlegungen gewesen. Gewissheitskrisen konnten derartige Uberlegungen, die mit der Allmacht Gottes operieren, also gar nicht auslösen. Das scheint mir jedoch mit Blick auf die Position, die Blumenberg der spätmittelalterlichen Philosophie im ‚Prozeß der theoretischen Neugierde‘ zuweist, zu kurz gegriffen …
Tags: Allmacht, Erkenntnis, Experiment(e)->, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Person->, Person->Blumenberg, Hans, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 21
Tags: Epistemologie->, Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Wissenschaft(s/en)->, Wissenschaft(s/en)->-theorie, Wissenschaft(s/en)->Erkenntnistheorie, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 25
Abstract: Etwa seit der Jahrtausendwende hat sich ein neuer methodischer Zugang zur Philosophie herausgebildet, der nach Meinung der einen das Fach bereichert und nach Meinung der anderen die Philosophie gründlich missversteht: die experimentelle Philosophie. Kurz gesagt untersucht sie klassische philosophische Fragen mit den Mitteln der empirischen Wissenschaften. Auch wenn die experimentelle Philosophie als Methode zunächst vor allem auf Fragen der theoretischen Philosophie bezogen wurde – ihr Anfang wird oft in einer vielbeachteten Studie zum Wissensbegriff gesehen – wurde der empirische Zugang inzwischen auf alle Bereiche der Philosophie angewendet, und mithin auch auf die Ethik. …
Tags: Erkenntnis, Experiment(e)->, Experiment(e)->-elle Ethik, Experiment(e)->Gedanken-, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 17
Abstract: Zu Beginn der Meditationen über die Erste Philosophie (1642) erzählt René Descartes einen kleinen Teil seiner Lebensgeschichte. Er erzählt, dass er erkannt hat, dass nicht alles, was er in seiner Jugend für wahr gehalten hatte, er auch zu einem späteren Zeitpunkt als wahr gelten ließe. Dieser Umstand lässt ihn grundlegend an der Möglichkeit einer gesicherten Erkenntnis über die Welt um ihn herum zweifeln. Er sitzt beim Kamin, so erzählt Descartes, er trägt einen Winterrock, er betastet Papier und er wähnt sich in mehrerer Hinsicht in Sicherheit. Eigentlich, so sinniert er, gäbe es keinen triftigen Grund, um sinnvoll daran zu zweifeln, dass er, Descartes, tatsächlich am Kamin sitzt, er tatsächlich einen Winterrock trägt und er tatsächlich mit seinen Händen Papier berührt. Seine Situation, schreibt er, scheint prädestiniert für eine gesicherte Erkenntnis der wahrgenommenen Gegenstände um ihn herum zu sein. Wenn nicht, wie dann? Auch wenn er sich in der Wahrnehmung der Gegenstände von Zeit zu Zeit täuscht, räsoniert er, würde doch nur ein Wahnsinniger bestreiten wollen, dass er, Descartes, Wissen über die Gegenstände seiner Umgebung habe. Aber dennoch muss er klein beigeben. Denn, so führt Descartes aus, er könne nicht ausschließen, dass er zu diesem Zeitpunkt träume, er säße beim Kamin, er trüge einen Winterrock und er berühre Papier. Da er auch kein sicheres Kennzeichen ausmachen kann, das Wachsein von Träumen unterscheidet, schließt Descartes, ist an eine Erkenntnis von der Welt wie sie wirklich ist und den wirklichen Gegenständen in der Welt nicht zu denken. Und darüber hinaus, knüpft Descartes an, kann er auch nicht ausschließen, dass ein böser und listiger Geist ihn systematisch über die Gegebenheiten in der Welt täusche. Mit dieser scheinbar harmlosen Erzählung schafft es Descartes, ein nachhaltiges Problem aufzuwerfen, das Philosophinnen und Philosophen bis heute beschäftigt und mit denen er unser Wissen von der Welt um uns herum grundlegend in Frage stellt. …
Tags: Erkenntnis, Erzähl(er/ung(en))->unerzählbare, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Philosophische Symposien der DFG: Gedankenexperimente und NarrationPhilosophische Symposien der DFG Vol.2 (2023), E. Brednel, H. Gander, M. Lessau (Hrsg.), Deutsche Forschungsgemeinschaft; DFG: 31
Abstract: Figürliche, bildliche oder übertragene Redeweisen beschäftigen die Philosophie seit ihren Anfängen. Um sie theoretisch zu erfassen, wurden sie meist unter den Begriff der Rhetorik subsumiert, der immer wieder als ein Gegenbegriff zur Philosophie fungierte. Die Kritik an der Rhetorik kann geradezu konstitutive Funktion für das philosophische Selbstverständnis attestiert werden. Bereits Platon hatte einen mit der Rhetorik assoziierten Sprachgebrauch anlässlich seiner Kritik an den Sophisten für nicht wahrheitsfähig erklärt. Zentrale philosophische Unterscheidungen wie die von res und verba, von theoretischem Sachbezug und praktischer Manipulation, von eigentlicher buchstäblicher und uneigentlicher übertragener Rede laufen allesamt auf eine Konsequenz hinaus: Figürliche Sprachformen werden in Sonderbereiche wie ›Rhetorik‹ oder späterhin ›Asthetik‹ abgedrängt, sollen für das erkenntnis- und sprachtheoretische Hauptgeschäft der Philosophie aber keine wesentliche Rolle spielen. Eine »Pathologie der Rhetorik« zieht sich wie ein roter Faden auch durch Philosophien der neuzeitlichen Auklä rung. Sie findet sich etwa bei René Descartes, Thomas Hobbes, John Locke oder Immanuel Kant. Sie alle verbinden das epistemologische Motiv der mangelnden Klarheit mit dem ethischen Motiv der ungebührlichen Erregung von Leidenschaften. Rhetorik stellt sich etwa für Kant als die manipulative Kunst »durch den schönen Schein zu hintergehen« dar, als illegitime Anwendung poetischer Mittel zu theoretischen oder praktischen Zwecken. Diese Tendenz setzt sich in wichtigen Strömungen der modernen Sprachphilosophie fort. Noch die Kommunikationstheorie von Jürgen Habermas oder der postanalytische Ansatz Robert Brandoms zollen ›rhetorischen‹ Sprachformen kaum Beachtung. …
Tags: Erkenntnis, Fiktion(s/en)->, Gedanke(n)->, Gedanke(n)->-experiment(e), Kritik(en)->, Kritik(en)->metaphorische, Methapher(n)->, Methapher(n)->-kritik, Narration(en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Sprach(e)->, Sprach(e)->figürliche, Wissenschaft(s/en)->, Wissenschaft(s/en)->Philosophie->, {04.1} Bestand/Digital

Abstract: Der Begriff Fiktion wird umgangssprachlich in vielerlei Lebenszusammenhängen verwendet, ohne dass er im Vornhinein genau definiert würde. Es steht nicht eindeutig fest, zu welchem anderen Begriff er im logischen Gegensatz steht. Es bieten sich verschiedene Wörter an, wie etwa Realität, Wahrheit, Empirische Erfahrung die sich vage unter dem Begriff Non-Fiktion zusammenfassen lassen. Diese Verschwommenheit im Sprachgebrauch zeugt von der Schwierigkeit, das Gegensatzpaar Fiktion – Non-Fiktion präzise zu definieren. In den Naturwissenschaften spielen Gedankenexperimente – eine besondere Form von Fiktionen! – eine wichtige Rolle bei der Veranschaulichung von wissenschaftlichen Theorien, Gesetzmässigkeiten und Hypothesen. Auch bei der Rechtssetzung werden Fiktionen verwendet mit dem Ziel kohärente Regeln des Zusammenlebens zu entwickeln. In der Soziologie behalf sich bereits Max Weber des Begriffs der Idealtypen, um gesellschaftliche Zusammenhänge intelligibel zu machen. In der Soziologie ist oft die Rede von unausgesprochenen symbolischen Vorstellungen, die stillschweigend jeder Gesellschaft zugrunde liegen und die von ihren Menschen als selbstverständlich hingenommen werden. In diesem Zusammenhang seien die Arbeiten von Alfred Schütz genannt, der in seinem Aufsatz „Don Quichotte und das Problem der Realität“ (Schütz, S. 155 ff) das komplexe Ineinanderwirken von drei Vorstellungswelten – der literarischen, der lebensweltlichen und der individuellen – am Text von Cervantes veranschaulicht. …
Tags: Fiktion(s/en)->, Fiktion(s/en)->Non-, Fiktion(s/en)->fiktionale Texte, Kunst->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, {04.1} Bestand/Digital
Veränderungen (Korrekturen, Ergänzungen):

Schriftenreihe des Graduiertenkollegs 1767 8 8 (2020), Dustin Breitwischer, Hanna-Myriam Häger, Julian Menninger (Hrsg.), Ergon
Abstract: Dieser Band beschäftigt sich mit historisch spezifischen Formen der sachlichen und fiktiven Erzählung innerhalb der Literatur und verschiedener nicht-literärer Medien. Die Beiträge beschäftigen sich mit der Frage, wie und warum das jeweilige Medium, der historische Kontext, soziokulturelle Normen und ästhetische Konventionen bestimmte Ansprüche auf Sachlichkeit oder Fiktionalität innerhalb einer gegebenen Erzählung formulieren können (oder nicht). Genauer gesagt, die gesammelten Aufsätze verdeutlichen, dass die Gültigkeitsansprüche eines Textes gleichermaßen an seinen historischen Rahmen, sein jeweiliges Medium und seine jeweilige narrative Praxis gebunden sind. Die Diskussion, Analyse und der Vergleich von historischen Besonderheiten einerseits und einem erweiterten Medienarsenal andererseits ermöglichen es den Mitwirkenden so, narrative Besonderheiten der sachlichen und fiktiven Erzählung in ihren vielfältigen Ausdrucksformen aufzudecken und zu beschreiben. Im Einklang mit der disziplinären Vielfalt seiner Mitwirkenden richtet sich der Band sowohl an medienwissenschaftlich orientierte Erzähler …
Tags: Erzähl(er/ung(en))->, Erzähl(er/ung(en))->-praktiken->, Erzähl(er/ung(en))->-praktiken->Geschichte, Erzähl(er/ung(en))->Gebrauchs-, Erzähl(er/ung(en))->fiktionales, Fiktion(s/en)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Zukunft(s)->, Zukunft(s)->Forschung, {04.1} Bestand/Digital
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