am 15. März 2026
Neuzugänge:

(1977), H. Moos
Abstract: Das Buch „Architekturkonzeption der utopischen Sozialisten“ (1977) von Franziska Bollerey ist ein Standardwerk zur theoretischen und baulichen Planung des Frühsozialismus. Es untersucht, wie gesellschaftliche Reformen durch alternative Architektur und Stadtplanung verwirklicht werden sollten. Bollerey analysiert darin die Architektur als Instrument für den gesellschaftlichen Prozess. Das Werk befasst sich intensiv mit den Modellen von Robert Owen und Charles Fourier. Es dokumentiert Entwürfe für ideale Gemeinschaften, wie Fouriers Phalanstères oder Owens genossenschaftliche Siedlungen, die Arbeit, Wohnen und Bildung räumlich vereinten. Die Autorin zeigt auf, dass Architektur bei den utopischen Sozialisten nicht nur Ästhetik war, sondern ein konkretes Mittel, um soziale Gleichheit und neue Lebensformen zu erzwingen. Das Buch enthält zahlreiche historische Abbildungen und Pläne, die diese utopischen Konzepte visualisieren. Die wissenschaftliche Rezeption hebt vor allem die Bedeutung des Werks für die Architekturgeschichte und Soziologie hervor. Das Buch gilt als grundlegende Untersuchung der Verbindung zwischen Frühsozialismus und Architektur. Rezensionen, unter anderem vom renommierten Architekturhistoriker Julius Posener, ordnen das Werk als wesentlichen Beitrag zur Erforschung der „Gartenstadtbewegung“ und deren Wurzeln ein. Es wird als „sauberes“ und gut dokumentiertes Fachbuch geschätzt, das die Utopie als „kritischen Spiegel der Wirklichkeit“ begreifbar macht. …
Tags: Architektur->, Architektur->Haus/Häuser, Architektur->Stadt-, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Sozial(er)->-sozialismus, Utopie(n)->, Utopie(n)->Architektur, {04.0} Bestand/Papier

Edition Moderne Postmoderne (2012), transcript Verlag
Abstract: Obschon Städte zurzeit vor allem durch ihre drastischen Probleme in unser Bewusstsein treten, ist es sinnvoll, auch nach der urbanen Wende an einer Vorstellung von der »guten Stadt« festzuhalten. Dieser Topos bildet eine Konstante der normativen Reflexion der menschlichen Lebensform, die dadurch, dass die Stadt das menschliche Habitat par excellence geworden ist, neue Bedeutung erlangt. Durch eine kritische Rekonstruktion der Geschichte von der »guten Stadt« anhand klassischer sowie zeitgenössischer Beiträge – von Platons Kallipolis bis zu von Borries‘ Klimakapseln – zeigt Mara-Daria Cojocaru, wie ein gewisser Rest-Utopismus das gesellschaftliche Handeln in den Städten begleiten kann. Sie zeigt: Nicht die gebaute Umwelt bringt bedeutsame Formen von Gesellschaft hervor – vielmehr verhält es sich umgekehrt. In ihrem Werk geht Cojocaru der Frage nach, wie eine „gute Stadt“ gestaltet sein sollte und welche Rolle utopische Entwürfe dabei spielen. Die Autorin analysiert klassische und zeitgenössische Konzepte der Stadtgeschichte, beginnend bei Platons „Kallipolis“ bis hin zu modernen Visionen wie den „Klimakapseln“ von Friedrich von Borries. Cojocaru argumentiert, dass Städte heute oft nur über ihre Probleme (Verkehr, Miete, Kriminalität) wahrgenommen werden. Sie hält jedoch am Topos der „guten Stadt“ fest, um einen normativen Rahmen für urbanes Leben zu schaffen. Das Buch untersucht Urbanität nicht nur als bauliche Gegebenheit, sondern als eine spezifische Form der sozialen und politischen Praxis. Die Rezensionen zum Buch heben vor allem die interdisziplinäre Verknüpfung von Philosophie und Stadtplanung hervor. Rezensenten wie Jos Schnurer auf socialnet.de bewerten das Werk als wichtigen Beitrag, um die Stadt wieder als Ort der politischen Selbstverständigung zu begreifen. Es wird als fundierte wissenschaftliche Arbeit geschätzt, die über rein architektonische Fragen hinausgeht und ethische Grundwerte des Zusammenlebens thematisiert. Trotz des philosophischen Fokus bietet das Buch Anknüpfungspunkte für aktuelle Debatten über Stadtentwicklung und die Frage, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen. …
Tags: Geschicht(s/e/en)->, Geschicht(s/e/en)->Stadt, Historie->, Historie->Rekonstruktion, Politik->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Stadt/Städte->, Stadt/Städte->Zukunft, Utopie(n)->, Utopie(n)->Architektur, {04.1} Bestand/Digital

(2015). Masterarbeit
Abstract: Die Arbeit untersucht das Werk des deutsch-jüdischen Architekten Richard Kauffmann, der in den 1920er Jahren maßgeblich an der Planung jüdischer Siedlungen in Palästina beteiligt war: Hirschvogel analysiert Kauffmanns Entwürfe für unterschiedliche Gemeinschaftsformen, insbesondere die ländliche Genossenschaftssiedlung (Moshav Ovdim), Kommunalsiedlungen (Kvutzah) und Gartenvorstädte. Ein Kernaspekt ist der Vergleich zwischen Kauffmanns theoretischen Abhandlungen (z. B. zum Konzept der Siedlungskrone) und der tatsächlich gebauten Realität. Die Autorin zeigt auf, wie europäische Ideen (wie die Gartenstadtbewegung oder Einflüsse von Bruno Taut) in den palästinensischen Kontext übertragen und dort als „gebaute Utopie“ materialisiert wurden. Das Buch beleuchtet Architektur als Mittel zur Formung einer neuen Gesellschaft unter den spezifischen Bedingungen der Aufbauphase in Palästina. In der Forschung zur Architektur der Moderne und des Zionismus gilt das Werk als wesentlicher Beitrag zur Erforschung Richard Kauffmanns, der trotz seines großen Einflusses lange Zeit weniger beachtet wurde als europäische Zeitgenossen. Hirschvogel wird für ihre detaillierte Gegenüberstellung von Idealplanung und gebautem Ergebnis geschätzt, was die Ambivalenzen und Kompromisse utopischer Projekte sichtbar macht. Die Arbeit stellt eine wertvolle Verbindung zwischen der europäischen Reformarchitektur (ca. 1900–1924) und deren globalen Ausläufern her. …
Tags: Abschlussarbeit(en)->, Abschlussarbeit(en)->Masterarbeit, Architektur->, Architektur->Stadt-, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->Architektur, {04.1} Bestand/Digital

(2021), A. Holm, C. Laimer (Hrsg.), TU Wien Academic Press
Abstract: Gemeinschaftliches Wohnen und selbstorganisiertes Bauen bieten neue Antworten auf die aktuellen Herausforderungen im Wohnungswesen. Seit vielen Jahren haben Baugruppen und Hausprojekte in zahlreichen Ländern Erfahrungen in der gemeinschaftlichen Planung gesammelt, neue Wohnformate entwickelt und unkonventionelle Formen gemeinschaftlichen Wohnens erprobt. Das gilt insbesondere für Initiativen, die mit selbstorganisierten Planungsprozessen, einer nicht gewinnorientierten Bewirtschaftung und kollektiver Verantwortung gemeinschaftliche Wohnformen entwickeln und nutzen. Diese Publikation möchte aufzeigen, wie Nischen innerhalb des kapitalistischen Systems genutzt werden können und welche Ansätze es darüber hinaus gibt. Darum finden sich neben Beiträgen über das Wohnen und Bauen im engeren Sinne auch solche über Commons, Solidarische Ökonomien, Eigentum, Dekommodifizierung oder alternative Finanzierungsinstrumente. Der Band entstand im Rahmen eines Fellowships an der TU Wien zum Thema „Neues soziales Wohnen“. …
Tags: Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Utopie(n)->, Utopie(n)->Architektur, {04.1} Bestand/Digital

FAU Studien aus der Philosophischen Fakultät 30 (2024), FAU University Press
Abstract: Das Werk ist eine grundlegende literaturwissenschaftliche Untersuchung, die sich mit der Definition, Entstehung und Abgrenzung der Utopie als eigenständiges Genre befasst. Hudde nähert sich dem Thema aus einer romanistischen Perspektive und strukturiert seine Analyse entlang folgender Kernfragen: – Was charakterisiert eine literarische Utopie und wie unterscheidet sie sich von verwandten Formen wie dem Staatsroman oder der Dystopie? Das Buch untersucht, wann und wo die Utopie als Gattung entstanden ist, wobei ein besonderer Fokus auf der französischen Literatur liegt. Hudde analysiert die strukturellen Elemente utopischer Texte, wie etwa das Motiv der Reise an einen „Nicht-Ort“ oder die Schilderung idealisierter Gesellschaftsmodelle. Interessanterweise entstand das Manuskript bereits im Jahr 1979 während Huddes Zeit als Heisenberg-Stipendiat, blieb aber lange Zeit unveröffentlicht in der Schublade, bis es 2024 posthum durch seine Kinder herausgegeben wurde. Es gilt als präzise Einführung in die Gattungstheorie der Utopie und bietet einen klaren Überblick über deren Ziele und Funktionsweisen. Gelobt wird Huddes Bemühen, den oft vagen Utopiebegriff literaturwissenschaftlich zu schärfen und eine Ordnung in die „chaotische Fülle“ utopischer Texte zu bringen. Da die Arbeit den Forschungsstand der späten 1970er Jahre widerspiegelt, ist sie ein wichtiges Dokument für die Entwicklung der Utopieforschung, die damals eine Hochphase erlebte. …
Tags: Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->, Utopie(n)->-geschichte, Utopie(n)->Theorie, {04.1} Bestand/Digital

(1982), Verlag Gerd Hatje
Abstract: Das 1982 erschienene Werk gilt als ein Standardwerk der Architekturgeschichte, das die Visionen und Realitäten des 20. Jahrhunderts anhand von Handzeichnungen dokumentiert. Lampugnani strukturiert die Architekturgeschichte nicht rein chronologisch, sondern thematisiert das Spannungsfeld zwischen theoretischen Entwürfen (Utopie) und deren baulicher Umsetzung (Realität). Das Buch hebt die Bedeutung der Zeichnung als eigenständiges Medium hervor. Sie dient nicht nur als Bauplan, sondern als Träger radikaler architektonischer Ideen und Manifeste. Es werden verschiedene Richtungen der Moderne beleuchtet, darunter die rationale Architektur (z. B. Le Corbusier), expressionistische Visionen und organische Entwürfe. Das Werk ordnet die Zeichnungen in den gesellschaftlichen und theoretischen Diskurs ihrer Zeit ein und zeigt, wie grafische Darstellungen die gebaute Umwelt vorweggenommen oder kritisiert haben. In Fachkreisen wird das Buch als essenzielle Quellensammlung und theoretisches Kompendium geschätzt. Es knüpft an frühere bedeutende Sammlungen ungebauter Architektur an und bildet eine Brücke von den klassischen Zeichnungen des 19. Jahrhunderts zu den modernen Techniken. Lampugnani wird für seine Fähigkeit gelobt, Architektur nicht nur als Bauwerk, sondern als Teil des kulturellen Gedächtnisses und des professionellen Diskurses zu begreifen. Als profilierter Architekturtheoretiker und Professor an der ETH Zürich bringt Lampugnani eine wissenschaftliche Strenge ein, die das Buch zu einer verlässlichen Referenz für Studenten und Historiker macht. Gelegentlich wird angemerkt, dass sein Ansatz sehr stark auf den „professionellen Architekturdiskurs“ fokussiert ist und weniger populärkulturelle Einflüsse berücksichtigt. …
Tags: Architektur->, Architektur->Utopie, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Utopie(n)->, Utopie(n)->Architektur, {04.0} Bestand/Papier

Suhrkamp-Taschenbuch 10 (1971), Suhrkamp
Abstract: in diesem Weg führt der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich seine 1965 in „Die Unwirtlichkeit unserer Städte“ begonnene Kritik am modernen Städtebau fort. Er analysiert die psychologischen Auswirkungen urbaner Fehlplanungen und fordert eine radikale Umkehr hin zu menschenfreundlichen Lebensräumen. Mitscherlich argumentiert, dass Stadtplaner die seelischen Bedürfnisse der Menschen (wie das Bedürfnis nach Identität, Kontakt und Schutz) ignorieren. Er kritisiert die strikte Trennung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit, die zu monotonen Schlafstädten und langen Arbeitswegen führt. Durch unkontrolliertes Wachstum und die Dominanz des Autos geht der Raum für sozialen Austausch verloren. Er bemängelt „protzige Bauten“ und uniforme „Betonwüsten“, die keinen Bezug zum menschlichen Maß oder zum sozialen Charakter der Bewohner haben. Mitscherlich widmet sich auch Themen wie dem Altenheim als „falschen Bauauftrag“ und den Auswirkungen der „Fremdenindustrie“ (Tourismus) auf die Stadtgestalt. Mitscherlichs Thesen gelten heute als Klassiker der Stadtsoziologie und Architekturkritik, werden jedoch differenziert betrachtet: Er gilt als einer der ersten, der die psychologischen Folgen der Nachkriegsmoderne (Funktionalismus, Massenwohnungsbau) öffentlichkeitswirksam kritisierte. Sein Aufruf, sich nicht klaglos an unwirtliche Umgebungen anzupassen, prägte eine ganze Generation von Stadtplanern und Bürgerinitiativen. Kritiker werfen ihm teilweise allerdings eine zu einseitige Sichtweise vor, die die Vorteile der modernen Infrastruktur unterschätze oder eine nostalgische Vorstellung von der „europäischen Stadt“ idealisiere. Viele seiner Forderungen nach Mischung von Wohnen und Arbeiten sowie nach „menschlichen“ Maßstäben finden sich heute in Konzepten der „Stadt der kurzen Wege“ oder des nachhaltigen Städtebaus wieder …
Tags: Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Stadt/Städte->, Stadt/Städte->Zukunft, Utopie(n)->, Utopie(n)->Architektur, {04.0} Bestand/Papier
Gemeinschaftliches Wohnen und selbstorganisiertes Bauen (2021), A. Holm, C. Laimer (Hrsg.), TU Wien Academic Press: 11–20
Abstract: Lange Zeit hatten in der ,offiziellen‘ Geschichte der Arbeiter*innenbewegung Genossenschaftsinitiativen und Selbsthilfeunternehmen nur eine marginale Rolle gespielt. Dabei war die Bandbreite solcher Aktivitäten enorm: Im frühen 20. Jahrhundert reichten sie von Konsumvereinen über Produktions- und Baugenossenschaften bis hin zu Versicherungsgesellschaften. Die Vorgeschichte des genossenschaftlichen Wohnungsbaus speist sich aus sehr unterschiedlichen Ideologien und sozialreformerischen Praktiken. Man denke nur an die experimentellen Projekte der sogenannten utopischen Sozialisten oder an die Siedlungsvorhaben bürgerlicher Philanthropen (altgriechisch: Menschenfreund). Die Übertragung des Gedankens der Selbsthilfe auf die Wohnraumbeschaffung erweist sich als ausgesprochen schwierig, denn die speziellen Eigenschaften der Wohnungsproduktion (Langlebigkeit, komplizierte planerische Erschließung, hohe Finanzierungskosten) erschweren bzw. verunmöglichen Versuche einer genossenschaftlichen Selbsthilfe aus den Reihen der Arbeiterschaft. Der Aufstieg der Wohnungsbaugenossenschaften im späten 19. Jahrhundert zeichnet sich deshalb durch zwei Besonderheiten aus: Entweder handelte es sich um reine Mittelstandprojekte oder sie wurden von externen Finanzhilfen abgestützt, die mit speziellen Vorgaben verbunden waren (vgl. Novy/Prinz 1985: 12ff.). Ronneberger analysiert die historische Entwicklung und das Scheitern utopischer Siedlungsmodelle. Er schlägt den Bogen von den Phalanstères (Fourier) und New Harmony (Owen) bis hin zu modernen alternativen Wohnprojekten. Ein zentrales Thema ist die „Inselbildung“. Ronneberger beschreibt, wie utopische Gemeinschaften oft versuchen, sich vom kapitalistischen Umland zu isolieren, woran sie meist ökonomisch oder sozial scheitern. Er arbeitet heraus, dass Architektur in diesen Modellen oft als Instrument zur Formung des „neuen Menschen“ gedacht war (räumlicher Determinismus). Der Essay beleuchtet das ambivalente Verhältnis zwischen der Sehnsucht nach dem ländlichen Idyll (Anti-Urbanismus) und der Notwendigkeit kollektiver Organisation. Er betrachtet Utopien nicht als Träumereien, sondern als Reaktionen auf Krisenphänomene der Urbanisierung und Industrialisierung. Der Essay gilt als ernüchternde, aber faire Bestandsaufnahme, die aufzeigt, warum die Übertragung von Kleinst-Gemeinschaften auf die gesamte Gesellschaft (Maßstabssprung) meist misslingt. Er wird häufig zitiert, um aktuelle Trends wie Co-Housing oder Ökodörfer historisch einzuordnen und vor den immer gleichen strukturellen Fallstricken zu warnen. …
Tags: Architektur->, Genossenschaft(en)->, Genossenschaft(en)->Wohnungs-, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Stadt/Städte->, Utopie(n)->, Utopie(n)->Architektur, {04.1} Bestand/Digital
Geschichte der Utopie: Eine EinführungUTB 3625 (2012), Thomas Schölderle (Hrsg.), UTB
Abstract: In seinem Buchbeitrag „Thomas Morus und der Begriff der Utopie“ (erschienen im Sammelband Utopie bei UTB, 2022) liefert der Philosoph Ludger Schwarte eine tiefgehende Analyse des Ursprungstextes der Gattung und dessen theoretischer Tragweite. Schwarte fokussiert sich weniger auf eine reine Nacherzählung des Inhalts von Morus’ Utopia, sondern auf die philosophische und architektonische Struktur des Begriffs: Er analysiert das Wortspiel zwischen Utopie (Nicht-Ort) und Eutopie (glücklicher Ort) und zeigt auf, dass der „Nicht-Ort“ bei Morus eine notwendige Leerstelle ist, um gesellschaftliche Kritik überhaupt erst zu ermöglichen. Schwarte, dessen Forschungsschwerpunkt oft auf der Philosophie der Architektur liegt, untersucht, wie die räumliche Trennung (die Inselwerdung Utopias) und die streng geometrische Stadtplanung bei Morus als Instrumente der Disziplinierung und sozialen Kontrolle fungieren. Er arbeitet heraus, dass die Utopie bei Morus kein unerreichbarer Traum ist, sondern ein operativer Begriff. Sie dient als Spiegel, um die Missstände im damaligen England (wie die Einzäunungen/Enclosures) radikal zu kritisieren. In der wissenschaftlichen Einordnung wird Schwartes Beitrag besonders für seine begriffliche Präzision geschätzt. Schwarte grenzt sich klar von einem alltagssprachlichen Utopieverständnis ab, das Utopien als bloße „Hirngespinste“ abtut. Er wertet die Utopie stattdessen als unverzichtbares Werkzeug des politischen Denkens auf. Er bleibt nicht bei der Bewunderung der idealen Gesellschaft stehen, sondern macht auf die Ambiwalenz der Ordnung aufmerksam. Die Perfektion in Morus’ Entwurf wird bei Schwarte auch als potenziell erdrückend oder unfrei problematisiert. Außerdem nutzt er die Analyse von Morus, um die Frage nach der heutigen Notwendigkeit „utopischer Intentionen“ zu stellen, insbesondere angesichts globaler Krisen wie der Klimaerwärmung. Dieser Text gilt als hervorragende Grundlage, um die philosophische Tiefe hinter dem literarischen Klassiker zu verstehen und die Utopie als Methode (statt nur als Ziel) zu begreifen. …
Tags: Utopie(n)->, Utopie(n)->-theorie, [08] Import BookCat, {04.2} Bestand/Papier+Digital

(1982), H. Weihsmann (Hrsg.), Ars-Nova-Medienverlag
Abstract: Das Werk ist eine kompakte Untersuchung der Ideengeschichte utopischer Bau- und Stadtentwürfe. Weihsmann beleuchtet auf rund 60 Seiten die Visionen von Architekten und Denkern, die gesellschaftliche Ideale in bauliche Entwürfe übersetzten. Der Titel spannt den Rahmen von der Renaissance (Thomas Morus und seine „Utopia“) bis in die Moderne und Postmoderne. Es ist eine Analyse von Entwürfen, die über rein funktionale Architektur hinausgehen und alternative Lebensformen vorschlagen. Es findet eine Einbeziehung von Strömungen, die Technikgläubigkeit oder organische Formen thematisieren, statt und eine besondere Berücksichtigung der österreichischen Architekten- und Künstlergruppe, die für ihre pneumatischen Strukturen (Luftschlösser) und installativen Eingriffe im Stadtraum der 1960er/70er Jahre bekannt ist. Das Buch ist reich illustriert und enthält zahlreiche historische Abbildungen, die die oft abstrakten Visionen veranschaulichen. Es wird primär als theoretische und dokumentarische Bestandsaufnahme wahrgenommen. Helmut Weihsmann ist ein anerkannter Architekturhistoriker (bekannt auch für Standardwerke wie „Das Rote Wien“). Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine präzise historische Einbettung aus. Mit nur etwa 62 Seiten dient es eher als fundierte Einführung oder Essai denn als erschöpfende Enzyklopädie. Da es 1982 in kleinerer Auflage erschien, ist es heute vor allem als antiquarisches Sammlerstück für Architekturinteressierte relevant. …
Tags: Architektur->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->, Utopie(n)->Architektur, {04.0} Bestand/Papier
Veränderungen (Korrekturen, Ergänzungen):

UTB 3625 (2012), UTB
Abstract: Utopien sind Gedankenexperimente und kritische Spiegelbilder der historischen Wirklichkeit zugleich. Diese Einführung liefert einen Überblick zur Geschichte der Utopie und stellt ihre wichtigsten Entwürfe sowie ihre wesentlichen Merkmale, Ziele und Funktionsweisen vor. Auf diese Weise ergibt sich ein klares und konturenreiches Bild einer der einflussreichsten Denkströmungen der abendländischen Tradition, das von den antiken Mythen des Goldenen Zeitalters bis zu den Schreckensvisionen und den ökologischen und feministischen Modellen des 20. Jahrhunderts reicht. Behandelt werden u. a. Platon, Joachim von Fiore, Thomas Morus, Francis Bacon, Tommaso Campanella, J. G. Schnabel, William Morris und George Orwell. …
Tags: Utopie(n)->, Utopie(n)->-theorie, [01] zur Bearbeitung, [08] Import BookCat, {04.0} Bestand/Papie
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