Kategorie: Quellen, Info, Hinweise

Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #9 – Ausstellung zu Francisco de Goya – Albertina, Wien

Francisco de Goya -> Horror im Comic

Bis 21. August 2022 kann man in der Albertina in Wien eine Ausstellung besuchen, die „Die Schrecken des Krieges – Goya und die Gegenwart“ (siehe hier Pressemappe der Ausstellung) zum Inhalt hat. Darin dokumentiert der ukrainische Fotograf Mykhaylo Palinchak (*1985) die Zerstörung seines Heimatlandes und die Auswirkungen auf die Bevölkerung. Soweit, so gut. Ein berechtigtes Anliegen und daher schon alleine deshalb empfehlenswert. Es gibt aber noch einen besonderen Grund, warum ich gerade diese Ausstellung im Auge habe. Es hat mit dem vor kurzem vorgestellten Pachtband „Horror im Comic“ zu tun (siehe hier im Blog) …


Diese Bilder aus dem Zyklus „Die Schrecken des Krieges“ verwendet der Autor Alexander Braun, um zu verdeutlichen, wie ungleich die Beurteilung von Bildern mit schrecklichem Inhalt beurteilt werden, wenn es darum geht, Horror-Comic zu beurteilen. Was in der Kunst durchaus Gang und gäbe ist, wird im Comic mit Zensur verfolgt …

Stellen wir uns dieses Szenario in einem Horror-Film oder -Comic vor: Ein Vater tötet seinen eigenen Sohn, indem er ihn bei lebendigem Leibe auffrisst. Schwer vorstellbar, dass diese Bilder die Zensur passieren würden. Im Prado dürfen Familien daran entlang schlendern. […] Goya wendet sich radikal ab von der Tradition üblicher Historiengemälde und ihren multiszenischen Schlachtenpanoramen. Zweifellos sind auch Goas Szenen stark komponiert, nehmen aber gleichzeitig die Unmittelbarkeit der Fotografien vorweg. Goya führt uns ungewöhnlich nahe an die hässliche Fratz des Krieges […] andere Verstümmelungen und Zurschaustellungen im französisch-spanischen Krieg erfolgten post mortem, wie der mit Leihnamen und Extremitäten „geschmückte“ Baum in Motiv 39 (dt. Große Heldentat, mit Toten) (siehe auch Bilderkarussell). Es sind solche Motive, die Goya in den Augen von König und Kirche nicht zum patriotischen Repräsentationskünstler prädestinierten …

Auszug 'Satans Enkel-Garstige Zeiten', Seite 7-35

In dieser Ausstellung ergibt sich die Möglichkeit, die als Beispiel angeführten Bilder von Francisco de Goya im Original zu betrachten und die Wirkung dieser Bilder abzuschätzen. Sicherlich keine Ausstellung, die man ohne spürbare Betroffenheit wieder verlässt, wenn man sich auf die Bilder – sowohl jene von Goya, als auch auf die modernen Fotografien von Mykhaylo Palinchak – einlässt.

Die radikalen Neuerungen seiner Kunst finden ihren Niederschlag besonders in einer Reihe druckgrafischer Serien, darunter die hier ausgestellten ‚Desastres de la Guerra‘, die erst 1863 in Madrid als 80 Radierungen herausgegeben werden. In ihnen nimmt Goya den Spanienfeldzug Napoleons (1808–1814) zum Anlass, die Grausamkeiten des blutigen Krieges zu kritisieren. Auf Bilder des Mordens, Folterns und der Schändung von Frauen folgen Szenen, welche die trostlosen Umstände der Hungersnot 1811/1812 zeigen, die Tausenden das Leben kostete. Allegorische Darstellungen setzen sich sodann kritisch mit der Zeit nach dem Krieg unter dem reaktionären Regime König Ferdinands VII. auseinander. …

Auszug Pressemappe

Wenn ich auch gerne die Ausstellungen der Albertina grundsätzlich jedem interessierten Wien-Besucher empfehle, so habe ich mit dieser Ausstellung auch Grund allen Phantastik-Interessierten unter den ober geschilderten Umständen diesen Besuch zu empfehlen. Er ist einzigartig und vermutlich nicht so schnell wiederholbar. Diese Ausstellung zeigt, wie schnell die Ausführungen in einem sekundärliterarisch wertvollen Buch Aktualität erringen können. …

Anmerkung(en):weiterführende Links:

keine

  • [Dokument] Die Pressemappe der Albertina zur Ausstellung „Die Schrecken des Krieges“

Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 dokumentiert der Fotograf Mykhaylo Palinchak (*1985) die Zerstörung seines Heimatlandes und die Auswirkungen auf die Bevölkerung. Die Bilder der Ruinen von Wohnblöcken, der Toten und  Überlebenden, der Menschen auf der Flucht und jenen, die vor Ort geblieben sind, überliefern eindrücklich die unmittelbaren Folgen des Krieges.
Die ALBERTINA stellt rund 40 aktuellen Kriegsfotografien Palinchaks, der sich in seinen Arbeiten wiederholt mit einschneidenden politischen Entwicklungen in der Ukraine auseinandergesetzt hat, Goyas Los Desastres de la Guerra gegenüber. Goyas  Darstellungen des Krieges vom Beginn des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der ALBERTINA belegen ebenso wie die Fotografien Mykhaylo Palinchaks die universelle Brutalität des Kriegsgeschehens sowie das Leid der Zivilbevölkerung. […]

Auszug Artikel


  • [Bilder] Los desastres de la guerra in der wikimedia.org

Los desastres de la guerra ist eine Serie von 82 Aquatinta-Grafiken, die Francisco Goya in den 1810er Jahren schuf und 1863, 35 Jahre nach seinem Tod, veröffentlichte. […]

Auszug Artikel


  • [Artikel] Francisco de Goya in der WIKIPEDIA

Francisco José de Goya y Lucientes (* 30. März 1746 in Fuendetodos, Aragón, Spanien; † 16. April 1828 in Bordeaux) war ein spanischer Maler und Grafiker des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts. […]

Auszug Artikel


  • [Webpräsenz] Albertina Wien



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Weiterführendes:


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Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #8 – Phantastische Bibliothek Suhrkamp

Sekundärliterarische Inhalte in der Phantastischen Bibliothek

Die Verlagsreihe „Phantastische Bibliothek“ des Suhrkamp-Verlages dürfte wohl jedem einigermaßen an Phantastik Interessierten ein Begriff sein. Die Reihe, die zwischen 1980 und 1998 von Franz Rottensteiner betreut wurde veröffentlichte 366 Titel in Phantastik, Science Fiction und Horror. Offiziell wurden 370 Bandnummern vergeben, aber leider erschienen nicht alle davon bis zur Einstellung. Die Nummern 275, 276, 343 und 364 erblickten nicht das Licht der Welt. Sie enthält aber auch alle 26 Bände der von Kalju Kirde herausgegebenen Reihe „Bibliothek des Hauses User“, die zwischen 1969 und 1975 im Insel-Verlag erschienen sind.

Die Reihe prägte viele „Phantasten“ und führte so manchen an die Thematik heran. Nicht unmaßgeblich verantwortlich dafür waren auch die sekundärliterarischen Texte, die neben den primärliterarischen Veröffentlichungen einen nicht unbeträchtlichen Teil der Reihe ausmachten. Unter sekundärliterarisch verstehe ich hier sowohl die Haupttexte, als auch Vor- und Nachwörter, Einführungen, Einleitungen und Hinweise, die den Texten beigegeben wurden.

Forum Phantastische Literatur
Forum Phantastische Literatur

Angeregt durch die Reihenvorstellung im Internet-Forum „Phantastische Literatur“, welches das Nachfolgeforum des bekannten Horror-Forums ist, unter dem Titel „Phantastische Bibliothek Suhrkamp (1978-2000)„, möchte ich diese sekundärliterarischen Texte hier gesondert sammeln, um einen Überblick über das in der Reihe vorhandene Material zu geben. Diese Texte werde ich hier einbringen, primärliterarische Texte werden nicht angeführt werden. Ein solcher Überblick wurde von mir gesucht, aber nicht gefunden. Eine nicht unmaßgebliche Hilfe bei der Bearbeitung dieses Konvoluts an Texten war die Zusammenstellung von Klaus Meintesberger unter

Klaus Meintsberger Datenbank Phantastische Bibliothek Suhrkamp
Klaus Meintsberger Datenbank Phantastische Bibliothek Suhrkamp
 
 
 

 

 

DIe Bibliograhie des Suhrkamp Verlages 1950-2000Nicht minder auch „Die Bibliograhie des Suhrkamp-Verlages 1950-2000“ (Frankfurt/Main (2002) ISBN 3518411640), welche (fast) alle Erscheinungen des Verlages im betreffenden Zeitraum beinhaltet und in Bezug auf Reihennummerierung und ISBN-Inhalten eine wichtige Nachschlagequelle darstellt.

Ein großer Teil der Bände liegt mir vor bzw. wurde über die „Villa Fantastika“, der großen phantastischen Bibliothek in Wien, eingesehen. Ich bedanke mich bei der Gelegenheit bei den beiden Bibliothekar*innen für die äußerst freundliche, hilfsbereite und kompetente Unterstützung, die sie mir in dieser Angelegenheit angedeihen ließen.

Neben den beiden Reihen Phaicon und Polaris, die als Almanache konzipiert sind, liegen einige Bände vor, die im Besonderen von und über Stanislaw Lem und H. P. Lovecraft geschrieben wurden. Auch die drei Bände von Klaus Völker (Vampire, Werwölfe und künstliche Menschen) liegen in eigenen Ausgaben vor. Erwähnenswert ist auch das Lexikon der phantastischen Literatur von Rein A. Zondergeld. Es wurde aber auch nicht auf allgemeine Abhandlungen über die phantastische Literatur vergessen, wie z.B. Becher’s Aufsätze zur phantastischen Literatur.

Insgesamt gesehen beinhalten 99 Bände von 366 Büchern sekundärliterarische Inhalte von oben beschriebenem Inhalt. Das sind immerhin 27 % und das ist, in Bezug auf die sonstige Ausbeute in der Genreliteratur, reichlich. Auch die Qualität der oft als „niederrangig“ betrachteten Vorwörter, Nachwörter und Anmerkungen, die in den Büchern veröffentlicht wurden, betrachte ich als sehr hoch und jedenfalls mehr informativ als die, oft als Good-Will verfassten, Vor- und Nachwörter in anderen Veröffentlichungen, die als Seitenfüller betrachtet werden können.

Franz Rottensteiner hat hier eine Verlags- und Buchreihe geschaffen, die heutzutage gleichartiges schwer vermissen lässt …

Wer also Interesse am Ergebnis meiner Arbeit hat – hier das Ergebnis:

oder jetzt verbessert – Bibliographie und Index der Sekundärliteratur in der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp


Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • keine
  • [Artikel] Die „Phantastische Bibliothek“ in der WIKIPEDIA

    Die Phantastische Bibliothek ist eine Buchreihe des Suhrkamp Verlags und enthält Werke der Phantastik, Science-Fiction, aber auch der Horrorliteratur.

    Die ersten Bände erschienen ohne Reihenzählung: die ersten Bände des Almanachs Phaïcon im Insel-Verlag (seit 1963 bei Suhrkamp) oder der Almanach Polaris im Suhrkamp Verlag. Erst die 3. Auflage von Nacht und Schimmel erschien 1978 offiziell als erster Band der Phantastischen Bibliothek in ihrem charakteristischen violetten Äußerem.[…] Auszug Artikel


  • [Bibliographie] Verzeichnis der 370 Bände bei Klaus Meinetsberger

Phantastische Bibliothek Suhrkamp  ×  Verzeichnis der Bände 1 bis 370* nach Nummern und Autoren  ×  mit Inhaltsverzeichnis der einzelnen Bände[…]
Auszug Artikel

  • [Bibliographie] Die „Phantastische Bibliothek“ auf sf-hefte.de

    In der Spalte „Bemerkung 2“ ist gegebenenfalls angegeben, ob der Zyklus zu einer ‚größeren Serie‘ gehört, wie z.B. die Drachenlanze-Romane oder dass es sich um einen Sammelband mit mehreren Romanen handelt.[…] Auszug Artikel

 


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Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.

 

 

 

 

Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #7 – Sigmund Freud – „Das Unheimliche“

Erlebt? Bloß vorgestellt? Erlesen?…

Das Essay von Sigmund Freud „Das Unheimliche“ ist wohl eines der wegweisensten wenn es um das Gefühl des Schreckhaften, der Angst und des Grauen Erregenden geht. Erst unlängst habe ich bei Literaturkritik.de eine Webversion dieses Essays gefunden und möchte euch dieses nicht vorenthalten …

Essay "Das Unheimliche" von Sigmund Freud

 

Ein solches ist das „Unheimliche“. Kein Zweifel, daß es zum Schreckhaften, Angst- und Grauenerregenden gehört, und ebenso sicher ist es, daß dies Wort nicht immer in einem scharf zu bestimmenden Sinne gebraucht wird, so daß es eben meist mit dem Angsterregenden überhaupt zusammenfällt. Aber man darf doch erwarten, daß ein besonderer Kern vorhanden ist, der die Verwendung eines besonderen Begriffswortes rechtfertigt. Man möchte wissen, was dieser gemeinsame Kern ist, der etwa gestattet, innerhalb des Ängstlichen ein „Unheimliches“ zu unterscheiden.[…] Auszug Essay

Wenn man sich mit Horror, Schauer und Geister in der Literatur beschäftigt, dann sollte dieses Essay sicherlich auch zur Lektüre gehören, um die Grundlagen zu kennen, die diese Genre bestimmen …

 


Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • keine
  • [Artikel] „Unheimlich“ in der WIKIPEDIA

    Das Unheimliche (englisch uncanny, französisch Inquiétant, l’inquiétante étrangeté) ist als Gefühl des Schreckhaften, Angst und Grauen Erregenden nicht auf den Bereich ästhetischer Erfahrung beschränkt, sondern beunruhigt den Menschen als verstörende Irritation nicht selten in alltäglichen Situationen. […] Auszug Artikel


  • [Artikel] Die Angst in uns selbst -Über das Unheimliche: Psychoästhetik im Angesicht der Krise – Von Florian Lehmann auf literaturkritik.de

Was aber ist ‚das Unheimliche‘ eigentlich? Als Phänomen entsteht es im Verlauf des 18. Jahrhunderts. Voraussetzung dafür ist die Entwicklung eines bürgerlich-privaten Erlebnisraums. Dieser Raum des Eigenen generiert ein Refugium der Heimlichkeit, das insbesondere im familiären Bereich kulturgeschichtliche Relevanz entfaltet. Die frühe englische gothic fiction zeugt von der horriblen Anfälligkeit jener Privatheit im Literarischen wie das obige Beispiel zeigt.[…] Auszug Artikel


  • [Artikel] Das Unheimliche / Gespenster – Schauerliteratur und die schwarze Romantik – Der ‚Gespenster-Hoffmann‘ auf etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de

    • Das Unheimliche, das dem Leser oder der Zuschauerin Schauer über den Rücken laufen lässt, ist spätestens seit der ‚schwarzen Romantik’ und der gothic literature gegen Ende des 18. Jahrhunderts präsent, die etwa durch Horace Walpole und seinen 1764 erschienenen Roman The Castle of Otranto mitgeprägt wurden. Ihre Merkmale sind Handlungen voller Rätsel und finsterer magische Vorgänge, denen fluchbeladene, in Geheimnisse verstrickte Figuren ausgeliefert scheinen. Typische schauerromantische Requisiten und morbide Topoi sind einsame, verfallenen Schlösser und schaurige oder groteske Gestalten und nächtliche Szenerien.[…] Auszug Artikel


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Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #6 – Forschungsliteratur: VAMPIRISMUS

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Eine kommentierte interdisziplinäre Auswahlbibliografie welche Clemens Ruthner 2003 zum Thema „Vampirismus“ zusammengestellt hat. …

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Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #5 – Überlegungen zur Phantastik – Brittnacher – literaturkritik.de

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Hans Richard Brittnacher ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u.a. die Intermedialität des Phantastischen, Literatur der Alterität, Populär- und Genrekultur.

„… Es kann, nach etwa einem halben Jahrhundert terminologischer Bemühungen um ein quecksilbriges Phänomen als aussichtslos gelten, eine konsensfähige Definition der Phantastik vorlegen zu wollen: …“

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