Horror-, Schauer- und Gespensterliteratur #25 – Schrecken als ästhetische Ware: Der Schauer(roman) – Mario Grizelj (Hrsg.)

Mario Grizelj (Hrsg.)
Der Schauer(roman)
Königshausen & Neumann, Würzburg (2010)
ISBN 9783826041990
 
Diskurszusammenhänge – Funktionen – Formen
 
Sonderbarerweise häuft sich derzeit die Sekundärliteratur der dunklen Phantastik auf meinem SUB. Hier haben wir ein Werk zum Schauerroman, der nach dem Rückentext, eines der dichtesten Darstellungsmodi der Moderne darstellt. Ist das so? …

 
Mario Grizelj hat in diesem Buch einige interessante Essays, von auch renommierten Persönlichkeiten, unter anderen von Hans Richard Brittnacher und Clemens Ruthner, zusammengefasst. Zum einen zum Thema Theorie/Modus und zum anderen zum Thema Form/ Genre. So zum Thema Theorie der Gespenster, Theorie der Literatur, Theorie der Liminalität oder Theorie des Vampirs – kurz ausgedrückt. Oder aber zur Verortung des Schreckens, zu Benedikte Naubert als Schauerromanautorin, zu Geister und Geheimbünde bei Schiller und Grosse, zum amerikanischen Untergrund, zu schottischen Verbrechenskarrieren und zur Macht der Emotionen…
 
In der vorliegenden Publikation geht es darum, an die begonnene aktuelle Schauerforschung anzuschließen. Dabei soll freilich deutlich werden, dass sich die aktuelle Forschung nicht täuscht, wenn sie marginalisierte Texte in den Vordergrund rückt. Es soll durch die einzelnen Texte sichtbar werden, dass und wie der Schauerroman nicht nur ein literarisches Genre, sondern zugleich und vor allem ein signifikantes Medium für die Darstellung von Realitätsentwürfen einer Gesellschaft und ihrer Kulturen ist. …
Auszug 'Vorwort: Die Klammer', Seite 7-10
 
Besonders werde ich mir die „Dunklen Mächte. Geister und Geheimbünde bei Schiller und Grosse“ von Stefan Andriopoulos ansehen. Der Vergleich zu Matthias Hurst in „Spannungsfeld der Aufklärung“ (hier im Blog) im Allgemeinen und zu „Bewältigungsstrategien: Schauerliteratur und Verschwörungstheorien“ (hier im Blog) wird interessant werden – denke ich. Außerdem wird mir Hans Richard Brittnachers „Zur Theorie des Vampirs oder Das Nachleben des Mythos in der Dichtung“ zur Ergänzung meiner „Vampir-Studien“ dienen. Auf jeden Fall ein Buch, in das ich einige Erwartungen setzte, auch wenn es schon etwas in die Jahre gekommen ist …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Mario Grizelj (Hrsg.)
  • Der Schauer(roman)
  • Diskurszusammenhänge – Funktionen – Formen
  • Königshausen & Neumann, Würzburg (2010)
  • Film-Medium-Diskurs, Band 27
  • Broschüre, Klebebindung
  • 304 Seiten
  • ISBN 9783826041990

Kleinster Preis: € 34,09, größter Preis: € 39,80, Mittelwert: € 39,80

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  • keine
  • [biographisches] Mario Grizelj auf uni-muenchen.de

Mario Grizelj hat Neuere deutsche Literatur und der Nordamerikastudien an der FU Berlin studiert, wurde 2007 an der LMU München mit einer Arbeit über ‚Experimentelle Prosa‘ promoviert und 2014 mit einer Studie zum Verhältnis von Religion und Literatur habilitiert.…

Auszug aus Literaturkritik.de


  • [Artikel] Medien der Gegen- und Meta-Anthropologie – von Mario Grizelj – auf literaturkritik.de

… An der Phantastik kann paradigmatisch der soziale Umgang mit Alterität beobachtet werden. Teufel, Geister und Vampire dienen als Konglomerate ausufernder Fremdheit, die imaginär, fiktional, poetologisch, darstellungs- und medientechnisch sowohl ausgereizt als auch domestiziert wird. …

Auszug Artikel


  • [Download] Ästhetik des Schreckens: der Schauerroman von Horace Walpole bis Ann

    Radcliffe – von Michael C. Frank – auf uzh.ch

Abstract: Dem Aufstieg des Schauerromans ging eine Neuentdeckung des Schreckens als affektive Quelle des ästhetischen  Genusses voraus, für die vor allem Edmund Burkes Theorie des Erhabenen wegweisend war. Am Beispiel Horace Walpoles lässt sich diese poetologische Aufwertung – und Umdeutung – des Schreckaffekts gut nachvollziehen, da Walpole sie mit Verweis auf die klassizistische Tragödientheorie explizit thematisiert. Zu berücksichtigen ist dabei ferner die politische Instrumentalisierung des Schreckens im Zuge der ’Grande Terreur’. Denn in der jakobinischen Schreckensherrschaft glaubten mehrere frühe Kommentatoren eine direkte Ursache für den Boom des Schauerromans im ausgehenden 18. Jahrhundert zu erkennen. Die Tatsache, dass die Kategorie der ’terreur’ um 1800 zwischen Poetik und Politik oszillierte, ist im vorliegenden Zusammenhang von einiger Bedeutung. Selbiges gilt für Radcliffes einflussreichen Versuch, zwischen ’terror’ und ’horror’ als zwei entgegengesetzten ästhetischen Prinzipien zu unterscheiden.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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