Beiträge getaggt mit Drachen

Drachen #3 – Mythos / Symbol / Geschichte

Heute gibt’s drei Bände über Fabelwesen an sich. Dabei spielen die Drachen natürlich auch eine große Rolle. Eine Ausgabe bringt altchinesische Denken (auch) darüber näher, eines gibt Jorge Luis Borges Gedanke zu diesem Thema wieder und das Dritte ist eine amüsante und informative Fabeltierkunde …


Harald Borges - Drache, Einhorn, Phönix

Harald Borges – Drache, Einhorn, Phönix

Harald Borges
Drache, EInhorn, Phönix
Über altchinesisches Denken
Metzler, Stuttgart (1993), gebundene Ausgabe, 180 Seiten
ISBN 347600841X

Dieses Buch, für unvorbelastete Leser geschrieben, handelt nicht nur vom gemeinhin als „klassisch“ bezeichneten chinesischem Denken in jener Epoche, die von den ersten schriftlichen Dokumenten bis zur Einigung des Reiches angesetzt zu werden pflegt. Es greift vielmehr darüber hinaus um die geradezu märchenhafte Wirkung des Konfuzius verständlich zu machen.

Im Mittelpunkt stehen einzelene Denker, die Richtungen tatsächlich begründeten oder als deren Ahnherren betrachtet wurden. Es handelt von  anderen Büchern, wichtigen Männern, Legenden, glückverheissenden Fabelwesen und schicksalsträchtigen Omen, nebst dem üblichen Inventar menschlicher Geschichte und Leidenschaften …

Antiquarisch gesichtet: Kleinster Preis: 3.12 EUR, größter Preis: 45.85 EUR, Mittelwert: 5.95 EUR


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Drachen #2 – Mythos / Symbol / Geschichte

Eine „volkstümliche Darstellung der Drachen“ aus Sage und Naturwissenschaft aus 1929, „Neues von Drachen“ von bekannten Autoren wie Asimov, Lem,  Samjatin, u.a. und ein kritischer Versuch über Conrad Gessner und Ulisse Aldrovandi in dem Drachen eine Rolle spielen. Der Versuch einen kleinen Überblick zu geben geht weiter …


Wilhelm Bölsche - Drachen

Wilhelm Bölsche – Drachen

Wilhelm Bölsche
Drachen
Eine volkstümliche Darstellung
Kosmos, Stuttgart (1929), gebundene Ausgabe, 80 Seiten

Wilhelm Bölsche studierte von 1883 bis 1885 Philosophie, Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Bonn und lebte ab 1885 in Berlin. Bölsche war Mitglied des Friedrichshagener Dichterkreises. Obwohl die meisten Schriften Bölsches naturwissenschaftliche Themen behandeln, war er kein Naturwissenschaftler, sondern er hat als Schriftsteller naturwissenschaftliche Themen popularisiert. (Gutenberg Projekt – http://gutenberg.spiegel.de/autor/wilhelm-bolsche-1156)

16 Illustrationen lockern das Buch auf, ein Glossarium zu zoologischen und geologischen Namen im Anschluss (nicht im Gutenberg-Projekt) besteht. Das Werk ist, wie ich finde ein interessantes Zeitdokument und kann auch im Gutenberg-Projekt eingesehen werden …

Antiquarisch gesichtet: Kleinster Preis: 1.29 EUR, größter Preis: 24.75 EUR (gibt es auch in neueren Ausgaben)


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Drachen #1 – Mythos / Symbol / Geschichte

Feuerspeiender Drache, unbekannter Künstler

Feuerspeiender Drache, unbekannter Künstler (pinterest.com)

Vielleicht ist es ja interessant, Sekundärliteratur nicht einfach nur wahllos durcheinander gewürfelt vorgesetzt zu bekommen, sondern sie thematisch gesammelt zu sichten. Der Themen die in Frage kommen sind Legionen. Beginnen wir also mit etwas einfachem: Drachen. Beliebtes Sujet der Fantasy. Dementsprechend groß ist auch die Auswahl an sekundärliterarischer Literatur. Sie reicht, wie oft, vom hochwissenschaftlichen Sachbuch höchstseriöser Wissenschaftler bis zur schon bedenklich kitschigen oder esoterisch missionierenden Veröffentlichungen naiver Laien.

Es ist aber eine sehr interessante Ecke der Sekundärliteratur, die viele interessante Teil- und Unterthemen hat und mit der sich viele vergnügliche und lehrreiche Stunden verbringen lassen: Ungeheuer, Gott, Teufel, Mythos, Glückbringer, Wächter …


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Neuzugänge #4– BIBLIOTHECA UNIVERSITAS PHANTASTICA

Für jeden etwas? Zunächst ein Neuzugang im Bereich Science Fiction der sich mit dem Genre beschäftigt. Dann Aufsätze zur phantastischen Literatur und schließlich ein Buch über Fabeltiere. Also:

Thomas P. Weber - Science Fiction

Thomas P. Weber – Science Fiction

Thomas P. Weber
Science Fiction
Fischer Kompakt, Frankfurt/Main (2005), Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 9783596164912

Thomas P. Weber ist Biologe und Zoologe und arbeitet in Brüssel für die Europäische Union. Zu seinen Veröffentlichungen zählen, neben Texten zur Geschichte der modernen Biologie, Einführungsbände zu den Themen Darwinismus und Science Fiction.

Er bietet eine Geschichte der Science Fiction von der Begründung des Genres in den Pulp-Magazinen der zwanziger Jahre bis hin zur Themen- und Forenvielfalt der Gegenwart.

Antiquarisch gesichtet: Kleinster Preis: 1.34 EUR, größter Preis: 32.67 EUR, Mittelwert: 5.90 EURO


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Größling, Andreas: Drachenwelten. Geister der Schöpfung und Zerstörung

Drachenwelten. Geister der Schöpfung und Zerstörung
Andreas, Gößling: Drachenwelt – Geister der Schöpfung und Zerstörung, Piper München/Zürich (2003), ISBN 3492265022

Andreas Gößling hat unter dem Pseudonym Pietro Bandini bislang vier Bücher veröffentlicht. Darunter war das Buch Drachenwelt. Geister der Schöpfung und Zerstörung, welches 1996 im Weitbrecht-Verlag erschienen ist. Dieses Buch wurde 2003 als erweiterte Taschenbuchausgabe und auch als Ebook von Piper, unter seinem richtigen Namen, neu aufgelegt.

… Denn vom Genozid an den Drachen hat sich unser abendländischer Lebensraum bis heute nicht erholt. … (Drachenwelten, Seite 283)

Diese Buch liegt  mir hier vor und ich muss sagen, dass ich einigermaßen überrascht war, als ich das Buch aufschlug und begann mich damit auseinanderzusetzen. Eigentlich um meine Recherchearbeiten zu meinem eigenen „Drachenbuch der Sekundärliteratur“ weiterzubringen fand ich darin Aussagen, welche die Richtung meiner eigenen Ausführungen zur Sekundärliteratur der phantastischen Drachen eine etwas andere Richtung einschlagen ließen. Ich musste die Betrachtungen auf Grund dieses Buches zeitlich viel früher ansetzen.

„Was haben Drachenmythen mit unserer heutigen Welt noch zu tun?“ – fragt unter anderem Andreas Gößling. Die Antwort auf eine der unzähligen Fragen die Größling aufwirft, gelingt vorgegriffen, nur bedingt. Diese Rückschlüsse des Autors auf die heutige Zeit gehen in der Flut der Mythenbetrachtung ein bisschen unter.

Größing legt seine Drachenformen sehr grundsätzlich und zeitlich sehr früh an. Er postuliert im Grunde genommen , das die Schöpfung der Welt nicht der Beginn alles Seins war. Seine Ausführungen zielen auf das Vorhandensein von Urgöttern vor dem biblischen Gott. Auch babylonische, indische und überhaupt asiatische Mythen ließen sich in dieses Postulat mit aufnehmen. Jahwe nutzt den Urdrachen um die Schöpfung zu formen. Die dramatische Vorgeschichte vor „Es werde Licht …“ wird von der Bibel veschwiegen.

Dabei wird sehr bewußt die Rolle des weiblichen Prinzips beleuchtet, welches in den meisten Fällen in Zuge der Schöpfungsgeschchte vom männlichen Prinzip, und das meist sehr martialisch, abgelöst wird. Der Ausgangspunkt der Götterwelten ist bei Gößling zumeist überhaupt ein hermaphroditischer Drache. Wobei es meiner Meinung nach fraglich ist, ob dabei immer ein Drache im Sinne der heutigen Auslegung dabei gemeint ist.

Trotzdem führt Gößling seinen Drachen, als mythisches Wesen, in seinem Sinne folgerichtig bis in die heutige Zeit und man bekommt eine Ahnung davon, warum die Gestalt des Drachen einfach nicht umzubringen ist. Warum der Drache schon jahrtausendelang im Geist der Menschen überlebt. Auch wenn er kein faktisches Wesen ist.

Anfangs bereitet der Autor einiges Kopfzerbrechen in der Art und Weise wie er Drachen und Engel verbindet. Aber der wirkliche AHA-Effekt liegt auch darin, dass Gößling die unterschiedlichen Mythen der Welt, sei es europäischer, asiatischer oder auch amerikanischer Provenienz sehr einprägend gegenüberstellt. Die Erkenntnis der Ähnlichkeiten verblüfft teilweise und öffnet neue Zugänge.

Gößling betrachtet  biblische, babylonische, griechische, indische, chinesische, japanische und zoroastrische Drachenmythen in eindringlicher Gründlichkeit und bezieht auch die Drachen der Gnosis, der Inquisition und des Nordens mit in seine Überlegungen ein.

Normalerweise müßte man bei diesem Thema befürchten sehr trockene Kost vorgesetzt zu bekommen. Das weiß Größling jedoch zu vermeiden. Aber, Frühstückslektüre ist sein Buch beileibe nicht. Es erfordert schon ein gerütteltes Maß an Arbeit um das angebotene Wissen auch konkret verarbeiten zu können. Aufgelockert durch Auszüge aus der entsprechenden Literatur schafft es der Autor jedoch den Leser bei der Stange zuhalten.

Dem Drachen-„Interessierten“ bietet das Buch die Möglichkeit das Thema Drache sozusagen vom „Anbeginn der Zeit“ zu verfolgen. Es kann Grundlage zu weiterführenden Studien sein und bietet durch seine Gründlichkeit zahlreiche Startpunkte um die verschiedensten Thesen zu Drachen nachzuverfolgen.

Größing mag mit diesem Buch auch provozieren, nicht jeder Linie seiner Argumentation mag man folgen, aber schon als Überblick, als Querschnitt durch die Schöpfungsmythen, hat das Buch seine Berechtigung.

… Drachen sind der Inbegriff all dessen, was den absoluten Herrschaftsanspruch des Sonnengottes in unserem Himmel und in unseren Köpfen bedrohen – deshalb wird niemand sie je erschlagen können. Aber zugleich sind sie unendlich viel mehr: die mächtigen Hüter all jener nichtrealen Wirklichkeiten, die der von mathematischer Magie behexte Verstandesgott so beharrlich wie vergeblich zu zertrümmern versuchte….(Drachenwelten, Seite 283)

 

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