Beiträge getaggt mit Drachen

Größling, Andreas: Drachenwelten. Geister der Schöpfung und Zerstörung

Drachenwelten. Geister der Schöpfung und Zerstörung
Andreas, Gößling: Drachenwelt – Geister der Schöpfung und Zerstörung, Piper München/Zürich (2003), ISBN 3492265022

Andreas Gößling hat unter dem Pseudonym Pietro Bandini bislang vier Bücher veröffentlicht. Darunter war das Buch Drachenwelt. Geister der Schöpfung und Zerstörung, welches 1996 im Weitbrecht-Verlag erschienen ist. Dieses Buch wurde 2003 als erweiterte Taschenbuchausgabe und auch als Ebook von Piper, unter seinem richtigen Namen, neu aufgelegt.

… Denn vom Genozid an den Drachen hat sich unser abendländischer Lebensraum bis heute nicht erholt. … (Drachenwelten, Seite 283)

Diese Buch liegt  mir hier vor und ich muss sagen, dass ich einigermaßen überrascht war, als ich das Buch aufschlug und begann mich damit auseinanderzusetzen. Eigentlich um meine Recherchearbeiten zu meinem eigenen „Drachenbuch der Sekundärliteratur“ weiterzubringen fand ich darin Aussagen, welche die Richtung meiner eigenen Ausführungen zur Sekundärliteratur der phantastischen Drachen eine etwas andere Richtung einschlagen ließen. Ich musste die Betrachtungen auf Grund dieses Buches zeitlich viel früher ansetzen.

„Was haben Drachenmythen mit unserer heutigen Welt noch zu tun?“ – fragt unter anderem Andreas Gößling. Die Antwort auf eine der unzähligen Fragen die Größling aufwirft, gelingt vorgegriffen, nur bedingt. Diese Rückschlüsse des Autors auf die heutige Zeit gehen in der Flut der Mythenbetrachtung ein bisschen unter.

Größing legt seine Drachenformen sehr grundsätzlich und zeitlich sehr früh an. Er postuliert im Grunde genommen , das die Schöpfung der Welt nicht der Beginn alles Seins war. Seine Ausführungen zielen auf das Vorhandensein von Urgöttern vor dem biblischen Gott. Auch babylonische, indische und überhaupt asiatische Mythen ließen sich in dieses Postulat mit aufnehmen. Jahwe nutzt den Urdrachen um die Schöpfung zu formen. Die dramatische Vorgeschichte vor „Es werde Licht …“ wird von der Bibel veschwiegen.

Dabei wird sehr bewußt die Rolle des weiblichen Prinzips beleuchtet, welches in den meisten Fällen in Zuge der Schöpfungsgeschchte vom männlichen Prinzip, und das meist sehr martialisch, abgelöst wird. Der Ausgangspunkt der Götterwelten ist bei Gößling zumeist überhaupt ein hermaphroditischer Drache. Wobei es meiner Meinung nach fraglich ist, ob dabei immer ein Drache im Sinne der heutigen Auslegung dabei gemeint ist.

Trotzdem führt Gößling seinen Drachen, als mythisches Wesen, in seinem Sinne folgerichtig bis in die heutige Zeit und man bekommt eine Ahnung davon, warum die Gestalt des Drachen einfach nicht umzubringen ist. Warum der Drache schon jahrtausendelang im Geist der Menschen überlebt. Auch wenn er kein faktisches Wesen ist.

Anfangs bereitet der Autor einiges Kopfzerbrechen in der Art und Weise wie er Drachen und Engel verbindet. Aber der wirkliche AHA-Effekt liegt auch darin, dass Gößling die unterschiedlichen Mythen der Welt, sei es europäischer, asiatischer oder auch amerikanischer Provenienz sehr einprägend gegenüberstellt. Die Erkenntnis der Ähnlichkeiten verblüfft teilweise und öffnet neue Zugänge.

Gößling betrachtet  biblische, babylonische, griechische, indische, chinesische, japanische und zoroastrische Drachenmythen in eindringlicher Gründlichkeit und bezieht auch die Drachen der Gnosis, der Inquisition und des Nordens mit in seine Überlegungen ein.

Normalerweise müßte man bei diesem Thema befürchten sehr trockene Kost vorgesetzt zu bekommen. Das weiß Größling jedoch zu vermeiden. Aber, Frühstückslektüre ist sein Buch beileibe nicht. Es erfordert schon ein gerütteltes Maß an Arbeit um das angebotene Wissen auch konkret verarbeiten zu können. Aufgelockert durch Auszüge aus der entsprechenden Literatur schafft es der Autor jedoch den Leser bei der Stange zuhalten.

Dem Drachen-„Interessierten“ bietet das Buch die Möglichkeit das Thema Drache sozusagen vom „Anbeginn der Zeit“ zu verfolgen. Es kann Grundlage zu weiterführenden Studien sein und bietet durch seine Gründlichkeit zahlreiche Startpunkte um die verschiedensten Thesen zu Drachen nachzuverfolgen.

Größing mag mit diesem Buch auch provozieren, nicht jeder Linie seiner Argumentation mag man folgen, aber schon als Überblick, als Querschnitt durch die Schöpfungsmythen, hat das Buch seine Berechtigung.

… Drachen sind der Inbegriff all dessen, was den absoluten Herrschaftsanspruch des Sonnengottes in unserem Himmel und in unseren Köpfen bedrohen – deshalb wird niemand sie je erschlagen können. Aber zugleich sind sie unendlich viel mehr: die mächtigen Hüter all jener nichtrealen Wirklichkeiten, die der von mathematischer Magie behexte Verstandesgott so beharrlich wie vergeblich zu zertrümmern versuchte….(Drachenwelten, Seite 283)

 

, , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Timo Rebschloe: Der Drache in Der Mittelalterlichen Literatur Europas

Der Drache in Der Mittelalterlichen Literatur Europas

Gibt’s leider nicht als Ebook und ist  vom Preis recht heftig – aber es interessiert halt doch sehr …

Der Drache ist eine beliebte Figur der Literatur – von der Antike bis heute. Er ist aber anscheinend auch ein Stereotyp: Er verkörpert bis heute das Böse, das Chaotische, das lebensfeindliche Prinzip und sogar den Teufel. Diese Arbeit fragt, welche Rolle speziell der mittelalterlichen Literatur bei der Deutung des Drachen zukommt. Unter Berücksichtigung verschiedener Quellen aus dem christlichen, dem naturkundlichen und dem volkssprachlich-literarischen Kontext werden die Drachengestalten des Mittelalters in dieser Monographie umfassend und systematisch untersucht. Prominente Drachenfiguren wie die Widersacher der Helden Beowulf, Siegfried, Wigalois oder etwa St. Georg werden neben Kreaturen aus naturkundlichen Kompendien, etwa von Albertus Magnus oder Konrad Gesner, gestellt und hinsichtlich ihrer Erscheinung, ihrer Natur und Bedeutung befragt. Auf diese Weise ergibt sich ein facettenreiches Bild, dessen Festlegung nicht allein durch die oben benannten negativen Attribute erfolgen kann.
(Quelle: Amazon Artikelbeschreibung)

  • Gebundene Ausgabe: 430 Seiten
  • Verlag: Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg; Auflage: 1 (März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3825362051
  • ISBN-13: 978-3825362058
  • Größe und/oder Gewicht: 3,2 x 17,1 x 24,8 cm

 

,

Hinterlasse einen Kommentar

Nautilus – Abenteuer & Phantastik 124

Abenteuer und Phntastik 124

Abenteuer und Phntastik 124

PhantastikNews meldet das erscheinen von Abenteuer & Phantastik 124.

… Zehn Fantasy-Autoren diskutieren über das Wesen der Drachen. Die erfrischend kontroversen Meinungen sind ebenso unterschiedlich wie die Drachen-Darstellungen dieser und anderer Autoren in Fantasy-Romanen und -Filmen. Als Beleg gibt es im Heft neben einem Artikel zu Drachen in Mythen und Sagen ausführliche Übersichten zu sehenswerten Drachenfilmen und lesenswerten aktuellen Fantasy-Erzählungen mit Drachen. Zum Filmstart von „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ berichtet der leitende Charakter-Animator von Dreamworks über seine Arbeit am Film und seine Erlebnisse beim Drachenfliegen mit Wingsuits. Und zu Chimären, den seltsam-skurrilen mythischen Mischwesen unterschiedlicher Tiere und Hybriden zwischen Tier und Mensch, gibt es ein mehrseitiges Lexikon der bekannten Gestalten. Drachenähnliche Wesen in Robotform, die sich mit Zähnen, Klauen und Schwertern bekämpfen, gibt es auch im neuen SF-Film „Transformers: Ära des Untergangs“ als Start einer neuen Trilogie um die andauernden Auseinandersetzungen zwischen transfomierenden Autobots, verfeindeten Decepticons und Menschen. Der Hauptdarsteller Mark Wahlberg berichtet im Interview von den Dreharbeiten. … (Quelle: PhantastikNews.de)

Hier der Link zum durchblättern der elektronischen Ausgabe

, , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Spiegel, Muschelklang und Elbenstern: Artikel 2006 bis 2008

Spiegel, Muschelklang und Elbenstern

Cover-Abbildung

  • Taschenbuch: 100 Seiten
  • Verlag: Verlag der Villa Fledermaus; Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2009)
  • ISBN-13: 978-3932683558

In dieser Sammlung finden sich kleinere Artikel und Essays, die Friedhelm Schneidewind zwischen 2006 und 2008 publiziert hat: über Mythologie, Magie und Phantastik, Tolkien und Harry Potter, Deryni und Drachen.

»Schneidewind ist ein ausgewiesener Experte, schreibt aber dabei recht unterhaltsam.« (SF-Netzwerk, 21.04.2008) und gilt als »bester, ausgefeiltester Harry-Potter-Experte Deutschlands« (MDR-Fernsehen, »MDR um 12«, 26.10.2007).

, , , , , , , , ,

Ein Kommentar

%d Bloggern gefällt das: