Kategorie: Utopie – der NICHT-Ort in der Sekundärliteratur

Themenblock Utopie – Sekundärliteratur

Über den Schreibtisch #012 – Neues und Antiquiertes: HdR und Philosophie, Feministische Utopie und Chemie in der SF

Philosophie, Frauen und Chemie – schon eine brisante Mischung
Z

unächst setzen wir den Weg in Mittelerde fort und sehen uns philosophischen Gedanken ausgesetzt. Dann wird ein Werk zur feministischen Utopieforschung angesprochen und zu guter Letzt lernen wir etwas über Chemie uns Science-Fiction …


Drei Bücher, drei Genre …

Bassham, Gregory / Bronson, Eric – Der Herr der Ringe und die Philosophie, Schlauer werden mit der berühmtesten Saga der Welt, Piper, München (2011), ungekürzte Taschenbuchausgabe, ISBN 9783492259415

Beschreibung: Hobbits, Elben und Orks treffen auf Platon, Aristoteles und Friedrich Nietzsche. In 13 famosen Essays denken 13 Philosophen über den »Herrn der Ringe« nach und entdecken: Die weltberühmte Saga ist eine Schatztruhe für philosophische Gedanken! Kann Frodo trotz der gefährlichen Kräfte des Rings die Macht zu einem guten Zweck ausüben? Finden die Bewohner des Auenlands im einfachen Leben wahres Glück? Denkt Sauron bei seinen finsteren Plänen auch mal an die Umwelt? Die Weisheit von Mittelerde ist verblüffend. Werden Sie schlauer mit der berühmtesten Saga der Welt.

Anmerkung: Es wird in der Regel zwar anerkannt, dass die vertretenen Autoren Kenner der Philosophie sind, aber desgleichen nicht unbedingt von Tolkien. Auch wird gemosert, dass die Übersetzung Wolfgang Krege folgen und nicht die Carroux-Übersetzung verwendet wurde. Egal, es ist interessant zu lesen und ich halte mich an die Aussage: „…(ein) wenig in philosophische Themen reinschnuppern wollen und dies lieber mit Zitaten aus dem HdR als mit den Simpsons tun wollen…“


Hoffman Baruch, Elaine / Rohrlich, Ruby – Weder Arkadien noch Metropolis, Frauen auf der Suche nach ihrer Utopie, Frauenoffensive, München (1986 ), Taschenbuch, ISBN 3881041567

Beschreibung: Wenn Frauen ihre Utopien suchen, schauen sie nicht nur nach vorn in die Zukunft, sondern auch voller Staunen zurück in die Vergangenheit. Denn dort, in fernen Zeiten, die von Historikern gern Vor-Geschichte genannt werden, finden sich Matriarchate, andere Formen des Zusammenlebens, die heute wieder neu erscheinen. Auf die Suche begaben sich in diesem Buch amerikanische Autorinnen und Wissenschaftlerinnen, und sie wurden fündig: So stellt Ruby Rohrlich Kreterinnen und Sumerinnen aus alten Zeiten vor; Diane LeBow entdeckt die Hopi mit ihren Stammestraditionen und matrilinearen Strukturen neu. Aus der jüngsten Vergangenheit lesen wir von Frauengemeinschaften in den USA. Die Gegenwart zeigt Beispiele der Kommunen von Findhorn in Schottland und Twin Oaks in Virginia, USA. Immer bedeutender für die Wirklichkeit und den Alltag von Frauen wird die Sprache: Welche Machtverhältnisse sich darin verbergen und ausdrücken können, wird analysiert. Die Wirkungen neuer Techniken und die Bedeutung der Gentechnologie für Frauen untersucht Jan Zimmerman. Utopien und Science Fiction von Frauen unterscheiden sich deutlich von den Visionen der Männer. Welche Rolle Frauen künftig spielen können, wie sie zu ganzen Personen werden, stellen die verschiedenen Beiträge zu den Visionen von Utopia dar. Frauenutopien malen weder ein altes Arkadien noch ein makabres Metropolis, sondern entwerfen gänzlich neue Möglichkeiten für Menschen.

Anmerkung: Ein gern zitiertes Werk in der feministischen Utopie-Diskussion


Müller, Karsten – Chemie und Science Fiction, Was wir von der Zukunft lernen können, Springer Spektrum, Berlin (2022), broschiert, ISBN 9783662643846

Beschreibung: Dieses Buch soll Studierende (und andere interessierte Laien) anhand von Beispielen aus der Science-Fiction mit viel Spaß an die Chemie heranführen. Die einzelnen Kapitel sind bewusst kurzgehalten, um die Lesbarkeit zu fördern. Das Buch kann vor allem als Begleitlektüre zu den Vorlesungen aus der Chemie und verwandten Disziplinen angewendet werden.

Anmerkung: Fußnoten und Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel sind beim Verlag hier einzusehen


Die letzten Artikel im Blog:


Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentar-Funktion auch gerne zur Verfügung gestellt.

Über den Schreibtisch #006 – Neues und Antiquiertes: Vereinspublikationen

Vereinspublikationen gehören auch dazu …
G

anz wichtige Publikationen, welche auch sehr professionell aufgesetzt werden. Die großen Vereine im deutschen Fandom beherrschen diesen Aspekt ganz gut …


Zusätzlich dazu noch eine Ausgabe aus den 60er-Jahren zu Thema Zukunft und Zukunftsvorstellungen:

Altenhöfer, Ludwig – Silvester 1999, Ein Bericht aus dem Jahre 2000, Arena, Würzburg (1966), 8°-Oktav-gebunden Ausgabe, ohne ISBN

Beschreibung: Die Zukunft der Erde und ihrer Bewohner ist das Thema dieses aufschlussreichen Buches. Wie sieht die Welt im Jahre 2000 aus? Werden die ungeheuer großen Fortschritte der Technik und der Weltraumfahrt sich zum Segen für die Menschheit wirken? Vermag das Ernährungsproblem der rapid wachsenden Erdbevölkerung die Nationen zu einer engen und friedlichen Zusammenarbeit zu bewegen? Ist der Mond an der Jahrtausendwende bereits ein »Vorort« der Erde? Diese und noch viele ndere Fragen versucht der Verfasser in seinem aktuellen Buch zu beantworten. Dabei stützt er sich auf exakte wissenschaftliche Unterlagen, nach denen man schon heute das veränderte Weltbild der kommenden Jahrzehnte voraussagen kann. So erschließt dieses interessante und notwendige Buch überraschende Ausblicke. Fesselnd und unterhaltend, zugleich aber bildend und anspornend, umreißt es die Probleme der nahen Zukunft und macht deutlich, dass wir ihnen nur gewachsen sind, wenn wir mit den Fragen unserer Zeit fertig werden.

Anmerkung: Eher eine Mischung aus Sekundärliteratur und Primärliteratur, jedenfalls für das Entstehungsjahr beachtlich. Auf jeden Fall beachtenswert als Zeitdokument für die Erwartungshaltung der 60-er Jahre …


Thomas Recktenwald – SFCD:intern, Nr. 60, SFCD, Lenzkirch (2023), Heft A5, ohne ISBN

Beschreibung: Vereinsinternes Informationsblatt des SFCD für Vereinsmitglieder. Immer wieder interessant. Dieses Mal wirft die Vorstandswahl die Schatten voraus.

Anmerkung: Ergeht an SFCD-Mitglieder kostenlos mit der Zusendung der Andromeda Nachrichten


Freyberg, Sylvana (Hrsg.) – Andromeda Nachrichten Nr. 283, SFCD, Dossenheim (2023), Andromeda Nachrichten (SFCD), Heft, broschiert, ISSN 0934-3318

Beschreibung: Das Club-Magazin des SFCD. Braucht man vermutlich ja nicht vorzustellen. Qualitativ sehr gut, auch im Inhalt nicht nur an den Clubbetrieb angelehnt. Mit Stories, Interviews und Rezensionen (auch Perry Rhodan), wertvoll auch der Fanzine-Kurier und die Abteilung „Science“ …


Hacker, Christina (Chefred.) – SOL Nr. 112, EDFC, Rastatt (2023), SOL (EDFC), Heft, broschiert, ISSN 1439-2453

Beschreibung: Das Club-Magazin des EDFC. Braucht man vermutlich ja auch nicht vorzustellen. Dieses Mal mit einer RIESEN Risszeichnung der Superlative. Sehr schön. Inhaltlich wie immer überzeugend …


Die letzten Artikel im Blog:


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Über den Schreibtisch #004 – Neues und Antiquiertes: Tolkien, Bacon und Karl May

Tolkien, Bacon und Karl May – Bücher, Rezensionen und Artikel
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er momentane Schwung an Veröffentlichungen, welche derzeit über meinen Schreibtisch wandern, liegt nicht an der Veröffentlichungspraxis der Verlage, sondern an meiner Bestell-Praxis – nach einem Urlaub schwillt des „Haben wollen“ immer etwas mehr an als sonst üblich und Weihnachten war Urlaubszeit  …


Der SUB ist daher derzeit in der Höhe des Mount Everest angelangt 🙂

Fischer, Kuno – Francis Bacon und seine Schule, Entwicklungsgeschichte der Erfahrungsphilosophie, Winter, Heidelberg (1932), Geschichte der neueren Philosophie, Band 10, gebundene Ausgabe, ohne ISBN

Beschreibung: Das Buch bietet die Entwicklungsgeschichte der Erfahrungsphilosophie von Francis Bacon und seiner Schule. Kuno Fischer geht auf die philosophischen Ansätze ein und die Bedeutung für die Philosophiegeschichte. Diese Arbeit wurde von den Gelehrten als kulturell wichtig ausgewählt und ist Teil der Wissensbasis der Zivilisation, wie wir sie kennen.

Anmerkung: Das Buch steht in der dritten Ausgabe auch als digitale Ausgabe zur Verfügung.

Download: Internet Archive am 5. Jänner 2024


anonym – [Rezension]: [Rezension] Aurë entuluva – Der Tag soll wieder kommen, kath.net, (2023),  Internet-Artikel

Beschreibung: Ein Buch zum 50. Todestag von John R.R. Tolkien, dem Schöpfer des ‚Hobbit’ und des ‚Herrn der Ringe’, herausgegeben von David Engels.

Wer den „Hobbit“ oder den „Herrn der Ringe“ von John R.R. Tolkien liest, begibt sich damit auf ein literarisches Abenteuer, welches das ganze Leben andauern kann und dieses vielleicht sogar von Grund auf verändert. Zeugnisse dafür sind die zehn, großteils autobiografischen Beiträge des Buches „Aurë entuluva! – Der Tag soll kommen“, welches dieses Jahr anlässlich des 50. Todestages des englischen Philologen und Autors im Verlag Renovamen erschienen ist. Der belgische Althistoriker David Engels, Professor für römische Geschichte an der Universität Brüssel und wohl einer der interessantesten konservativen Denker der Gegenwart, hat sie als Herausgeber gesammelt und selbst einen Artikel beigesteuert. …

Download: kath.net am 6, Jänner 2024


Schotte Dietrich – Shadow history with a hidden agenda?, Francis Bacon als Positivist in der Dialektik der Aufklärung, De Gruyter, Berlin (2018),  Internet-Artikel

Beschreibung: … Es ist kein Zufall, dass in dem „Begriff der Aufklärung“ betitelten ersten Fragment Francis Bacon am Anfang und am Ende genannt wird. In den ersten Sätzen wird die Aufklärung als Bewegung bestimmt, deren „Programm“ ,immer schon‘ die Webersche „Entzauberung der Welt“ gewesen sei; anschließend wird sogleich Bacon genannt als der Philosoph, der „die Motive schon versammelt“ hat, aus denen dieses Programm sich speist. Und das erste Fragment schließt mit der Feststellung, dass „Bacons Utopie […] in tellurischemMaßstab sich erfüllt hat“, wobei die Realität des „Nova Atlantis“, auf das Adorno und Horkheimer hier zweifellos anspielen, dessen utopischen Anspruch gründlich diskreditiert hat: Wir leben nicht im irdischen Jerusalem des „Hauses Salomons“, schließlich wissen wir bereits, dass „die vollends aufgeklärte Erde […] im Zeichen triumphalen Unheils [strahlt].“ Bereits die Architektonik des Textes verweist also auf Bacon als denjenigen, bei dem der Grund für die Selbstzerstörung der Aufklärung, für ihre Degeneration in den Positivismus zu suchen ist. Dass Bacons Philosophie als Ursprung des modernen Positivismus und damit als ,im Kern positivistisch‘ zu verstehen ist, wird von Adorno und Horkheimer zudem explizit gemacht. Es bleibt nicht bei der allgemeinen Aussage, dass bei Bacon schon „die Motive versammelt“ seien. Ein langes Zitat aus Bacons In Praise of Knowledge soll belegen, dass Bacon „[t]rotz seiner Fremdheit zur Mathematik […] die Gesinnung der Wissenschaft, die auf ihn folgte, gut getroffen“ hat, denn bereits bei ihm sind nach Adorno und Horkheimer „Macht und Erkenntnis […] synonym“, ist „Wissen“ im Grunde auf „Technik“ und die Vernunft auf ein reines Mittel zur Verfolgung der eigenen Zwecke, sprich: auf instrumentelle Vernunft, reduziert. Der Verzicht auf, mehr noch: der Kampf gegen die Vernunft als Vermögen der Kritik der (letztlich kontingenten) Zwecke, den Adorno und Horkheimer dem Positivismus vorwerfen, findet sich, so ihre These, bereits bei Bacon. …

Download: academia.edu am 6. Jänner 2024

Anmerkung: in: Sonja Lavaert / Winfried Schröder (Hg.): Aufklärungs-Kritik und Aufklärungs-Mythen. Horkheimer und Adorno in philosophiehistorischer Perspektive, Berlin / New York: de Gruyter, 2018, 83 – 113


Bador, Damien / Potot, Coralie / Stocker, Vivien / Vigot, Dominique – Die große Hobbit-Enzyklopädie, Tokiens Legendarium, Zauberfeder, Braunschweig (2023), gebundene Ausgabe, Lesebändchen, ISBN 9783964810250

Beschreibung: Diese Enzyklopädie bietet erstmalig eine übersichtliche Zusammenstellung von Informationen rund um Der Hobbit, die sich auf verschiedene Stellen in Tolkiens Legendarium verteilen.
Eintauchen in die Welt von J. R. R. Tolkien: Die große Hobbit-Enzyklopädie beleuchtet die Charaktere und Völker, die Bilbo Beutlins Abenteuer direkt oder indirekt beeinflussen. Außerdem gibt sie einen Überblick über die wichtigsten Gegenstände, die bei der Reise von Bilbo, Gandalf und den dreizehn heimatlosen Zwergen eine Rolle spielen, und beschreibt die großen Ereignisse, dank derer die abenInspirationsquellenteuerliche Unternehmung sich in das Dritte Zeitalter Mittelerdes einordnen lässt.
Die große Hobbit-Enzyklopädie ist weit mehr als nur ein Nachschlagewerk. Sie ist ein Tor zu den unendlichen Weiten von Mittelerde und nimmt die Leser mit auf eine literarische Expedition, bei der auch Tolkiens , von mittelalterlichen Quellen bis hin zu modernen Werken, betrachtet werden.
Wie „Der Herr der Ringe“ ist auch die Reise zum Erebor nicht nur eine bloße Gutenachtgeschichte für Kinder. Die große Hobbit-Enzyklopädie zollt diesem Umstand Respekt und bietet eine nie da gewesene Zusammenstellung von Informationen, die sich auf verschiedene Stellen in Tolkiens Legendarium verteilen.
Illustrative Farbzeichnungen von Sandrine Gestin und Xavier Sanchez bebildern die Enzyklopädie.

Anmerkung: Ein schönes, vorzeigbares, Buch für die 1. Reihe der Bibliothek. Neuigkeitswert sehr gering. Macht aber Spaß, darin zu blättern. Typografie schwierig. Aber ja, man bemüht sich bekannte, verstreute Informationen zusammenzuführen. Ein Must-have ist es aber nicht – sofern man nicht auf schöne Bücher an sich steht (ich tue dies – leider) …


Brauneder, Wilhelm – Karl May, Dichter – Themen – Umfeld, Karolinger, Wien (2022),  Taschenbuch, ISBN 3783854182108

Beschreibung: Eine Darstellung mit vielen neuen Akzenten: Faktenreich zur Biographie mit intensiv beleuchteten Parallelen zum literarischen Umfeld. Der Weg vom begabten Junglehrer zum Häftling, zum Autor von Dorf-, Kriminal-, Gesellschafts-, See-, Geschichts-, Orient- und Wildwest-Geschichten bis zum symbolistisch-mystischen Spätwerk. Mays Anpassung an Verlagsprogramme und deren unterschiedliche Leserschichten: ein katholisches, dann wieder evangelisches
Publikum, Gymnasialjugend, Kolportage für einfache Leute bis zum Durchbruch der auflagenstarken „Gesammelten Werke“. Die unterschiedlichen literarischen Ich-Figuren werden ebenso analysiert wie die von Mays Gegnern inszenierte „Old-Shatterhand-Legende.“

Anmerkung: Hier gilt, wie bereits in „Über den Schreibtisch #003“, die Spätperiode seines Schaffens ist die „Phantastischere“. Der Hinweis fällt in dieser Veröffentlichung aber weitaus geringer enthusiastisch aus.


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Über den Schreibtisch #003 – Neues und Antiquiertes:

Utopie und Dystopie – Die Themenweite ist enorm …
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anchmal kommen diese Themenschwerpunkte von ganz alleine zusammen und dann türmen sich die verschiedensten Bücher und Dokumente zu Hauf auf dem Schreibtisch. Manchmal ist das aber auch ganz gezielt gewollt …


Manchmal ist man dann aber auch überrascht, insbesondere bei den utopischen Themen, wie diese auch (miss-/ge-)braucht werden (können). Da sollte man dann etwas Vorsicht walten lassen und mit Hinweisen nicht sparsam sein …

Frey, Malte – »US-Cyberpunk und Cyber-Japan«. Zeitschrift für Fantastikforschung 1.1 (2023): 1–34. DOI: https://doi.org/10.16995/zff.8447

Beschreibung: Zu Beginn von William Gibsons ikonischem Cyberpunk-Roman Neuromancer (1984) schlägt sich Protagonist Case in nicht allzu ferner Zukunft durch die dunklen Gassen von Ninsei, einem Distrikt in Chiba, Japan. Dort, unter der Beleuchtung von grellen, sterilen und doch abgenutzten Neonreklamen, fristen die Bewohner*innen ein Leben in einer von Technologie durchzogenen Welt. Auch die Menschen sind nicht frei von solch technologischen Eingriffen: Die Augen einer Prostituierten sind spiegelnde Reflektoren, der Arm des Barkeepers ist eine in Russland produzierte Prothese; in Hinterhöfen werden Operationen durchgeführt, Implantate eingesetzt oder gewechselt, billig für diejenigen mit »New Yen« und teuer für diejenigen ohne. Cases Schicksalsgefährtin Molly verfügt über in die Fingerspitzen eingesetzte Klingen und Augen wie eine verspiegelte Brille. Case selbst kann nicht mehr high werden – eine Operation hat dafür gesorgt, dass Narkotika unwirksam bleiben. All das geschieht in einem Noir-Setting, in dem ere for its inhabitants, but as a deliberately unsupervised playground for technologykriminelle Machenschaften herrschen und das Gesetz außen vor bleibt. Jede*r scheint auf sich gestellt und jede*r ist in eigener Weise mit Technologie verbunden. Bereits im ersten Kapitel von Gibsons Roman wird klar: Ninsei ist von Cyborgtechnologie und -Implantaten durchzogen – »Night City [Ninsei] wasn´t th itself« …

Download: zff.openlibhums.org am 5. Jänner 2024


Kramer, Thomas – Karl May, Ein biografisches Porträt, Herder, Freiburg (2011), Herder Spektrum, gebundene Ausgabe, ISBN 9783451062377

Beschreibung: Er ist der auflagenstärkste deutsche Autor überhaupt. Kein Anderer prägte unser Bild vom Nahen Osten und von Nordamerika so sehr wie Karl May – obwohl May beide Regionen erst sehr spät bereiste. Hinter der Kulisse des Erfolgsautors verbirgt sich ein tragisches, von vielen Brüchen gezeichnetes Leben. Vom Sohn armer Weber zum Kleinkriminellen, vom Zeitschriftenredakteur zum Bestsellerautor. Schließlich die letzten Jahre, geprägt von Angriffen auf Werk und Person. Eine packende, berührende Biografie.

Anmerkung: Viele sind oft verwundert, Karl May in der Liste der Phantasten vorzufinden. Man darf aber nicht vergessen, dass Karl May, insbesondere in der Spätphase seines Schaffens, als letzter Großmystiker bezeichnet wird und durchaus Vergleiche mit Tolkien herausfordert. In dieser Veröffentlichung werden unter anderem auch Mythen und Symbole seines Schaffens besprochen …


Schwochert, Christian – Dystopische Romane, Eine Analyse, Tredition, Hamburg (2022), Taschenbuch, ISBN 9783347631908

Beschreibung: In dem Sachbuch geht es um dystopische Romane und darum, was sie für die heutige Zeit bedeuten. Gegen Ende des Buches werden die Dystopieautoren Tanja Krienen, Alexander Merow und Lanz Martell interviewt. …

Anmerkung: Nicht weit von einer Propagandaschrift gegen die bestehende Gesellschaft entfernt. Eher mit Vorsicht und genauem Hinschauen zu konsumieren. Es werden Versatzstücke aus der Utopie benutzt, um rechte Ansichten zu legitimieren und unter die Masse zu bringen. Aber man muss auch diese Werke kennen, um gewappnet zu sein …


Kühne, Marieke – Kontrollgesellschaft oder Disziplinargesellschaft, Abgrenzung der Begriffe und Untersuchung an ausgewählten dystopischen Romanen des 21. Jahrhunderts, Universität Wien, Wien (2018), Masterarbeit

Beschreibung: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erfährt die Gattung der Dystopie einen Aufschwung, es kommt zu einer ‚Renaissance der Dystopien‘. Vor allem in der Kinder- und Jugendliteratur und der Science-Fiction-Literatur sowie in diversen anderen Genres erscheinen zahlreiche, großteils englischsprachige dystopische Romane, die eine breite Zielgruppe erreichen. Die weltweite Vernetzung, das Internet und soziale Medien, aber auch alte Muster wie die Unterdrückung durch den Staat und die damit einhergehende Überwachung sind beliebte Themen. Die Technik in Dystopien hat sich seit den bekannten dystopischen Romanen des 20. Jahrhunderts, wie „1984“ oder „Fahrenheit 451“, weiterentwickelt. In der Realität hat die Überwachung mit dem technischen Fortschritt ebenfalls stark zugenommen. …

Folgende Fragen werden in dieser Arbeit beantwortet:
• Wie lassen sich Kontrollgesellschaft und Disziplinargesellschaft definieren und voneinander abgrenzen?
• Finden sich diese Gesellschaftsformen in den ausgewählten dystopischenRomanen des 21. Jahrhunderts wieder?
• Was bewirken sie in diesen Romanen? …


Mazurek, Denise – Dystopische Strukturen in der Literatur des beginnenden 21. Jahrhunderts, Eine Analyse anhand Juli Zehs „Corpus Delicti. Ein
Prozess“ und Theresa Hannigs „Die Optimierer“, Universität Wien, Wien (2020), Diplomarbeit

Beschreibung: Zu Beginn der Arbeit wird eine Begriffsdefinition der Utopie, Dystopie und der Science Fiction gegeben, wobei sowohl auf die Begriffe als auch auf ihre literarischen Aspekte eingegangen wird. Die Utopie und die Dystopie hängen unweigerlich zusammen, wodurch eine Unterscheidung und eine Aufzeichnung der Zusammenhänge notwendig wird. Die weiteren Kapitel der Arbeit widmen sich daraufhin der Dystopie. Es wird auf die literarische Entwicklung der Gattung sowie auf die Frage eingegangen, ob die Dystopie ein englisches Phänomen darstellt. Da es bereits sehr viel an Sekundärliteratur zu englischen Dystopien gibt, wird im Laufe des Kapitels auf dystopische Werke in Deutschland, Tschechien und Russland eingegangen. Ein theoretischer Schwerpunkt wird schließlich auf die typologischen Strukturen der dystopischen Literatur des 20. Jahrhunderts gelegt. Es wird auf Elemente eingegangen, welche in den Dystopien des 20. Jahrhunderts eine zentrale Rolle gespielt haben und unumgänglich für die Gattung geworden sind. Dabei wird immer wieder, anhand von Beispielen, der Bezug zu bekannten dystopischen Werken des 20. Jahrhunderts hergestellt. Als Abschluss folgt eine Beschreibung der bisherigen thematischen Aspekte der dystopischen Literatur. Der praktische Teil widmet sich daraufhin einer Untersuchung der dystopischen Strukturen in Juli Zehs „Corpus Delicti. Ein Prozess“ und Theresa Hannigs „Die Optimierer“. Anhand einer textnahen Aufarbeitung der dystopischen Strukturen und Themen der beiden Werke können bereits erste Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu der Literatur des 20. Jahrhunderts aufgezeigt werden. Das Ende der Arbeit zeigt schließlich einen Abriss relevanter gesellschaftlicher Diskurse des 21. Jahrhunderts und stellt diese in einen Zusammenhang mit den Themen der Primärliteratur. …


Bartholomä, Dirk (Hrsg.) – Insider Magazin 2023/1, Nr. 61, Space Contact, Augsburg (2023), Magazin, Heft A4, geheftet, ISBN 9783959363259

Beschreibung: Vorwort: In diesem Jahr gibt es wieder ein kleines Jubiläum zu feiern. Vor 40 Jahren erschien der Film Star Wars Rückkehr der fedi Ritter bei uns in Deutschland. Das war auch die Zeit, wo ich richtig aktiv wurde im Fandom. Ich war zwar schon ein paar Jahre im Perry Rhodan Club tätig und arbeitete am Science Fiction Fanzine Parsec. In 1983 gründeten wir in Augsburg den Star Wars Fanclub Union of the ledi, der 11 Jahre später dann zum offiziellen Star Wars Fanclub wurde. Genauso lange bin ich auch schon mit meinem Mitstreiter Robert Eiba unterwegs, der ebenfalls bei uns in der Firma mitarbeitet an den Events und der immer noch den Star Wars Insider herausbringt, das offizielle Star Wars Magazin von Panini. Meine Güte vergeht die Zeit. Ich werde nie vergessen, wie Robert in seinem Darth Vader Kostüm und ich als Boba Fett in Augsburg Dreharbeiten für die Rote Couch machten und danach zu Ilona Christen bei SAT 1 eingeladen wurden. Das waren die Anfänge im Fandom, eine wilde Zeit über die ich auch schon in anderen Ausgaben geschrieben hatte. Damals gab es keine Mega Events mit 100 Hollywood Stars, man traf sich zu kleinen Wochenendconventions in Jugendherbergen und sah Star Wars als Super 8 Film auf der Leinwand und diskutierte über ganze 3 Star Wars Filme – weil mehr gab es ja damals nicht. Hach, was war das damals für eine entspannte Zeit 🙂

Derzeit ist man bei Nummer 65 – kannte ich noch nicht – speziell für Streaming- und Film-Fans interessant …


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Utopie #49 – der NICHT-Ort in der Sekundärliteratur: Der doppelte Spiegel – Edith J. Baumann

Edith J. Baumann
Der doppelte Spiegel
Edition Atelier, Wien (1995)
ISBN 385308009X

Jörg Mauthes „Die große Hitze“ und die „Vielgeliebte“. Zwei literarische Utopien.

Edith J. Baumann hat in ihrem Buch den Journalisten, Schriftsteller und Kulturpolitiker Jörg Mauthe, und seine beiden Utopien „Die große Hitze“ und die „Vielgeliebte“, kurz vor dem Ableben des Autors in beeindruckender Manier besprochen. Als Grundlage dienten ihr zwei Interviews mit Mauthe und ein darauffolgender Schriftverkehr …


Da Baumann keinerlei Sekundärliteratur zu Mauthes Werk vorfinden konnte, sah sie sich veranlasst, diesem Umstand eine eigene Arbeit entgegenzusetzen. Sie verwendete dazu neben den angesprochenen Interviews und der Korrespondenz mit dem Autor unveröffentlichte Schriften aus seinem Nachlass über österreichische und allgemeine Krisenzustände seines Empfindens und Zeitungsartikel aus seiner Feder. Außerdem ein Fernsehinterview mit Ernst Wolfram Marboe und die Lektüre des von Mauthe gegründeten „Wiener Journals“ und anderer Wiener Zeitschriften …

Diese Zielsetzung erforderte die Erschließung eines gemeinsamen Nenners, nämlich der grundsätzlichen Lebenshaltung des Autors, der Art und Weise, wie er die Welt wahrnahm. Deshalb musste vor allem seine persönliche geistige Welt aufgespürt werden. Dieser Hintergrund ermöglichte es, verborgene Zusammenhänge herauszukristallisieren und sie unter einem vereinigendem Thema einzugliedern. Dabei stellte sich heraus, dass der utopische Gehalt der Werke letzten Endes weniger auf konkreten Hinweisen beruht als auf einem Leitgedanken, der spezifischen Wirklichkeitswahrnehmung des Autors. Mauthe hatte eine ganzheitliche Weltanschauung. Er sah die Welt – metaphysisch, kulturell, sozial, politisch und literarisch – als eine Vielfalt in der Einheit. Die folgende Arbeit soll deshalb nicht nur seine einzelnen Theorien aufdecken, sondern deutlich machen, wie diese auf seine ganzheitliche Sicht der Dinge zurückgeführt werden können …

Auszug 'Einleitung', Seite 12-21

In zehn Kapitel beleuchtet sie den Autor und seine Werke. Nach einer ausführlichen Einleitung wird Mauthes Gestaltung der Erkenntnis diskutiert, nach der wir die Hauptursache der drohenden Katastrophe nur durch eine ganzheitliche Weltsicht begegnen können. Danach folgen Mauthes utopische Vorstellungen im Kontext der geschichtlichen Entwicklung Österreichs. Die Definition des „Österreichischen“ wird dann reichlich Platz eingeräumt. Eine Betrachtung der Heldin des Romans „Die Vielgeliebte“ als Verkörperung der Stadt Wien wird in Kapitel 5 angefügt, dem die Behandlung der Krisenerscheinungen, wie Mauthe sie sah, folgen. In Kapitel 7 wird die Utopie des Werks besprochen und in Kapitel 8 die literarischen Anspielungen aufgezeigt, in denen die Gedankenwelt von Mircea Eliade und Jorge Luis Borges großen Anteil haben. Bevor dann eine Zusammenfassung der analytischen Untersuchung stattfindet, werden noch die Utopien im Lichte der Freimaurerei betrachtet. Als sehr interessant empfand ich das abschließende Literaturverzeichnis.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, wenn man sich mit dem „österreichischen“ auseinandersetzen will …

Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Edith J. Baumann
  • Der doppelte Spiegel
  • Jörg Mauthes „Die grosse Hitze“ und „Die Vielgeliebte“. Zwei literarische Utopien.
  • Edition Atelier, Wien (1995)
  • Taschenbuch
  • 448 Seiten
  • ISBN 385308009X
Kleinster Preis: € 5,30, größter Preis: € 42,00, Mittelwert: € 35,00

(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • keine
  •  
  • [Artikel] Jörg Mauthe in der WIKIPEDIA

Jörg Mauthe (* 11. Mai 1924 in Wien; † 29. Jänner 1986 ebenda) war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Kulturpolitiker. …

Auszug Artikel


  • [Download] Dissertation: „Aber es handelt sich eben um ein phantastisches Land“ Das  Österreichbild in den literarischen Werken Jörg Mauthes – ein Beitrag zur Identitätsgeschichte

    der Zweiten Republik – von Mag. Markus Koth – auf murrayhall.com

Wer war nun Jörg Mauthe? Neben seiner Tätigkeit als Politiker und Journalist war Mauthe auch als Autor tätig, was weniger bekannt ist. Seine beiden Romane wurden zwar vor etwa zehn Jahren wieder neu aufgelegt, einer breiten Masse sowie der Literaturwissenschaft ist der Autor allerdings so gut wie unbekannt. Mauthe gilt als Geheimtipp, der als humoristische Einführung in das Wesen des Österreichischen angesehen werden kann, da sich Mauthes literarisches Schaffen nur um einen Punkt dreht: Österreich

Auszug Artikel


  • [Download] Schreiben gegen den Tod – Krebs in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 anhand von Gerold Foidls „Scheinbare Nähe“, Fritz Zorns „Mars“ und Jörg Mauthes „Demnächst“ – von Mag. Clemens Ottawa – auf core.ac.uk

„Schreiben gegen den Tod“ nenne ich die vorliegende Arbeit: Als ich vor einigen Jahren „Mars“ las, das Buch von Fritz Zorn, war ich beeindruckt, jedoch auch irritiert von so viel Weltschmerz und Kollektivanklage. Damals meinte ich, dass ein derartiges Buch wohl ein interessanter Einzelfall in der deutschen Literatur sei. Erst durch die Lektüre von Jörg Mauthes „Demnächst“ und die Entdeckung des kleinen Gesamtwerks von Gerold Foidl und dessen Vermächtnisses „Scheinbare Nähe“ konnte ich eine literaturwissenschaftliche Nische entdecken. Ausgehend von der Fragestellung, inwieweit sich die geschriebene Sprache von einer Krankheitsdiagnose beeinflussen lässt, und auch, wie sie sich dadurch vielleicht verändert, werden die drei primär behandelten Bücher untersucht.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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