Schlagwort: Le Guin Ursula K.

Science Fiction #31 – realistische Spekulation über Möglichkeiten: Stone Telling

Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung

Wie angekündigt, habe ich die Ausstellung „Stone Telling“ besucht und auch einen Ausstellungskatalog vorgefunden. Hier also meine Meinung zur Ausstellung, die grundsätzlich gutgeheißen werden muss…


Es sei angemerkt, dass dieser Ausstellungskatalog für das Verständnis der Ausstellung unumgänglich notwendig ist. Ohne diesen an der Hand zu haben bzw. auch gelesen zu haben, ist die Ausstellung unverständlich. Der Katalog zeigt sich preislich aber durchaus ambitioniert und kostet 18 Euro. Das ist im Verhältnis zu anderen Ausstellungskatalogen, die mit Hochglanzseiten und Großformat um 20 Euro versandkostenfrei locken,  gesalzen. Das Werk wird sowohl in den meisten Fällen der Sprache, weil Fremdsprachiges nicht (auch nicht in Untertitel) übersetzt wird und weil die Konzeption der Ausstellung starke Mängel in der Besucherführung erkennen lässt, benötigt. Es ist auch inhaltlich gut und anspruchsvoll gemacht. Dafür eine Anerkennung .…

… der Kunstraum Niederösterreich untersucht im Zuge des Jahresprogramms 2019 die Frage, was es bedeutet, in einer algorithmischen Gegenwart zu leben. Diese Gegenwart schaffen unterschiedliche Akteur_innen: Menschen, Maschinen, Mikroorganismen oder die anorganische Natur gleichermaßen. Feministische Science-Fiction, beispielsweise im Werk zweier literarische Heldinnen des Anders-Denkens, Ursula K. Le Guin und Octavia Butler, legt den Fokus auf dieses Zusammenleben, das gemeinsame Werden und das Vergehen unterschiedlicher Akteu_innen …

Auszug aus dem Vorwort

Der Besuch der Ausstellung verlief zunächst sehr enttäuschend. Die aufgrund der Ausstellungsbeschreibung erwartete Bezug zur literarischen Science Fiction und im Besonderen zu Ursula K. Le Guin konnte nicht hergestellt werden. Die Installationen sind kommentarlos in den Raum gestellt und die fremdsprachigen Werke nicht übersetzt bzw. nur mit englischen Untertitel versehen. Im Verlauf der Zeit fand ich eine Ausstellungsführung in Form eines Ausstellungsplans mit Künstlervorstellung und auch einen ausgedruckten Text der Raumschiff-Installation. Für die (sehr kitschig in Plüsch und Samt) „Raumschiff-Installation“ war zunächst nicht ersichtlich, dass es sich dabei um eine Klanginstallation handelte, die über einen Kontaktschalter in Gang gesetzt werden konnte. Nach einigem Rätseln gelang es jedoch die Installation in Gang zu setzen.

Die Film-Installation, die einen 29 minütigen, englischsprachigen Film mit englischsprachigen Untertiteln in Form eines Video-Essays zeigte, litt hingegen an der unergründlichen Meinung der Ausstellungsgestalter, dass das Betrachten von Kunst auch Leiden sein muss. Die gebotenen Sitzgelegenheiten machten das Vergnügen nach 10 Minuten zu einem schmerzhaften Aushalten. Der Film selbst war grandios und die Bilder waren durchaus beeindruckend, der Text aber teilweise in der eigenen Übersetzung zweifelhaft.

Der einzige nicht schriftliche Bezug zu den angesprochenen Autorinnen war eine kleine Sammlung von Büchern am Pausentisch die stark am Rande des Schaffens der Autorinnen vorbeischrammten und ebenfalls teilweise nur englischsprachige Literatur anbot., wobei das Grundwerk auf das sich die Ausstellung bezieht, „Always coming home“ von Ursula K. Le Guin, auch nicht in einer deutschen Ausgabe existiert.

Grundsätzlich finde ich die Idee dieser Ausstellung sehr gut und auch notwendig, die Umsetzung aber eher schlecht. Ich rate jedem Interessierten sich diese Veranstaltung anzusehen, sich aber reichlich (mind. 2 Stunden) dazu Zeit zu nehmen und jedenfalls zuerst den Ausstellungskatalog aufmerksam zu lesen, sonst wird das nichts. Dazu einige Impressionen:

Zeit dafür ist noch bis 30.11.2019. Dann schließen die Pforten und die Ausstellung wird vermutlich nicht auf Wanderschaft gehen und somit auf Wien beschränkt gewesen sein. In einer veränderten Form und einer besseren Benutzerführung wäre es aber durchaus wünschenswert, die Ausstellung auch in anderen Teilen Österreichs zu zeigen …

Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Katharina BRandl / Daniela Hahn, Andrea Lehsiak
  • Stone Telling
  • Verlag für moderne Kunst, Erscheinungsort (Erscheinungsjahr)
  • Broschüre, A5
  • Katalog
  • 66 Seiten
  • ISBN 9783903320291

leider nur in der Ausstellung erhältlich

(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • mit Farbbildern der Ausstellungsobjekte
  • [Blogartikel] Stone Telling – Vorstellung

  • [Homepage] Kunstraum Niederösterreich


siehe auch (Auszug):


Die letzten 5 Artikel:


Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.

 

Neuzugänge #61 – BIBLIOTHECA UNIVERSITAS PHANTASTICA: Das Science Fiction Jahr 2018

Das neue Science Fiction Jahrbuch von Golkonda – alles über Bücher, Filme, Games, Comics …


SF- Jahr 2018
SF- Jahr 2018

Michael Görden (Hrsg.)
Das Science Fiction Jahr 2018
Golkonda, München/Berlin (2018), Flügelklappenbroschur, 608 Seiten
ISBN 9783946503484 (Print)
ISBN 9783946503668 (E-Book)?

DAS SCIENCE FICTION JAHR ist das Kompendium, das jeder Genre-Kenner und -Liebhaber in seinem Regal stehen haben sollte. Seit 1986 erscheint es in ununterbrochener Folge – erst im Heyne Verlag unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Jeschke, dann unter Federführung von Sascha Mamczak.

2015 kam dann der Wechsel zum Golkonda Verlag, der diese Tradition auch jetzt, drei Jahre später, erfolgreich fortführen will.

Mit Essays, Interviews, Rezensionen und Rückblicken rund um die Science Fiction wartet DAS SCIENCE FICTION JAHR nun zum 33. Mal auf.

Unterschiedliche Autoren blicken zurück auf das, was das Jahr 2017 dem Genre in Buch, Film, Games usw. gebracht hat, und das auf erfrischend ehrlich. Ein besonderer Fokus wird auf der Anfang 2018 verstorbenen Grande Dame der SF Ursula K. Le Guin und auf Autor Brian Aldiss liegen. Eine Bibliografie der erschienen SF sowie eine Übersicht der verliehenen SF-Preise und ein Nekrolog runden das Jahrbuch ab. Mit Beiträgen u.a. von Wolfgang Neuhaus, Jakob Schmidt, Lars Schmeink und Elly Bösl (Quelle: Amazon-Produktbeschreibung)

Ich habe schon hineingelesen und und habe einiges interessante gefunden. Besonders haben mich „Kritische Betrachtungen des Posthumanen in der zeitgenössischen Science Fiction“ von Lars Schmeink und „Science Fiction aus Afrika“ von Dominik Irtenkauf bisher angesprochen …

Es ist jedenfalls eine Empfehlung, für Genre-Liebhaber ohnehin ein MUSS …


Antiquarisch gesichtet: Kleinster Preis: 16.58 EUR, größter Preis: 37.35 EUR, Mittelwert: 24.90 EUR (Print) – Kleinster Preis: 14.99 EUR, größter Preis: 15.77 EUR, Mittelwert: 14.99 EUR (E-Book)


Siehe auch:


Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelenen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.
 

Neuzugänge #52 – BIBLIOTHECA UNIVERSITAS PHANTASTICA

Vom Nutzen des Scheiterns  und der Kraft der Fantasie, über Alter, Kunst, Kultur und Katzen und von Science Fiction als evolutionäre Spekulation. Drei Bücher über Menschen die uns einiges zu sagen haben – nicht nur in Science Fiction und Fantasy …


J. K. Rowling - Was wichtig ist
J. K. Rowling – Was wichtig ist

J. K. Rowling
Was wichtig ist
Vom Nutzen des Scheiterns und der Kraft der Fantasie
Carlsen, Hamburg (2017), gebundene Ausgabe, 76 Seiten
ISBN 9783551587770

Als J. K. Rowling gebeten wurde, die Abschlussrede an der Havard University zu halten, wählte sie dafür zwei Themen, die ihr sehr am Herzen liegen: denNutzen des Scheiterns und die Kraft der Fantasie.

Die Erfahrungen von denen J. K. Rowlings erzählte und die provokanten Fragen, die sie den jungen Absolventen stellte, haben seither zahlreiche Menschen inspiriert, darüber nachzudenken, was wirklich zählt im Leben.

Scheitern, Schicksalsschläge, Fantasie und Inspiration – diese Themen sind immer wieder von großer Bedeutung für Menschen, die an einem Wendepunkt stehen …?

Antiquarisch gesichtet: Kleinster Preis: 2.99 EUR, größter Preis: 21.71 EUR, Mittelwert: 12.99 EUR


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[Rezension] Zwei Welten – Ursula K. Le Guin „Freie Geister“ — Zeichen & Zeiten

„Und zu wissen, dass man sein Leben erfüllt hat, ist seltsam, ungeheuer seltsam.“ Science Fiction führt in der Literatur leider noch immer ein Nischendasein. Dies wird mit Blick in die Buchbesprechungen der Feuilletons und bei regelmäßigen Streifzügen durch die Buchhandlungen erkennbar. Die Regale mit den Titeln sind meist versteckt und müssen sich die räumliche Nähe […]

über Zwei Welten – Ursula K. Le Guin „Freie Geister“ — Zeichen & Zeiten


siehe auch:

 

Tolkinenesis #1 – J.R.R. Tolkien, Mittelerde und das Rundherum

Das J.R.R. Tolkien als Begründer der modernen Fantasy-Literatur gilt, dürfte ja inzwischen herum sein. Die Sekundärliteratur zu seiner Person und seinem Schaffen füllt daher so manchen Bibliothekskilometer.

Machen wir also einen Anfang mit einer Doppelbiographie Tolkien und Lewis, eine berühmte Freundschaft. Das Tolkien und Beowulf untrennbar miteinander verbunden sind zeigt auch das Essay in folgenden Band. Die Darstellung und Funktion von geschichtlichen Sekundärwelten, unter anderen auch im „Herr der Ringe…“, ist Gegenstand des dritten Bandes. Viva Tolkien …


Colin Duriez - Tolkien und C.S. Lewis
Colin Duriez – Tolkien und C.S. Lewis

Colin Duriez
Tolkien und C.S. Lewis
Das Geschenk der Freundschaft
Brendow, Moers (2005), gebundene Ausgabe, 304 Seiten
ISBN 3865060587

Duriez hat sowohl über Tolkien als auch über Lewis und ihr jeweiliges Werk geforscht und gelehrt.

Er skizziert in dieser Doppelbiographie den Werdegang beider Professoren, schaut hinter die Kulissen ihrer Werke und verleiht den Kürzeln Namen und Gesichter.

Sein Respekt gilt der Bedeutung, die Tolkien und Lewis in der literarischen Welt mit der Entwicklung des Genres „Fantasy“ und in der akademischen Welt mit ihren Beiträgen zur Mediävistik zukommt.

Mit einer Bibliographie der Werke Tolkiens und Lewis…

Antiquarisch gesichtet: Kleinster Preis: 11.49 EUR, größter Preis: 44.72 EUR, Mittelwert: 25.88 EUR


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