Jonathan Carroll, nicht zu verwechseln mit Lewis Carroll, der in ein anderes Genre fällt, lebt in Wien und, zumindest im deutschen Sprachbereich scheint es etwas ruhig um ihn geworden zu sein. …
Frank Duwald hat sich des Autors angenommen und ein Buch geschaffen, in dem ein erster Versuch gewagt wird, den Autor in einer deutschsprachigen Ausgabe zu beleuchten. …
Dieses Buch ist ein erster Versuch, etwas Licht auf die Person Jonathan Carroll, auf seine Ambitionen und Ziele zu werfen. Drei, wie ich meine, sehr aussagekräftige Interviews, eine neue Kurzgeschichte Carrolls und themenspezifische Aufsätze und Essays verschiedener Autoren vermögen es, so hoffe ich, eine solide Interpretationsgrundlage und -hilfe zu Carrolls Romanen und Erzählungen zu liefern. …
a.a.O., Vorwort, Seite 9
Duwald gibt uns damit also eine erste Grundlage in die Hand, den Autor Jonathan Carroll in einer konzentrierten Art kennenzulernen und vielleicht Lust zu schöpfen auch die Veröffentlichungen zu lesen, sei es im Original oder seine deutschen Übersetzungen …
Bis zum Erhalt des Buches war mir Antonio Tabucchi im phantastischen Zusammenhang noch nicht aufgefallen. So wie mir italienische Sekundärliteratur in deutscher Übersetzung auch kaum untergekommen ist. …
Wer an phantastische Geschichten denkt, hat meist sofort epische Schlachten mit Drachen, intergalaktische Raumschiffe oder schaurige Spukhäuser vor Augen. Doch diese Phänomene sind keineswegs isolierte Inseln der Popkultur. In der modernen Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft werden sie unter einem gemeinsamen, mächtigen Dach zusammengefasst: dem Metagenre der Fantastik (in der akademischen Tradition oft auch Phantastik geschrieben).
Ein Metagenre – auch als Makrogattung bezeichnet – beschreibt eine übergeordnete Strukturebene. Sie vereint verschiedene Einzelgenres, weil diese eine fundamentale, erzählerische Gemeinsamkeit teilen. Im Fall der Fantastik ist dies der bewusste, strukturelle Bruch mit den Gesetzen unserer empirischen, alltäglichen Wirklichkeit. …
Tauchen wir tiefer in das literaturwissenschaftliche Herzstück des Orlando Furioso ein. Wir betrachten die beiden faszinierendsten Dimensionen, die Ariostos Werk zu einem so wegweisenden Vorläufer moderner Erzählformen machen: seine revolutionäre Erzählstruktur und seine erstaunliche Antizipation von Science-Fiction-Motiven.
Das Wort Entrelacement stammt aus dem Französischen und bedeutet „Verflechtung“ oder „Ineinanderweben“. Ariosto hat diese Technik nicht erfunden – sie hat ihre Wurzeln in den altfranzösischen Artusromanen des Mittelalters –, aber er hat sie auf ein orchestrales, bis dahin unerreichtes Niveau gehoben. …
Der Sammelband Heroen und Heroisierungen in der Renaissance, erschienen 2013 im renommierten Harrassowitz-Verlag. Er widmet sich einem Kernphänomen der Frühen Neuzeit: der Wiedergeburt, Umdeutung und Inszenierung des Helden. Ein zentraler Bezugspunkt für diese wissenschaftliche Untersuchung ist Ludovico Ariostos wegweisendes Epos Orlando Furioso (Der rasende Roland) aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Wenn wir heute an Fantasy-Literatur denken, wandern unsere Gedanken meist zu J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin oder modernen Rollenspielen. Wir sehen epische Schlachten, Zauberer, Fabelwesen und magische Artefakte vor uns. Doch das Fundament für diese Welten wurde nicht erst im 20. Jahrhundert in Oxford gelegt. Um die eigentlichen Wurzeln der Fantasy zu verstehen, müssen wir fünf Jahrhunderte zurückreisen – in die italienische Renaissance zu einem Dichter namens Ludovico Ariosto und seinem Monumentalwerk …
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Dieser weltberühmte erste Satz aus Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (1915) ist weit mehr als ein genialer Einstieg in eine tragische Familiengeschichte. Er markiert den präzisen historischen Wendepunkt, an dem die klassische Phantastik des 19. Jahrhunderts starb und die moderne Fantastik der Gegenwart geboren wurde. Der Literaturwissenschaftler Tzvetan Todorov stellte in seiner strukturalistischen Gattungstheorie fest, dass Kafka das traditionelle Prinzip der Phantastik grundlegend ausgehebelt hat. Doch wie genau funktionierte dieser fließende Übergang von der quälenden Unschlüssigkeit zur absurden Selbstverständlichkeit? …
Apropo H. C. Artmann: Wie und wo kann man H. C. Artmann in der Phantastik verorten? Hans Carl Artmann, besser bekannt als H.C. Artmann (1921–2000), gilt als einer der facettenreichsten und unkonventionellsten Köpfe der österreichischen Nachkriegsliteratur. Während er einer breiten Öffentlichkeit vor allem durch seine tiefschwarze Dialektlyrik (med ana schwoazzn tintn, 1958) im Gedächtnis geblieben ist, verbirgt sich hinter seinem Gesamtwerk ein weitaus radikaleres literarisches Projekt: Die Neudefinition und ironische Demontage der phantastischen Literatur. Für ein kulturinteressiertes Publikum eröffnet Artmanns Umgang mit dem Phantastischen einen faszinierenden Blick darauf, wie aus vermeintlich verstaubten Gruselklischees avantgardistische Sprachkunst entsteht. …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.
Dieses Werk ist Teil der Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, ist herausgegeben von Thomas Le Blanc und Bettina Twrsnick und spiegelt das literarische Symposion der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, die 29. Tage der Phantastik, vom 10. bis 13. September 2009, wieder …
Thomas Le Blanc/Bettina Twrsnick (Hrsg.) – Romantische Frauen
Thomas Le Blanc / Bettina Twrsnick (Hrsg.)
Romantische Frauen
Die Frau als Autorin und als Motiv
von der Romantik bis zur romantic Fantasy Tagungsband 2009 Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Band 105 Phantastische Bibliothek Wetzlar, Wetzlar (2011), A5 broschiert, 198 Seiten
Für das literaturwissenschaftliche Symosion „Romantische Frauen“, das mit diesem Band abgebildet wird, haben wir das 150. Todesjahr Bettine von Arnims zu Anlass genomen, die Frau in den Mittelpunkt aller BEiträge zu stellen …
Beim »deutschen Exportschlager Romantik« denkt man unweigerlich an große Gefühle, an Naturschwärmerei, an Verklärung, an Rückzug in die Innerlichkeit. Die deutsche literarische Romantik, die den ungefähren Zeitraum vom Ende des 18. bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts umspannte, war jedoch eingebunden in eine Zeit großer politischer Umwälzungen. Immerhin wurde 1848 mit der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche erstmalig ein demokratisch gewähltes Parlament mit einer demokratischen Verfassung errichtet. War die Romantik also eine Flucht aus und vor einer Politik, die viel zu schnell das Gesicht der Welt veränderte – oder war sie eine bewusst subjektive Antwort in individueller Sichtweise darauf? Konnte sie damit neues gesellschaftliches Denken transportieren, ihren eigenen Teil zur bürgerlichen Emanzipation in der Überwindung des Feudalstaates beitragen, gar den Beginn der Frauenemanzipation in einer durchgehend männlich beherrschten Welt für sich in Anspruch nehmen? War dafür Bettine Brentano, die ihre persönliche Goethe-Verehrung literarisch hemmungslos auslebte und als Bettine von Arnim in Berlin einen politisch aktiven Salon führte, ein Vorbild? Deshalb wird in den Essays dieses Bandes nach der Rolle der Frau im realen Leben, in Politik und Literatur in der Epoche der Romantik gefragt, die Frau wird sowohl als aktive Schreiberin als auch als Motiv, als Projektionsfläche, als Thema fokussiert – damit wird ein Bogen geschlagen von der historischen Epoche zur Gegenwart, zur phantastischen Literatur des 20. Jahrhunderts, bis hin zur derzeit hochaktuellen romantic fantasy. Welche Themen und Motive der sogenannten »Schwarzen Romantik« erfahren derzeit eine Renaissance – wie zum Beispiel die Vampirthematik –, und warum tun sie das? Der Band enthält die Vorträge, die anlässlich der internationalen literarischen Tagung »Romantische Frauen – 29. Wetzlarer Tage der Phantastik« im September 2009 in Wetzlar gehalten wurden, jeweils in erweiterter Fassung: • Jutta Osinski: Liebe, Tod und Poesie. Die großen Themen der Romantik • Jochen Strobel: »Ich werde noch oft mit leichtem Herzen Scherz und List durchwühlen«. Bettine von Arnim (1785 – 1859) – eine Autorin zwischen Romantik und Vormärz • Daniel Tobias Seger: Die Geburt eines Dämons aus dem Geiste einer Frau. Mary Shelleys »Frankenstein« • Martin A. Völker: »Umstrahlt vom Adel sittlicher Schönheit«. Humor und Konvention bei Emilie Lohmann (1783 – 1830) • Karin Rinn: Sehnsucht nach einer besseren Welt. Starke Frauen und romantische Geschichtsbetrachtung • André Vieregge: Dämonisierte Weiblichkeit. Zur Bedrohung durch sexuelle Emanzipation in den Texten der Schwarzen Romantik • Friedhelm Schneidewind: Liebe mit Biss. Romantische Frauen und ihre Abkömmlinge in der modernen Vampirliteratur • Martin Wambsganß: Küsst du noch oder beißt du schon? Vampire, Keuschheit und die dunkle Romantik wilder Gefährtinnen • Manuel Bauer: Geselligkeit in »sehr gemischten Kreisen«. Der literarische Salon der Romantik …
(Quelle: Publikationskatalog der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, Stand Jänner 2019)
Die Folien zum Vortrag »Liebe mit Biss: Romantische Frauen und ihre Abkömmlinge in der modernen Vampirliteratur« von Friedhelm Schneidewind können hier als PDF (425 KB) heruntergeladen werden.
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„… Einer der Grundsteine heutigen ganzheitlichen Weltzuganges liegt, wie diese Untersuchung nachweist, in der Romantik, als deren Repräsentant hier S. T. Coleridge gilt.“ …
Eva Maria Höller – Das ganzheitliche Weltbild S. T. Coleridges
Eva Maria Höller
Das ganzheitliche Weltbild S.T. Coleridges
Untersuchungen anhand ausgewählter Prosaschriften
Lang, Frankfurt/Main (1988), Taschenbuch, 226 Seiten
ISBN 3631408676
„Die Wurzeln der vorliegenden Studie reichen zurück bis in das Jahr 1974, als ich im Rahmen eines Seminars der Universität zu Köln zum ersten Mal mit Coleridges in Berührung kam.
Coleridges Denken weiter auf die Spur zu kommen, mündete 1978 in der Abfassung meiner Magisterarbeit über „Die Konzeption des Kunstwerks als symbolische Existenz in der Dichtungstheorie von S. T. Coleridges …“
Samuel Taylor Coleridge war ein englischer Dichter der Romantik, Kritiker und Philosoph. Zusammen mit William Wordsworth und Robert Southey gehörte er den sogenannten Lake Poets an. Sein wohl berühmtestes Stück ist „The Rime of the Ancient Mariner (dt.: Der alte Seefahrer, Übersetzung von Heinz Politzer, Insel 963 – siehe Besprechung auch Erik Schreibers Bücherbrief, November 2002, Nr. 396)
faz.net – „Wer des Dichters Samuel Taylor Coleridge gedenken wollte, begab sich bis vor Kurzem zur St. Michael’s-Kirche in Highgate im Norden Londons. Jetzt ist der Sarg des Romantikers aufgetaucht – an verblüffender Stelle. …“
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Ein ziemliches Sammelsurium – ein Werk über die fiktive Zukunft der Menschheit im Rhodanesum, ein Ausstellungskatalog zur Phantastik und Schauerromantik und Detektivgeschichte. Die Ausbeute der vergangene Woche …
Haitel/Hector (Hrsg.) – 2500 Die fiktive Zukunft der Menschheit
Michael Haitel (Hrsg.) / Robert Hector (Hrsg.)
2500 – Die fiktive Zukunft der Menschheit
AndroSF, Band 1
BdO, Norderstedt (2009), Taschenbuch, 464 Seiten
ISNB 9783839114421
2500 Hefte PERRY RHODAN.
Seit nunmehr über fünfzig Jahren dürfen die Sciende-Fiction-Fans Woche für Woche die Abenteuer ihres Helden und seiner Mitstreiter in den Tiefen des Alls miterleben.
Nichts ist in dieser Zukunftswelt unmöglich. In denunendlichen Weiten des Weltraums stoßen die Helden immer wieder auf neue WElten, neues Leben u nd neue Zivilisationen.
Ein Überblick über die Serie. Einblicke in die Hintergründe. Ausblicke auf die Zukunft. EIn Handbuch für Einsteiger und alte Hasen. …
Ein Grundkurs in Literaturwissenschaft, ein Überblick über die Ursprünge des Begriffs „Romantik“ und ein Buch über mittelalterliche Jenseitsvorstellungen zu Gespenster und Wiedergänger. Begleitende Literatur im Dreierpack …
Sabina Becker/Christine Hummel/Gabriele Sander
Grundkurs Literaturwissenschaft
Reclams Universal-Bibliothek, Band 17662
Reclam, Stuttgart (2006), Taschenbuch, 304 Seiten
ISBN 9783150176627
Der voriegende Band stellt das Grudwissen der Literaturwissenschaft zusammen, also alles, was beim wissenschaftlichen Umgang mit der deutschen Literatur bentigt wird: Grundbegriffe der Edition, die Gestaltung literarischer Texte durch Poetik, Rhetorik und Stilistik, Übersicht über System der Gattungen sowie über Methoden und Theorien …