Schlagwort: Genre – Diskussion

Neuzugänge #69 – BIBLIOTHECA UNIVERSITAS PHANTASTICA: Philosophie des Zufalls I+II – Stanislaw Lem

Stanislaw Lem
Philosophie des Zufalls, Band I + II
Suhrkamp, Frankfurt/Main (1983)
ISBN 3518382039 – Band 1+2
Zu einer empirischen Theorie der Literatur

Um meine Bibliothek in Richtung Stanislaw Lem zu ergänzen, habe ich mir auch die Ausgabe von Suhrkamp gegönnt. Diese Ausgabe ist eine Lizenzausgabe des Insel-Verlages und basiert auf der 2. Originalauflage von 1975 …


Diese 2. Auflage unterscheidet sich in einigen Punkten von der Originalauflage. Lem lehnt die strukturalistische Untersuchung von Literatur ab und bringt die in der 2. Auflage durch ein neues Kapitel zum Ausdruck …

Die Änderungen, die ich in dieser Auflage vorgenommen habe, betreffen vor allem den Strukturalismus. Das Kapitel „Formale und semantische Struktur“ wurde ersetzt durch ein neues: „Ausflug in die Genologie“. Ich gestehe, dass ich meine Kräfte nicht geschont habe, um die Nutzlosigkeit von strukturalistischen Untersuchungen in der Literatur zu beweisen. Außerdem habe ich Textstellen gestrichen, weil sie entweder zu kompliziert waren oder …

Auszug 'Vorwort zur 2. Auflage', Seite 21

Dieses Buch ist, nach der „Summa technilogiae“, Lems zweite große Betrachtung. Nach der Technik, im ersteren Werk, vermittelt hier die Literatur einen  relativ homogenen Standpunkt Lems. Allerdings hatte Lem mit der Literatur länger zu kämpfen als mit der Technik. Lem ließ diese Arbeit über Jahre zwischenzeitlich ruhen, bevor er sie fertigstellen konnte… Hier noch das Bilderkarussell für die Insel-Ausgabe:

Die Insel-Ausgabe ist eine Hard-Cover-Ausgabe ( Siehe auch im Blog: Band 1 und zu Band 2)…

Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Stanislaw Lem
  • Philosophie des Zufalls, Band 1 + 2
  • Zu einer empirischen Theorie der Literatur
  • Suhrkamp, Frankfurt/Main (1989)
  • Suhrkamp Taschenbuch st 1703
  • Taschenbuch
  • Lizenzausgabe des Insel-Verlages
  • 420 + 448 Seiten
  • ISBN 3518382039
  • Stanislaw Lem
  • Philosophie des Zufalls, Band 1
  • Zu einer empirischen Theorie der Literatur
  • Insel, Frankfurt/Main (1983)
  • gebundene Ausgabe, 8°-Oktav
  • 420 Seiten
  • ISBN 3458140905
  • Stanislaw Lem
  • Philosophie des Zufalls, Band 2
  • Zu einer empirischen Theorie der Literatur
  • Insel, Frankfurt/Main (1985)
  • gebundene Ausgabe, 8°-Oktav
  • 448 Seiten
  • ISBN 3458142851

Suhrkamp Ausgabe – Kleinster Preis: € 4,80, größter Preis: € 35,00, Mittelwert: € 18,00

Insel Ausgabe Band 1 – Kleinster Preis: € 14,99, größter Preis: € 52,40, Mittelwert: € 22,32

Insel Ausgabe Band 2 – Kleinster Preis: € 3,70, größter Preis: € 61,18, Mittelwert: € 23,99

(mit einem Klick kannst du dir jeweils das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • aus dem Polnischen
  • Übersetzer: Friedrich Griese
  •  
  • [Artikel] Missing Link: Ein Zufall namens Stanisław Lem – von Detlef Borchers – auf heise.de

In seiner zweibändigen „Philosophie des Zufalls“ schilderte Lem, wie er Waffen in der Straßenbahn transportiert und nicht kontrolliert wird, weil ein SS-Mann ihn überging. Nach dem Krieg studierte er neben der Medizin noch Philosophie und Physik, musste aber im Zuge der sowjetischen Besatzung mit der Familie Lwów verlassen und ging nach Kraków.…

Auszug Artikel


  • [Artikel] Philosophie des Zufalls – von Stanoslaw Lem – auf lem.pl

Als ich anfing, die »Philosophie des Zufalls« zu schreiben, habe ich ungefähr ein Jahr lang die strukturalistischen Konzeptionen durchgeackert. In meiner Naivität habe ich den alten Strukturalisten der Prager Schule weniger Beachtung geschenkt; ich las die allerneuesten. Nun – es zeigte sich, dass die Prager strukturalistische Schule eine etwas andere Richtung verfolgte und eine etwas andere Terminologie anwendete, wovon ich wirklich kaum eine blasse Ahnung hatte – was man mir in der Diskussion im Polnischen Institut für Literatur vorwarf -, weil ich sie, vielleicht mit Ausnahme von Jakobson, nur flüchtig gestreift hatte. Später habe ich übrigens den Großteil dieser Dinge vergessen. Heute kann ich mich kaum an ein Zehntel jener Weisheiten erinnern, mit denen ich mir damals den Kopf voll stopfte. Glücklicherweise habe ich das erfreuliche Talent, leicht zu vergessen …

Auszug Artikel


  • [_Schlüsselwort] Futurologie und Pessimismus. Stanislaw Lern als Schopenhauerianer – von Bernd Gräfrath – auf uni-mainz.de

Wer ist Lem? Vielen ist er zwar bekannt; aber was hat er mit Schopenhauer zu tun? Lern wird üblicherweise als Schriftsteller dem Genre der Science Fiction zugeordnet, und yon dort rubrizierten Werken kann man zwei Elemente erwarten, die Schopenhauer denkbar fern stehen: einerseits flache Räuber-und-Gendarm-Geschichten, die in den Kosmos verlegt wurden, und andererseitseinen blauäugigen Optimismus, der im Aufstieg yon der Erdoberfläche den Wegzum ewigen Heil sucht und sogar zu finden glaubt

Auszug Artikel


Die letzten Artikel:


Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com  und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Alle Preisangaben sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Erstellung und selbstverständlich völlig unverbindlich. Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bücher sind in der Regel vorhanden und werden bei Anforderung über die Kommentarfunktion auch gerne zur Verfügung gestellt.

 
 
 

 

Science Fiction #107 – realistische Spekulation über Möglichkeiten: Optimismus und Overkill – Hans Frey

Hans Frey
Optimismus und Overkill
Memoranda, Berlin (2021)
ISBN 9783948616564
 
Von den Anfängen der BRD bis zu den Studentenprotesten 1945-1968
 
Im dritten Band seiner Reihe schreitet Hans Frey weiter in den Fußstapfen der Science Fiction und vervollständigt Stück für Stück das Panorama eines Genres der deutschen Literatur …

 
Die Reihe ist meines Erachtens das Standardwerk zur deutschen Science Fiction Literatur und es sollten ja mindestens noch zwei weitere Bände folgen. Erstens fehlen ja noch 50 Jahre der Entwicklung der deutschen Science Fiction und zweitens wurde in diesem Buch ein eigener Band über die DDR-Science Fiction angekündigt …
 

Die Unterscheidung zwischen bewusst politisch-ideologischer und einer in erster Linie an der Unterhaltung orientierten SF, die für das Kaiserreich und die Weimarer Republik von hoher Relevanz ist, gilt in der BRD nicht mehr. Sie galt schon bei den Nazis nicht mehr, allerdings aus einem grundsätzlich anderen Grund. In der Hitler-Diktatur gab es keinerlei Meinungsfreiheit. Hier existierte nur eine einzige, alleingültige Ideologie, die ständig bestätigt werden musste. (Das sah dann in der DDR ähnlich aus, ohne einer unzulässigen Gleichsetzung mit den Nazis das Wort reden zu wollen.) …

Auszug 'Vorwort', Seite 12-14
 
Hier kommen wir in einen Bereich der Genre-Geschichte, der von so manchem von uns bereits miterlebt, und von manchem auch mitgestaltet, werden konnte. Zeitzeichen, Personen, Strukturen, Medien, Inhalt und Form werden im ersten Teil vor uns ausgebreitet und im zweiten Teil geht es um Verfestigung, Erneuerung und Expansion des Genres. Erinnerungen und Nachtschlagwerke,  Fandom und Heftromane, Perry Rhodan und Ren Dhark und selbst die Hörspielszene und der deutsche SF-Film kommen nicht zu kurz…
 
Band 2: Fortschritt und Fiasko
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Hans Frey
  • Optimismus und Overkill
  • Deutsche Science Fiction in der jungen Bundesrepublik
  • Memoranda, Berlin (2021)
  • Taschenbuch, Flügelklappenbroschur
  • 538 Seiten
  • ISBN 9783948616564 (Buch)
  • ISBN 9783948616571 (Eb

Kleinster Preis: € 9,99, größter Preis: € 27,70, Mittelwert: € 26,90

(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

  • keine
  • [Artikel] Hans Frey in der WIKIPEDIA

Hans Frey (* 24. Dezember 1949 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Politiker und ehemaliger Landtagsabgeordneter (SPD). Er ist auch als Science-Fiction-Spezialist bekannt.…

Auszug Artikel


  • [Artikel] Entdeckungen der unerfreulichen Art-Hans Freys Sachbuch über die ersten 100 Jahre deutschsprachiger Science-Fiction – von Rolf Löchel – auf literaturkritik.de

Genoss das Genre der Science-Fiction (SF) beim Publikum hierzulande in den 1970er Jahren seine bislang wohl größte Beliebtheit, um dessen Gunst in den folgenden Jahren sukzessive zu verlieren, so wächst das Interesse am Genre seit Beginn des neuen Jahrhunderts wieder an. Das mag auch daran liegen, dass seither immer mehr anspruchsvollere Werke von AutorInnen auf den Markt kommen, deren primäres literarisches Betätigungsfeld außerhalb des Genres und der Genre überhaupt liegen. Genannt seien nur Marlen Streeruwitz, Juli Zeh, Karen Duve und Dietmar Dath. Natürlich gab es solche AutorInnen auch früher schon. Man denke nur an Alfred Döblin, der in den 1920er Jahren den Roman Berge Meere und Giganten veröffentlichte. Doch war ihre Zahl weit geringer als heutzutage. …

Auszug Artikel


  • [Podcast] Folge 4: Hans Frey über die Geschichte der deutschen Science Fiction – von Memoranda – auf podtail.com

Hardy Kettlitz und Dominik Irtenkauf hatten in Leipzig die Gelegenheit, den Sachbuchautor Hans Frey zu treffen und zu seinen Büchern auszufragen. Hans Frey beschäftigt sich derzeit mit einem außergewöhnlichen Projekt, das die FAZ als »Pionierarbeit zur Geschichte des Genres« bezeichnete, und arbeitet die Vergangenheit der deutschen Science-Fiction-Literatur auf, unter besonderer Berücksichtigung der politischen Verhältnisse der jeweiligen Zeit. …

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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Science Fiction #106 – realistische Spekulation über Möglichkeiten: Poetik der Science Fiction – Darko Suvin

Darko Suvin
Poetik der Science Fiction
Suhrkamp, Frankfurt/Main (1979)
ISBN 3518370391
 
Zur Theorie und Geschichte einer literarischen Gattung
 
Dies ist ein Klassiker und Standardwerk der Science Fiction-Forschung. Suvin hat sich 1977 damit an die Spitze der wissenschaftlichen Arbeit mit Science Fiction gestellt und Franz Rottensteiner hat dieses Werk 1979 übersetzt und in der Reihe der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp im deutschen Sprachraum verfügbar gemacht …

 
In zwei großen Abteilungen, Theorie und Geschichte, widmet sich Suvin erstmals ausführlich und umfassend dem Genre und prägt Begriffe wie ‚Novum‘ und ‚kognitive Verfremdung‘, welche heutzutage zum Standard des wissenschaftlichen Vokabulars gehören. …
 
 
Diesem Buch liegt die Arbeitshypothese zugrunde, dass die Geschichte der SF das Resultat zweier widerstrebender Entwicklungsrichtungen ist. Da ist zunächst eine auf Erkenntnis abzielende Tendenz, die bei allen wichtigen Autoren offen zutage tritt […] Ihr steht in der zweitklassigen SF jedoch eine vorherrschende Tendenz zu mystifizierendem Eskapismus gegenüber, die sich selbst bei den Meistern bemerkbar macht […] denn sie ergibt sich aus der praktischen und erkenntnismäßigen Beschränktheit einer Belletristik, die durchtränkt ist von der Entfremdung der Klassengesellschaft und vor allem von der Erstarkung einer vormals umstürzlerischen Klasse. …
 
Auszug 'Vorrede', Seite 11-21
 
Komische weise wurde Suvin aber in der Regel nur in seinem ersten Teil, der Genre-Theorie, rezipiert. Der zweite Teil der Geschichte, der älteren und neueren SF-Geschichte, wurde durchwegs unter den Tisch gekehrt. Dazu empfehle ich die ausführliche Rezension von Simon Spiegel, der das Buch für die

Zeitschrift für Fantastikforschung 2/2016

besprochen hat (Siehe weiterführende Links) …
 
Bibliographisch: Antiquarisch:Anmerkung(en):weiterführende Links:
  • Darko Suvin
  • Poetik der Science Fiction
  • Zur Theorie und Geschichte einer literarischen Gattung
  • Suhrkamp, Frankfurt/Main (1979)
  • Phantastische Bibliothek, Band 31
  • Suhrkamp Taschenbuch 539
  • Taschenbuch
  • 352 Seiten
  • ISBN 3518370391

Kleinster Preis: € 4,60, größter Preis: € 29,50, Mittelwert: € 20,31

(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)

siehe auch Blog-Doubletten

  • aus dem Amerikanischen
  • Übersetzer: Franz Rottensteiner
  • [Rezesion] Fremder Klassiker: Zu Darko Suvins «Metamorphoses of Science Fiction» –

Mit wissenschaftlichen Klassikern hat es eine ganz eigene Bewandtnis; Klassiker, das sind auch im akademischen Geschäft nicht selten jene Titel, auf die sich zwar alle beziehen, die aber kaum jemand wirklich gelesen hat, deren Kenntnis sich meist auf einige wenige immer wieder zitierte Passagen beschränkt. In dieser Hinsicht – aber nicht nur in dieser – ist Darko Suvins Metamorphoses of Science Fiction (MoSF) ein ganz großer Klassiker. Die von Suvin eingeführten Begriffe Novum und kognitive Verfremdung gehören unbestritten zum Kernbestand des kritischen Vokabulars in der SF-Forschung und die entsprechenden Abschnitte werden auch mit schöner Regelmäßigkeit zitiert. Wer sich kritisch zum Urvater der SF-Forschung positionieren möchte, führt zudem gerne noch einen seiner berüchtigten Ausfälle gegen minderwertige Vertreter des Genres an. …

Auszug Artikel


  • [Reihe] Phantastische Bibliothek Suhrkamp in der WIKIPEDIA

Die Phantastische Bibliothek ist eine Buchreihe des Suhrkamp Verlags und enthält Werke der Phantastik, Science-Fiction, aber auch der Horrorliteratur.
Die ersten Bände erschienen ohne Reihenzählung: die ersten Bände des Almanachs Phaïcon im Insel-Verlag (seit 1963 bei Suhrkamp) oder der Almanach Polaris im Suhrkamp Verlag. Erst die 3. Auflage von Nacht und Schimmel erschien 1978 offiziell als erster Band der Phantastischen Bibliothek in ihrem charakteristischen violetten Äußerem.

Auszug Artikel


  • [Downlaod] Index – Phantastische Bibliothek Suhrkamp, elektronische Ausgabe, Version 1.0 vom 2020-10-15, PDF, 10.135 kB

Die Entstehung dieses Index wurde von Mitgliedern des Forums „Phantastische Literatur“ initiiert und stellt die Erweiterung eines Blogbeitrages im Blog „Treffpunkt Phantastik“ auf sebesta-seklit.net dar, der eine „Liste der sekundärliterarischen Werke der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp“ beinhaltet. Diese Liste war zwar sehr schön gestaltet und auch sehr nützlich, aber sie befriedigte (leider) nicht meinen Anspruch an Verwendbarkeit, da weder eine Sortierung nach Autoren oder Werkarten oder Einzeltitel vorhanden war, noch Stichworte oder Titelbild rasch und übersichtlich zur Suche verwendbar waren. Es ist einfach eine Liste, die nach Bandnummer gereiht die einzelnen Bände vorstellt. Schön, aber aufgrund der doch zahlreichen Bücher sehr unübersichtlich.

Auszug Artikel


siehe auch (Auszug):


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Fragen über Fragen – wer kann helfen #2: Warum tut man sich so schwer Kinder- und Jugendlichenliteratur als Phantastik zu verorten?

Ist Phantastik für Kinder (k)eine andere Phantastik?

Im Zuge der letzten Frage „Keine Fantasy in der DDR und autoritären Staaten?“ ist mir ein altes „Hoppala“ wieder aufgefallen. Kinderliteratur, teilweise auch Jugendliteratur mit phantastischem Einschlag wird sehr oft nicht der Phantastik zugerechnet. Zugegeben, Kinderliteratur ist schon ein eigenes Kapitel der Literatur, aber was hat das mit der Genrezugehörigkeit zu tun? …


Ich würde Kinderliteratur jetzt nicht als Genre klassifizieren. Sondern als übergeordnete Spezifikation. Als Beispiele sollen uns einige Auszüge aus der Forendiskussion bei SF-Forum dienen, wobei es mir weniger darauf ankommt, wer das Statement abgegeben hat, sondern was gesagt wurde, weil es meines Erachtens stellvertretend für unzählige andere Äußerungen steht – auch auf anderen Foren, Websites und Blogs …

Phantastik, die nicht SF ist, war am ehesten noch ein Kinderbuchgenre, hier hatten wir durch die Übersetzungen der Smaragdenstadt-Bücher aus dem Russischen etwa eine solide Basis, zu den Eigenproduktionen zählen die zwei Bücher um Carola Huflattich, ersterer eine Gespenstergeschichte (aber kein Horror oder Grusel), zweiterer ein Plagiat von „Planet der Affen“ mit deutlichem Science-Fantasy-Touch. Erwachsenwerden hiess, in der Ideologie der DDR, auch, sich vom Irrationalismus zu verabschieden. Erst die Wiederentdeckung von Autoren wie Gustav Meyrink änderte das allmählich. Die DDR ging allerdings schneller unter, als sie diese Änderung hätte umfassend vollziehen können.

von L.N. Muhr » Mittwoch 11. August 2021, 10:34

Man konnte auch Allegorien verfassen und Märchen waren gern gesehen, vermutlich aufgrund der sehr reichen russischen Märchentradition, die auch die Kommunisten sich nicht auszulöschen trauten, vielleicht auch weil Märchen ja Literatur für Kinder waren…

von Doop » Mittwoch 11. August 2021, 11:21

Daran hatte ich auch gedacht, aber natürlich ist Band 1 ein unverschämtes Plagiat des Buchs von L. Frank Baum (die Folgebände gehen dann eigene Wege), und wurde eben nicht als Fantasy veröffentlicht, sondern bei der Kinderliteratur. Da, wo auch Lindgren stand, die ja nun auch phantastische Elemente in ihren Büchern hatte.

von Doop, Mittwoch 11. August 2021, 15:51

Michael Endes Unendliche Geschichte und Momo wurden überhaupt nicht als Fantasy, sondern als Kinderbuch gehandelt und stellten hohe finanzielle Risiken des Verlags dar.…

von Uschi Zietsch » Mittwoch 11. August 2021, 19:27

… es wurde als Kinderliteratur vermarktet, nicht als Fantasy.

von Doop » Montag 16. August 2021, 12:24
Davon abgesehen ist Fantasy ein Genre, Kinderliteratur eher nicht. Ich kann nicht für den westlichen Buchmarkt reden, aber im Osten wurden bei Jugendbüchern Genres nur in Ausnahmefällen zugeordnet, …von L.N. Muhr » Montag 16. August 2021, 12:44

Das Problem dürfte auch institutioneller Art sein. Meines Wissens hat die Phantastische Bibliothek Wetzlar eine große Sammlung von Kinderliteratur (Ich war leider noch nicht persönlich vor Ort). Die Villa Phantastica in Wien hingegen lehnt es ab phantastische Kinderliteratur in den Bestand aufzunehmen. Teils weil man sich von der Menge der anfallenden Textbestände fürchtet und, teils weil man sich nicht bewusst ist, wie wichtig diese Spezies von Literatur für die Phantastik ist (meiner unmaßgeblichen Meinung nach). Siehe auch weiterführende Links…!!!

Ist also die Kinderliteratur (inkludiert mit Phantastik) etwas ganz Eigenes und sollte es das auch bleiben oder sollte man sich im Phantastiklager vermehrt um diese Form der Phantastik kümmern und besser in den Blickpunkt rücken? Schätzt man phantastische Kinderliteratur zu wenig? Ist Kinderliteratur nur was für Spezialisten?


Ich lade alle jene ein, die zu diesem Thema etwas Konstruktives beitragen können in den Kommentaren ihre Meinung, Statement oder Erkenntnisse zu hinterlassen oder sich in der Facebook-Gruppe Deutschsprachige Sekundärliteratur zur Phantastik“ an einer allfälligen Diskussion zu beteiligen.

Danke für eure Beteiligung


weiterführende Links:
  • [Artikel] Phantastische Kinder- und Jugendliteratur

Die phantastische Kinder- und Jugendliteratur kennzeichnet im Allgemeinen ein Aufeinandertreffen der realen, gewöhnlichen und einer magischen, irrationalen Welt (sogenanntes Zwei-Welten-Modell). Im Gegensatz zu Horror- und Schauergeschichten, die wegen ihrer Wirkung auch nur zum Teil für Kinder und Jugendliche geeignet sind, wird der Leser bei der rein phantastischen Geschichte über die außergewöhnlichen Begebenheiten der magischen Welt nicht aufgeklärt. Weiterhin wird vorliegend das im weitesten Sinn zur Phantastik gehörende Science-Fiction-Genre nicht behandelt und nur als Referenz hinzugezogen (zur Unterscheidung beider siehe dort). …

Auszug Artikel


  • [Download] (Masterarbeit) Die phantastische Welt der  phantastischen Kinder- und Jugendliteratur – von Zinaida Dzanic – auf othes.univie.ac.at

Das Thema dieser Masterarbeit wird sein, die phantastische Kinder- und Jugendliteratur zu erklären und zu beschreiben. Dabei werde ich die verschiedenen Segmente eines phantastische Kinder- und Jugendbuches nehmen und sie einzeln analysieren. Um die einzelnen Bausteine eines phantastischen Kinder- und Jugendbuches richtig erklären zu können, werde ich mich auf die Thesen verschiedener Theoretiker, wie Gerhard Haas, Günter Lange und Wolfgang Meißner, stützen.

Auszug Artikel


  • [Download] (Magisterarbeit) Phantastik und Realismus

    In Kinder- und Jugendliteratur nach 1945 – von Erika Maier  – auf uni-konstanz.de

Der phantastische Gehalt in Kinder- und Jugendliteratur von 1945 bis heute wird immer mächtiger. Dabei wird die realistische Anschauung in den Hintergrund gedrängt und dem Kind oder auch dem Jugendlichen die Möglichkeit zugestanden dieser Realität, seiner bekannten Welt, zu entfliehen. Viele Möglichkeiten zur Identifikation und Motive mit Wiedererkennungswert lassen das Kind oder den Jugendlichen sich leicht in der sekundären Welt zurechtfinden. Daneben wird in neueren Werken weniger die Vorstellungskraft des lesenden Kindes gefordert. Vielmehr machen Verfilmungen vieler phantastischer oder auch von Fantasywerken deutlich, dass weniger die Phantasie des Rezipienten gefragt ist, denn die Aktion des Protagonisten an sich. Und so präferiert der kindliche Leser immer mehr die Gewissheit des Sehens gegenüber der mühsamen Vielschichtigkeit der Vorstellungskraft.

Auszug Artikel


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[Medienhinweis] #129: James A. Sullivan im Genretalk über Progressive Phantastik – zauberwelten-online.de

Von konservativ zu fortschrittlich

von Ann A. Kalliope auf zauberwelten-online.de

Ein Genretalk zur „Progressiven Fantastik“, die „die Traditionen des Genres auf allen Ebenen hinterfragt, überkommene Motive aktualisiert und ungeahnte Kombinationen wagt“ – selber Meinung bilden darüber.

zauberwelten.online.de - 2021-06-26

Wer in Fantasy- und Sci-Fi-Welten unterwegs ist, wähnt sich automatisch in anderen Strukturen als der Realität, von der wir tagtäglich umgeben sind. Dass dem aber nicht so ist, erklärt James A. Sullivan. Sein Anliegen ist es, Leser*innen und Autor*innen mit der Progressiven Phantastik für neue Lesarten zu sensibilisieren. Wieso ausgerechnet die Sci-Fi besonders anfällig für konservatives Denken ist, wie man Progressive Phantastik überhaupt erkennt und was ein Schaufelradbagger im Rheinland damit zu tun hat, das klären wir im Genretalk.[…]

Auszug Artikel


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