Hans Schumacher (Hrsg.) Phantasie und Phantastik Lang, Frankfurt/Main (1993) ISBN 363143944X
Neuere Studien zum Kunstmärchen und zur phantastischen Erzählung
Hans Schumacher hat in diesem Band Aufsätze versammelt, welche von ihrer Fragestellung her etwas zum Verständnis der Entstehung und des Wesens der modernen Literatur beitragen können. Er vereint Interpretationen von romantischen und neuromantischen Kunstmärchen und phantastischer Prosa. Sie targen auch etwas zur Gattungsproblematik bei (siehe Inhaltsverzeichnis im Bilderkarussell) …
Novalis, Tieck, E. T. A. Hoffmann und Brentano gelten als ganz spezifisch „romantische“ Autoren. Ihre Werke galten ini der deutschen Romantik als „Kunstmärchen“ und das Wunderbare war im Gegensatz dazu zum Wirklichen ein Maß der Kategorisierung. Bis die französischen Literaturtheoretiker Vax, Caillois, Todorov und Bessièr die „phantastische Literatur“ausgerufen wurde. Diese Forscher machten einen Unterschied zwischen dem Wunderbaren und dem Phantastischen. Damit war zwischen den Märchen von Tieck und Hoffmann ein Unterschied entstanden …
Die vorliegenden Aufsätze zum Umkreis „Phantasie und Phantastik“ beschäftigen sich von verschiedenen Gesichtspunkten aus mit zentralen Werken der Phantasiedichtung und der Phantastik wie z. B. E. T. A. Hoffmann „Der goldene Topf“ und „Der Sandmann“, Tiecks „Der Runenberg“, Hoffmanns „Die Bergwerke zu Falun“ im Vergleich mit Hofmannsthals Drama „Das Bergwerk zu Falun“, aber auch mit weniger bekannten wie einer phantastischen Erzählung Otto Julius Bierbaums oder Pedro Antonio Alarcóns „El amigo de la muerte“. …
Auszug 'Vorwort', Seite 7-9
Den Beginn macht aber ein Essay zur phänomenologischen Beschreibung des Wesens der Phantasie. Außerdem wird auch das Wunderbare und das Phantastische gegenüber gestellt, und zwar im Rahmen der geistesgeschichtlichen Entwicklung der Phantasieliteratur. Alles in allem interessant – lesen!
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keine
[Artikel] Kunstmärchen in der WIKIPEDIA
Kunstmärchen (in jüngerer Zeit auch:Moderne Märchen) sind eine spezielle Ausprägung der Literaturgattung des Märchens. Im Gegensatz zu den Volksmärchen ist die Urheberschaft von Kunstmärchen einem bestimmten Dichter oder Schriftsteller zuzuordnen. …
Phantastik, auch Fantastik, ist ein Genrebegriff, der in Fachkreisen sehr unterschiedlich definiert wird. Außerwissenschaftlich bezeichnet der Begriff „fantastisch“ alles, was unglaublich, versponnen, wunderbar oder großartig ist. Der Ursprung des Begriffs „phantastische Literatur“ ist ein Übersetzungsfehler: E. T. A. Hoffmanns Fantasiestücke in Callots Manier wurden 1814 als Contes „fantastiques“ ins Französische übersetzt, statt richtigerweise als Contes „de la fantaisie“.…
[Artikel] Das Phantastische und das Wunderbare – von Hans Richard Brittnacher – auf etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de
In einer vorrationalen Welt war das Wunderbare noch von begriffsloser Selbstverständlichkeit – Mythen und Märchen bildeten die Archive, in denen sein Wissen aufbewahrt war. Aber die Einsicht in die Unumkehrbarkeit des historischen Verlaufs, die sich im Aufklärungszeitalter durchsetzte, hatte die einfachen Formen als Anschauungsformen eines anderen Wissens anachronistisch werden lassen. Wenn das Wunderbare in der Romantik wieder aktiviert wird, nimmt es nicht selten phantastischen Charakter an. Was vormals wunderbar ist, erscheint jetzt nur noch schrecklich, „wo keine Götter sind, walten Gespenster“ (vgl. Novalis 1978,746). …
Bis zum Erhalt des Buches war mir Antonio Tabucchi im phantastischen Zusammenhang noch nicht aufgefallen. So wie mir italienische Sekundärliteratur in deutscher Übersetzung auch kaum untergekommen ist. …
Zwei Veröffentlichungen samt ihrer enthaltenen Artikel liegen heute an. Ein Werk zur Schauerliteratur ab 1800 bringt einige Essays. Fünf Essays sind englischsprachig und daher nicht in die Bibliothek aufgenommen (die findet ihr hier). Die „Protokolle“ bringen zwei Essasy zu H. C. Artmann. Das Übernatürliche ist bei ihm von vornherein eine gesetzte, augenzwinkernde Realität, die vom Erzähler wie selbstverständlich hingenommen wird. Für interessierte Laien bietet H.C. Artmann einen hervorragenden Zugang zur modernen Literatur. Seine phantastischen Texte fordern uns nicht auf, an Geister oder Vampire zu glauben, sondern an die grenzenlose Freiheit des Erzählens. Vielleicht einen Versuch wert? …
Wer heute nach Büchern oder Filmen sucht, in denen das Unmögliche passiert, stößt unweigerlich auf den Begriff „Fantasy“. Doch im literaturwissenschaftlichen und journalistischen Kontext greift diese Gleichsetzung zu kurz. Um das Wesen der klassischen Phantastik zu begreifen, hilft der Vergleich mit epischen Elfen-Sagas erstaunlich wenig. Viel ergiebiger ist der Kontrast zu ihrer direkten Nachfahrin: der modernen Fantastik. Während beide Gattungen das Unmögliche mitten in unserer realen Welt ansiedeln, trennen sie Welten in der Art und Weise, wie ihre Figuren auf das Wunderbare reagieren. Ein Blick auf das Genre des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigt, wie aus der Angst vor dem Unbekannten eine moderne Lebenseinstellung wurde. …
Drei Bücher und vier wissenschaftliche Arbeiten haben sich unter dem Dach der Bibliothek eingefunden. Star Trek ist wohl eine unendliche Geschichte, das neue Fantasia-Magazin ist angekommen und ein Werk zu Helden und Heldenliedern aus dem Mittelalter. Die wissenschaftlichen Arbeiten sind mir bei der Recherche in die Hände gefallen. Themen: Alraune-Motivgeschichtliche Studien, phantastische Darstellungen in ausgewählten Werken, Wechselwirkungen zwischen Literatur und Wissenschaft bzw. die Zukunft des Schreckens in Dystopien. Recht bunt gemischt, schaut es euch an …
Wer heute durch eine Buchhandlung stöbert, stolpert unweigerlich über farbenprächtige Cover von Drachenbänden, düsteren Geistergeschichten oder fernen Zukunftsvisionen. All diese Bücher verschwinden im allgemeinen Sprachgebrauch oft unter dem vagen Prädikat „fantastisch“. Doch wer sich der Literatur aus wissenschaftlicher oder journalistischer Perspektive nähert, stellt fest: Ein einziger Buchstabe entscheidet hier über grundlegend verschiedene historische und strukturelle Konzepte. Die Unterscheidung zwischen „Phantastik“ und „Fantastik“ ist keineswegs eine pedantische Schrulle von Sprachpflegern, sondern ein scharfes Werkzeug zur Ordnung von Literaturgeschichte. …
Die „Widersprüche“ von Jean Améry sind in zwei Auflagen der Bibliothek erwachsen. Darin wäre im Besonderen der Essay „Gewalt und Gefahr der Utopie“ hervorzuheben. Diesen Artikel findet man auch in „Merkur, Nr. 253“ aus dem Jahr 1969. Dort ist auch der Essay „Zukunftsforscher und Zukunftsverhinderer“ von Robert Jungk zu lokalisieren. In „Die kollektive Intelligenz“ von Pierre Lévy hingegen findet sich u.A. „Kunst und Architektur des Cyberspace“, wobei auch das ganze Buch nicht zu verachten ist. Auf „humanithesia.org“ findet sich dazu eine umfangreiche, nach Kapiteln aufgegliederte, Rezension. Mein Rat: lesen …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.
Siegfried Schödel Studien zu den phantastischen Erzählungen Gustav Meyriks Eigenverlag, Hof (1965) ohne ISBN
Dissertation der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität zu Erlangen-Nürnberg
Hier wird die Frage nach der Integration des Phantastischen in den Erzählungen von Gustav Meyrink gestellt. Dass diese Erzählungen phantastich-grotesk sind, steht außer Frage, es stellt sich die Frage nach dem WIE. …
Der Text hat es immerhin in die Literaturliste von „H. P. Lovecraft, Das übernatürliche Grauen in der Literatur„, Golkonda Verlag, 2014 geschafft. Schödel zieht unter anderem darin die zeitgenössischen Stimmen über Gustav Meyrink heran, um die inneren und äußeren Geheimnisse seiner großen Erfolge zu analysieren. Sehr interessant ist dabei die kritische Darstellung der Sekundärliteratur zu Meyrink, in der für Schödel H. Sperber eine Sonderstellung einnimmt („Motiv und Wort bei G. Meryink“, Leipzig 1918) …
Die Motivenkonstanz im Werk G. Meyrinks kann bei dieser Gelegenheit schon besonders hervorgehoben werden, bedarf aber einer weitergehenden Interpretation, die über das Psychologische hinausführt und die Betrachtung der Motivüberlieferung bzw. des Klischees mit einbezieht.
Die Eigenart des Meyrinkschen Werkes hat bei Sperber zur Ausbildung und Demonstration einer neuen Methode verholfen, die gerade im Bereich der phantastischen Literatur sehr gut zu praktizieren war.
Die Zusammenhänge zwischen der Sperberschen Methode und den Methoden der Psychoanalyse in ihrer Anwendung auf die Geistesgeschichte sind deutlich und für die Zeit symptomatisch. …
Auszug 'Kitische darstellung der bisherigen Literatur …', Seite 1-19
Auch Florian F. Marzin – in „Okkultismus und Phantastik in den Romanen Gustav Meyrinks“, Essen (1986) (hier im Blog) – erwähnt Schödels Dissertation im Zusammenhang mit der aufgeworfenen Behauptung, das Werk Meyrinks wäre Trivialliteratur bzw. stünde dieser sehr nahe. Er geht dort aber nicht explizit auf diese Behauptung ein. Interessant ist auch die Bibliographie und das Literaturverzeichnis, welche Schödel der Dissertation mitgibt. Insbesondere die Abteilung „Sekundärliteratur“ gibt einiges her. …
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[Artikel] Gustav Meyrink in der WIKIPEDIA
Gustav Meyrink (eigentlich Gustav Meyer, manchmal fälschlich auch als G. Meyrinck aufgeführt, * 19. Januar 1868 in Wien; † 4. Dezember 1932 in Starnberg) war ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer. …
[Artikel] Gustav Meyrink, Schöpfer des „Der Golem“ und anderer bedeutender Werke der Literatur und Esoterik … – von Robert M. Christ – auf kultplatz.net
Gustav Meyrink gilt als phantasievoller, erfolgreicher, okkultistischer und romantischer Erzähler, der besonders von E. T. A. Hoffmann und E. A. Poe beeinflusst wurde. Seine in farbiger Sprache geschriebenen Romane und Novellen, besonders aus gespenstisch-hintergründigen Atmosphäre des alten Prag, stellen Grotesk-Absurdes und Mystisch-Unheimliches nebeneinander, mischen schwermütigen Ernst, grausige Vision, ironischen Scherz und bittere Satire gegen Spießertum, Heuchelei und Bürokratie der Jahrhundertwende des 20. Jahrhundert.…
[Artikel] Vor 100 Jahren erschien Gustav Meyrinks Roman „Der Golem“ – von Johannes Schmidt – auf literaturkritik.de
Gute Prosa ist rar. Wer in der ungebundenen Rede nicht nur auf eine rührende, spannende, erschütternde, ergreifende, transzendierende Erzählung hofft, sondern auch auf jenen Klang, jenes sich Einbrennende, das das Sprachkunstwerk Literatur überhaupt erst zum Kunstwerk macht, der bewegt sich in dünn besiedelten Gefilden. Bei Franz Kafka finden sich solche Momente, bei Friedrich Hölderlin und bei Hermann Melville, auch Hans Henny Jahnn und Novalis kann man hier nennen. Über allen aber thronen zwei Texte, jeweils einer aus den beiden bisher vollendeten Jahrhunderten des Romans, die in ihrer ganz eigenen Qualität hinter sich lassen, was die üppige Romanproduktion ansonsten hervorgebracht hat: Georg Büchners „Lenz“-Fragment und Gustav Meyrinks „Der Golem“. …
Bis zum Erhalt des Buches war mir Antonio Tabucchi im phantastischen Zusammenhang noch nicht aufgefallen. So wie mir italienische Sekundärliteratur in deutscher Übersetzung auch kaum untergekommen ist. …
Zwei Veröffentlichungen samt ihrer enthaltenen Artikel liegen heute an. Ein Werk zur Schauerliteratur ab 1800 bringt einige Essays. Fünf Essays sind englischsprachig und daher nicht in die Bibliothek aufgenommen (die findet ihr hier). Die „Protokolle“ bringen zwei Essasy zu H. C. Artmann. Das Übernatürliche ist bei ihm von vornherein eine gesetzte, augenzwinkernde Realität, die vom Erzähler wie selbstverständlich hingenommen wird. Für interessierte Laien bietet H.C. Artmann einen hervorragenden Zugang zur modernen Literatur. Seine phantastischen Texte fordern uns nicht auf, an Geister oder Vampire zu glauben, sondern an die grenzenlose Freiheit des Erzählens. Vielleicht einen Versuch wert? …
Wer heute nach Büchern oder Filmen sucht, in denen das Unmögliche passiert, stößt unweigerlich auf den Begriff „Fantasy“. Doch im literaturwissenschaftlichen und journalistischen Kontext greift diese Gleichsetzung zu kurz. Um das Wesen der klassischen Phantastik zu begreifen, hilft der Vergleich mit epischen Elfen-Sagas erstaunlich wenig. Viel ergiebiger ist der Kontrast zu ihrer direkten Nachfahrin: der modernen Fantastik. Während beide Gattungen das Unmögliche mitten in unserer realen Welt ansiedeln, trennen sie Welten in der Art und Weise, wie ihre Figuren auf das Wunderbare reagieren. Ein Blick auf das Genre des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigt, wie aus der Angst vor dem Unbekannten eine moderne Lebenseinstellung wurde. …
Drei Bücher und vier wissenschaftliche Arbeiten haben sich unter dem Dach der Bibliothek eingefunden. Star Trek ist wohl eine unendliche Geschichte, das neue Fantasia-Magazin ist angekommen und ein Werk zu Helden und Heldenliedern aus dem Mittelalter. Die wissenschaftlichen Arbeiten sind mir bei der Recherche in die Hände gefallen. Themen: Alraune-Motivgeschichtliche Studien, phantastische Darstellungen in ausgewählten Werken, Wechselwirkungen zwischen Literatur und Wissenschaft bzw. die Zukunft des Schreckens in Dystopien. Recht bunt gemischt, schaut es euch an …
Wer heute durch eine Buchhandlung stöbert, stolpert unweigerlich über farbenprächtige Cover von Drachenbänden, düsteren Geistergeschichten oder fernen Zukunftsvisionen. All diese Bücher verschwinden im allgemeinen Sprachgebrauch oft unter dem vagen Prädikat „fantastisch“. Doch wer sich der Literatur aus wissenschaftlicher oder journalistischer Perspektive nähert, stellt fest: Ein einziger Buchstabe entscheidet hier über grundlegend verschiedene historische und strukturelle Konzepte. Die Unterscheidung zwischen „Phantastik“ und „Fantastik“ ist keineswegs eine pedantische Schrulle von Sprachpflegern, sondern ein scharfes Werkzeug zur Ordnung von Literaturgeschichte. …
Die „Widersprüche“ von Jean Améry sind in zwei Auflagen der Bibliothek erwachsen. Darin wäre im Besonderen der Essay „Gewalt und Gefahr der Utopie“ hervorzuheben. Diesen Artikel findet man auch in „Merkur, Nr. 253“ aus dem Jahr 1969. Dort ist auch der Essay „Zukunftsforscher und Zukunftsverhinderer“ von Robert Jungk zu lokalisieren. In „Die kollektive Intelligenz“ von Pierre Lévy hingegen findet sich u.A. „Kunst und Architektur des Cyberspace“, wobei auch das ganze Buch nicht zu verachten ist. Auf „humanithesia.org“ findet sich dazu eine umfangreiche, nach Kapiteln aufgegliederte, Rezension. Mein Rat: lesen …
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Birgit Patzelt Phantastische Kinder- und Jugendliteratur der 80er und 90er Jahre Lang, Frankfurt/Main (2001) ISBN 3631385587
Strukturen – Erklärungsstrategien – Funktionen
Hier haben wir eine Dissertation aus dem Jahre 2001 mit einer Untersuchung von Kinder- und Jugendliteratur zu Ende des vorigen Jahrtausends, in der zunächst ein Überblick über phantastiches Erzählen in der Kinder- und Jugendliteratur der letzten 250 Jahre gegeben wird …
Danach werden im Forschungsteil neuere Forschungsansätze vorgestellt und diskutiert. Aufgeworfene Frage unter anderem ist, das Verhältnis Realität und Phantastisches und der Aspekt der Realitätsverletzung. Danach erfolgt im Kontext der Kinderliteraturforschung im Anschluss an die Diskussion der Forschungsbeiträge eine vorläufige definitorische Bestimmung des für die Arbeit relevanten Textkorpus. …
Ausgehend von einer These, dass phantastisches Erzählen zwar letztendlich mit einer rationalen Auflösung einen Text abschließen, nicht jedoch als bis dahin vorherrschende Erzählweise negiert werden kann, geht es im dritten Teil des Forschungsreferats um die Frage, wie jene Texte bestimmt werden können, in denen das Phantastische am Ende rational, d. h. durch das Erwachen aus einem Traum, in einer Irrenanstalt o. ä., weg-erklärt wird. …
Auszug 'Einleitung', Seite 9-20
Im Analyseteil geht es um die Untersuchung der einzelnen Texte hinsichtlich ihrer phantastischen Struktur, des Charakters des phantastischen Elements, seiner wirkungsästhetischen Funktion und seiner Erklärungsstrategien. Das Textkorpus wurde in drei große Komplexe unterteilt. Das sind die Erklärungsmodelle „Traum“ und „Einbildung“, sowie zuletzt parapsychologische und okkultistische Erklärungsstrategien. Untersucht werden: Angelika Mechtels „Jonas, Julia und die Geister“, sowie „Janne und der Traumabschneider“. Els Pelfroms „Die wundersame Reise der kleinen Sofie“, Benno Pludras „Das Herz der Piraten“ und Lukas Hartmanns „Gib mir einen Kuß, Larissa Laruss“. Weiters noch Robert Westalls „Das Wachthaus“ und Cora Taylors „Julie und die fliegenden Schiffe“ bzw. Monia Feths „Der Weg durch die Bilder“.…
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[Artikel] Phantastische Kinder- und Jugendliteratur in der WIKIPEDIA
Die phantastische Kinder- und Jugendliteratur kennzeichnet im Allgemeinen ein Aufeinandertreffen der realen, gewöhnlichen und einer magischen, irrationalen Welt (sogenanntes Zwei-Welten-Modell). Im Gegensatz zu Horror- und Schauergeschichten, die wegen ihrer Wirkung auch nur zum Teil für Kinder und Jugendliche geeignet sind, wird der Leser bei der rein phantastischen Geschichte über die außergewöhnlichen Begebenheiten der magischen Welt nicht aufgeklärt. Weiterhin wird vorliegend das im weitesten Sinn zur Phantastik gehörende Science-Fiction-Genre nicht behandelt und nur als Referenz hinzugezogen (zur Unterscheidung beider siehe dort).
[Download] Phantastische Kinder- und Jugendliteratur zu Beginn des 21. Jahrhunderts – von Katrin Manz – auf tu-braunschweig.de
Wesentliche Beiträge lieferte Birgit Patzelt9, die Erklärungsstrategien des Phantastischen bei einer Auswahl von Texten aus den 80er und 90er Jahren untersuchte und ihre Arbeit im Jahr 2001 veröffentlichte, Nils Kulik10, der sich mit dem Guten und dem Bösen bei einer Auswahl phantastischer Texte beschäftigte (2005), und Caroline Roeder11, die sich der Untersuchung phantastischer Texte der DDR einschließlich der Sowjetisch Besetzten Zone widmete und ihre Arbeit 2006 publizierte. Darüber hinaus erschienen einzelne Aufsätze, wie z.B. im 17. Beiheft der Beiträge Jugendliteratur und Medien12aus dem Jahr 2006. …
[Download] Phantastik und RealismusIn Kinder- und Jugendliteratur nach 1945 – von Erika Maier – auf uni-konstanz.de
Im Folgenden soll eine Auswahl von Werken der Kinder- und Jugendliteratur gezeigt werden,welche phantastische Elemente enthalten, oder sich zumindest in dem Grenzgebiet zwischenPhantasie und Wirklichkeit bewegen. Spezielles Augenmerk werde ich auf die Thematik derHexen legen. Der Grund dafür liegt in der zweifachen Bedeutung des Hexenglaubens für das
Zusammenspiel von empirischer und phantastischer Vorstellung. Schließlich ist auf der einenSeite der Glaube an Hexen ein kulturelles und gesellschaftliches Phänomen, während auf deranderen Seite die Frage nach der Existenz solcher Wesen in den Bereich der Phantastik zurechnen ist. Ein Exkurs weist in dieser Arbeit auf die Hexen-Thematik in Zusammenhang mitden Buchbesprechungen hin.…
Bis zum Erhalt des Buches war mir Antonio Tabucchi im phantastischen Zusammenhang noch nicht aufgefallen. So wie mir italienische Sekundärliteratur in deutscher Übersetzung auch kaum untergekommen ist. …
Zwei Veröffentlichungen samt ihrer enthaltenen Artikel liegen heute an. Ein Werk zur Schauerliteratur ab 1800 bringt einige Essays. Fünf Essays sind englischsprachig und daher nicht in die Bibliothek aufgenommen (die findet ihr hier). Die „Protokolle“ bringen zwei Essasy zu H. C. Artmann. Das Übernatürliche ist bei ihm von vornherein eine gesetzte, augenzwinkernde Realität, die vom Erzähler wie selbstverständlich hingenommen wird. Für interessierte Laien bietet H.C. Artmann einen hervorragenden Zugang zur modernen Literatur. Seine phantastischen Texte fordern uns nicht auf, an Geister oder Vampire zu glauben, sondern an die grenzenlose Freiheit des Erzählens. Vielleicht einen Versuch wert? …
Wer heute nach Büchern oder Filmen sucht, in denen das Unmögliche passiert, stößt unweigerlich auf den Begriff „Fantasy“. Doch im literaturwissenschaftlichen und journalistischen Kontext greift diese Gleichsetzung zu kurz. Um das Wesen der klassischen Phantastik zu begreifen, hilft der Vergleich mit epischen Elfen-Sagas erstaunlich wenig. Viel ergiebiger ist der Kontrast zu ihrer direkten Nachfahrin: der modernen Fantastik. Während beide Gattungen das Unmögliche mitten in unserer realen Welt ansiedeln, trennen sie Welten in der Art und Weise, wie ihre Figuren auf das Wunderbare reagieren. Ein Blick auf das Genre des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigt, wie aus der Angst vor dem Unbekannten eine moderne Lebenseinstellung wurde. …
Drei Bücher und vier wissenschaftliche Arbeiten haben sich unter dem Dach der Bibliothek eingefunden. Star Trek ist wohl eine unendliche Geschichte, das neue Fantasia-Magazin ist angekommen und ein Werk zu Helden und Heldenliedern aus dem Mittelalter. Die wissenschaftlichen Arbeiten sind mir bei der Recherche in die Hände gefallen. Themen: Alraune-Motivgeschichtliche Studien, phantastische Darstellungen in ausgewählten Werken, Wechselwirkungen zwischen Literatur und Wissenschaft bzw. die Zukunft des Schreckens in Dystopien. Recht bunt gemischt, schaut es euch an …
Wer heute durch eine Buchhandlung stöbert, stolpert unweigerlich über farbenprächtige Cover von Drachenbänden, düsteren Geistergeschichten oder fernen Zukunftsvisionen. All diese Bücher verschwinden im allgemeinen Sprachgebrauch oft unter dem vagen Prädikat „fantastisch“. Doch wer sich der Literatur aus wissenschaftlicher oder journalistischer Perspektive nähert, stellt fest: Ein einziger Buchstabe entscheidet hier über grundlegend verschiedene historische und strukturelle Konzepte. Die Unterscheidung zwischen „Phantastik“ und „Fantastik“ ist keineswegs eine pedantische Schrulle von Sprachpflegern, sondern ein scharfes Werkzeug zur Ordnung von Literaturgeschichte. …
Die „Widersprüche“ von Jean Améry sind in zwei Auflagen der Bibliothek erwachsen. Darin wäre im Besonderen der Essay „Gewalt und Gefahr der Utopie“ hervorzuheben. Diesen Artikel findet man auch in „Merkur, Nr. 253“ aus dem Jahr 1969. Dort ist auch der Essay „Zukunftsforscher und Zukunftsverhinderer“ von Robert Jungk zu lokalisieren. In „Die kollektive Intelligenz“ von Pierre Lévy hingegen findet sich u.A. „Kunst und Architektur des Cyberspace“, wobei auch das ganze Buch nicht zu verachten ist. Auf „humanithesia.org“ findet sich dazu eine umfangreiche, nach Kapiteln aufgegliederte, Rezension. Mein Rat: lesen …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.
Daniel Illger Kosmische Angst Matthes & Seitz, Berlin (2021) ISBN 9783751805223
Was ist kosmische Angst?
Das versucht Daniel Illger in seinem neuen Buch zu beantworten. Ausgehend von der Unmöglichkeit, den Tod zu begreifen erkennt Illger das Anliegen einer „Weird Fiction“. Diese Weird Fiction stellt sich der Auflösung der grundlegenden Koordinaten unserer Existenz. Matthes & Seitz stellt wieder einmal unter Beweis, dass das Buchprogramm einer genauen Beobachtung bedarf, um solch interessante Bücher nicht zu übersehen …
Die Weird Fiction modelliert eine ästhetische Erfahrung, die des größten Horrors, aber auch ein Gefühl der berauschenden Befreiung. Illger benützt diese Erfahrung als Ausgangspunkt einer philosophischen Ästhetik des Anthropozäns. Der wichtigste Autor dieser Weird Fiction ist wohl H. P. Lovecraft, mit dem sich Illger auch eingehend beschäftigt. …
Zweifellos geht es ihm um den Nachweis, dass der große Cthulhu ebenso läppisch und nichtig ist wie alle unsere Götter. Ob man ihn sich nun als Drachen mit Oktopuskopf vorstellt oder irgendwie anders, tut, was das betrifft, wenig zur Sache. Die Pointe besteht nämlich darin, dass Cthulhu gesinnungsmäßig mehr mit einem Schulhofschläger gemein hat als mit einer jenseitigen Entität, die aus den Tiefen des Universums eine geheimnisvolle und erhebende Weisheit mitbringt. Wo der Farbe aus dem All eine Öffnung hin auf den Abgrund der Transzendenz eingeschrieben ist – mithin eine unauslotbare Rätselhaftigkeit -, entsetzt Cthulhu durch seine Banalität …
Auszug 'In den GRenzlanden', Seite 100-139
Jedoch, Illgers philosophische Betrachtungen erschöpfen sich natürlich nicht nur in der Betrachtung von Lovecraft und Houellebecq, aber für den phantastischen Bereich ergibt sich daraus schon ein Gedankenfeld, dass über das übliche hinaus das kosmische Empfinden in der Literatur der Phantastik anspricht. Was ist Tod und welchen Stellwert muss man ihm angesichts der kosmischen Belanglosigkeit des Menschen einräumen? Erlösung, Erweiterung, endgültiges Nichts? Ich denke, das Buch wird mehrmals gelesen werden (müssen) …
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ausführliche Anmerkungen und Personenregister
[Webpräsenz] Daniel Illger im Internet
Er hat zu den Stadtinszenierungen des italienischen Nachkriegskinos promoviert und mit einer Studie zum Fantasy-Modus im Videospiel habilitiert; bei Klett-Cotta erschien die Skargat-Trilogie (Stuttgart 2015-2017).…
Wenn ich tot bin, bin ich nicht mehr da. Der Gedanke, so grausam wie aufregend, löst einen Schwindel aus, denn er berührt die Unmöglichkeit, den eigenen Tod zu fassen. Daniel Illger erkennt in diesem Schwindel das Anliegen einer »weird fiction«, als deren wichtigster Autor H. P. Lovecraft gilt. Illger identifiziert die kosmische Angst als eine ästhetische Erfahrung, die aus der Auflösung der grundlegenden Koordinaten unserer Existenz den größten Horror, aber auch ein berauschendes Gefühl der Befreiung zieht.…
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Zwei Veröffentlichungen samt ihrer enthaltenen Artikel liegen heute an. Ein Werk zur Schauerliteratur ab 1800 bringt einige Essays. Fünf Essays sind englischsprachig und daher nicht in die Bibliothek aufgenommen (die findet ihr hier). Die „Protokolle“ bringen zwei Essasy zu H. C. Artmann. Das Übernatürliche ist bei ihm von vornherein eine gesetzte, augenzwinkernde Realität, die vom Erzähler wie selbstverständlich hingenommen wird. Für interessierte Laien bietet H.C. Artmann einen hervorragenden Zugang zur modernen Literatur. Seine phantastischen Texte fordern uns nicht auf, an Geister oder Vampire zu glauben, sondern an die grenzenlose Freiheit des Erzählens. Vielleicht einen Versuch wert? …
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H. P. Lovecraft Gegen die Religon JMB, Hannover (2017) ISBN 9783944342948
mit Vorworten von Andrew Copson und Axel Weiß
Ein äußerst sonderbares Buch ist mir unlängst in die Hände gefallen. In der Meinung ein Exemplar des Festa-Buches zu erschwinglichem Preis aufgefunden zu haben, kam ein Buch des JMB-Verlages. Etwas verwundert begann ich der Sache auf den Grund zu gehen und fand eine Geschichte, die erzählenswert ist. Es gibt Bücher, die nicht nur aufgrund der limitierten Auflage vom Markt verschwinden, sondern auch Bücher, die nicht erscheinen dürfen und deshalb auch ihren ganz besonderen Wert haben…
Der Herausgeber und der Verleger hatten „Against Religion“ von Lovecraft, in dem Bemühen, den Text „vor dem Vergessen“ zu bewahren, übersetzt. Leider entging es dem Verleger, dass nicht nur der Primärtext von Lovecraft übersetzt wurde, sondern auch die Texte des Editors. An sich wäre dies vielleicht kein allzu großes Problem gewesen, wenn man sich mit dem Editor hätte einigen können. Aber wie es der Teufel so will, hatte dieser, wenige Wochen zuvor, einen Vertrag mit dem Festa-Verlag abgeschlossen. Jetzt war das Projekt endgültig geplatzt und es musste das Buch aus dem Handel zurückgerufen werden und durfte nicht mehr verkauft werden. Ein ziemlicher Rückschlag für den Kleinverlag – und vor allem wurde die Lust auf weitere Veröffentlichungen in dieser Liga emotional eingeschränkt und finanziell eingebremst – schade …
Und dann ist da dieser andere Lovecraft: der gut und überzeugend argumentierende Atheist. Der die Gefahren und logischen Inkonsistenzen von Religionen erkennt, analysiert und seziert. Er nähert sich seinem Sujet immer wieder von verschiedenen Seiten, lässt es nicht los, zerlegt es. Ein Lovecraft, der sich für (Teile der) Ideale der Aufklärung einsetzt, seine persönlichen Gefühle und Gedanken darlegt, und die Leserin und den Leser mitreißt in seiner inbrünstigen Verteidigung der Religionsfreiheit. …
Auszug 'Vorwort', Seite 6-8
Tja und damit ist dieses Buch selbst in einer „limitierten“ Auflage in den Handel gekommen. Festa hat ja auch entschieden 2020 aus seiner Ausgabe eine limitierte Ausgabe zu machen und daraus folgt, dass diese Auflage natürlich blitzartig abverkauft war und dass einige glückliche Einkäufer die Festa-Ausgabe, die 70 Euro kostete, derzeit zwischen 250 und 500 Euro anbieten und anscheinend auch bekommen. Man mag sagen, ihr gutes Recht, aber ich glaube, Festa hat durch dieses Vorgehen einiges an Sympathien verloren und viele enttäuschte Lovecraft-Fans zurückgelassen. Auch die gegenständliche Auflage des JMB-Verlages ist auch antiquarisch nicht aufzufinden und ich hatte vermutlich nur Glück eine Ausgabe zu finden (und ich habe einen Preis bezahlt, der einem Buch in dieser Ausführung zukommt). Ich bin neugierig, ob in Zukunft weitere Exemplare auf den Markt kommen werden – und zu welchem Preis.
Wir freuen uns sehr, die Lesungsreihe aus dem „Kabinett der Phantasten“ (Hrsg. von Heiko Postma) präsentieren zu dürfen. Die Lesungen werden organisiert von der Frankfurter Buchhandlung Weltenleser und hätten eigentlich letztes Jahr in persona stattfinden sollen. Nun haben auf diese Weise viel mehr Leute Zugriff darauf! Wir wünschen gutes Gruseln mit „Was war Es?“ von Fitz James O’Brien, gelesen von Stéphane Bittoun. …
[Rezension] Lovecraft – Gegen die Religion – von Sorben – auf dementophobia.net
H.P. Lovecrafts Gegen die Religion ist eine Übersetzung einer Sammlung von Briefen und Essays, die HPL zum Thema Religion verfasste. Herausgegeben wurde die 240 Seiten umfassende deutsche Ausgabe von Sebastian Bartoshek, Fabian Dombrowski sowie Stephanie Dreyfürst und erschien im August diesen Jahres beim jmb-Verlag.…
Bis zum Erhalt des Buches war mir Antonio Tabucchi im phantastischen Zusammenhang noch nicht aufgefallen. So wie mir italienische Sekundärliteratur in deutscher Übersetzung auch kaum untergekommen ist. …
Zwei Veröffentlichungen samt ihrer enthaltenen Artikel liegen heute an. Ein Werk zur Schauerliteratur ab 1800 bringt einige Essays. Fünf Essays sind englischsprachig und daher nicht in die Bibliothek aufgenommen (die findet ihr hier). Die „Protokolle“ bringen zwei Essasy zu H. C. Artmann. Das Übernatürliche ist bei ihm von vornherein eine gesetzte, augenzwinkernde Realität, die vom Erzähler wie selbstverständlich hingenommen wird. Für interessierte Laien bietet H.C. Artmann einen hervorragenden Zugang zur modernen Literatur. Seine phantastischen Texte fordern uns nicht auf, an Geister oder Vampire zu glauben, sondern an die grenzenlose Freiheit des Erzählens. Vielleicht einen Versuch wert? …
Wer heute nach Büchern oder Filmen sucht, in denen das Unmögliche passiert, stößt unweigerlich auf den Begriff „Fantasy“. Doch im literaturwissenschaftlichen und journalistischen Kontext greift diese Gleichsetzung zu kurz. Um das Wesen der klassischen Phantastik zu begreifen, hilft der Vergleich mit epischen Elfen-Sagas erstaunlich wenig. Viel ergiebiger ist der Kontrast zu ihrer direkten Nachfahrin: der modernen Fantastik. Während beide Gattungen das Unmögliche mitten in unserer realen Welt ansiedeln, trennen sie Welten in der Art und Weise, wie ihre Figuren auf das Wunderbare reagieren. Ein Blick auf das Genre des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigt, wie aus der Angst vor dem Unbekannten eine moderne Lebenseinstellung wurde. …
Drei Bücher und vier wissenschaftliche Arbeiten haben sich unter dem Dach der Bibliothek eingefunden. Star Trek ist wohl eine unendliche Geschichte, das neue Fantasia-Magazin ist angekommen und ein Werk zu Helden und Heldenliedern aus dem Mittelalter. Die wissenschaftlichen Arbeiten sind mir bei der Recherche in die Hände gefallen. Themen: Alraune-Motivgeschichtliche Studien, phantastische Darstellungen in ausgewählten Werken, Wechselwirkungen zwischen Literatur und Wissenschaft bzw. die Zukunft des Schreckens in Dystopien. Recht bunt gemischt, schaut es euch an …
Wer heute durch eine Buchhandlung stöbert, stolpert unweigerlich über farbenprächtige Cover von Drachenbänden, düsteren Geistergeschichten oder fernen Zukunftsvisionen. All diese Bücher verschwinden im allgemeinen Sprachgebrauch oft unter dem vagen Prädikat „fantastisch“. Doch wer sich der Literatur aus wissenschaftlicher oder journalistischer Perspektive nähert, stellt fest: Ein einziger Buchstabe entscheidet hier über grundlegend verschiedene historische und strukturelle Konzepte. Die Unterscheidung zwischen „Phantastik“ und „Fantastik“ ist keineswegs eine pedantische Schrulle von Sprachpflegern, sondern ein scharfes Werkzeug zur Ordnung von Literaturgeschichte. …
Die „Widersprüche“ von Jean Améry sind in zwei Auflagen der Bibliothek erwachsen. Darin wäre im Besonderen der Essay „Gewalt und Gefahr der Utopie“ hervorzuheben. Diesen Artikel findet man auch in „Merkur, Nr. 253“ aus dem Jahr 1969. Dort ist auch der Essay „Zukunftsforscher und Zukunftsverhinderer“ von Robert Jungk zu lokalisieren. In „Die kollektive Intelligenz“ von Pierre Lévy hingegen findet sich u.A. „Kunst und Architektur des Cyberspace“, wobei auch das ganze Buch nicht zu verachten ist. Auf „humanithesia.org“ findet sich dazu eine umfangreiche, nach Kapiteln aufgegliederte, Rezension. Mein Rat: lesen …
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