Das J.R.R. Tolkien als Begründer der modernen Fantasy-Literatur gilt, dürfte ja inzwischen herum sein. Die Sekundärliteratur zu seiner Person und seinem Schaffen füllt daher so manchen Bibliothekskilometer.
Machen wir also einen Anfang mit einer Doppelbiographie Tolkien und Lewis, eine berühmte Freundschaft. Das Tolkien und Beowulf untrennbar miteinander verbunden sind zeigt auch das Essay in folgenden Band. Die Darstellung und Funktion von geschichtlichen Sekundärwelten, unter anderen auch im „Herr der Ringe…“, ist Gegenstand des dritten Bandes. Viva Tolkien …
Colin Duriez – Tolkien und C.S. Lewis
Colin Duriez
Tolkien und C.S. Lewis
Das Geschenk der Freundschaft
Brendow, Moers (2005), gebundene Ausgabe, 304 Seiten
ISBN 3865060587
Duriez hat sowohl über Tolkien als auch über Lewis und ihr jeweiliges Werk geforscht und gelehrt.
Er skizziert in dieser Doppelbiographie den Werdegang beider Professoren, schaut hinter die Kulissen ihrer Werke und verleiht den Kürzeln Namen und Gesichter.
Sein Respekt gilt der Bedeutung, die Tolkien und Lewis in der literarischen Welt mit der Entwicklung des Genres „Fantasy“ und in der akademischen Welt mit ihren Beiträgen zur Mediävistik zukommt.
Mit einer Bibliographie der Werke Tolkiens und Lewis…
Ich bin immer wieder überrascht von der Vielfalt der eigenen Bibliothek. Im Normalfall kann ich mich auf mein Bücher-Gedächtnis sehr gut verlassen. Ich behaupte, dass ich von den ungefähr 5000 Titel in meiner Datenbank 99% anhand des Covers indentifizieren kann und weiß, ob es in der Bibliothek ist oder nicht.
Aber manchmal spielt mir mein Gedächtnis doch wohl den einen oder anderen Streich. So auch heute mit der Ausgabe von
Jochen Bärtle (Herausgeber)
Grusel, Grüfte, Groschenhefte: Der deutsche Grusel-Heftroman von 1968 bis 2008 – Eine Serienübersicht zum 40-jährigen Jubiläum
Books on Demand GmbH, Norderstedt (2008), Taschenbuch, 408 Seiten
Ich hätte geschworen, dass sich das Exemplar noch nicht in meiner Sammlung befindet, aber —***denkste***— da war es. Und außerdem konnte ich mich beim Anblick dann auch noch erinnern, wie interessant dieses Buch ist. Die Beschreibungen der Serien ist oft sehr hilfreich. Nur hatte ich in letzter Zeit kaum mit Horror-Heftromanen zu tun. Bis zuletzt, als ich einigen Katalogen zum Horror/Schauer/Grusel-Thema auf der Spur war. (Siehe Facebook-Gruppe „Deutschsprachige Sekundärliteratur zur Phantastik“)
Und fast gleichzeitig —***auf (Holz-)Kopf klopf-klopf-klopf***— habe ich mitbekomen, dass ich
Humphrey Carpenter (Hrsg.)
J. R. R. Tolkien. Briefe
Klett-Cotta, Stuttgart (2002), gebundene Ausgabe, 604 Seiten
in der Übersetzung aus dem Englischen von Wolfgang Krege
wohl oder übel, sowohl in der zweiten, als auch in der dritten Auflage gekauft habe. Wo blieb da mein Hirn? Aber ich denke , da hat es ausgesetzt und auf den „Muss ich unbedingt haben“-Modus geschaltet haben als es mir vermutlich irgendwo im Internet über den Weg lief und ich keine Möglichkeit hatte meinen Bestand zu prüfen. Denn dies mache ich eigentlich grundsätzlich vor einem Kauf über 10,00 Euro. Sicherheitshalber – wie man sieht nicht ganz zu unrecht.
Naja, wieder ein Doublette und ab in den Doubletten-Verkauf. Vieleicht sollte ich auch meine Sicht auf die Merk- und Erinnerungsfähigkeit meines Buchgedächtnisses korrigieren … —*** seuftz ***— mit scheint das Alter setzt mir zu :).
Auf der anderen Seite – wieviel neue Bücher man so jeden Tag wieder kennen lernt …. 🙂 🙂 🙂
Der Goldmann Fantasy Foliant I, herausgegeben 1983 von Peter Wilfert, enthält ein Vorwort des Herausgebers zur Serie Fantasy Foliant und darüber hinaus die Wiedergabe eines Interviews das Peter Wilfert dem Börsenblatt des deutschen Buchhandels gegeben hatte.
Die damals neue Serie
Dazu merkte er an: „… Die dort aufgezeigten – und zugegebenermaßen subjektiven – Maßstäbe, Definitionen und Auswalkriterien für die Goldmann Fantasy-Reiheund für diesen Band sollen durch den Abdruck möglichst viele zum Nachdeneken und Diskutieren über Fantasy anregen…“
Nun auch 35 Jahre nach diesem Vorwort ist es anregend darüber zu reden. Abgesehen davon, dass es natürlich auch Werbung für Goldmann und die neue Fantasy-Reihe darstellt gibt es schon Ansatzpunkte für eine rege Diskussion.
Neu war mir zu Beispiel, der Bezug auf den russischen Literaturwissenschaftler Jurij Lotman (1922-1993) (den ich bis dahin nicht auf dem Radar hatte) und auf dessen strukturelle Textanalyse (Informationen zu diesem angesprochenen Aufsatz wären mir sehr hilfreich).
Kurz und schematisch dargestellt:
Horror/Grusel/Schauer beschreibt zuerst die reale Welt und dann, wie in diese Welt ein übernatürlicher Kosmos mit Gespenstern und Dämonen einbricht, deren Existenz bekanntlich in der realen Welt verneint wird.
Science Fiction entwirft eine Nicht-reale Welt. Teile der Lebenserfahrung des Lesers, aus der realen Welt, sind aber nur weitergedacht und in die Zukunft verlegt.
Fantasy in ihrer echten (?) Form zeigt nur eine nicht-reale Welt. Dies ohne Bezüge auf unsere Reale.
Fantasy hätte demnach als einzige Form keinerlei Bezug oder Brücken zur realen Erfahrung des Lesers. Somit wäre Fantasy die extremste Form der Fuchtliteratur. Und hier schießt sich eine wohlbekannte, immer wieder bemühte, Diskussion an. Sind dies Romane für Eskapisten?
Frank Weinreich – polyoinos
Schon 1939 veteidigte Tolkien die Fantasy ganz vehement gegen diesen Vorwurf:
„… „Wieso sollte jemand verachtet werden, der sich im Gefängnis befindet und versucht, herauszukommen und heimzugehen? Oder, sofern das nicht geht: wenn er über andere Themen nachdenkt und spricht als über Wärter und Kerkermauern?“…“ (nach: Frank Weinreich: Über Märchen. Tolkiens Sicht des Phantastischen. In: polyoinos.de, Oktober 1999.)
Und Wilfert stellt fest, dass Tolkiens Intention für Mittelerde war, ein positives, hoffnungvolles, natürliches Weltbild aufzuzeigen. Dies sei Tolkiens Grund gewesen, Mitteerde zu erschaffen. Für Toklien sei es die Abwendung von „Roheit und Häßlichkeit des modernen Lebens“ gewesen.
Für Peter Wifert ist der Wirklichkeitsbezug, durch das Angebot einer „alternativen Welt“, durch den Leser selbst zu meistern und leisten. Wobei er die „Heroic Fantasy“ oder „Sword and Sorvery“ in Grund und Boden verdammt. Diese leiste genau das nicht, dass durch den Vergleich mit dieser Welt, Erfahrungen und Erkenntnisse gestiftet werden.
Dieses Buch hätte ich mir schon vor dreissig Jahren gewünscht. Eine herrliche Zusammenfassung von Tolkiens Biographie und seinen Büchern, samt Angabe von historischen, literarischen und biographischen Quellen. Kann ich nur empfehlen, wenn man einen guten Überblick gewinnen will. Daneben ist es auch sehr schön gestaltet und macht sich gut in der Bibliothek. Das in einigen wenigen Fällen das Lektorat grob geschlampt hat – schade.
J.R.R. Tolkien – kaum ein Autor hat einen solchen Kultstatus erreicht, seine Werke und die darin geschaffenen Welten fesseln Generationen. Sehen wir unberührte Hügellandschaften, denken wir an das Auenland. Färben sich die Blätter im Herbst golden, erinnert uns dies an Lothlorien. Und der Ruf der Möwen entführt uns in Gedanken in die „Unsterblichen Lande“. Tolkiens Mittelerde begegnet uns als eine alte Welt, die uns auf unbestimmte Weise vertraut ist. Christpher Snyder entführt den Leser auf Tolkiens Reise nach Mittelerde und entühllt die historischen, literarischen und biographischen Quellen seiner Inspiration – von den nordischen Mythen und Sprachen über das europäische Mittelalter bis zu den Einflüssen der Inklings und C.S. Lewis‘.
Interessant sind die Anhänge von Christopher Tolkien. Drei lesenswerte Essays. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im Corona-Magazin 4/2015
Das große Epos um Arthur erzählt, wie der tapfere König sich zum Waffengang ostwärts in ferne, heidnische Länder begibt. Während der König außer Landes kämpft, verliebt sich der Ritter Lancelot in Arthurs Frau Guinever und schafft damit einen unüberwindlichen Konflikt. Als auch noch der verräterische Mordred die Macht an sich zu reißen versucht, treibt die Handlung einem Abgrund entgegen … Neben der Edda und dem Nibelungenlied ist die Arthursage die wichtigste Quelle aller neueren Fantasyliteratur, die hier erstmals in J. R. R. Tolkiens eigener Fassung vorliegt. Neben der kongenialen Übersetzung von Hans-Ulrich Möhring enthält diese Ausgabe auch den Text des englischen Originals.
(Quelle: Amazon Artikelbeschreibung)
Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (21. März 2015)