Auf Komparatistik-online gibt es einen interessanten Artikel zu den „Wächter-Romanen“ von Sergej Lukianenko. Auf diese Internet-Zeitschrift darf ich ohnehin nochmals hinweisen. Nicht immer leicht zu lesen, aber invormativ.
Heureka, es ist vollbracht. Jakob Bleymehls „Beiträge zur Geschichte und Bibliographie der utopischen und phantastischen Literatur“ sind als Nachdruck bei Dieter von Reeken erschienen.
Nachdem ich mir zu Gute halte, dass ich der Auslöser dieses Nachdruckes bin (auch wenn ich dann mit der tatsächlichen Arbeit nichts mehr zu tun hatte) bin ich auch ein bisschen stolz darauf.
Sekundärliterarisch meines Erachtens (ungeachtet anderer, akzeptierter, Meinungen) in der Tatsache seiner Erscheinung 1965 als wichtiges Werk zu bezeichnen, spricht mir Jakob Bleymehl in seinem Vorwort zur Originalausgabe aus dem Herzen wenn er schreibt:
„… Es kommt doch wohl darauf an,erst einmal Existenz und Kompetenz eines einschlägigen oder vermutlich einschlägigen Werkes festzustellen: Ist der Bibliophile, der Bibliothekar, der Antiquar, der Literaturwissenschaftler erst einmal auf die Spur gesetzt, dann wird er auch, besonders dann, wenn ihm an größeren Orten und Bibliotheken die einschlägigen Nachsschlagewerke zu Verfügung stehen, imstande sein, das Fehlende zu ergänzen….“
Auch die enthaltene Listung sekundärliterarischer Werke ist hilfreich und interessant, auch wenn bei Jakob Bleymehl der Begriff (siehe editorische Hinweise) eher für Sachbücher stand, denn für reine Sekundärliteratur.
Taschenbuch: 257 Seiten
Verlag: Reeken, Dieter von; Auflage: 1 (11. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940679887
ISBN-13: 978-3940679888
Und hier der Link zu Dieter van Reeken mit der Bitte im Falle des Interesses das Buch direkt bei ihm zu beziehen.
An DvR selbst mein Kompliment. Das Buch ist wundervoll geworden.
Als Howard Phillips Lovecraft 1937 starb, hinterließ er ein umfangreiches Werk, das überwiegend der phantastischen und der anspruchsvollen Horrorliteratur angehört. Der „Cthulhu-Mythos“ ist wohl Lovecrafts bekannteste Schöpfung. In zahlreichen Erzählungen schildert er eine verborgene Dimension des Kosmos, die die weißen Flecken auf der Landkarte unserer Schulweisheit füllt und das Universum mit uralten und mächtigen Geschöpfen bevölkert, die den Menschen als einen unbedeutenden Epigonen erscheinen lassen.
Quelle von Lovecrafts Inspiration waren, dessen eigenen Angaben zufolge, seine Träume. Entsprangen diese aber bloß seiner Phantasie? Oder sprach in ihnen etwas anderes zu dem Meister des „kosmischen Horrors“? Stehen sie gar im Einklang mit überliefertem Wissen?
Der chilenische Schriftsteller Sergio Fritz-Roa, dessen literarischer Spiritus rector niemand geringerer als Miguel Serrano war und der sich der Tradition im Sinne René Guénons verpflichtet fühlt, untersucht das Werk Lovecrafts auf eine tiefere Bedeutung. Insbesondere den antarktischen Mythos, der zeitübergreifend Poe, Lovecraft und Serrano verbindet, nimmt Fritz-Roa ins Visier und deutet ihn aus.
In einem umfangreichen Anhang sind dieser Monographie zwei Aufsätze beigefügt. Dr. Kerry Bolton untersucht in einem grundlegenden Essay den Rückgriff auf Lovecraftsche Motive durch Okkultisten und das Gedeihen von dessen Neomythos in diesen Kreisen. Und Martin A. Schwarz beschreibt den von Lovecraft immer wieder geschilderten Kampf zwischen Ordnung und Chaos als ewiges Ringen von Tradition und Gegentradition — den zwei Seelen in der Brust des „Einsiedlers von Providence“. [Hervorhebung durch den Verfasser] (Quelle: Amazon Kurzbeschreibung)
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Regin-Verlag; Auflage: 1 (25. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3941247360
ISBN-13: 978-3941247369
Hinweis:
Eine hervorragende Rezension gibt es in Arcana, Nr. 19, Mai 2014 deren abschließendes Resümee lautet: „…Für die Leser, die sich mit Locecrafts Universum intensiv zu beschäftigen wünschen, ist „Jenseits des Abgrunds“ durchaus zu empfehlen, bietet Fritz-Roa eine originelle, wenn auch nicht immer nachvollziehbare Interpretation des amerikanischen Phantasten.“
Tolkiens Nachwort, auf das ich hier im besonderen hinweisen möchte (sehr lesenswert), welches sprachkritisch und rezeptionsgeschichtlich die Übersetzbarkeit des Beowulf reflektiert und bereits in dem Band Die Ungeheuer und ihre Kritiker enthalten ist, dürfte eher etwas für Spezialisten sein.
In Fantasia 469e rezensiert Franz Schröpf unter anderem dieses Buch:
Zukünftige Welten, beherrscht von einer technisch wie moralisch überlegenen nordischen Rasse: Was deutsche Science-Fiction-Autoren in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren zu Papier bringen, sind nicht selten präfaschistische Allmachtsfantasien galaktischen Ausmaßes. Unerschrocken treten darin technisch hochgerüstete Arier kriegerischen Aliens von fernen Planeten entgegen und streben ihrerseits nach der Herrschaft im All. Technischer Fortschrittsglaube verbindet sich facettenreich mit völkischer Weltanschauung und der Sehnsucht nach einem starken Führer und seinem Genius. Das bis dahin kaum beachtete literarische Genre Science-Fiction entpuppt sich als aufschlussreiche Quelle des damaligen Zeitgeistes. Michael Novian untersucht in Science-Fiction-Romanen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg vor allem literarische Darstellungen der „nordischen Rasse”. An zahlreichen Beispielen kann er belegen, wie die Autoren um dieses Motiv herum den Neomythos eines Volkes konstruieren, das unabhängig von Raum und Zeit fortexistiert und dem der Leser sich zugehörig fühlen kann. (Quelle: Kurzbeschreibung Amazon)