Kragl, Florian Heldenzeit
Interpretationen zur Dietrichepik des 13. bis 16. Jahrhunderts
Winter, Heidelberg (2013)
Studien zur historischen Poetik, Band 12
ISBN 9783825360740
Weltlogik statt Historismus: Was Heldenzeit für Fantasy-Leser:innen interessant macht …
W
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
Im Zentrum steht dabei eine breite Textpalette, die von den bekannten Erzählkomplexen um Dietrichs Flucht und die Rabenschlacht bis zu aventiurehaften Einzeltexten wie Goldemar, Laurin, Sigenot, Eckenlied, Virginal, Rosengarten und Wunderer reicht. Kragl verortet diese Texte zudem mediengeschichtlich im Spannungsfeld von mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung – eine Perspektive, die sowohl die Überlieferungsform als auch die literarische Gestalt der Texte ernst nimmt. …
Ziel und Ansatz des Buches
Ein wesentlicher Reiz von Heldenzeit liegt in einer doppelten Korrektur gängiger Perspektiven:
Gegen ein direktes Gleichsetzen von Heldendichtung und „Geschichtserinnerung“ arbeitet Kragl heraus, dass mittelalterliches Sprechen über Heldenstoffe oft gerade nicht automatisch „historische Wahrheit“ behauptet. Vielmehr erscheinen die Stoffe häufig als kommunes Erzählgut, das flexibel zitiert, verwendet und bewertet werden kann.
Gegen eine rein sagengeschichtliche Erklärung insistiert Kragl darauf, dass die überlieferten Texte nicht bloß Spuren einer verlorenen „Urform“ seien, sondern als Texte ernst genommen werden müssen: Welche Poetik entsteht hier? Welche Zeitmodelle, Wertungen, Figurenlogiken und Erzählverfahren prägen diese Literatur?
Der zentrale Begriff „Heldenzeit“ wird dabei als analytisches Werkzeug profiliert: als Zeitalter/Erzählraum, der sich in Erzählverläufen und (mit Einschränkungen) in chronometrische Ordnung übersetzen lässt – ohne die Texte naiv zu historisieren.
… Im Grunde ist der hier formulierte Vorschlag ein ganz einfacher: Vorgeschlagen ist, sich mit den Dietrich-Texten an eine tabula rasa zu setzen, oder eigentlich: nicht an einen ›abgeschabten‹, sondern an einen ›leeren‹ Tisch: leer von althergebrachten generischen Prämissen zur Helden- (denn daher rührt doch das enge Gattungskonzept: von ›Hildebrandslied‹, ›Nibelungenlied‹, nicht von ›Sigenot‹ oder ›Alpharts Tod‹) und speziell zur Dietrichepik. Damit ist nicht Rücksichtslosigkeit, aber doch einem guten Mass Skepsis gegenüber ästhetischer Normierung, sozialgeschichtlicher Fixierung und interpretatorischer Ignoranz der Texte das Wort geredet. Die lose Arbeitsdefinition der Textbasis wäre dann nicht als Resignation angesichts der evidenten Buntheit der Dietrichepik zu begreifen, nicht als Endpunkt einer Dekonstruktionsbewegung gegen ›alte‹ Gattungsbegriffe, sondern als Möglichkeit, die Textgruppe um den Berner, in all ihrer Vielfalt, neu in den Blick zu nehmen. …
Stärken der Studie
1) Textnähe und „Re-Literarisierung“
Kragl gelingt es, einen Korpus, der Leser:innen zunächst sperrig erscheinen kann, über präzise Lektüren so zu erschließen, dass das Eigentümliche nicht weginterpretiert, sondern sichtbar gemacht wird. Besonders überzeugend ist die Leitidee der „hermeneutischen Resistenz“: Die Dietrichepik entzieht sich oft den Deutungserwartungen, die man aus höfischem Roman oder Historiographie mitbringt – und genau daraus entsteht eine spezifische Poetik.
2) Differenzierter Blick auf „Wahrheit“ und „Geschichte“
Instruktiv sind die Passagen, in denen Kragl mittelalterliche Stimmen heranzieht, um zu zeigen, wie Heldenstoffe im 13. Jahrhundert wahrgenommen, zitiert und hierarchisiert werden. Das Buch macht plausibel, dass „Heroisches“ als Reservoir präsent ist (Namen, Szenen, Kampfexempel), aber nicht zwingend als historiographisch gesichertes Wissen gilt.
3) Methodische Transparenz
Statt eines starren methodischen Großrahmens arbeitet Kragl variabel mit Intertextualität, Medialität, Zeitmodellen, Gattungsfragen und Poetik. Die Studie wirkt dadurch offen, bleibt aber durch klare Begründungen und sichtbare Argumentationsschritte nachvollziehbar.
4) Das Konzept „Heldenzeit“ als Deutungsgewinn
Der Begriff „Heldenzeit“ bündelt in der Lektüre viele Einzelbeobachtungen zu Erzählweise, Figurenkonstellationen und Zeitentwürfen. Gerade für Leser:innen, die sich für „Genrelogiken“ interessieren, hat das einen Mehrwert: Die Studie macht deutlich, dass die Dietrichepik nicht nur „Stoffgeschichte“, sondern auch Poetikgeschichte ist.
Bezug zur Fantastik: Warum ein mediävistisches Fachbuch hier anschlussfähig ist
Auch wenn Kragls Gegenstand keine moderne Genre-Fantastik ist, ergeben sich übergreifende Anschlussstellen, die für „Helden in der Fantastik“ (im Sinne moderner Fantasy, aber auch allgemeiner: heroische Erzählmuster im Wunderbaren) produktiv sind.
1) „Heldenzeit“ als Welt- und Zeitregime (Nähe zu Worldbuilding)
Die „Heldenzeit“ funktioniert als Regel- und Erwartungsraum: Bestimmte Konflikte, Figurenrollen und Handlungslogiken wirken in ihr „angemessen“, andere nicht. Diese Idee lässt sich gut neben modernes Worldbuilding stellen: Auch dort ist oft nicht eine durchgängig historistische Plausibilität zentral, sondern die Stabilität eines erzählerischen Möglichkeitsraums.
2) Heldenstatus als erzählerische Funktion (nicht nur als Moralfigur)
Viele Fantastik-Erzählungen – gerade epische Fantasy – arbeiten mit Heldenfiguren, die weniger psychologisch-modern als rollenhaft, exemplarisch oder typologisch angelegt sind. Kragls „Re-Literarisierung“ der Dietrichepik sensibilisiert dafür, solche Figuren nicht vorschnell als „flach“ zu bewerten, sondern als Teil einer Poetik, in der Konfliktlogik, Exempelhaftigkeit und Wiedererkennbarkeit zentrale Funktionen übernehmen.
Kragls Betonung des status von Heldenerzählungen als kommunes Erzählgut ist für Fantastik besonders anschlussfähig: Viele moderne Fantastikwelten erzeugen Tiefe nicht nur über „Chronik“, sondern über Legendenwissen, Gerüchte, Traditionszitate. Das Ergebnis ist ein narrativer Kosmos, der nicht vollständig „beweisbar“ sein muss, um wirksam zu sein.
4) Das Wunderbare: Resistenz gegen eindeutige Lesarten
Das Nebeneinander von heroischer Kampfhandlung und wunderhaften Elementen (etwa im Umfeld von Stoffen wie Laurin) lässt sich – in moderner Perspektive – als frühe Variante eines Erzählmodus verstehen, der das Nicht-Alltägliche nicht notwendig allegorisch „auflöst“. Für Fantastik-Lektüren ist das ein hilfreicher Impuls: Das Wunderbare muss nicht als Mangel an Realismus gelten, sondern kann als eigenes Wahrheitsregime funktionieren.
Mögliche Grenzen (für interessierte Laien)
Heldenzeit ist eine wissenschaftliche Monographie aus der germanistischen Mediävistik. Das bringt Dichte (und gelegentlich Terminologie) mit sich. Wer jedoch bereit ist, sich auf argumentatives Lesen einzulassen, erhält eine Studie, die nicht nur Detailinterpretationen liefert, sondern auch zeigt, wie sich ein scheinbar randständiger Korpus literarisch produktiv machen lässt.
Der Autor im Kontext
Aus dem Vorwort wird deutlich, dass das Buch aus einem größeren wissenschaftlichen Projekt heraus entstanden ist (Habilitationskontext) und Teil eines zweiteiligen Vorhabens ist. Kragl positioniert sich als Forscher, der philologische Detailarbeit mit großen literaturhistorischen Fragen verbindet: Was macht Heldendichtung aus? Wie entsteht in diesen Texten eine eigene „Zeit“ des Heroischen? Welche Rolle spielen Medialität und Überlieferungsbedingungen?
Fazit
Florian Kragls Heldenzeit ist eine fundierte, textnahe und zugleich theoretisch ambitionierte Studie, die die Dietrichepik als literarisch eigenständige Erzählwelt ernst nimmt. Für einen allgemeinen Literaturblog ist das Buch besonders dann interessant, wenn man Leser:innen zeigen möchte, dass mittelalterliche Heldenstoffe nicht nur „alte Sagen“ sind, sondern komplexe Formen literarischer Zeit- und Weltentwürfe – und dass sich genau daraus eine fruchtbare Verbindung zu Fragen nach „Helden in der Fantastik“ ergibt: über Zeitregime, Rollenpoetik, Traditionswissen und den Status des Wunderbaren. …
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
Im Zentrum steht dabei eine breite Textpalette, die von den bekannten Erzählkomplexen um Dietrichs Flucht und die Rabenschlacht bis zu aventiurehaften Einzeltexten wie Goldemar, Laurin, Sigenot, Eckenlied, Virginal, Rosengarten und Wunderer reicht. Kragl verortet diese Texte zudem mediengeschichtlich im Spannungsfeld von mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung – eine Perspektive, die sowohl die Überlieferungsform als auch die literarische Gestalt der Texte ernst nimmt. …
Die Faszination für das Unsichtbare ist so alt wie die Menschheit selbst. Mit dem großformatigen Bildband Geisterwelten, herausgegeben von Jessica Hundley und erschienen im Taschen Verlag (Köln, 2026), wird dieser universellen Sehnsucht ein monumentales Denkmal gesetzt. Das Werk reiht sich in die ambitionierte und visuell bestrickende Reihe der Library of Esoterica ein. Für interessierte Laien bietet dieser Band einen eleganten, sachlichen und kunsthistorisch fundierten Einstieg in ein Thema, das allzu oft zwischen Jahrmarkts-Spuk und dogmatischer Skepsis zerrieben wird. …
„Die Geschichte der Prophezeiungen: Orakel, Utopien, Prognosen“ (französischer Originaltitel: Histoire de l’avenir: Des prophètes à la prospective, 1996) ist ein umfassendes kulturhistorisches Werk. Georges Minois untersucht darin ein urmenschliches Bedürfnis: das Verlangen, einen Blick in das Kommende zu werfen, und die Methoden, die Gesellschaften dafür im Laufe der Jahrtausende entwickelt haben.Hier ist eine detaillierte Übersicht zum Autor, dem Inhalt des Buches und einer kritischen Bewertung: …
Dieses Mal war es nicht wirklich viel, aber dafür sehr interessant für mich. Erstens habe ich noch einen Beitrag zu Ernst Bloch und die DDR aufgefunden und eingetragen. Und Zweitens – die Drachen lassen mich derzeit nicht los. Drei Veröffentlichungen habe sich aus dem Fundus erhoben und lassen mich überlegen, ob ich ein vor einiger Zeit angefangenes Essay zu Thema „Drachen in der Fantastik“ nicht doch endlich einmal zu Ende bringen sollte. Mal sehen …
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
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Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.
Noch eine herrliche Überraschung kommt vom Inselverlag. Für Ende November ist eine Neuübersetzung des Klassikers von Joseph Campbell angekündigt. Der Verlag hat zwar schon eine Taschenbuchausgabe im Vorjahr herausgebracht, aber eine gebundene Ausgabe ist ja doch etwas ganz anderes. Die deutsche Ausgabe aus dem Jahre 1978 aus dem Suhrkamp-Verlag ist ja vielen in guter Erinnerung. Diese ist noch antiquarisch so um 15-25 Euro zu bekommen. Mit der Neuauflage ist nun die Verfügbarkeit dieses wichtigen Werkes absolut sichergestellt. Zur Neuübersetzung werden wir mal sehen. Zum Werk selbst siehe auch den Artikel im Blog (siehe Link unten)…
Joseph Campbell
Der Heros in tausend Gestalten
Insel, Berlin (?) -> angekündigt für den 21. 11 2022
Neuübersetzung
gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag / Ebook
550 Seiten
ISBN 9783458643432
Der Heros in tausend Gestalten ist das Standardwerk der Mythenforschung – ein Handbuch über die Helden der Menschheitsgeschichte und deren Bedeutung, das auch dem interessierten Laien die Geschichte des Heros verständlich nahebringt. […]
Campbell beschreibt den Heros als ein universelles Motiv, das allen Abenteuern zugrunde liegt, und sich durch sämtliche mythische Traditionen der Welt zieht. Durch umfassende Vergleiche und tiefenpsychologische Deutungen bringt Campbell die Eigenheiten, die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede dieser zeitlosen Symbole ans Licht. …
Dieser Vergleich Campbells, des psychologischen Aspektes der den Mythen zugrundeliegenden gemeinsamen Geschichte, lässt den Archetypen aller Mythen, den Heros sichtbar werden. Er vergleicht er Helden in Mythen, Sagen, Märchen und Religionen auf der ganzen Welt.…
Dieses Mal war es nicht wirklich viel, aber dafür sehr interessant für mich. Erstens habe ich noch einen Beitrag zu Ernst Bloch und die DDR aufgefunden und eingetragen. Und Zweitens – die Drachen lassen mich derzeit nicht los. Drei Veröffentlichungen habe sich aus dem Fundus erhoben und lassen mich überlegen, ob ich ein vor einiger Zeit angefangenes Essay zu Thema „Drachen in der Fantastik“ nicht doch endlich einmal zu Ende bringen sollte. Mal sehen …
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
Im Zentrum steht dabei eine breite Textpalette, die von den bekannten Erzählkomplexen um Dietrichs Flucht und die Rabenschlacht bis zu aventiurehaften Einzeltexten wie Goldemar, Laurin, Sigenot, Eckenlied, Virginal, Rosengarten und Wunderer reicht. Kragl verortet diese Texte zudem mediengeschichtlich im Spannungsfeld von mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung – eine Perspektive, die sowohl die Überlieferungsform als auch die literarische Gestalt der Texte ernst nimmt. …
Die drei Neuzugänge sind eigentlich eher ganz spezielle Bücher im Sinne der Ausrichtung der Bibliothek. „Die Magie der Welt“ stellt die Frage der Bedeutung der Magie in der Geschichte der Menschheit. Ableitungen ins Fantasy-Genre sind da wohl erlaubt. „Im Bann der Utopie“ behandelt die Hoffnungsphilosophie Ernst Blochs in der DDR-Literatur und schlägt damit ins Utopiefach. Die vorliegende Studie weist die Präsenz des Blochschen Denkens in der Figurengestaltung, an Denkmodellen und utopischen Bildern wichtiger literarischer Werke nach. Darüber werde ich aber noch gesondert reflektieren …
Wenn man den kosmischen Horror (auch bekannt als Lovecraftian Horror) in die Betrachtung einbezieht, verschiebt sich die bisherige zweidimensionale Gegenüberstellung grundlegend. Es entsteht kein einfaches Dualsystem mehr, sondern ein hochkomplexes Genredreieck. Der kosmische Horror bricht mit einer Prämisse, die sowohl dem klassischen als auch dem traditionellen phantastischen Horror gemein ist: der Annahme, dass der Mensch das wichtigste Zentrum der Erzählung darstellt. Hier ist das erweiterte Essay, das diese metaphysische Dimension integriert. …
Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.
Ein Exklusivinterview mit Neal Adams, geführt von Paul Levitz
von Paul Levitz auf taschen.com
Ist zwar nicht meine Stärke, aber in und wieder bieten auch Comics Interessantes …
Neal Adams veränderte im Laufe seiner legendären Karriere Comics, indem er den Einfluss der dynamischen Illustration stärkte. Als Zeichner von Heften, die Batman aus der Ära der übertriebenen Theatralik herausführten, legte er den Stil des Detektivs und „Dunklen Ritters“ für eine ganze Generation von Zeichnern und Filmemachern fest. In seinen Comics Green Lantern/Green Arrow, die er mit Texter Denny O’Neil schuf, ergänzte er gesellschaftlich relevante Themen durch visuelle Dramatik, und er setzte sich unermüdlich für die Rechte der Künstler und Autoren ein. […]
Dieses Mal war es nicht wirklich viel, aber dafür sehr interessant für mich. Erstens habe ich noch einen Beitrag zu Ernst Bloch und die DDR aufgefunden und eingetragen. Und Zweitens – die Drachen lassen mich derzeit nicht los. Drei Veröffentlichungen habe sich aus dem Fundus erhoben und lassen mich überlegen, ob ich ein vor einiger Zeit angefangenes Essay zu Thema „Drachen in der Fantastik“ nicht doch endlich einmal zu Ende bringen sollte. Mal sehen …
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
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Franz Schröpf (Red.) Fantasia, Nr. 6 EDFC, Passau (1980) ISBN ohne
Der Barbar, der Hobbit, die Phalanx und 20 Jahre Heyne Science Fiction…
Eine der ersten Ausgaben von Fantasia im Jahre 1980 hat, neben durchaus interessanten Leserbriefen vier Artikel an Board, von denen einer eher in die Kategorie Historie/Geschichte/Archäologie gehört als denn in Fantasy, aber die drei anderen sind ganz gut…
Zunächst werden 20 Jahre Heyne Science Fiction durch den Verlag aufgearbeitet und durch Franz Schröpf kritisch kommentiert. Dann folgt eine Abhandlung über den Barbaren in der Fantasy von Andreas Decker und Frank P. Böhmert lässt einige Gedanken zu Tolkiens „Der kleine Hobbit“ folgen.
Welch eine Karriere: Vom Attentäter zum König. Mit einem Schwert in der Hand lassen sich alle Probleme lösen. So wie Conan oder Thongor sind sie alle, Brak, Kothar und die übrigen Pseudo-Barbaren.
Es bleibt zu hoffen, dass die Fantasy-Literatur in Zukunft an anderen Inhalten gemessen wird. Sie hat es verdient! …
Auszug 'Der Barbar in der Fantasy', Seite 16-18
Die „Phalanx“ ist der zweite Teil einer Reihe über die Griechen. Der Artikel ist zwar bewundernswert ausführlich und die Ausführungen über die Bewaffnung, Ausrüstung und Kampfweise der griechischen wie auch der persischen Heere sind beeindruckend, aber hier in Fantasia deplatziert. Vermutlich hat man in dem Bemühen viel Material zu bieten, auch Rainer Daub mit seiner Reihe aufgenommen. Aber das alles ist bereits historisch 🙂 …
(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)
Anmerkung1
Übersetzer
Illustrator
[Artikel] Mentor der Fantasy. Die unendliche Geschichte Hugh Walker und die Magira-Serie – von Horst Hermann von Allwörden – auf zauberspiegel-online.de
In einem Gespräch mit Franz Schröpf erläuterte Hugh Walker seine Vorstellungen über die verschiedenen Ebenen der Romane, die Franz Schröpf formulierte: …
[Artikel] Fantasia – Magazin für Phantastik – eBook – auf edfc.de
Seit 2009 erscheint Fantasia als eBook etwa einmal pro Woche. Es wird im PDF-Format per Email verschickt.
Seit 2015 ist Fantasia kostenlos – Sie brauchen es nur beim edfc anzufordern: edfc@edfc.de
Voraussetzungen sind eine Software zum Lesen von PDFs und ein Email-Postfach, das bis zu 10 MB große Anhänge fasst (beispielsweise gmail.com). Fantasia lässt sich auf PCs, Tablets und Smartphones bequem lesen.…
Durch den kürzlichen Erwerb einer Neuausgabe von „Beowulf“ in der Fassung von Karl Simrock ergaben sich für mich einge Fragen, die ich in einem kleinen Essay aufzuarbeiten versuchte. Das Ergebnis möchte ich hier vorstellen. Dieses Essay diente als Vorlage für den letzten Beitrag …
Chajim Bloch (geboren am 27. Juni 1881 in Nagybocskó, Österreich-Ungarn; gestorben am 23. Januar 1973 in New York) war ein bedeutender chassidischer und kabbalistischer Rabbiner, Publizist und Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Vermittler der jüdischen Mystik und Folklore im deutschsprachigen Raum des frühen 20. Jahrhunderts. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine literarischen Bearbeitungen osteuropäischer jüdischer Sagen – allen voran der Legende um den Golem von Prag. Mitten in den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er sein Werk „Der Prager Golem: Von seiner ‚Geburt‘ bis zu seinem ‚Tod‘“ in Wien. Bloch schuf damit kein rein fiktionales Werk, sondern sammelte, sichtete und systematisierte die verstreuten mündlichen und schriftlichen Sagen des Prager Ghettos. Dieses Essay analysiert die historische Entwicklung des Golem-Mythos, die spezifische Struktur von Blochs Erzählungen und dessen Bedeutung für das Verständnis moderner Schöpfungsmythen. …
Naja, zumindest teilweise zunächst. Nach einer längeren Pause, mit neuen Blogeinträgen, wird sich zukünftig in diesem Blog wieder mehr Bewegung zeigen. Grund: Ich habe lange nach einer Möglichkeit gesucht, die Metadaten meiner Bibliotheksinhalte öffentlich zugänglich zu machen. Meine Vorstellungen waren bislang jedoch technisch nicht umsetzbar. Der damit verbundene Aufwand (sowohl technisch als auch finanziell) wäre in keiner Weise zu rechtfertigen gewesen. Bis ich unlängst neuerlich auf eine Seite gestoßen bin, die mir schon vor zwei Jahren vielversprechend ausgesehen hatte. …
Dieses Mal war es nicht wirklich viel, aber dafür sehr interessant für mich. Erstens habe ich noch einen Beitrag zu Ernst Bloch und die DDR aufgefunden und eingetragen. Und Zweitens – die Drachen lassen mich derzeit nicht los. Drei Veröffentlichungen habe sich aus dem Fundus erhoben und lassen mich überlegen, ob ich ein vor einiger Zeit angefangenes Essay zu Thema „Drachen in der Fantastik“ nicht doch endlich einmal zu Ende bringen sollte. Mal sehen …
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
Im Zentrum steht dabei eine breite Textpalette, die von den bekannten Erzählkomplexen um Dietrichs Flucht und die Rabenschlacht bis zu aventiurehaften Einzeltexten wie Goldemar, Laurin, Sigenot, Eckenlied, Virginal, Rosengarten und Wunderer reicht. Kragl verortet diese Texte zudem mediengeschichtlich im Spannungsfeld von mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung – eine Perspektive, die sowohl die Überlieferungsform als auch die literarische Gestalt der Texte ernst nimmt. …
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Die berühmten Superhelden und Schurken der Marvel Studios Kinofilme
Was wären Comics ohne Marvel und was wären Superheldenfilme ohne die Marvel Studios. Und jetzt noch ein Lexikon dazu. Helden und Schurken in einem Lexikon versammelt. Marvelous …
150 Charaktere im Porträt mit Hintergrundstorys und den wichtigsten Fakten zu ihren Superkräften. Illustriert mit beeindruckenden Bildern aus den Kinofilmen …
Willkommen in einer Welt, in der Außerirdische angreifen, Warlords intrigieren, Hexer zaubern, Könige beschützen und Avengers gemeinsam kämpfen. Wer versucht, dieses reichhaltige komplexe Universum zu vernichten – und welche tapferen Helden verteidigen es?…
Inhalt, Seite 2
Wunderschön bebildertes Lexikon zu Iron Man, Thor, Captain America, Die Avengers, Guardians of the Galaxy, Ant-Man, Doctot Strange, Black Panthers und Captain Marvel…
(mit einem Klick kannst du dir das aktuelle Ergebnis auf eurobuch.com ansehen)
keine
[Artikel] Die Marvel-Studios in der WIKIPEDIA
Marvel Studios, LLC (ursprünglich Marvel Films) ist eine US-amerikanische Produktionsfirma für Film- und Fernsehen mit Sitz im kalifornischen Burbank. Marvel Studios ist ein Tochterunternehmen der Walt Disney Studios, eine Abteilung der Walt Disney Company, und wurde 1993 gegründet. Bis August 2015 war es ein Tochterunternehmen von Marvel Entertainment. …
[Liste] Liste von Superheldenfilmen in der WIKIPEDIA
Die Liste der Superheldenfilme soll einen Überblick darüber geben, wann welcher Superhelden-Film entstand. Ein Superheld ist in der Regel ein neben seiner bürgerlichen Identität mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestatteter Mensch oder menschenähnlicher Außerirdischer, der diese Fähigkeiten zur Abwehr von Bedrohungen einsetzt. Die Übernahme der Superhelden-Rolle wird fast durchweg durch eine auffallende Kostümierung gekennzeichnet.…
Es kam ziemlich protzig daher. 2,5 kg schwer und in einer Größe, dass normale Regale es nicht schlucken. 34,5 x 23,8 x 4 cm groß. Auch der Titel zeugt nicht gerade von Bescheidenheit: „The Book“ …
Wenn man den kosmischen Horror (auch bekannt als Lovecraftian Horror) in die Betrachtung einbezieht, verschiebt sich die bisherige zweidimensionale Gegenüberstellung grundlegend. Es entsteht kein einfaches Dualsystem mehr, sondern ein hochkomplexes Genredreieck. Der kosmische Horror bricht mit einer Prämisse, die sowohl dem klassischen als auch dem traditionellen phantastischen Horror gemein ist: der Annahme, dass der Mensch das wichtigste Zentrum der Erzählung darstellt. Hier ist das erweiterte Essay, das diese metaphysische Dimension integriert. …
Die Faszination des Grauens begleitet die Menschheit seit jeher: Literatur (und natürlich auch Film und Serien) inszeniert Angst als kalkulierte Grenzerfahrung – und bietet zugleich Distanz, Erregung und manchmal sogar so etwas wie Katharsis. Doch „Horror“ ist nicht gleich „Horror“.
Eine hilfreiche Unterscheidung – gerade für literarische Analysen – verläuft zwischen Horror innerhalb einer stabilen, realistischen Weltordnung und Horror, der diese Ordnung selbst ins Wanken bringt. Im Folgenden geht es deshalb um die Frage:
Wie unterscheiden sich klassischer/realistischer Horror und phantastischer Horror hinsichtlich Weltmodell, Auslösern des Schreckens und dem Rezeptionsmodus? …
Der Beitrag zeigt, wie das altenglische Epos Beowulf im deutschsprachigen Raum seit dem 19. Jahrhundert rezipiert wurde – und warum es gerade für Fantastik und Phantastik anschlussfähig blieb. Im Zentrum stehen Übersetzung und kulturelles Framing (besonders Karl Simrocks Fassung von 1859), die ideologisch umkämpften Lesarten im frühen 20. Jahrhundert sowie die Entnationalisierung und Genre-Ausdifferenzierung nach 1945. Ein Vergleich deutschsprachiger Fantastik-Traditionen mit internationaler (vor allem anglophoner) Fantasy macht sichtbar, wie unterschiedliche Begriffs- und Marktlogiken den Stoff entweder als „Herkunftserzählung“ oder als frei kombinierbares Motivreservoir behandeln. Am Ende werden drei Motive – Held, Monster, Drache – als Funktionskerne beschrieben, über die ein mittelalterlicher Text in moderne Fantastik übergeht. …
Zur antiquarischen Sichtung wurde eurobuch.com und diebuchsuche.at benutzt und soll euch zeigen, dass es preisgünstige Möglichkeiten gibt ältere Titel zu erstehen. Reguläre Preise beziehen sich in der Regel auf Amazon.de-Angaben. Die Links wurden bei Aufnahme einmal überprüft auf unerwünschte Inhalte. Auf Änderungen der Link-Inhalte nach Aufnahme in den veröffentlichten Korpus habe ich keinen Einfluss. Sollten unerwünschte Inhalte also trotz Prüfung vorkommen, so verständigen Sie mich bitte, damit ich den Link entfernen kann. Die vorhandenen Bild- und Textzitate dienen lediglich zur Information über den verlinkten Inhalt und sollen keinesfalls Rechte der tatsächlichen Verfasser schmälern.