Magazine #21 – das Salz in der Phantastik-Suppe: Andromeda Nachrichten, Nr. 264

Spät, aber doch, habe ich diese Andromeda Nachrichten in die Hände bekommen. Abgesehen davon, dass ich die Andromeda Nachrichten an sich sehr mag (meine Sammlung ist bis auf die Exemplare Nr. 2 und Nr. 20 vollständig), gibt es einige schöne Artikel im Besonderen hervorzuheben …


Michael Haitel - Andromeda Nachrichten, Nr. 264
Michael Haitel – Andromeda Nachrichten, Nr. 264

Michael Haitel (Hrsg.)
Andromeda Nachrichten, Nr. 264, Jänner 2019, 50. Jhrg.
Sciece Fiction Club Deutschland (SFCD), Norderweg (2019), Magazin A4 digital, 116 Seiten
Auflage 350 Exemplare
ISSN 0934-3318

Helmuth W. Mommers:
Ein Plädoyer für die Kurzgeschichte 5
Uwe Lammers: E-Books – Das Echo der  Zukunft …. 6
Conventions (mit Clemens Nissen,
Jürgen Lautner und Udo Klotz) …………………………. 12
Der Deutsche Science-Fiction- Preis ………………………………… 23
Fantasy …………………………….. 27
Science-Fiction ……………………. 37
Zwielicht …………………………… 54
Cinema …………………………….. 56
e:Games ……………………………. 66
Perry Rhodan ……………………… 72
Science …………………………….. 79
Fanzine:Kurier …………………….. 84
Reissswolf …………………………. 87
Story:Files ……………………….. 110

Diese Inhaltsverzeichnis spiegel nur in geringen Umfang den tatsächlichen Inhalt und ist eher eine sehr grobe Verallgemeinerung.

Sekundärliterarisch gibt es in dieser Ausgabe sechs Artikel, die ich gesondert an Herz legen möchte:

  • Seite 5 extrahierenUdo Klotz – Auf den Spuren von Frankenstein, Die Phantasten in Ingolstadt,
    Seite 16 – 18

    Zum 200-jährigen Erscheinen von „Frankenstein“ hat sich die Stadt Ingolstadt 2018 zu einigen Ausstellungen und Events hinreissen lassen. Klotz gibt hier die Eindrücke einer Führung wieder und eröffnet durch seine Fragen einen Blick auf die Zusammenhänge von Mary Shelly – Frankenstein – Ingolstadt.

Und so schloss sich auch für uns der Kreis von der malerischen historischen Altstadt über das Studentenleben des beginnenden 19. Jahrhunderts in Ingolstadt, den  meteorologischen und kulturhistorischen Begebenheiten in der Villa Diodati am    Genfer See 1816, bis hin zur Gegenwart mit Klimawandel und Digitalisierung. Und wir lernten einen namenlosen, fiktiven Ingolstädter näher kennen, dessen 200. Geburtstag würdig gefeiert wurde.

(Quelle: a.a.O., Seite 18)

Hier die Auskoppelung des Artikels – Uwe Klotz-Auf den Spuren von Frankenstein

  • Seite 3 extrahierenUwe Lammers – The Wonderful Wizard of Oz oder Ein Mythos wird geboren
    Seite 31 – 37
    Hier handelt es sich um die Geschichte des Schriftstellers L. Frank Baum und sein berühmtestes Buch, „The Wonderful Wizard of Oz“, zu deutsch „Der Zauberer von Oz“. In einer sehr gefälligen Sprache und mit fühlbarer Sachkenntnis schildert Uwe Lammers sowohl die Umgebungsbedingungen des Jahres 1900, die Biographie des Schriftstellers und die Geschichte des Werks unter Beiziehung von Michael Patrick Hearns Buch „Alles über den Zauberer von Oz“ das ich gleichzeitig unbedingt empfehle. Seine abschließende Betrachtung:

… Betrachtet man also L. Frank Baums nicht umhin, ihn wie die Inkarnation des – freilich nicht völlig geglückten – amerikanischen Traumes zu begreifen. Jemand, der aus durchaus nicht unproblematischen Verhältnissen kam, getragen von träumerischen Hoffnungen und Schwärmereien, um schließlich einen Mythos zu schaffen, der sich in einer Weise verselbständigte, dass er bis heute im Wesentlichen unvergessen ist. Es gibt sowohl in Europa als auch in Amerika zahlreiche ähnliche
Phänomene, die den Vergleich lohnten. …

(Quelle: a.a.O., Seite 31)

Hier die Auskoppelung des ArtikelsUwe Lammers-The Wonderful Wizard of Oz

  • Seite 1 extrahierenRalf Boldt – Ein Nachruf auf Stan Lee, Seite 37  – 38
    Eine nette Verabschiedung von einem ganz Großen des Comics

… Auch wenn er in der letzten Zeit nicht mehr als Autor aufgetreten ist, war er in viele Projekten rund um seine Leidenschaft involviert. Sein Name wird uns Lesern immer mit den Marvel-Superheldencomics verbunden bleiben.
Nuff said …

(Quelle: a.a.O., Seite 38)

Hier möchte ich auf einen Band hinweisen, der mir in diesem Zusammenhang sehr gut gefallen hat. Es handelt sich um die Stan Lee-Anthologie Stan Lee – Helden, Götter und Mutaten, erschienen bei Panini, Stuttgart (2018), ISBN 978-3741610332 (Eine BEsprechung folgt zu einem späteren Zeitpunkt):

Stan Lee - Helden, Götter und Mutanten

… Dieser einmalige Band feiert das Leben und Werk von Stan Lee mit ausgewählten Geschichten über seine größten Helden sowie zahlreichen Artikeln, die Einblick in sein Leben, Schaffen und Vermächtnis geben. …

(Quelle: Amazon Produktbeschreibung am 1.7.2019)

Hier die Auskoppelung des ArtikelsRalf Boldt – Ein Nachruf auf Stan Lee

  • Seite 6 extrahierenUwe Lammer – Alternative Weltentwürfe in der Science Fiction – Eine Studie in kontrafaktischer Geschichte, Seite 39 – 49

Ein sehr informativer Artikel, der aber m.E. die in ihn gestellte Aufgabe nicht erfüllt – oder nur sehr bedingt. Uwe Lammers versucht darin die „Nützlichkeit“ kontrafaktischer Geschichte nachzuweisen. Das gelingt aber nur in Bezug auf die Unterhaltung. Die Nützlichkeit für die Geschichtswissenschaft ist nach wie vor eher nicht vorhanden.

Allerdings bietet der Artikel eine nette Einleitung und Herkunfts- und Definitionserklärung der Science Fiction. Auch eine Reihe von sekundärliterarischen Hinweisen hat mich sehr erfreut und meine Datenbank erweitert. Lammer setzt sich mit einem Definitionsversuch für alternative Weltenverläufe auseinander und gibt Beispiele von Historikern, die sich mit kontrafaktischer Geschichte auseinandergesetzt haben. Dies als Beispiel und Protokoll, dass die Beschäftigung damit „nicht absolut fruchtlos“ ist.

Abschießend versucht er die drei stärksten Argumente gegen eine Aufnahme von kontrafaktischen Entwicklungslinien in die Arbeiten von Historikern zu widerlegen. Meines Erachtens bemüht er sich sehr, aber es gelingt ihm nicht wirklich.

Fazit (auszugsweise):

… Aus dem Dargestellten kann man m. E. NICHT folgern, dass kontrafaktische Ansätze in der Geschichtswissenschaft oder in der Science-Fiction grundsätzlich abzulehnen sind. Im Gegenteil. Es ist historisch belegt, dass sich insbesondere Historiker maßgeblich an kontrafaktischen Spekulationen öffentlich beteiligt haben , und dass diese sich »besonderer Beliebtheit unter Historikern erfreuten«. …
[…] … Wenn dies schon das Fazit eines arriviertenHistorikers ist, der dazu auffordert, alternative Weltmodelle aufzunehmen, zu antizipieren und zu analysieren, mit welchem Recht sollte man dann alternative Weltmodelle in der Science-Fiction ausgrenzen und aus dieser Sicht gänzlich ausschließen? Denn dass auch diese Visionen ungeschehener Geschichte fruchtbar zu sein vermögen, das hoffe ich mit meinen obigen Überlegungen dargelegt zu haben. …

(Quelle: a.a.O., Seite 48)

Anmerkung: Allerdings gibt es noch etwas dazu zu sagen: Ich finde die Verweise auf eigene nicht veröffentlichte und nicht vervollständigte Werke, wie es hier Lammer getan hat, nicht wirklich sauber. Entweder müssten die Werke mit dem Artikel veröffentlicht werden oder man kann sie nicht als Quelle heranziehen. In diesem Falle sind genug andere Quellen mitverarbeitet, dass das Ergebnis in Ordnung ist, aber es ist m.E. nicht wirklich oK.

Hier die Auskoppelung des ArtikelsUwe Lammer – Alternative Weltentwürfe in der Science Ficition

  • Seite 7 extrahierenClemens Nissen – Existenzphilosophie
    Die Seele der Science-Fiction, Seite 49 – 53

Wenn man sich die biographischen Daten von Clemens Nissen ansieht, kann man verstehen, dass dieser Artikel in den Quellenangaben vor Filmen nur so überquillt. Ob es dem Artikel gutgetan hat?

Nun, natürlich kann man die Science Fiction vorrangig über den Bereich Film definieren, aber dann sollte man dies auch im Artikel irgendwie auch begreifbar machen.

Natürlich kann die Existenzphilosophie vonseiten der Science Fiction aus betrachtet werden und umgekehrt. Das Genre der SF ist ja bekanntlich so flexibel, dass es m.E. alle Bereiche des Lebens und der Kultur assimilieren kann. So gesehen ist es also nicht schwer fast jedes beliebige Thema der SF unterzuschieben.

… Alle existenzphilosophischen Thesen im Folgenden wurden zumindest annähernd wörtlich diesem Buch* entnommen. Die SF-Themen und -schlussfolgerungen entstammen ihm nicht, ebenso wenig die Gliederung. Philosophische Aussagen werden fantastischen Bezügen zugeordnet und nach  ihnen ausgewählt, ungeachtet der Gefahr, dass dies aus Sicht wissenschaftlicher Lehre verzerrend wirken könnte.

* Josef Rattner, Gerhard Danzer: Existenzphilosophie: Denkmode oder bleibende Aktualität?, 2008, ISBN 3826039602, 9783826039607
(Quelle: a.a.O., Seite 49)

Nicht verzerrend, sondern beliebig, wirken die Zuordnungen in ihrer Summe. Man muss dem Autor aber zugutehalten, dass es sich die Arbeit gemacht hat die Zuordnungen auch aufzufinden und zu Papier zu bringen.

… Trotzdem sind die Berührungspunkte so zahlreich und intensiv, dass man die Science Fiction als kulturellen Arm der Existenzphilosophie ansehen kann.

(Quelle: a.a.O., Seite 53)

Aufgrund der Zuordnungen dieses Artikels ist es schlüssig, das der Autor diese Schlussthese aufstellt. Ich bezweifle aber, dass diese Sichtweise auch durchsetzbar ist. Ein strenges, zu strenges Urteil? Möglich, aber m.E. wird die SF hier für etwas vereinnahmt, dass sie nicht erfüllt … aber macht euch ein eigenes Bild …

Hier die Auskoppelung des ArtikelsClemens Nissen-Existenzphilosophie – Die Seele der Science-Fiction

  • Armin Möhle – Fanzine:Kurier, Seite 84 – 86Seite 8 extrahieren

Der Fanzine:Kurier ist für mich deshalb erwähnenswert, weil er zwei Publikationen auflistet, die ich für empfehlenswert halte:

1.) NEUER STERN 42:
ROBKER – CORVUS – CRAW Mittelheftung, Auflage:
unbekannt.
Kontakt: ANDROMEDA SCIENCE FICTION CLUB HALLE, Thomas Hofmann, Kurt-Freund-Str. 18, 06130 Halle, E-Mail: neuer.stern.halle@arcor.de.
Internet: www.phantastik-forum.de.

2.) AN264optFILM UND BUCH SONDERAUSGABE 4:
DAS DING MAL DREI
18 Seiten, PDF,
Kontakt: Max Pechmann, Fritz-Frey-Str. 12, 69121 Heidelberg
E-Mail: filmundbuch@web.deInternet: filmundbuch.wordpress.com

 

 

Hier die Auskoppelung des ArtikelsArmin Möhle – Fanzinekurier

Tja, das war’s für’s dieses Mal – eher etwas mwehr als sonst üblich, aber ich denke das war’s wert … viel Spaß damit.


Antiquarisch gesichtet: derzeit antiquarisch nicht greifbar, aber im Download jederzeit hier beziehbar


siehe auch (Auszug):


 

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