Universitas Phantastica – Definitionen #2 – Hartung, Thomas ->Science Fiction


 

Beittragsbild DefinitionenDiese Definition ist entnommen aus dem Werk von Thomas Hartung aus dem Jahre 1992. Verlegt wurde es im Helmuth-Bock-Verlag, Magdeburg, und hieß:

 

Die Science Fiction der DDR von 1980-1990
Eine unterhaltungsliterarische Bestandsaufnahme unter thematischem und wirkungsspezifischem Aspekt

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Thomas Hartung definiert unter Anderem für seine Dissertation folgende theoretische Basis:

Literarische SF ist in der GERNSBACKschen Begriffsbestimmung  sowohl Endpunkt verschiedener literarphantastischer Strömungen als auch Zustand einer literarphantastischen Form wie ebenfalls Ausgangspunkt anderer literarphantastischer Entwickungen. Sie ist heute [1992!] die multifunktionale Form welt- und nationalliterarischer Phantastik, die durch das – unterschiedlich gewichtete – Vorhandensein einer phantastischen, einer Erkenntnis- sowie einer Unterhaltungsdimension gekennzeichnet ist, welche in wenigstens imaginärer Beziehung zueinander stehen.

(Quelle: a.a.O., Seite 16)

Hugo Gernsback „schuf“ 1929 die Bezeichnung „Science Fiction“ und sah darin  eine phantastische Literaturform, in der Technik (speziell technische Neuheiten), unwahrscheinliche (phantastische) Erfindungen und die Beschreibung technischer Vorgänge den Hauptteil der Erkenntnisvermittlung ausmachen. Diese Versatzstücke wurden dann durch meist recht banale und einfache Handlungen und Dialoge verbunden.

Es wird hier also augenscheinlich Bezug genommen auf die ursprüngliche SF-Definition welche den Begriff „Science Ficition“ schuf und deren Begriffsbestimmung die wissenschaftliche Wertung und den minderen Stellenwert in der Literatur in sich trägt.

Die Arbeit von Thomas Hartung

“ … will sich als eine – realtiv theorielastige Bestandsaufnahme verstanden wissen, die unter thematischem und wirkungsspezifischem Aspekt einen Überblick über jene zwischen 1980 und 1990 erscheinenen SF-Texte geben soll, die primär unterhaltenden Intentionen folgen. Damit sucht die Dissertation zunächst die grundlegenden Aufarbeitung der DDR-SF weitgehend abzuschließen und darüberhinaus einen bescheidenen Beitrag zu leisten … „

(Quelle: a.a.O., Seite 2f)
(Hervorhebung durch den Verfasser)

Wenn Hartung

„…von SF als literarphantastischer ‚Form‘ spricht, so gründet sich dies auf die zunehmenden Schwierigkeiten, die Begriffe ‚Gattung‘ und ‚Genre‘ sauber zu trennen …“

(Quelle: a.a.O., Seite 14)

und er bestimmt:

“ … In Ermangelung eines akzeptablen literaturtheoretischen Terminus entscheiden wir uns also für die – nach derzeitigem Erkenntnisstand gewissermaßen atheoretische – Bezeichnung der SF als „literarphantastische Form“

(Quelle: a.a.O., Seite 15)

Hartung meint, und rechtfertigt damit seine eigene Definition in der Sache:

„…, daß der Entwurf eigener Vorstellungen zur genauen Bestimmung der eigenen Untersuchungsbasis […] für jeden unumgänglich ist, der sich – gleich unter welchem Blickwinkel – mit SF beschäftigt. Diese Beschäftigung bedarf u. E. insbesondere aus literarhistorischen Gründen eines Selbstverständnisses, das nicht in der Reproduktion überkommener Theorie liegen kann.“

(Quelle: a.a.O., Seite 129f, Anmerkung 25)

In seinem Bezug auf verschiedene Dimensionen und der imaginären Beziehung dieser untereinander bezieht er sich auf Mieth Dietmar, Eros und Religion in der Science Fiction, 1985:

„… – von „Elementen“ spricht, welche […]die SF konstituieren; es seien dies

  • das naturwissenschaftlich-technische
  • das futuristische (das auch im „Rückwärtsgang“ gestaltet sein könne)
  • das phantastische und
  • das Abenteuer-Element

wobei nicht die Vollständigkeit der Elemente über die Zugehörigkeit zur Gattung entscheide, „sondern ihre wenigstens imaginäre Beziehung“ …



Weiterführendes:

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