Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #4 – Eine Einführung in die Genre-Theorie


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Alex »molosovsky« Müller, SF-Blogger, Kritiker, Übersetzer hat 2005 eine Übersetzung von Daniel Chandlers: »Eine Einführung in die Genre-Theorie« geschrieben.

„Vor etwa vier Jahren (also 2005 – Anmerkung der Redaktion) habe ich (molosovsky) angefangen, diesen Text von Daniel Chandler zu übersetzen. Aus verschiedenen Gründen habe ich die Arbeit zur Seite gelegt. Damals hatte ich das Gefühl, noch nicht gut genug zu sein, um so einen ›trockenen‹ literaturtheoretischen Text brauchbar ins Deutsche zu übersetzen. Vergangene Woche aber bin ich in einem meiner Archive wieder wieder über das Dokument gestolpert, habe in den letzten Tage daran herumgefeilt und biete es nun also für deutsche Leser an. …“

„Die Genre-Theorie wird von einer Reihe anhaltender Zweifel heimgesucht.
Gibt es ›da draußen‹ wirklich Genres, oder sind sie nichts anderes als
Konstruktionen von Analytikern? Ist eine endliche Taxonomie, also Vermes‐
sung der Genres möglich, oder sind Genres grundsätzlich grenzenlos?
Sind Genres zeitlose, platonische Essenzen oder flüchtige, zeitgebundene
Erscheinungen? Sind Genres kulturgebunden oder überkulturell? … Sollten
Genre-Analysen beschreibend oder wertend sein? (Stam 2000, 14)“

Zusammenfassung:

  • Das Problem der Definition
    Zweifel — Tradition der Typologie — ›Keine neutrale Angelegenheit‹ — Vier Hauptprobleme (Ausdehnung, Normativismus, monolithische Definitionen, Biologismus) — Konventionen — ›Empiristisches Dilemma‹›keine diskreten Systeme‹ — Familienähnlich- und Prototypenhaftigkeit — Eine Frage der Absicht — Genre sind ›Prozesse der Systematisierung‹ — Machtkämpfe zwischen Genres — A-historische Suche nach ›Idealtypen‹ — Drei Merkmale evolutionärer Genre-Entwicklung (kumulativ, konservativ, Ausdifferenzierung) — Gefahr des Essenzialismus — Genres als Verkörperung bestimmter Werte und Ideologien — Marxistische Sicht auf Genre: Instrument gesellschaftlicher Kontrolle — Absichten von Genres — Die ›rhetorische Dimesion‹ — Mitteilungsmodus und idealer Leser — Gesellschaftliche Prägung — Nutzen von Genres für Massenmedien — Wirtschaftliche Vorteile von Genres — Minderwertigkeit von Genretexten — Intertextualität — Schablonen — ›Kein Text ist ohne Genre‹.
  • Innerhalb von Genres arbeiten
    Genres als stillschweigende Verträge — Kreative Spannung und Effizienzsteigerung — Genres als Bezugsrahmen und Schablonen — Genrekenntnisse als ›kulturelles Kapital‹ — Studien über Kinder und Genres — Soziale Zugänge zu Genres — Vertrautheit und Abweichung — Arten der Beteiligung — ›Verwendung und Zufriedenstellung‹ — Erkennen von Vertrautem — Hinauszögerung und Vorfreude — ›Kognitive‹ Befriedigung — ›Wiederholung und Variation‹ — Urteile fällen — Austausch mit interpretierender Genre-Gemeinschaft — ›universelle Dilemmas‹ und ›moralische Konflikte‹.
  • Die Konstruktion des Publikums
    Erschaffung der Leserschaft — Verbreitung hegemonieller Ideologie — Konstruktion von Verschiedenheit und Identität.
  • Vorteile der Genre-Analyse
    Textualität, Lesart und gesellschaftlicher Zusammenhang — Gleichmacherei entgegenwirken — Historische Perspektive — Routinen und Formeln aufweisen.
  • Hilfreiche Handreiche für eigene Genre-Analysen
    • Allgemein
    • Zum Mitteilungs-Modus
    • Beziehungen zu anderen Texten
  • Appendix 1: Taxonomie von Genres
    Vier Arten des Handlungsverlaufes (Exposition, Argument, Beschreibung, Erzählung) — Fiktionale und Nicht-fiktionale Genres — Wissen und imaginäres Vergnügen — Hybridformen — Abbildung: TV-Genres.
  • Appendix 2: Textmerkmale von Genre-Film und -Fernsehen
    Narration — Charakterisierung — Grundthemen — Setting — Ikonographie — Techniken — Stimmung und Tonfall — Thema und Form.
  • Quellen und empfohlene Lektüren

In den Kommentaren gibt’s noch weitere Quellen zur Genretheorie als Download:
Die eine »Genre und lebendiges Genrebewusstein« stammt von  Jörg Schweinitz, die andere »Weisen der Weltdarstellung – Zu einer Theorie wunderbarer Filmgenres« von Simon Spiegel.


Weiterführendes:


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