Zum 95. Geburtstag eine Ausstellung. Also für alle, für die Linz in erreichbarer Nähe ist, freut euch. Info dazu im Artikel …
Anlässlich des 95. Geburtstags des Medienkunstpioniers Herbert W. Franke würdigt die oberösterreichische Landes-Kultur GmbH sein Leben und außergewöhnliches Werk mit einer Ausstellung im Linzer Francisco Carolinum. Franke ist ein Pionier in vielen Welten, ein Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft, ein Forscher und Philosoph, der in zahlreichen Disziplinen sehr frühe und entscheidende Leistungen erbracht hat. […]
Bölsches Büchlein ist eine populärwissenschaftliche „Brückenarbeit“ zwischen Drachensage und Naturgeschichte. Die Leitfrage lautet sinngemäß: Warum ist das Drachenbild so weltweit stabil – und welche realen Naturerfahrungen (Fossilien, große Reptilien, „ungeheure“ Tiere) könnten die Imagination immer wieder gespeist haben? Esist eines dieser kleinen Bücher, die sich nicht recht entscheiden wollen, ob sie wissenschaftlich informieren oder literarisch verführen sollen – und gerade deshalb zu den interessanteren Exemplaren ihrer Gattung gehören. Es ist ein Text aus einer Zwischenzone: populärwissenschaftlich, ja, aber mit einem spürbaren Sinn für den Sog alter Bilder. Bölsche schreibt nicht über Drachen, um sie endgültig „wegzuerklären“. Er schreibt über sie, weil er merkt, dass man sie nicht loswird. …
Friedrich Wilds Studie Drachen im Beowulf und andere Drachen ist keine populärwissenschaftliche „Drachenkunde“ im heutigen Fantasy-Sinn, sondern ein philologisch und kulturhistorisch argumentierender Beitrag zur Frage, wie mittelalterliche Texte – vor allem das altenglische Epos Beowulf – ihr Drachenmotiv formen und welche Traditionslinien dabei wirksam werden. Der Text erschien als Abhandlung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (philosophisch-historische Klasse) und ist entsprechend als gelehrte, quellengesättigte Untersuchung angelegt. …
Dieses Mal war es nicht wirklich viel, aber dafür sehr interessant für mich. Erstens habe ich noch einen Beitrag zu Ernst Bloch und die DDR aufgefunden und eingetragen. Und Zweitens – die Drachen lassen mich derzeit nicht los. Drei Veröffentlichungen habe sich aus dem Fundus erhoben und lassen mich überlegen, ob ich ein vor einiger Zeit angefangenes Essay zu Thema „Drachen in der Fantastik“ nicht doch endlich einmal zu Ende bringen sollte. Mal sehen …
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
Im Zentrum steht dabei eine breite Textpalette, die von den bekannten Erzählkomplexen um Dietrichs Flucht und die Rabenschlacht bis zu aventiurehaften Einzeltexten wie Goldemar, Laurin, Sigenot, Eckenlied, Virginal, Rosengarten und Wunderer reicht. Kragl verortet diese Texte zudem mediengeschichtlich im Spannungsfeld von mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung – eine Perspektive, die sowohl die Überlieferungsform als auch die literarische Gestalt der Texte ernst nimmt. …
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Natürlich ist „Somnium“ grundsätzlich eigendlich eine Pflichtlektüre für den interessierten Genre-Freund. Ein Klassiker.
Was jedoch dieses Buch, das ich in der Kindle-Edition gelesen habe, so interessant macht, ist „Das Kugelspiel. Ein Leitfaden für Mondreisende“ von Beatrix Langer.
Dieses Essay vermittelt dem Leser die Zeit Kepplers und dessen Intentionen für die Verfassung von „Somnium“. Die Astronomie des 15. Jahrhunderts, die handelnden Personen und die Umgebungsbedingungen werden ins Gedächtnis gerufen. Im Grunde hat man dies ja alles bereits in der Schule gehört, aber an der Oberfläche sind diese Informationen alle wieder verschüttet worden. Beartrix Langer legt sie wieder frei und legt noch einiges dazu.
Pythagoraas, Platon, Archimedes – alle werden im Kontext behandelt und von Tycho Brahe, Da Vinci, Galileo und Kopernikus sprechen in diesen Zeilen zu uns und vermitteln ein Stimmungs- und Wissensbild das bestehendes Wissen festigt und neues Wissen hinzufügt.
Graz, Linz, Prag und Regensburg – alle wichtigen Stationen von Keppler ziehen am Leser vorüber und selbst die wichtigsten persönlichen Geschehnisse, wie die Anklage seiner Mutter als Hexe – vermutlich seinetwegen – werden nicht ausgelassen.
Die Spuren werden bis in die Neuzeit verfolgt, die ersten menschlichen Gehversuche im All und die Mondlandungen von Ost und West.
Sollte man jedenfalls gelesen haben.
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 640 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 271 Seiten
Verlag: Matthes & Seitz Berlin; Auflage: 2. (5. Mai 2011)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00D8ETUQK
oder gebundene Ausgabe
Gebundene Ausgabe: 271 Seiten
Verlag: Matthes & Seitz Berlin; Auflage: 2. (21. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3882216263
ISBN-13: 978-3882216264
Auszug Amazon:
Wie im Rausch schrieb Johannes Kepler 1609 in zwei Nächten diese geheimnisvolle Traumerzählung einer Reise zum Mond. In seinen letzten Lebensjahren ergänzte er sie um einen umfangreichen astronomisch-mathematischen Anmerkungsteil, erst nach seinem Tod konnte diese Schrift veröffentlich werden. Von zeitgenössischen Astronomen als »bizarr« und »seltsam« abgelehnt, steckt in ihr mehr als eine mutige Verteidigung des kopernikanischen Weltbilds. Zum ersten Mal erscheint nun diese Traumerzählung voll blühender Phantasie in einer textkritischen Übersetzung nach der Originalausgabe von 1634 vollständig auf Deutsch mit einem Essay von Beatrix Langner, in dem sie die Träumereien dieses äußerst ungewöhnlichen Mathematikers, Astronoms und Denkers des deutschen Humanismus vor dem Hintergrund der religions- und naturphilosophischen Debatten seiner Zeit nachzeichnet und deren Spur bis heute verfolgt.