Bibliotheca Universitas Phantastica #08 – Neues aus der Bibliothek

Neuzugänge und Veränderungen

am 1. Dezember 2025

MBegleitende Literatur zum Thema Fiktion und einige Änderungen am Bestand…


Neuzugänge:

1.

T. Klinkert

Fiktion, Wissen, Gedächtnis: Literaturtheoretische StudienRombach Wissenschaft, Reihe Literae 248 (2020), Baden-Baden, Rombach: 431

ISBN 978-3-96821-022-3

Abstract: Dieser Artikel präsentiert eine Analyse von drei aktuellen Theorien der Fiktion, die sich von traditionellen Theorien der Fiktion unterscheiden, indem sie Fiktion als eine ternäre Beziehung begreifen. Anstatt wie in traditionellen Theorien (Platon) eine binäre Opposition zwischen Fiktion und Realität zu konstruieren, gehen die hier betrachteten Autoren von der Prämisse aus, dass Fiktion durch die Integration von Imagination oder Imagination theoretisiert werden kann. Wolfgang Iser und Rainer Warning betrachten Fiktion als eine Art Diskurs, in dem das Imaginäre behandelt wird und in dem es zu einer Kopplung von Imagination und Wissensprozessen kommt. Während Iser Aristoteles folgt und sagt, dass es im fiktionalen Diskurs eine „Neuformulierung der formulierten Welt” gibt, die zu einem besseren Verständnis der Welt beiträgt, übernimmt Warning eine Foucault’sche Perspektive, die mit dem von Castoriadis vorgeschlagenen Konzept des „radikalen Imaginären” kombiniert wird. Kendall L. Walton definiert Fiktion als ein „Spiel des Vorstellens”, das auf der transformativen Kraft der Vorstellungskraft basiert. In allen drei Konzepten erweitern die Vorstellungskraft oder das Imaginäre die traditionelle Perspektive auf Fiktion im Gegensatz zur Realität. Dies hat den Vorteil, dass Fiktion positiv und nicht negativ als eine mangelhafte Art von Diskurs definiert wird. …

Tags: Fiktion(s/en)->, Fiktion(s/en)->-theorien, Imagination->, Imgaination->Imaginäres, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur

2.

T. Klinkert

Rombach Wissenschaft, Reihe Literae 248.0 (2020), Rombach / Baden-Baden

Abstract: Will man aus einer Perspektive der longue durée begreifen, was Literatur ist, dann ist es aufschlussreich, sich mit den Begriffen »Fiktion«, »Wissen« und »Gedächtnis« zu befassen. Der vorliegende Band vereinigt, unterteilt in drei Abschnitte, Einzelstudien, die sich jeweils schwerpunktmäßig auf einen dieser drei Begriffe fokussieren. Dabei werden geeignete theoretische Modelle eingeführt und so zugeschnitten, dass sie textanalytisch nutzbar gemacht werden können. Ziel ist es jeweils, wichtige literaturtheoretische Grundlagen zu entfalten und diese in ihrem Erklärungspotential für literarische Texte zu erschließen. Es kommt dabei auch zu Rückkopplungen zwischen Theoriediskurs und literarischer Praxis, insofern diese nicht selten in selbstreflexiver Form die eigenen Grundlagen thematisiert und implizite Theoriemodelle entwirft. Behandelt werden Texte aus dem Novellino, von Dante, Boccaccio, Cervantes, Diderot, Jean Paul, Foscolo, Balzac, Baudelaire, Zola, Capuana, Proust, Simon, Levi, Semprún, Perec und Modiano. Der Band richtet sich auch an Nicht-Romanisten, weshalb alle romanischsprachigen Zitate übersetzt wurden. …

Tags: Fiktion(s/en)->, Gedächtnis, Literatur->, Literatur->Theorie, Wissen->

3.

S. Reuss

Medien im DeutschunterrichtMedien im Deutschunterricht (Uni Köln) 2021.2.3 3. Jhrg., 2021,Heft 2 (2021), Köln, Universität Köln: 16

Abstract: Seit Searle (1975) stellt die indirekte Referenz fiktionaler Texte ein zentrales Konzept der Fiktionalitätsforschung dar. Oft wird sie sogar als conditio sine qua non für eine intensive Wahrnehmung des fiktionalen Texts betrachtet. Dass diese Vorstellung keinesfalls alternativlos ist, möchte der vorliegende Beitrag zeigen. Dazu nutzt er einen differenzierten pragmatischen Wahrnehmungsbegriff, um zu verdeutlichen, dass die Reflexion über die eingeschränkte Referenz fiktionaler Texte außerhalb des Lesens und ihre genaue Wahrnehmung während des Lesens gleichberechtigte Teilhandlungen darstellen. Genauer gesagt sind sie zwei Extrempunkte mit unzähligen Übergangsformen auf einer Skala mehr oder weniger fiktionsbewussten Lesens. Im Hinblick auf die Vermittlung von Fiktionsbewusstsein kann gerade das Einüben dieser Übergangsformen einer reflexiven Textwahrnehmung hilfreich sein. Denn sie erlauben es unerfahrenen Lesern, den Umgang mit fiktionalen Elementen bereits während des oft unhinterfragt ablaufenden Lesens ins Bewusstsein zu rücken. Mithilfe dieses Ansatzes soll das Kompetenzmodell zum Verstehen fiktionaler Texte nach Schreier und Appel (2002) erweitert werden. …

Tags: Fiktion(s/en)->, Fiktionalität, Lesen->, Reflexion, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Unterricht->, Wahrnehmung

Veränderungen (Korrekturen, Ergänzungen):

Abstract: Die in der Überschrift gestellte Frage ‚Was ist wahr in der Fiktion?’ bezieht sich auf die Frage nach der Wahrheit in der Fiktion und grenzt damit ihren Geltungsbereich ein: Nicht das problematische Verhältnis von Fiktion und Wahrheit soll hier diskutiert werden; vielmehr richtet sich das Interesse allein auf den Wahrheitsgehalt einer bestimmten Art von Propositionen. Diese Propositionen werden oftmals dann verwendet, wenn man etwas über ein fiktionales Kunstwerk aussagen möchte, im Sinne von „Sherlock Holmes wohnt in der Baker St 221B“. Man kann dieser Proposition unter gewissen Umständen einen Wahrheitswert zusprechen, trotz des Umstandes, dass man als Sprecher weiß, dass es Sherlock Holmes nicht gibt und nicht gegeben hat. Diese speziellen Umstände sind in der analytischen Philosophie und insbesondere von Kendall Walton als ‚fiktionale Wahrheit’ im Rahmen eines Make-Believe-Spiels mit einem darstellenden Kunstwerk bezeichnet worden: Es ist beispielsweise fiktional wahr im Rahmen eines Make-Believe-Spiels mit den Geschichten von Arthur Canon Doyle als Vorlage, dass Sherlock Holmes in der Baker St 221B wohnt; es ist jedoch nicht wahr außerhalb dieses Spiels, dass es zu der Zeit, in der die Geschichten um Sherlock Holmes sich abspielen, es eine Baker St 221B in London gegeben hat. Diese fiktionalen Wahrheiten sind das Produkt einer Rezeptionshaltung, die von Walton als allgemeingültig für den Bereich der darstellenden Künste bezeichnet wird. …

Tags: Fiktion(s/en)->, Fiktion(s/en)->Wahrheit, Genre->, Genre->-konvention, Person->, Person->Süskind, Patrick, Unzuverlässigkeit->, Wahrheit->

2.

B. Gittel

Theorien, Methoden und Praktiken des Interpretierens (2015), Berlin, De Gruyter: 640

ISBN 978-3-11-030764-1

Abstract: Dass sich Interpretationshypothesen zu literarischen Werken bestätigen lassen, ist angesichts der in den Philologien in Bezug auf kanonisierte Werke häufig anzutreffenden Interpretationskontroversen gewiss keine Selbstverständlichkeit. Denn obwohl es zum literaturwissenschaftlichen Alltagsgeschäft gehört, plausible von unplausiblen Interpretationshypothesen zu unterscheiden, ist theoretisch noch nicht hinreichend geklärt, wie eine epistemische Evaluierung von Interpretationshypothesen funktioniert. Die folgenden Überlegungen zu dieser Frage nehmen ihren Ausgang bei einigen Begriffsklärungen (II) und wenden sich dann Problemen zu, die prima facie gegen die Möglichkeit der Bestätigung von Interpretationshypothesen sprechen. Diese sind der sogenannte Zielpluralismus von Interpretationen (III) und bestimmte Vorbehalte gegenüber der Unterscheidung von Beschreibung und Interpretation (IV). Im Anschluss werden verschiedene Arten von Unterscheidungskriterien zwischen beschreibenden Sätzen und interpretativen Sätzen bzw. Interpretationshypothesen vergleichend dargestellt (V). Daraufhin wird versucht, ein solches Kriterium für eine besonders bestätigungsrelevante Teilmenge der beschreibenden Sätze zu fiktionalen literarischen Werken, nämlich die Sätze, die die fiktive Welt betreffen, zu entwickeln (VI). Zu guter Letzt wird die Rolle dieser deskriptiven Sätze in Argumenten zur Bestätigung von Interpretationshypothesen untersucht (VII). Um der Anschaulichkeit willen werden die Überlegungen in den beiden letzten Abschnitten an einem Werk exemplifiziert, das seit langem Gegenstand vielfältiger Interpretationskontroversen ist, Robert Musils unvollendeter Roman Der Mann ohne Eigenschaften. …

Tags: Fiktion(s/en)->, Fiktion(s/en)->-alität, Fiktion(s/en)->Interpretation, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur

3.

45 Jahre Raumpatrouille Orion
E. Schreiber

Tags: Jubiläum, Raum/Räum(e)->-kreuzer Orion, Raum/Räum(e)->-patrouille, [01] zur Bearbeitung

4.

Bickbach wird zur Krimi-Hauptstadt:Verleger und Autor Erik Schreiber hat sein neues Werk „Leben und  morden in Bickenbach“ veröffentlicht
C. Stehle

unbekannt (2024): 1

Tags: Krimi->, Person->, Person->Schreiber, Erik, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, [01] zur Bearbeitung

 

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