am 28. Mai 2026
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2026-05-24-Neuerungen-Bericht

(2012), U. Gehmann (Hrsg.), KIT Scientific Publishing
Abstract: Virtuelle und ideale Welten – warum ein solches Thema? Weil virtuelle Welten heute wichtiger denn je geworden sind, und mehr noch, weil manche dieser Welten zur Realität wurden, indem sie das maßgeblich prägen, was im Sammelbegriff als unsere ‚Lebenswelt‘ bezeichnet werden kann. Eine solche Behauptung, in ihren beiden Teilen genommen, mag zunächst befremdlich klingen, sogar übertrieben. Vor allem der zweite Teil der Behauptung erregt Verdacht. Denn sind Virtualität und Realität nicht Gegensätze, bereits von ihrer bloßen Definition her gesehen, vor allem jedoch in unserem Alltagsempfinden, welches das Virtuelle als das Nicht-Reale schlechthin sieht, als das, was nicht zur Verwirklichung gelangte und gleichsam auf ewig im Status der Fiktion verharrt? Mit einer virtuellen Welt assoziieren wir ‚normalerweise‘, von eben jenem Alltagsempfinden ausgehend, eine Welt, die es nicht gibt und darüber hinaus, für manche durchaus beruhigend, auch nie geben wird. Es ist eine Welt, die nach diesem Empfinden mit dem Utopischen assoziiert ist, dem Nicht-Ort bloßer Vorstellung. Die zwar erdacht worden sein mag, und das sogar sehr vollständig, meint in sich konsistent und geschlossen, unter Umständen sogar bis herunter in ihre kleinsten Details – die es aber schlicht nicht gibt, die eben nicht ‚wirklich‘ sondern nur Fiktion ist. …
Tags: Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->begleitende Literatur, Welt(en)->, Welt(en)->ideale, Welt(en)->virtuelle, {04.1} Bestand/Digital

Abstract: Utopien (hier als Überbegriff für die „positiv“ imaginierte Eutopie sowie ihre negativen Spiegelbilder, die Dystopie und Anti-Utopie genutzt) verarbeiten ihren sozio-historischen Entstehungskontext auf eine Weise, die besonders beispielhaft die Funktion der Literatur als Kommentar zur Gesellschaft demonstriert. Während Literatur grundsätzlich das Potential immanenter Sozialkritik in Kunstform verwirklicht, besonders anschaulich beispielsweise in der Strömung des Naturalismus, wo häufig die vorherrschenden Umstände benachteiligter Schichten aufgezeigt werden, unterscheidet sich die Utopie, indem sie ihren Blick über die Gegenwart hinaus in die Zukunft richtet und ein gesellschaftsübergreifendes, prognostisches und häufig auch ironisches Bild alternativer Formen des Zusammenlebens der Menschheit zeichnet. Der Dystopie wird dabei häufig eine Warnfunktion zugeschrieben: Sie weist auf kontemporäre Missstände und das negative Potential einzelner Tendenzen in der Gegenwart (des Entstehungszeitpunkts) hin, die bei einer konsequenten Weiterentwicklung in die Zukunft systematische Probleme für das Zusammenleben im gesellschaftlichen Gefüge darstellen können. So werden zum einen soziopolitische, ökologische oder auch ökonomische Ängste aufgearbeitet, zum anderen werden im Entwurf der negativen Parallelwelt zusätzlich zur Kritik bisweilen auch hoffnungsvoll Alternativen aufgezeigt, beispielsweise in Form der ‚kritischen Dystopien‘ Im 21. Jahrhundert, beziehungsweise nach dem Ende des ‚Zeitalters der Extreme‘, stellt sich die Frage, welche vorherrschenden Thematiken und Tendenzen aufgegriffen werden. Der populär gewordene Begriff des Historikers Eric Hobsbawm für den Zeitabschnitt von 1914 bis 1991 wird hier als bedeutender kontextueller Rahmen für die ‚klassische Dystopie‘ angesehen, die die Extreme dieses Zeitalters anprangerte: fortschreitende Industrialisierung und Automatisierung, Faschismus, Diktaturen, die Dichotomie zwischen kapitalistischem Westen und kommunistischem Osten, aber auch die paradoxale Diskrepanz zwischen fortschrittlichster Technologie und einem empfundenen zivilisatorischen Rückschritt. Die Autorin dieser Arbeit versucht unter Rückbezug auf diese Periode der Frage nachzugehen, welche Thematiken und Motive Dystopien aufgreifen, die nicht mehr unter dem Einfluss dieses spezifischen historischen Kontextes stehen …
Tags: Abschlussarbeit(en)->, Abschlussarbeit(en)->Masterarbeit, Dystopie(n)->, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, {04.1} Bestand/Digital
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