Reisen in die Anderswelt


Nun ja, nicht weit vom Sammeln entfernt ist die Leidenschaft zum Lesen. Und die hat mir kürzlich ein eBook beschert, dass ich ganz fasziniert (sozusagen auf Frühstücksraten) verschlugen habe.

B015B6FPXE.01._SX450_SY635_SCLZZZZZZZ_Dr. Nachtstrom (Hrsg.)
Visinonarium-Brevier 1 – Reisen in die Anderswelt
Edition Gwydion, Graz (24. August 1915)
Kindle-Edition

auch als Taschenbuch erhältlich
ISBN 9781517091279

 

 

 

Dabei muss ich sagen, SEHR ESOTERISCH, SHER ESOTERISCH. Nicht dass ich etwas gegen Esoterik habe, aber durch meine eigenen Erfahrungen damit habe ich einen (sehr großen) Abstand dazu gewonnen.

Nichts desto trotz finde ich das Brevier gelungen. Eine Fülle von Informationen über die unterschiedlichsten Zugänge zu Andersweltreisen finden sich in diesem Buch. Berichte über Medien wie Maria Silbert in Graz während der Zwischenkriegszeit, veschiedenste Rezensionen wie zu „The Gateway Expirience“ über die Hemi-Sync-Methode, darüber auch ein Report. Luzides Träumen ist ebenso ein Thema, wie ein Interview zu PSI-Spionage und ein Experimentenbericht zum Ouija-Brett.

Ein Essay über Electronic Voice Phenomena, das Channeling Phänomen, Rückführungen in Hypnose und ein Portrait zu James Webb, einer tragischen Figur der Esoterik stehen ebenso im Inhaltsverzeichnis wie eine Reportage zu den Auswirkungen von Pilzen, ein Essay zur Transgruppe „Zeitstrom“, ein wunderbares Essay über Gustav Meyrink, ein Interview mit Will Elliott, einem Schriftsteller der Horrorliteratur und ein Interview mit einem Sonnentänzer der Lacota-Indianer.

Zuletzt noch ein Gespräch mit MItgliedern der Familie Dusty, direkten Nachkommen der britschen Ureinwohner und die letzten der indigenen schamanischen Linien in Europa, sogenannten Lenensholz-Schnitzern und ein Interview mit Dr. Yvonne Schffler und Andrieh Vitimus zum Thema Vodou (auch Voodoo, Vodun, Wodu).

Alles in Allem ein guter Überblick über die Möglichkeiten zu Reisen in die Anderswelt. Gut geschrieben und interessant gestaltet. Allerding (für mich) linkt es manchmal etwas fiktional. Mag sein, dass ich zu diesem Thema im Gesamten etwas größeren Abstand wahren möchte, aber rein Gefühlsmäßig habe ich den Eindruck, dass die Schilderungen zu weit vom Realen liegen.

Esoterik ist ein sehr zweischneidiges Schwert, an dem man sich leicht schneiden kann. Das Problem daran ist, dass man keine Zwischenposition einnehmen kann. Es kann nur ein völliges Einlassen auf die gewählte Thematik sein oder eine relativ große Skepsis Platz greifen, welche ein wirkliches Verständnis ausschließt. Nur ersteres gewährt das Erkennen, löst aber die Seele vom hergebrachten völlig.

Alles in Allem gefällt das Buch und wenn man staunen will, über das schier Unmögliche und Seltsame, dann sind die 6,39 Euro für die Kindle-Version gut angelegtes Geld. Für mich als Sammler  vonSekundärliteratur zur Phantastik geht es als „begleitende Literatur“ durch. Viels Spass damit.

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