Bibliotheca Universitas Phantastica #51 – Neues aus der Bibliothek

Neuzugänge und Veränderungen

am 12. Februar 2026

DTagesbestimmend waren zwei Dissertationen zu Jörg Mauthe, einem Wiener Autor und Politiker, der zwei Utopien/Dystopien geschaffen hat. Außerdem wurde ein kurzes Vorwort von Philip Josè Farmer zu einem seiner Bücher des Flussweltzyklus aufgenommen. Damit liegt sowohl der Roman als auch das ausgekoppelte Vorwort digital in der Bibliothek auf. Ein Werk der Genreforschung zur Phantastik, von Lars Schmeink und Hans-Harald Müller, wurde um den aufgefundenen Download-Link ergänzt …


Neuzugänge:

1.

Vorwort zu: dunkle Muster, Das – Farmer, Philip Josè – Heyne
P.J. Farmer

Das dunkle Muster: Science-Fiction-RomanHeyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 39693 (1980), Heyne: 545

ISBN 978-3-453-30613-4

Abstract: Farmer nutzt das Vorwort, um die lange Entstehungsgeschichte des Buches zu beleuchten. Er erklärt, dass „Das dunkle Muster“ nicht direkt als dritter Teil geplant war, sondern nach einer längeren Pause entstand, was den inhaltlichen Stil im Vergleich zu den ersten beiden Bänden beeinflusst hat. Er geht kurz auf die physikalischen und metaphysischen Grundlagen der Welt ein – ein 22 Millionen Meilen langer Fluss, an dem alle jemals gestorbenen Menschen wiederauferstehen. Farmer betont, dass sich der Fokus in diesem Band von reiner Abenteuerlust (Richard Burton in Band 1) hin zu einer technologischeren und komplexeren Fragestellung verschiebt (der Bau des Zeppelins durch Mark Twain/Firebrass). Er legt den Grundstein für die zentrale Frage des Buches: Wer sind die Erschaffer dieser Welt und warum haben sie dies getan? Vorwort dient als Brücke, besonders wenn man die ersten beiden Bände nicht unmittelbar zuvor gelesen hat. Es holt den Leser in der sehr komplexen Welt ab. Farmer deutet implizit an, dass der Roman „baggier“ (etwa: „ausufernder“ oder „weitschweifiger“) ist als seine Vorgänger, was in der Rezension bestätigt wird (Nebenstränge, langsamerer Aufbau). Für Fans des Riverworld-Zyklus ist das Vorwort interessant, da es Farmer als einen Autor zeigt, der seine eigene Schöpfung reflektiert und sich der Herausforderung stellt, die Mysterien (die „Ethischen“) langsam aufzudecke …

Tags: Person->, Person->Farmer, Philip José, Roman(e)->, Roman(e)->Titel: dunkle Muster, Das (Farmer, 1977), Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Science Fiction, Vorwort, {04.1} Bestand/Digital

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2.

Das dunkle Muster: Science-Fiction-Roman
P.J. Farmer und R.M. Hahn

Heyne (06), Sciece Fiction & Fantasy 3693 (1980), Heyne

ISBN 978-3-453-30613-4

Abstract: Die Flusswelt versinkt in Kriegen, brutalen Streitigkeiten und politischen Intrigen. Je weiter der technische Fortschritt in die Welt Einzug hält, desto verhängnisvoller werden die Konflikte zwischen den Menschen. Zugleich besagen Gerüchte, dass die Erbauer der Welt, die »Ethiker«, in dem sagenhaften Polturm am Ursprung des Flusses zu finden seien. Doch so weit nach Norden ist noch niemand vorgedrungen. Mark Twain und Richard Burton beginnen eine wahnwitzige Mission, die sie zum letzten Rätsel dieser Welt führen wird …

Tags: Person->, Person->Farmer, Philip José, Primärliteratur->, Primärliteratur->Science Fiction, {04.1} Bestand/Digital

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Abstract: Die Untersuchung ist als literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse angelegt und gliedert sich in folgende Schwerpunkte: Biographische Wurzeln: Koth analysiert Mauthes Kindheit und Jugend, insbesondere die Ablehnung des „Deutschtums“ infolge der NS-Greuel und die daraus resultierende Hinwendung zu einer spezifisch österreichischen Identität. Literarische Analyse: Im Zentrum stehen Mauthes Hauptwerke wie Die große Hitze, Die Vielgeliebte und das Nachdenkbuch für Österreicher. Koth arbeitet heraus, wie Mauthe Österreich als „phantastisches Land“ und utopischen Raum konstruiert. Identitätspolitik: Die Arbeit beleuchtet Mauthes Rolle als „Kulturpolitiker und Mahner“, der versuchte, durch Literatur und Publizistik (z. B. im Kurier oder im Club Niederösterreich) ein neues österreichisches Selbstverständnis jenseits der großen Ideologien zu stiften. Mentalitätsgeschichte: Es wird untersucht, wie Mauthe österreichische Mythen, die Habsburg-Nostalgie und das Verhältnis zwischen Tradition und Moderne nutzt, um das Bild einer eigenständigen Kulturnation zu festigen. Bewertung und Rezeption Die Arbeit wird in der Fachwelt als fundierter Beitrag zur Erforschung der österreichischen Literatur der Nachkriegszeit gewertet: Wissenschaftlicher Wert: Sie gilt als eine der umfassendsten Monographien über Jörg Mauthe, die nicht nur sein literarisches Werk, sondern auch seine kulturpolitische Wirkung systematisch erfasst. Einordnung: Koth gelingt es laut Rezeption, Mauthe als Brückenbauer zwischen der konservativen Tradition und einer modernen, kritischen Auseinandersetzung mit der Heimat darzustellen. Kritikpunkte (vereinzelt in Fachdiskussionen): Manche Stimmen merken an, dass die Arbeit sehr stark die konservative Perspektive Mauthes spiegelt und dessen teils elitäre Ansichten noch schärfer in den gesellschaftspolitischen Kontext der 70er/80er Jahre hätten eingeordnet werden können. Verfügbarkeit: Die Dissertation ist über das Repositorium der Universität Wien (u:theses) sowie über die Webseite seines Betreuers Murray G. Hall als Volltext zugänglich. …

Tags: Abschlussarbeit(en)->, Abschlussarbeit(en)->Dissertation, Dystopie(n)->, Geographie->, Geographie->Europa (A)->, Geographie->Europa (A)->Wien, Literatur->, Literatur->österreichische, Person->, Person->Mauthe, Jörg, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Utopie/Dystopie, Utopie(n)->, {04.1} Bestand/Digital

Veränderungen (Korrekturen, Ergänzungen):

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1.

Der Doppelte Spiegel: Jörg Mauthes „Die grosse Hitze“ und „Die Vielgeliebte“. Zwei literarische Utopien
E.J. Baumann

(1995), Edition Atelier

ISBN 3-85308-009-X

Abstract: Da Baumann keinerlei Sekundärliteratur zu Mauthes Werk vorfinden konnte, sah sie sich veranlasst, diesem Umstand eine eigene Arbeit entgegenzusetzen. Sie verwendete dazu neben den angesprochenen Interviews und der Korrespondenz mit dem Autor unveröffentlichte Schriften aus seinem Nachlass über österreichische und allgemeine Krisenzustände seines Empfindens und Zeitungsartikel aus seiner Feder. Außerdem ein Fernsehinterview mit Ernst Wolfram Marboe und die Lektüre des von Mauthe gegründeten „Wiener Journals“ und anderer Wiener Zeitschriften. In zehn Kapitel beleuchtet sie den Autor und seine Werke. Nach einer ausführlichen Einleitung wird Mauthes Gestaltung der Erkenntnis diskutiert, nach der wir die Hauptursache der drohenden Katastrophe nur durch eine ganzheitliche Weltsicht begegnen können. Danach folgen Mauthes utopische Vorstellungen im Kontext der geschichtlichen Entwicklung Österreichs. Die Definition des „Österreichischen“ wird dann reichlich Platz eingeräumt. Eine Betrachtung der Heldin des Romans „Die Vielgeliebte“ als Verkörperung der Stadt Wien wird in Kapitel 5 angefügt, dem die Behandlung der Krisenerscheinungen, wie Mauthe sie sah, folgen. In Kapitel 7 wird die Utopie des Werks besprochen und in Kapitel 8 die literarischen Anspielungen aufgezeigt, in denen die Gedankenwelt von Mircea Eliade und Jorge Luis Borges großen Anteil haben. Bevor dann eine Zusammenfassung der analytischen Untersuchung stattfindet, werden noch die Utopien im Lichte der Freimaurerei betrachtet. Als sehr interessant empfand ich das abschließende Literaturverzeichnis. Ein sehr empfehlenswertes Buch, wenn man sich mit dem „österreichischen“ auseinandersetzen will …

Tags: Dystopie(n)->, Person->, Person->Mauthe, Jörg, Roman(e)->, Roman(e)->Titel: Die Vielgeliebte (Mauthe), Roman(e)->Titel: Die grosse Hitze (Mauthe), Stadt/Städte->, Stadt/Städte->Wien, Utopie(n)->, Utopie(n)->Forschung, [08] Import BookCat, {04.0} Bestand/Papier

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2.

(2012), Lars Schmeink, H.-H. Müller (Hrsg.), De Gruyter

ISBN 978-3-11-027655-8

Abstract: Obwohl die Fantastik (in ihrer umfassenden Definition) immer schon ein Teil unserer Kultur und in ihrer inhärenten Transgressivität ideal für die Verhandlung kultureller, politischer, sozialer und physischer Grenzen geeignet war, besteht bis heute nur eine zögerliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem von den Fachdisziplinen an den Rand gedrängten Bereich der Populärkultur. Dank des Booms der Fantastik, der in Form von Fantasy, Horror und Science Fiction seit den 1990er Jahren für ein immenses mediales Aufsehen sorgt, besteht von Seiten der Forschung aber seit neuestem ein stetig wachsendes Interesse an diesem populärkulturellen Thema. Der vorliegende Band greift dieses Interesse auf und führt aktuelle Arbeiten zur Fantastik aus unterschiedlichen Fachdisziplinen (Literatur-, Medien-, Sozial- und Religionswissenschaften) zusammen, um so vorhandene Forschungsrichtungen, wie etwa zur Liminalität, oder bestehenden Debatten, wie im Bereich der Genretheorie, innerhalb der Fantastikforschung aufzuzeigen und eine für die Zukunft notwendige Bestandsaufnahme des jungen Fachbereichs zu leisten, von der aus wichtige Erkenntnisse über die gesellschaftliche Bedeutung der Fantastik möglich sind. …

Tags: Literatur->, Literatur->Magischer Realismus, Magie->, Phantastik->, Phantastik->Magischer Realismus, Rollenspiel, Sekundärliteratur->, Sekundärliteratur->Phantastik, Sprach(e)->, Sprach(e)->Latein, [08] Import BookCat, {04.1} Bestand/Digital

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