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Magazine #23 – das Salz in der Phantastik-Suppe: Neuer Stern – Fanzine des SF Club Halle

Im SF-Netzwerk wurde ich (neuerlich) auf ein Fanzine aufmerksam, dass sich nun schon seit 2012 recht tapfer behauptet. Wobei es eigentlich kein Fanzine sein will (es aber, trotz allem, doch ist). Im Untertitel heißt es: „Rundbrief an die Freunde des ASFC Halle“. Es ist eigentlich ein Dinosaurier der Fan-Szene, aber durchaus interessant gestaltet. Ich habe mir die derzeit erhältlichen bzw. noch reproduzierbaren Exemplare der Gesamtserie senden lassen und ich denke, da wird es, von Fall zu Fall, doch noch einiges Sekundärliterarisches zu erwähnen geben …


Aber lassen wir Thomas Hofmann zunächst selbst zu Wort kommen:

„Es begann mit dem Weltuntergang 2012“

Also, der angebliche, von den Maya prophezeite Weltuntergang fiel ja aus, aber der Andromeda SF Club in Halle hat ihn vorsorglich gefeiert. Bei der Gelegenheit besprach ich mit meinen Clubkollegen die Idee, einige Jahre nach dem Ende von SOLAR-X, ein neues Fanzine zu starten. Nun, so ein richtiges Fanzine wollte der NEUE STERN nie sein, deshalb trugen die ersten Hefte nicht einmal Nummern, und es gibt auch keinen  Abonnement-Service. Es sollte ein „Rundbrief an die Freunde des ASFC“ sein, ein kleines, feines Heftchen mit Beiträgen von und für SF- u.a.. Phantastik-Fans.

Ostern 2019 erscheint die 50. Ausgabe. Es hat auch ein paar Leser und Leserinnen über die Grenzen von Halle & Leipzig hinaus gefunden und es macht immer noch Laune,  daran mitzuwirken.

Was machen wir so?

Es gibt…

  • immer mal phantastische Stories, oft vom Halleschen Autor Peter Schünemann, aber auch von Gastautoren,
  • Essays und Artikel meist zu „alten Hasen“ der Phantastik, meine eigenen sind bewusst subjektiv und persönlich gehalten (im Lexikon kann man auch selber nachlesen, meine ich), da holen die Autoren gern auch mal etwas weiter aus,
  • die mittlerweile ziemlich berühmte Rubrik„Aus alten Bücherschränken“, in der Bernd Wiese SF, Phantastik, Horror aus der Zeit von 1850 bis 1950 (ca.) vorstellt; man glaubt gar nicht, was es damals schon alles gab, …immer mal wieder Spezial-Hefte, meist anlässlich eines Autoren-Jubiläums, oder weil uns danach gerade ist
    (H.G.. Wells, Weird Fiction, Bernd Robker, Atlantis, P. K. Dick, bulgarische  Phantastik).

Wer es mal ausprobieren will, einfach bei, Thomas Hofmann, melden:

phantastische.ansichten@web.de
PS: Ach ja, und wer mitmachen will: Bitte unbedingt melden!

Sieh an sich die beiden letzten Ausgaben an, so fällt auf, dass gerade im Bereich der Sekundärliteratur, für ein Fanzine (Verzeihung „Rundbrief“), sehr ambitioniert Essays gestaltet werden, die interessant zu lesen sind.

Neuer Stern Nr. 52, 2019

In der Nummer 51/Pfingsten 2019:

 

 

 

Neuer Stern, Nr. 52, 2019

In der Nummer 52/Pfingsten II 2019:

und sehr interessant als Kolumne insgesamt

mit Rezensionen alter (teils) phantastischer Bücher – hier mit

Gefallen hat auch eine Rezension des 1970er-Hits „Zeitreise in Technicolor“ von Harry Harrison. Womit auch noch alte SF-Werke dem Vergessen entrissen werden.

Das einzige Manko, dass mir – in vielen Fanzinen – schwer im Magen liegt:
Ein vernünftiges Inhaltsverzeichnis
Bei an die regelmäßig 40 Seiten eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber … naja, ___***seuftz***___

Dazu noch:

Antiquarisch gesichtet: erwartungsgemäß nicht auffindbar, jedoch  beim ASFC Halle, auch in einigen älteren Exemplaren zu beziehen!


siehe auch:

  1. [Medienhinweis] #250: Gedanken zu einem Skandal – Klaus Marion in: Andromeda Nachrichten 286 (Sonntag, 20 Oktober 2024) - Teaser Der HUGO-Skandal 2023 in einer Betrachtung, die ich euch nicht vorenthalten möchte, wenn ihr sie nicht schon im Original gelesen habt. …
  2. Über den Schreibtisch #006 – Neues und Antiquiertes: Vereinspublikationen (Mittwoch, 17 Januar 2024) - Heute kommen die Vereine zu ihren Ehren. Ihre Vereinspublikationen sind natürlich auch in meinen Datenbanken nicht wegzudenken …
  3. Über den Schreibtisch #003 – Neues und Antiquiertes: (Montag, 8 Januar 2024) - Utopie, Dystopie, Karl May und Cyberpunk - dieses Mal eine ganz gemischte Gesellschaft …

Die letzte 5 Artikel im Blog:

Bibliotheca Universitas Phantastica #125 – Neues aus der Bibliothek - Neue Fantasia-Ausgaben sind eingelangt. Eine mit phantastischen Filmen und eine allgemeine Ausgabe. Zwei Buchteile sind auch neu. Eine Einleitung zu einem Star Trek-Buch und ein Artikel aus einem Band zum Thema Gedächtnis. Kontrafaktisches Erzählen am Beispiel von "The Man in the High Castle". Dazu noch das neuerste "phantastisch!" mit der Nummer 102. Im Übrigen: Schöne (Ferien-)Tage noch …
Fantasy #22 – Fluchtliteratur oder Realitätskritik?: Bölsche, Wilhelm – Drachen - Bölsches Büchlein ist eine populärwissenschaftliche „Brückenarbeit“ zwischen Drachensage und Naturgeschichte. Die Leitfrage lautet sinngemäß: Warum ist das Drachenbild so weltweit stabil – und welche realen Naturerfahrungen (Fossilien, große Reptilien, „ungeheure“ Tiere) könnten die Imagination immer wieder gespeist haben? Esist eines dieser kleinen Bücher, die sich nicht recht entscheiden wollen, ob sie wissenschaftlich informieren oder literarisch verführen sollen – und gerade deshalb zu den interessanteren Exemplaren ihrer Gattung gehören. Es ist ein Text aus einer Zwischenzone: populärwissenschaftlich, ja, aber mit einem spürbaren Sinn für den Sog alter Bilder. Bölsche schreibt nicht über Drachen, um sie endgültig „wegzuerklären“. Er schreibt über sie, weil er merkt, dass man sie nicht loswird. …
Fantasy #21 – Fluchtliteratur oder Realitätskritik?: Wild, Friedich – Drachen im Beowulf und andere Drachen – Wien (1962) - Friedrich Wilds Studie Drachen im Beowulf und andere Drachen ist keine populärwissenschaftliche „Drachenkunde“ im heutigen Fantasy-Sinn, sondern ein philologisch und kulturhistorisch argumentierender Beitrag zur Frage, wie mittelalterliche Texte – vor allem das altenglische Epos Beowulf – ihr Drachenmotiv formen und welche Traditionslinien dabei wirksam werden. Der Text erschien als Abhandlung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (philosophisch-historische Klasse) und ist entsprechend als gelehrte, quellengesättigte Untersuchung angelegt. …
Bibliotheca Universitas Phantastica #124 – Neues aus der Bibliothek - Dieses Mal war es nicht wirklich viel, aber dafür sehr interessant für mich. Erstens habe ich noch einen Beitrag zu Ernst Bloch und die DDR aufgefunden und eingetragen. Und Zweitens - die Drachen lassen mich derzeit nicht los.  Drei Veröffentlichungen habe sich aus dem Fundus erhoben und lassen mich überlegen, ob ich ein vor einiger Zeit angefangenes Essay zu Thema "Drachen in der Fantastik" nicht doch endlich einmal zu Ende bringen sollte. Mal sehen …
Begleitende Literatur zur Phantastik #94: Heldenzeit – Kragl, Florian - Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik. Im Zentrum steht dabei eine breite Textpalette, die von den bekannten Erzählkomplexen um Dietrichs Flucht und die Rabenschlacht bis zu aventiurehaften Einzeltexten wie Goldemar, Laurin, Sigenot, Eckenlied, Virginal, Rosengarten und Wunderer reicht. Kragl verortet diese Texte zudem mediengeschichtlich im Spannungsfeld von mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung – eine Perspektive, die sowohl die Überlieferungsform als auch die literarische Gestalt der Texte ernst nimmt. …

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