Science Fiction #112 – realistische Spekulation über Möglichkeiten: Perry Rhodan-Überlegungen zum Wandel einer Heftromanserie – Rainer Stache
t.sebesta
Science Fiction - Intern
Rainer Stache Perrry Rhodan – Überlegungen zum Wandel einer Heftromanserie Verlag S+F, Tübingen (1986) ISBN 3924189072
Eine Inaugural-Dissertation …
Diese Arbeit hat eigentlich Kultcharakter. In dieser Originalform erschien sie 1986 und war die erste Forschungsarbeit, die das Phänomen Perry Rhodan untersuchte und diesem Untersuchungsgegenstand auch positiv gegenüber stand. …
Stache analysiert in dieser Untersuchung die Veränderungen, der sich zum Zeitpunkt der Untersuchung über 25 Jahre hinweg entwickelnden Heftromanserie und beschreibt die Unterhaltungsliteratur, bei ihm als Paraliteratur bezeichnet, als Bestandteil der unserer Kultur.
Die Wahl der PR-Serie zum Stellvertreter der Paraliteratur in dieser Analyse bietet einige deutliche Vorteile. Gerade weil PR heute schon fernab des Genredurchschnitts liegt, lässt sich hieran verdeutlichen, was sonst bei Paraliteratur nur rudimentär zutage tritt. PR zeigte und zeigt durch seine eigene Entwicklung sowohl Mechanismen, denen Paraliteratur ausgesetzt ist, als auch welche Entwicklungsmöglichkeiten überhaupt bestehen und wie sie genutzt werden können. …
Auszug 'Einleitung', Seite 9-17
In späterer Folge wurde die Arbeit 2002 in einer erweiterten Fassung im Sahyol-Verlag nochmals herausgegeben. Zwei ergänzende Nachworte wurden beigefügt und es wurde behutsam überarbeitet. …
Die Neuausgabe der jahrelang vergriffenen Arbeit wurde behutsam überarbeitet, ohne den Zeitbezug zu verändern. Eine nachträgliche Neubewertung und Aktualisierung seiner Ergebnisse leistet der Verfasser in drei Epilogen. Das erste Nachwort stammt aus der Ausgabe von 1986 und überbrückt den Zeitraum bis zur Buchveröffentlichung. Der zweite Ergänzungsartikel ist ein Resümee aus dem Jahre 1994, das Stache für eine Aufsatzsammlung zum Thema Perry Rhodan schrieb. Das dritte Nachwort entstand für die vorliegende Ausgabe und gibt einen Überblick über die Weiterentwicklung der Perry-Rhodan-Serie bis ins Jahr 2002. …
Auszug 'Vorwort des HErausgebers', Seite 9
2006 erschien das Buch auch als E-Book in der E-Book-Bibliothek beam. Auch diese Auflage ist, mittlerweile fast gänzlich aus den Angeboten der Antiquariate verschwunden. Also zugreifen, wenn sich die Möglichkeit bietet und der Preis es zulässt …
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[Artikel] Rainer Stache in der PERRYPEDIA
Rainer Stache (* 15. Oktober 1954, Berlin) lebt noch heute in seiner Geburtsstadt und arbeitete dort als Journalist.
Schon 1968 gründete er einen Perry-Rhodan-Club in Berlin. …
[Artikel] „Perry Rhodan – Überlegungen zum Wandel einer Heftromanserie“ in der PERRYPEDIA
Rainer Stache promovierte 1984 im Fachbereich Germanistik der FU Berlin mit der Dissertation »Evolution und Beharrung in der Genese der Paraliteratur, untersucht am Beispiel Perry Rhodan« zum Doktor der Philosophie. Unter dem Titel Perry Rhodan – Überlegungen zum Wandel einer Heftromanserie erschien diese Arbeit als Buch erstmals 1986 im Tübinger Verlag S & F und im September 2002 in einer bearbeiteten und ergänzten Fassung bei Shayol, Berlin.…
[Artikel] Unterschätztes literarisches Paralleluniversum? – von Harald Zaun – auf heise.de
Der Perry Rhodan-Experte Rainer Stache über 50 Jahre Perryversum
Seit 1961 erscheint die erfolgreichste Science-Fiction-Serie der Welt ohne Unterbrechung als Heftroman. Mit den Jahren sind noch Taschenbücher, Hardcover-Versionen, Comics, Hörbücher- sowie Hörspiele, Spiele und E-Books hinzukommen. Anfang Oktober feierten zirka 2500 Perry-Rhodan-Fans den 50. Geburtstag des Perryversums. …
Zunächst setzen wir den Weg in Mittelerde fort und sehen uns philosophischen Gedanken ausgesetzt. Dann wird ein Werk zur feministischen Utopieforschung angesprochen und zu guter Letzt lernen wir etwas über Chemie uns Science-Fiction ……
Wer an phantastische Geschichten denkt, hat meist sofort epische Schlachten mit Drachen, intergalaktische Raumschiffe oder schaurige Spukhäuser vor Augen. Doch diese Phänomene sind keineswegs isolierte Inseln der Popkultur. In der modernen Literatur-, Medien- und Filmwissenschaft werden sie unter einem gemeinsamen, mächtigen Dach zusammengefasst: dem Metagenre der Fantastik (in der akademischen Tradition oft auch Phantastik geschrieben).
Ein Metagenre – auch als Makrogattung bezeichnet – beschreibt eine übergeordnete Strukturebene. Sie vereint verschiedene Einzelgenres, weil diese eine fundamentale, erzählerische Gemeinsamkeit teilen. Im Fall der Fantastik ist dies der bewusste, strukturelle Bruch mit den Gesetzen unserer empirischen, alltäglichen Wirklichkeit. …
„Fantastia Nr. 72-73“ mitsamt den relevanten Artikeln wurde aufgenommen. Die Besprechung habt ihr ja schon geliefert bekommen. Neu auch die Jahrbücher der Karl-May-Gesellschaft für die Jahre 2024 und 2025. Für 2024 ist ein relevanter Artikel von Friedhelm Schneidewind beinhaltet. Dann noch ein Krimi-Leitfaden mit Science-Fiction-Bezug eines Artikels darin. Das Buch zur künstlichen Intelligenz wurde als begleitende Literatur aufgenommen. Ein Katalog der Antiquare ist dabei und zuletzt ein Buch zur griechischen Mythologieforschung in dem die Medea-Mythen behandelt werden. Eine ziemliche Mischung, aber das zeigt die Vielfältigkeit der fantastischen Literatur eben. Das Buch zur Mythologieforschung und das Jahrbuch von 2025 liegen aber in den Veränderungen, da sie schon ein bisschen früher als „gesuchte“ Ausgaben aufgenommen wurden …
Die Landschaft der phantastischen Literatur in Deutschland wird seit Jahrzehnten nicht nur von großen Publikumsverlagen geprägt, sondern auch von einer hochengagierten Independent-Szene. Eine der beständigsten und kulturhistorisch wertvollsten Säulen dieser Bewegung ist die Reihe „Fantasia“, herausgegeben vom Ersten Deutschen Fantasy Club e.V. (edfc). Bei dem vorliegenden Objekt „Fantasia 72-73“ handelt es sich um eine typische Doppelnummer dieser als Taschenbuch erscheinenden Anthologie- und Magazinreihe, die eine Brücke zwischen anspruchsvoller Fan-Kultur (Fandom) und akademischer Literaturwissenschaft schlägt. …
Tauchen wir tiefer in das literaturwissenschaftliche Herzstück des Orlando Furioso ein. Wir betrachten die beiden faszinierendsten Dimensionen, die Ariostos Werk zu einem so wegweisenden Vorläufer moderner Erzählformen machen: seine revolutionäre Erzählstruktur und seine erstaunliche Antizipation von Science-Fiction-Motiven.
Das Wort Entrelacement stammt aus dem Französischen und bedeutet „Verflechtung“ oder „Ineinanderweben“. Ariosto hat diese Technik nicht erfunden – sie hat ihre Wurzeln in den altfranzösischen Artusromanen des Mittelalters –, aber er hat sie auf ein orchestrales, bis dahin unerreichtes Niveau gehoben. …
Der Sammelband Heroen und Heroisierungen in der Renaissance, erschienen 2013 im renommierten Harrassowitz-Verlag. Er widmet sich einem Kernphänomen der Frühen Neuzeit: der Wiedergeburt, Umdeutung und Inszenierung des Helden. Ein zentraler Bezugspunkt für diese wissenschaftliche Untersuchung ist Ludovico Ariostos wegweisendes Epos Orlando Furioso (Der rasende Roland) aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Wenn wir heute an Fantasy-Literatur denken, wandern unsere Gedanken meist zu J.R.R. Tolkien, George R.R. Martin oder modernen Rollenspielen. Wir sehen epische Schlachten, Zauberer, Fabelwesen und magische Artefakte vor uns. Doch das Fundament für diese Welten wurde nicht erst im 20. Jahrhundert in Oxford gelegt. Um die eigentlichen Wurzeln der Fantasy zu verstehen, müssen wir fünf Jahrhunderte zurückreisen – in die italienische Renaissance zu einem Dichter namens Ludovico Ariosto und seinem Monumentalwerk …
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