Universitas Phantastica – Info, Quellen, Hinweise #18 – Die Ergebnisse des Kurd-Laßwitz-Preis 2023
t.sebesta
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Ergebnisse der Wahl 2023 …
Der Kurd Laßwitz Preis ist ein alljährlich in bis zu neun Kategorien vergebener Literaturpreis zur deutschsprachigen Science Fiction. Seit 43 Jahren stimmen die professionell in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätigen Autoren, Übersetzer, Lektoren, Verleger, Graphiker und Fachjournalisten über die besten Neuerscheinungen des Vorjahres ab. …
Nachfolgend die Wahlergebnisse zum Kurd Laßwitz Preis für die besten Science Fiction Werke des Jahres 2022. Der Wahlbogen basiert auf 510 Nominierungsvorschlägen von 81 Wahlberechtigten, sowie den 135 Bewertungen und Kommentaren des Vorauswahlgremiums, was zu den 65 Nominierungen führte, die an 275 Abstimmungsberechtigte zur Wahl gesandt wurden. In diesem Jahr haben 117 Abstimmungsberechtigte sich an der Wahl beteiligt und insgesamt 1553 Votierungen abgegeben (bis zu fünf Nominierungen können pro Kategorie mit 5-4-3-2-1 Punkten bewertet werden). In der Kategorie Übersetzung wählte eine achtköpfige Fachjury aus Übersetzern und Lektoren, in der Kategorie Hörspiel haben
sechs Regisseure, Hörspielautoren und Hörspielexperten abgestimmt.
Sowohl in der Nominierungsphase als auch in der Wahlphase kam es somit zu einer Rekordbeteiligung unter den Abstimmungsberechtigten, zudem wurde mit der Einführung der Sachtext-Kategorie der Kurd Laßwitz Preis erstmals auf neun Kategorien erweitert.
Die Preisverleihung erfolgt am 19. Mai 2023 im Rahmen des MetropolCons, ein Mulitmedia-Event zu Science Fiction, Fantasy und Horror, das vom 18. bis 20. Mai im silent green Kulturquartier in Berlin stattfindet. […]
kurd-lasswitz-preis.de
Somit ist wieder einmal ein Wahlgang zu Ende gegangen und er hat erstmalig auch eine Kategorie für den „Besten deutschsprachigen Sachtext zur SF mit Erstausgabe 2022“ gebracht. Das ist natürlich sehr zu begrüßen, da auch hier nun Sekundärliteratur in einer eigenen Kategorie bewertet wird und nicht, fast verschämt, unter dem Titel Sonderpreis abgehandelt wird.
Das Ergebnis fällt allerdings, für mich, etwas lau aus. Nicht, dass das SF-Jahr es nicht verdienen würde Preisträger zu sein, ist die Auswahl der Werke, die zur Prämierung zur Wahl standen, sehr eingeschränkt gewesen.
Nimmt man die von mir erstellte Liste der Veröffentlichungen 2022 zum Maßstab, würden sich noch etliche Werke finden lassen, die durchaus mit dem SF-Jahr in Konkurrenz hätten treten können. Allein die vorhandene Nominierungsliste spiegelt für mich nicht das Veröffentlichungsgeschehen der SF-Sekundärliteratur wider. Somit ist das Ergebnis zwar ein solides, aber bei weitem nicht aussagekräftig und valide für die Szene 2022. Ich denke aber, dass dies Anlaufschwierigkeiten der neu geschaffenen Kategorie sind, die sich ganz sicher in folgenden Nominierungs- und Wahlgängen verbessern wird.
In diesem Sinne meine Gratulation den Preisträgern, insbesondere den Preisträgern Wolfgang Both, Mario Franke und Ralf Neukirchen für den Sonderpreis für einmalige herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen SF und Christian Hoffmann und Udo Klotz für den Sonderpreis für langjährige herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen SF. Diesen auch ein großes Dankeschön für ihre Leistungen.
Bölsches Büchlein ist eine populärwissenschaftliche „Brückenarbeit“ zwischen Drachensage und Naturgeschichte. Die Leitfrage lautet sinngemäß: Warum ist das Drachenbild so weltweit stabil – und welche realen Naturerfahrungen (Fossilien, große Reptilien, „ungeheure“ Tiere) könnten die Imagination immer wieder gespeist haben? Esist eines dieser kleinen Bücher, die sich nicht recht entscheiden wollen, ob sie wissenschaftlich informieren oder literarisch verführen sollen – und gerade deshalb zu den interessanteren Exemplaren ihrer Gattung gehören. Es ist ein Text aus einer Zwischenzone: populärwissenschaftlich, ja, aber mit einem spürbaren Sinn für den Sog alter Bilder. Bölsche schreibt nicht über Drachen, um sie endgültig „wegzuerklären“. Er schreibt über sie, weil er merkt, dass man sie nicht loswird. …
Friedrich Wilds Studie Drachen im Beowulf und andere Drachen ist keine populärwissenschaftliche „Drachenkunde“ im heutigen Fantasy-Sinn, sondern ein philologisch und kulturhistorisch argumentierender Beitrag zur Frage, wie mittelalterliche Texte – vor allem das altenglische Epos Beowulf – ihr Drachenmotiv formen und welche Traditionslinien dabei wirksam werden. Der Text erschien als Abhandlung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (philosophisch-historische Klasse) und ist entsprechend als gelehrte, quellengesättigte Untersuchung angelegt. …
Dieses Mal war es nicht wirklich viel, aber dafür sehr interessant für mich. Erstens habe ich noch einen Beitrag zu Ernst Bloch und die DDR aufgefunden und eingetragen. Und Zweitens – die Drachen lassen mich derzeit nicht los. Drei Veröffentlichungen habe sich aus dem Fundus erhoben und lassen mich überlegen, ob ich ein vor einiger Zeit angefangenes Essay zu Thema „Drachen in der Fantastik“ nicht doch endlich einmal zu Ende bringen sollte. Mal sehen …
Florian Kragls Monographie widmet sich der deutschen Dietrichepik des hohen, späten und „spätesten“ Mittelalters – und damit einem zentralen Segment der deutschsprachigen Heldenepik jenseits des Nibelungenlieds. Der Autor setzt bewusst dort an, wo die ältere Forschung lange Zeit entweder stoff- und sagengeschichtlich rekonstruieren wollte oder die Texte als „spröde“ Randzone der mittelalterlichen Erzählliteratur behandelte. Kragl nimmt demgegenüber eine programmatische Position ein: Die Dietrichdichtung soll als literarisches Phänomen gelesen werden – mit eigener Poetik, eigenen Erzählverfahren und eigener ästhetischer Logik.
Im Zentrum steht dabei eine breite Textpalette, die von den bekannten Erzählkomplexen um Dietrichs Flucht und die Rabenschlacht bis zu aventiurehaften Einzeltexten wie Goldemar, Laurin, Sigenot, Eckenlied, Virginal, Rosengarten und Wunderer reicht. Kragl verortet diese Texte zudem mediengeschichtlich im Spannungsfeld von mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung – eine Perspektive, die sowohl die Überlieferungsform als auch die literarische Gestalt der Texte ernst nimmt. …
„Was passiert mit den unzähligen Nachlässen verstorbener Nicht-Bestseller schreibender, phantastischer Autoren im deutschsprachigen Umland?“ Die Frage beantwortet sich in der Regel mit: „Sie gehen verloren!“ […]
Somit ist wieder einmal ein Wahlgang zu Ende gegangen und er hat erstmalig auch eine Kategorie für den „Besten deutschsprachigen Sachtext zur SF mit Erstausgabe 2022“ gebracht. […]
Wer von unseren Freunden der Science Fiction- und oder Fantasy-Literatur möchte 2-3 Halbtage/Woche während der Öffnungszeiten in geringfügiger Beschäftigung mitarbeiten? […]
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