[Medienhinweis] #81: Wie sich die Science-Fiction die Zeit nach dem Menschen vorstellt – derstandard.at
t.sebesta
Wie könnten Welten aussehen, in denen der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt steht?
von Karin Krichmayr auf derstandard.at
Der Posthumanismus hingegen lässt die menschliche Komponente hinter sich und setzt ganz und gar auf künstliche und hybride Lebensformen abseits herkömmlicher Identitäten. …
Dabei wird die klassische „harte“ Science Fiction zunehmend zur Ausnahmeerscheinung, meint Innerhofer, während der Bereich der Social Fantasy immer breiter wird: Ob künstliche Intelligenz, Gentechnik, Biodiversität, Identitäts- und Geschlechterpolitik oder Fragen des Zusammenlebens: Die Science Fiction zeigt auf, welche Gestaltungsmöglichkeiten sich aus dem Jetzt ergeben – und dass es auch ohne den Menschen als vorherrschende Lebensform alles andere als eintönig sein kann. (Karin Krichmayr, 30.12.2020) […]
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. Dieser weltberühmte erste Satz aus Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (1915) ist weit mehr als ein genialer Einstieg in eine tragische Familiengeschichte. Er markiert den präzisen historischen Wendepunkt, an dem die klassische Phantastik des 19. Jahrhunderts starb und die moderne Fantastik der Gegenwart geboren wurde. Der Literaturwissenschaftler Tzvetan Todorov stellte in seiner strukturalistischen Gattungstheorie fest, dass Kafka das traditionelle Prinzip der Phantastik grundlegend ausgehebelt hat. Doch wie genau funktionierte dieser fließende Übergang von der quälenden Unschlüssigkeit zur absurden Selbstverständlichkeit? …
Da kommen noch Nachschläge zum Golem-Thema und ein Download zum Thema literarisches Kunstwerk. Ursprünglich erschienen 1931 von Roman Ingarden. Es ist unter anderem ein Quellwerk für „Fantasy-Theorie und Geschichte“ von Helmut Pesch aus der Sekundärliterarischen Reihe des EDFC: Materialien zur phantastischen Literatur. Die Anschlussarbeiten beziehen sich auch alle auf Chajim Bloch, E. T. A. Hoffmann und Ror Wolf. Die Dissertation von Ulrike Schnaas untersucht den Einsatz des Fantastischen und dessen Funktionen in der zeitgenössischen Prosa. Also ran ans Werk …
Chajim Bloch (geboren am 27. Juni 1881 in Nagybocskó, Österreich-Ungarn; gestorben am 23. Januar 1973 in New York) war ein bedeutender chassidischer und kabbalistischer Rabbiner, Publizist und Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Vermittler der jüdischen Mystik und Folklore im deutschsprachigen Raum des frühen 20. Jahrhunderts. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine literarischen Bearbeitungen osteuropäischer jüdischer Sagen – allen voran der Legende um den Golem von Prag. Mitten in den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte er sein Werk „Der Prager Golem: Von seiner ‚Geburt‘ bis zu seinem ‚Tod‘“ in Wien. Bloch schuf damit kein rein fiktionales Werk, sondern sammelte, sichtete und systematisierte die verstreuten mündlichen und schriftlichen Sagen des Prager Ghettos. Dieses Essay analysiert die historische Entwicklung des Golem-Mythos, die spezifische Struktur von Blochs Erzählungen und dessen Bedeutung für das Verständnis moderner Schöpfungsmythen. …
Apropo H. C. Artmann: Wie und wo kann man H. C. Artmann in der Phantastik verorten? Hans Carl Artmann, besser bekannt als H.C. Artmann (1921–2000), gilt als einer der facettenreichsten und unkonventionellsten Köpfe der österreichischen Nachkriegsliteratur. Während er einer breiten Öffentlichkeit vor allem durch seine tiefschwarze Dialektlyrik (med ana schwoazzn tintn, 1958) im Gedächtnis geblieben ist, verbirgt sich hinter seinem Gesamtwerk ein weitaus radikaleres literarisches Projekt: Die Neudefinition und ironische Demontage der phantastischen Literatur. Für ein kulturinteressiertes Publikum eröffnet Artmanns Umgang mit dem Phantastischen einen faszinierenden Blick darauf, wie aus vermeintlich verstaubten Gruselklischees avantgardistische Sprachkunst entsteht. …
Zwei Veröffentlichungen samt ihrer enthaltenen Artikel liegen heute an. Ein Werk zur Schauerliteratur ab 1800 bringt einige Essays. Fünf Essays sind englischsprachig und daher nicht in die Bibliothek aufgenommen (die findet ihr hier). Die „Protokolle“ bringen zwei Essasy zu H. C. Artmann. Das Übernatürliche ist bei ihm von vornherein eine gesetzte, augenzwinkernde Realität, die vom Erzähler wie selbstverständlich hingenommen wird. Für interessierte Laien bietet H.C. Artmann einen hervorragenden Zugang zur modernen Literatur. Seine phantastischen Texte fordern uns nicht auf, an Geister oder Vampire zu glauben, sondern an die grenzenlose Freiheit des Erzählens. Vielleicht einen Versuch wert? …
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