• Aristos "Orlando Furioso"

    Eintragsart Buchteil
    Herausgeber Achim Aurnhammer
    Autor Klaus W. Hempfer
    Herausgeber Manfred Pfister
    Zusammenfassung Auch Klaus Hempfer geht es in seiner Lektüre von Ariosts Orlandofiirioso um Zusammenhänge von gender und genre in der Konstruktion und Konfiguration von Heldenrollen, nun aber bezogen auf die männliche Rolle des cavaliere. Dessen Rolle wird in Ariosts zwischen männlich bestimmtem Epos und weiblich konnotiertem romanzo bewusst oszillierendem Gedicht in durchaus diskrepanter Weise konstruiert, wobei diesen Oszillationen entgegenkommt, dass beide Gattungen auch in dieser Hinsicht selbst schon hybrid sind: Das Heldenepos singt von den arme ebenso wie von amore, und der arturische romanzo cavallerescho zeigt ganz andere Geschlechterordnungen als der der karolingischen Tradition. Ariosts Orlando ist gleichzeitig der heroisch für das christliche Abendland streitende Karlspaladin und ein von privatistischem Glücks- und Liebesstreben umhergetriebener fahrender Ritter. Wie sich besonders deutlich am zentralen Motiv von Orlandos pazzia zeigen lässt, die einerseits in die heroische Nähe eines Hercules fiirens und andererseits eines komödienhaften Liebeswahns gerückt wird, spielt Ariost in seinem Text die unterschiedlichen Konzeptionen männlichen Heroentums gegeneinander aus, um zu allen auf Distanz zu gehen. So dekonstruiert er den Helden und .entessentialisiert* das Heroische schon am Anfang seiner frühneuzeitlichen Geschichte. Das 16. Jahrhundert sucht den Heroismus als charakterliche Disposition zur Leidenschaft, als furor heroicus, zu bestimmen. Damit einher geht eine philosophische Nobilitierung der Leidenschaften als heroischer Erkenntnis-instrumente. Auch wenn solche philosophischen Spekulationen an die Pla-tonische Enthusiasmos-Lehre und mehr noch an den neuplatonischen Humanismus anknüpften, der die göttliche mania, den Juror divinus, schon Dichtern und Philosophen zuschrieb, nobilitierte erst Giordano Brunos epochaler Dialog De gli heroici furori (1585) die Leidenschaften zum he-roischen .Willen zur Erkenntnis*. Dass dieser erkenntnistheoretische Heroismus unabhängig vom Erfolg ist, erläutert Hanna Klessinger (Frei-bürg/Br.) paradigmatisch an dem Aktäon-Sonett, mit dem Bruno den .Höhepunkt des heroischen Wegs* illustriert: Die .Wahrheitsjagd* gipfelt in der Emanzipation des Schauens und im Opfer als tragischem Triumph. … (aus dem Vorwort)
    Datum 2013
    Sprache deutsch
    Bibliothekskatalog BnF ISBN
    Ort Wiesbaden
    Verlag Harrassowitz Verlag in Kommission
    ISBN 978-3-447-06772-0
    Seiten 45-70
    Reihe Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung
    Nummer der Reihe Bd. 28
    Buchtitel Heroen und Heroisierungen in der Renaissance
    Format gebundene Ausgabe
    Hinzugefügt am 13.6.2026, 14:14:15
    Geändert am 12.7.2026, 23:16:27

    Tags:

    • {04.2} Bestand/Papier
    • Epoche(n)->
    • Epoche(n)->Renaissance
    • Held(en)->
    • Held(en)->-dichtung
    • Held(en)->-figuren
    • Held(en)->-geschiche
    • Person->
    • Person->Ariosto, Ludovico
    • Sekundärliteratur->
    • Sekundärliteratur->Fantasy
    • Sekundärliteratur->Phantastik

    Verwandte Einträge

    • Heroen und Heroisierungen in der Renaissance