| Zusammenfassung |
Das Herausgeberteam hat eine Anthologie zusammengestellt, die
die Breite der Diskurse über Superhelden wiedergibt, mit Blick auf
Kulturen, Medien und His-toriographie. Was diesen Reader so aufregend
für mich macht, ist, dass er sich sowohl dafür interessiert, wie
Superhelden Mythologie, Literatur und Kunst adaptiert haben (und im
Gegenzug von Medien und Kultur adaptiert wurden), als auch dafür, wie
sie durch ihr Geschlecht, ihre Ethnizität und ihre Sexualität bestimmt
sind. Darüber hinaus bietet die Sammlung auch europäische Perspektiven
auf die
Superhelden, Überlegungen aus der Geschichte (und auch frühe
Stellungnahmen zu diesem Genre) und Fragestellungen zur Form. Und sie
enthält sogar Comics,
um andere Comics zu kommentieren. Was will man mehr!
Das Comicmedium ist sehr weit ausgedehnt und die Comicforschung immer
noch relativ jung, daher gibt es fortlaufende Debatten über den Ort der
Superhelencomics innerhalb dieses Gebiets. Warum noch einen weiteren
Aufsatz über Superman als Symbol US-amerikanischer Ideologie lesen, wenn
es andere Comic-kulturen gibt, die darauf warten, eingehender erforscht
zu werden? Warum das Superheldengenre weiterverfolgen, wenn andere
Geschichten aus der Welt der Comics eine solche Vielfalt offenbaren? In
der Öffentlichkeit bleiben Superhelden
allerdings beliebte Kassenschlager. Sie bilden einen wichtigen Teil der
Comicpro-duktionen, was darauf hindeutet, dass sie nach wie vor unseren
Alltag auf zugäng-liche und genussvolle Art mythologisieren – und wir
verlangen nach mehr: mehr Frauen, mehr Superhelden unterschiedlicher
Ethnizitäten und sexueller Orientie-rung, mehr komplexe Geschichten. … |